Inicio / Romantik / Sein geheimes Verlangen / Ich würde nicht verlieren.

Compartir

Ich würde nicht verlieren.

Autor: Bleeding ink
last update Fecha de publicación: 2026-09-22 12:16:44

Auroras Perspektive

Was soll das Ganze, schwanger zu werden, wenn man es nie geplant, nie wirklich gewollt hat … nur um es zu verlieren, bevor man überhaupt begreifen kann, was es bedeutet?

Meine Brust schmerzte, als würde jemand sie von innen verdrehen. Ich legte die Hand auf den Bauch und spürte nichts als Leere. Der Raum, in dem kurz etwas existiert hatte, fühlte sich jetzt lauter an als mein eigener Herzschlag. Tränen liefen mir über das Gesicht, aber es war nicht nur Trauer. Es war Wut. Reine, brennende Wut auf das Universum, auf das Schicksal und auf den Mann, der in mein Leben getreten war und nichts als Trümmer hinterlassen hatte.

Ich hatte das nicht gewollt. Ich wusste noch nicht einmal, was ich wollte. Und jetzt war es weg, bevor ich mich entscheiden konnte.

Die Tür öffnete sich.

Dominic.

Er war seit meiner Einlieferung jeden Tag aufgetaucht. Ich verstand immer noch nicht, warum. Reichte es nicht, dass mir das passiert war? Wenn er in jener Nacht pünktlich gewesen wäre, wäre vielleicht nichts davon geschehen. Und doch hallte die Stimme des Schlägers immer noch in meinem Kopf nach.

„Dominic.“

Ich war mir sicher, diesen Namen gehört zu haben.

Ob er es angeordnet hatte oder es einfach dadurch verursacht hatte, dass er existierte – das spielte keine Rolle mehr. Ich würde Dominic Hale nie verzeihen. Er hatte eine Linie zwischen uns gezogen, und diesmal meinte ich jeden Zentimeter davon.

Er trat näher.

„Geht es dir gut, Aurora? Ich stehe hier schon eine Weile.“

Ich starrte ihn an. Die Ruhe in seinem Gesicht drehte mir den Magen um. Wie leicht er so tat, als würde er sich kümmern. Wie sauber er mit nichts als Schweigen und einem besorgten Ton log.

Ich drehte den Kopf weg und ignorierte die Frage vollkommen.

Er setzte sich trotzdem. „Bist du jetzt bereit, meine Fragen zu beantworten? Was ist dir passiert?“

Ich stieß einen kurzen, humorlosen Atemzug aus. „Als ob dir das etwas ausmachen würde. Hör auf, deine Nase in Dinge zu stecken, die dich nichts angehen. Du bist mein Boss. Bleib dabei. Komm nicht mehr hierher. Ich kehre bald zur Arbeit zurück. Denk nicht, dass irgendetwas davon mich aufhalten wird.“

Er schwieg eine lange Weile. Dann stand er auf und ging hinaus, ohne ein weiteres Wort.

In dem Moment, als die Tür sich schloss, ballten sich meine Fäuste in den Laken. Die Tränen kamen heftiger. Ich hasste ihn. Ich hasste die ruhige Art, wie er mich ansah. Ich hasste, wie leicht er dastehen und so tun konnte, als wäre nichts davon seine Schuld.

---

**Eine Woche später**

Die nächsten Tage vergingen wie in einem Nebel.

Ich verbrachte die meiste Zeit im Krankenhaus, beantwortete Fragen, die ich nicht beantworten wollte, und versuchte zu verstehen, wie alles so schnell zerbrochen war. Mein Körper erholte sich langsam, aber emotional war ich mir nicht sicher, ob ich das jemals tun würde.

Die Ärzte entließen mich schließlich nach Hause. Sie rieten mir, mich auszuruhen, aber im Bett zu liegen und nichts als meine Gedanken zu haben, fühlte sich schlimmer an.

Ich konnte nicht länger vor dem davonlaufen, was geschehen war.

Ich brauchte Antworten.

Und wenn Dominic Hale irgendetwas damit zu tun hatte, musste ich nah genug sein, um es herauszufinden.

Eine Woche nach dem Überfall kehrte ich zur Arbeit zurück.

Ich war noch nicht vollständig geheilt, aber ich war entschlossen, nicht zuzulassen, dass das, was passiert war, mir alles nahm.

Ich richtete die Tasche auf der Schulter und ging durch den Eingang von Novalux Industries.

Zum ersten Mal seit jener Nacht war ich wieder dort, wo alles angefangen hatte.

Ich hatte meine Entscheidung getroffen.

Wenn unter Dominic Hale zu arbeiten der einzige Weg war, an Antworten zu kommen, dann würde ich es tun. Halte deine Feinde nah. Das war der einzige Grund, warum ich noch hier war.

Ich hätte nie gedacht, dass ein Fremder aus einer unachtsamen Nacht der Mensch werden könnte, den ich am meisten hasste. Aber das Schicksal hatte einen grausamen Humor. Jetzt saß ich hinter einem Schreibtisch, auf dem der Name seiner Firma auf jeder Akte stand, und jeder Atemzug in diesem Gebäude fühlte sich an wie eine Erinnerung an das, was ich verloren hatte.

Das Telefon auf meinem Schreibtisch klingelte. Ich nahm ab, hörte die Stimme am anderen Ende und legte ohne ein Wort auf. Ich stand auf, glättete meinen Rock und ging direkt zu seinem Büro.

Ich klopfte einmal und trat ein.

Er sah nicht auf. Seine Augen blieben auf dem Laptop-Bildschirm fixiert, genauso wie immer – als wäre ich nichts weiter als eine Unterbrechung.

Ich wartete. Als er endlich den Blick hob, lag eine leichte, beinahe amüsierte Falte in den Augenwinkeln, als fände er etwas an meiner Anwesenheit unterhaltsam. Der Anblick ließ meine Haut kribbeln.

Ich räusperte mich.

Erst dann sprach er. „Hol deine Sachen. Du kommst mit mir zu einem Meeting.“

Meine Augenbrauen zogen sich hoch. „Das ist nicht mein Job. Dafür hast du eine Sekretärin.“

Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, die Finger strichen über seinen Kiefer. „Du hast recht. Das ist nicht dein Job.“ Seine Augen trafen meine, und ein Mundwinkel hob sich. „Aber wenn ich sage, dass du mitkommst, kommst du mit. Ich werde mich nicht wiederholen, Florella.“

Der Name landete seltsam. Ich schob die Reaktion beiseite und zwang mir ein dünnes Lächeln ab.

„Du bist mein Boss, nicht mein Vater. Du kannst mir außerhalb meiner eigentlichen Arbeit keine Befehle erteilen. Das war nie Teil der Vereinbarung.“

Er stützte den Ellbogen auf den Schreibtisch und wirkte beinahe gelangweilt. „Ich erinnere mich nicht, um deine Erlaubnis gebeten zu haben. Als du bei mir unterschrieben hast, hast du unterschrieben, meiner Führung zu folgen – in diesem Büro oder außerhalb. Verwechsle nicht die Grenzen, die du dir wünschst, mit denen, die tatsächlich existieren. Oder hast du den Vertrag nicht gelesen, Florella?“

Hitze und Wut fluteten gleichzeitig meine Brust.

Er stand auf und kam auf mich zu. Ich wich zurück. Er kam weiter. Mein Rücken traf die Wand.

„Hör auf“, sagte ich scharf. „Was tust du? Komm mir nicht zu nahe.“

Er hörte nicht auf. Seine Hand legte sich fest auf meine Taille, und sein Atem streifte meine Wange.

„Magst du es nicht, wenn ich mich wiederhole, Florella?“, murmelte er.

Er senkte den Kopf, der Mund nahe an der Seite meines Halses, die Finger schoben eine Haarsträhne hinter mein Ohr. Jeder Muskel in meinem Körper spannte sich an.

„Warum tust du das?“, verlangte ich, der Hass dick in meiner Stimme. „Was willst du von mir?“

Seine Lippen verzogen sich gegen meine Haut, aber seine Augen blieben auf meinen.

„Du weißt bereits, was ich will“, sagte er leise. „Du hast es nur noch nicht zugegeben.“

Mein Herz schlug gegen meine Rippen – nicht vor Verlangen, sondern vor der schieren Dreistigkeit von ihm. Derselbe Mann, der mir gesagt hatte, ich solle diese Nacht vergessen, derselbe Mann, den ich immer noch verdächtigte, Blut an den Händen zu haben, stand jetzt so nah und sprach, als hätte er irgendein Recht auf mich.

Ich wusste nicht, was Dominic Hale wirklich wollte.

Aber eines wusste ich mit absoluter Gewissheit:

Ich hasste ihn.

Und welches Spiel er auch immer spielte – ich würde nicht verlieren.

Continúa leyendo este libro gratis
Escanea el código para descargar la App

Último capítulo

  • Sein geheimes Verlangen    Unwiderstehlich

    Dominics PerspektiveUnwiderstehlichIch blieb, wo ich war, die Hand noch an ihrer Taille, und spürte das feine Zittern, das durch ihren Körper lief.Florella.Schon der Gedanke an den Namen tat etwas mit mir, das ich mich weigerte, genauer zu betrachten.Ich hätte zurücktreten sollen. Ich hätte sie gehen lassen sollen. Stattdessen beugte ich mich vor, nah genug, um den schnellen Schlag ihres Herzens zu hören.Mein Kiefer spannte sich an. One-Night-Stands waren dazu da, in dem Moment vergessen zu werden, in dem sie endeten. Ich löschte sie immer. Aber dieses Mädchen … ich konnte nicht aufhören, an sie zu denken.Als sie zum Vorstellungsgespräch hereinkam, wusste ich innerhalb von Sekunden, wer sie war. Ich hätte Natalia sagen sollen, sie abzulehnen. Stattdessen ließ ich alle anderen Termine absagen. Ich wollte sie hier. Ich wollte sie jeden Tag sehen – was sie trug, wie sie sich bewegte, wie sie reagierte, wenn ich sie forderte. In diesem Moment entschied ich, dass ich sie in Reichwei

  • Sein geheimes Verlangen     Ich würde nicht verlieren.

    Auroras PerspektiveWas soll das Ganze, schwanger zu werden, wenn man es nie geplant, nie wirklich gewollt hat … nur um es zu verlieren, bevor man überhaupt begreifen kann, was es bedeutet?Meine Brust schmerzte, als würde jemand sie von innen verdrehen. Ich legte die Hand auf den Bauch und spürte nichts als Leere. Der Raum, in dem kurz etwas existiert hatte, fühlte sich jetzt lauter an als mein eigener Herzschlag. Tränen liefen mir über das Gesicht, aber es war nicht nur Trauer. Es war Wut. Reine, brennende Wut auf das Universum, auf das Schicksal und auf den Mann, der in mein Leben getreten war und nichts als Trümmer hinterlassen hatte.Ich hatte das nicht gewollt. Ich wusste noch nicht einmal, was ich wollte. Und jetzt war es weg, bevor ich mich entscheiden konnte.Die Tür öffnete sich.Dominic.Er war seit meiner Einlieferung jeden Tag aufgetaucht. Ich verstand immer noch nicht, warum. Reichte es nicht, dass mir das passiert war? Wenn er in jener Nacht pünktlich gewesen wäre, wäre

  • Sein geheimes Verlangen    Was ich verloren habe

    Dominics PerspektiveIch hatte sie nicht treffen wollen.Ich redete mir ein, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Dann kam der Drang trotzdem – scharf, unerwartet, unmöglich zu ignorieren. Schuldgefühle oder etwas Schlimmeres. Ich wusste immer noch nicht, was davon.Mein Wagen hatte unterwegs eine Panne. Bis der Fahrer mit einem anderen Fahrzeug zurückkam, war es bereits zu spät. Er war der Erste, der sie sah – eine Gestalt auf dem Boden, die dort nicht hingehörte.Aurora, in ihrem eigenen Blut liegend.Ich hätte ihr schreiben sollen. Ich hätte ihr sagen sollen, dass ich mich verspätet. Der Schaden war bereits angerichtet.Jetzt stand ich vor dem Krankenzimmer, die Hände in den Taschen vergraben, der sterile Geruch brannte mir im Rachen. Ich lief auf und ab, weil Stillstehen unmöglich erschien. Ich sollte mich nicht kümmern. Sie war eine Angestellte. Mehr nicht. Ich wiederholte die Worte, bis sie fast wahr klangen.Der Arzt trat heraus.„Wie geht es ihr?“ Meine Stimme kam leiser hera

  • Sein geheimes Verlangen    Bitte...mein Baby

    Auroras PerspektiveWochen später kehrte die Übelkeit zurück, stärker als zuvor. Zuerst schob ich es auf den Stress. Dann zählte ich die Tage und merkte, dass meine Periode ausblieb.Auf dem Heimweg von der Arbeit kaufte ich einen Test. Ich redete mir ein, es sei nur, um den Zweifel zum Schweigen zu bringen. Eine Nacht. Kein Schutz. Die Wahrscheinlichkeit fühlte sich immer noch unmöglich an.Im Badezimmer wartete ich. Als das Ergebnis erschien, glitt der Test mir aus den Fingern und fiel auf die Fliesen.Schwanger.Ich stieß ein kurzes, ungläubiges Lachen aus. „Nein … das kann nicht sein.“Ich griff zum zweiten Test. Dasselbe Ergebnis.Ich sank auf den Boden, die Hände zitternd. Dominics kaltes, ausdrucksloses Gesicht blitzte vor meinem inneren Auge auf. Wie sollte ich es ihm sagen? Würde er überhaupt glauben, dass es nicht geplant war? Würde er mich auf der Stelle feuern?Ich presste die Handflächen an die Schläfen und zwang Luft in meine Lungen.Du wirst das regeln, sagte ich meinem

  • Sein geheimes Verlangen    Zufall

    Auroras PerspektiveDas Taxi fuhr davon und hinterließ den Geruch von Benzin. Ich zog meinen Mantel enger um mich, als könnte das den Lärm in meinem Kopf dämpfen. Meine Absätze klackten auf dem Pflaster, während ich alles noch einmal durchspielte – wie seine Stimme an meinem Ohr geklungen hatte, wie ich ihm Dinge zugeflüstert hatte. In dem Moment, in dem ich anfing, wieder davon zu träumen, schob ich den Gedanken beiseite.Was um alles in der Welt hatte ich getan?Die Lichter in der Lobby flackerten, als ich eintrat. Die Aufzugtüren öffneten sich, und mein Herz setzte einen Schlag aus. Als ich an meiner Tür ankam, zitterten meine Hände. Ich stieß den Schlüssel ins Schloss und trat ein. Ich würde mir selbst ins Gesicht sehen müssen – und der Wahrheit, die dazugehörte.Ich hätte nie gedacht, dass ich in einer solchen Situation landen würde – ein One-Night-Stand mit einem völlig Fremden. Warum war ich so wütend? Das hätte ich nicht sein sollen. Selbst wenn ich mich belügen wollte: Ich ha

  • Sein geheimes Verlangen    einmalige Affäre

    Auroras PerspektiveDie Bar war dunkel und laut. Musik hämmerte unter dem ständigen Klirren von Gläsern, und in unserer Eckbank waren meine Freundinnen irgendwie noch lauter als beides zusammen.„Im Ernst?“, sagte Mia und kreiste den Rest ihres Drinks. „Du bist als Jungfrau von der Schule abgegangen und irgendwie auch durchs Studium gekommen?“Ihr Lachen trug weit. Jeder, der vorbeiging, konnte jedes Wort hören. Hitze kroch mir den Nacken hoch. Ich fuhr mit dem Finger am Rand meines Glases entlang und wünschte mir, das Eis würde schneller schmelzen, nur damit ich etwas anderes anstarren konnte.Ana grinste spöttisch, auch wenn für den Bruchteil einer Sekunde etwas Weicheres über ihr Gesicht huschte. „Sei nicht unhöflich, Mia. Wir wissen doch alle, dass die Männer vor Aurora weglaufen.“Ich zwang mir das übliche selbstironische Lächeln ab und starrte weiter in mein Glas.Mia schüttelte den Kopf, immer noch lächelnd. „Genau.“„Das stimmt nicht“, sagte ich leise. „Hört auf. Bitte.“Ana r

Más capítulos
Explora y lee buenas novelas gratis
Acceso gratuito a una gran cantidad de buenas novelas en la app GoodNovel. Descarga los libros que te gusten y léelos donde y cuando quieras.
Lee libros gratis en la app
ESCANEA EL CÓDIGO PARA LEER EN LA APP
DMCA.com Protection Status