LOGINIn dem Moment, als die sechs Jungs in die Cafeteria kamen, wurden die Mädchen wild. Alle keuchten vor Ehrfurcht.
Sia verengte leicht die Augen und fing an, sie aufzuzählen, ohne dass ich überhaupt fragte. „Der mit den goldenen Haaren ist Jay. Sein Vater ist der berühmte Modedesigner Jacob Bruce aus Paris. Der mit den grünen Haaren ist Scott. Seine Familie besitzt eine große Firma in New York namens S.O.“ „Der, der neben Michael sitzt, ist Dave“, fuhr Sia fort. „Er ist... nun ja, irgendwie unhöflich“, fügte sie mit einem verschmitzten Grinsen hinzu. „Dave ist Musiker. Hast du ‚Forever Yours‘ gehört?“ fragte Sia, ihre Aufregung färbte auf mich ab. „Ja, ich habe es gehört, aber ich wusste nicht, dass er das ist. Ich verfolge Künstler nicht wirklich“, sagte ich leise, entschuldigend. Sia nickte nur. „Hm, du verpasst was, Girl! Okay, wo war ich? Ach ja – Daves Familie ist gut befreundet mit deinem Schwarm, Michael“, sagte Sia, zwinkerte und neckte mich. Meine Wangen brannten sofort. „Hör auf, ihn meinen Schwarm zu nennen. Jemand könnte uns hören“, flüsterte ich und warf schnell einen Blick zu Michael, bevor ich wegsah. „Ist doch egal. Die Hälfte der Mädchen hier ist in ihn verliebt. Das ist nichts Neues“, antwortete Sia und aß beiläufig weiter, als wäre es eine Tatsache. Ich blickte zu zwei Gesichtern, die fast identisch aussahen. Der erste hatte kurze, lockige Haare mit einem roten Streifen. Der andere hatte den ruhigsten Ausdruck – die Art, die mir schon eine Weile aufgefallen war. Während die anderen Jungs redeten und lachten, blieb er still und konzentrierte sich auf sein Essen. „Was ist mit den anderen beiden bei ihnen?“ fragte ich, die Neugier überkam mich. Sias Augen leuchteten auf, als sie sie beschrieb. „Oh, du meinst Joseph und Jonson – die Zwillingsbrüder. Völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Jonson ist ein Künstler. Ruhig, höflich, immer hilfsbereit. Vor ein paar Wochen hat er ein Porträt von mir gezeichnet und ich bin errötend nach Hause gegangen, weil es so gut war.“ Ich war überrascht. „Joseph ist ein Flirt. Immer von Mädchen umgeben“, sagte Sia, mehr wie eine Warnung. Ich hätte nach dem frechen gefragt, aber sie schien ihn nicht besonders zu mögen. „Und last but not least – Michael... der Traumtyp jedes Mädchens. Sein Vater besitzt diese Schule“, ließ Sia wie eine Bombe platzen, und es raubte mir den Atem. Meine Augen weiteten sich vor Schock. Ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter, als ich Michael ansah. „Was? Du meinst den Sohn des Besitzers, Mr. Dickson?“ Sie nickte. „Oh mein Gott... er ist Michael Dickson?“ flüsterte ich und blickte zurück zu ihm. Mein Herz flatterte, als sich unsere Blicke trafen. Er hob eine Braue, ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Ich schaute schnell weg, die Wangen brannten. Die Dicksons sind sehr mächtige Leute in New York, ihre Geschäfte sind über den ganzen Kontinent verteilt. Einige beschreiben sie als Mafia und die anderen als grenzenlose Billionäre. Sia kicherte. „Ich weiß nicht, warum du errötest, aber wir müssen zurück in den Unterricht, bevor es klingelt“, sagte sie, sammelte ihre Sachen und stand auf. Ich stand schnell auf und folgte ihr nach draußen. Als wir gingen, merkte ich plötzlich, dass ich mein Handy am Tisch zurückgelassen hatte. Ich war in solcher Eile gewesen, wegzukommen, dass ich es völlig vergessen hatte. Ich stieß einen frustrierten Seufzer aus. „Mm, Sia, mein Handy... ich glaube, ich habe es in der Cafeteria gelassen. Lass mich es schnell holen“, sagte ich und drehte mich um. Sia hielt mich auf und hielt meinen Arm. „Soll ich mitkommen, nur für den Fall?“ fragte sie, Besorgnis in ihrer Stimme. Es wäre falsch, sie mit Kleinigkeiten zu belästigen. „Nein, Sia, es wird schon gut gehen“, antwortete ich und ging direkt zurück in die Cafeteria. Als ich hineinging, stieß ich wieder gegen eine feste Brust und meine Stirn pochte. Ich fange an zu denken, dass ich in letzter Zeit einfach tollpatschig bin. Erst auf dem Flur, jetzt hier. Ich rieb die schmerzende Stelle und sah auf, um Michael und seine Freunde direkt vor mir stehen zu sehen. Ich schluckte schwer und musterte schamlos jeden von ihnen. Wenn du mich fragen würdest, einen auszuwählen, würde ich es nicht können... „Wen haben wir denn hier? Das neue Mädchen, Diana, richtig?“ fragte einer von Michaels Freunden mit einem charmanten Lächeln. „Hi, ich bin Joseph“, sagte er und hielt seine Hand hin. Ich schüttelte sie, zitternd, aber fest, und zwang mir ein Lächeln auf, um meinen rasenden Herzschlag zu beruhigen. „Hallo, ich bin Diana, wie du bereits weißt“, antwortete ich leise, die Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Ich warf einen Blick zu Michael. Er stand erstarrt vor mir, Blick intensiv und undurchschaubar. Die Stille zwischen uns war so dick, dass es schwer war zu atmen. Keiner von uns bewegte sich. „Warum laufe ich immer wieder in eine Prinzessin rein?“ sagte Michael, Stimme voller Necken. „Gestern war es sie, jetzt ist es diese Neue.“ Er klang genervt, als wäre es etwas, womit er ständig zu tun hätte. Ihn anzurempeln war eindeutig ein Fehler... Zweimal? Dieser egoistische Teil von mir schimpfte. Seine Augen waren auf mich gerichtet, scharf und fokussiert. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Ich konnte nicht sprechen. Panik schoss durch mich, als ich dort stand, wie eingefroren, umgeben von sieben der bestaussehendsten Typen auf dem Campus. Zum Glück schien Joseph die Spannung nicht zu bemerken. Er lachte und klopfte Michael auf den Rücken. „Hey, Mann, beruhige dich. Du machst dem armen Mädchen Angst.“ Michael ließ seine Augen noch eine Sekunde auf mir, bevor er zwei Schritte zurücktrat. Sein Ausdruck war unmöglich zu lesen. Seine tiefe, raue Stimme ließ mich immer noch erschaudern und dieser kalte, distanzierte Ton ließ meinen Hals eng werden. Er war groß, breitschultrig und seine Präsenz ragte über mir auf und warf einen langen Schatten. „Arm vorerst vielleicht“, sagte Michael. „Aber wir werden herausfinden, wie ‚arm‘ du wirklich bist. Du machst das doch absichtlich, oder?“ Er starrte mich an. „Du versuchst, an deinem ersten Tag hier meine Aufmerksamkeit zu bekommen, hm?“ „Nein... ich mache nichts absichtlich. Ich wollte nur mein Handy holen. Ich habe es in der Cafeteria vergessen. Ich war auf dem Weg, es zu holen“, stammelte ich, den Kopf gesenkt vor Scham und Unbehagen. Meine Stimme war kaum ein Flüstern. Ich bereute es, Sia nicht mitkommen lassen zu haben. Gerade als die Luft vor Spannung dick wurde, schnitt eine süße, melodische Stimme hindurch. „Hallo, Babe...“ Das Mädchen hatte ein strahlendes Lächeln und funkelnde Augen. Sie huschte an mir vorbei und trat zwischen uns, langes braunes Haar, das bis zu ihren Schultern gelockt war, ein enges Crop-Top, das an ihrer Taille gebunden war, mit einem kurzen Minirock. Sie schaute zwischen Michael und mir hin und her, dann schlang sie ihre Arme um seine Taille, die Finger ineinander verschränkt. Ihre Stimme hatte diesen besitzergreifenden Unterton. „Was ist hier los?“ fragte sie. Michaels Gesicht blieb ruhig, aber ich bemerkte ein Aufflackern von Verärgerung in seinen Augen. Er schob ihre Arme weg, als würden sie ihn verbrennen. Enttäuschung huschte über ihr Gesicht, bevor sie verschwand. „Nichts, Vanessa. Nur ein tollpatschiges Mädchen, das in mich hineingerannt ist, während sie zu ihrem Handy gerannt ist“, sagte Michael geschmeidig. Er sah sie nicht an, seine Augen blieben auf mir und es fühlte sich seltsam, fast beunruhigend an. Ich wandte meinen Blick ab und versuchte, der Spannung auszuweichen. Vanessa musterte mich von oben bis unten. Ihr Lächeln verengte sich und ihre Augen wurden kalt. „Oh, richtig. Du bist sehr tollpatschig, nicht wahr?“ sagte sie, Stimme triefend vor Missbilligung. Es gab kein Überhören des Spotts, es klang eher wie „tollpatschige kleine Schlampe“ in meinen Ohren. „Du solltest schauen, wohin du gehst, besonders in Michaels Nähe. Er ist nicht jemand, mit dem man sich anlegt“, sagte sie selbstgefällig. Hatte ich auch nicht vor. Es war nur ein chaotisches, unangenehmes Gefühl, das sich in meinem Bauch drehte, das war alles. Meine Wangen wurden wieder heiß, aber diesmal war es keine Verlegenheit – es war Irritation. Für wen hielt sie sich in dieser Schule? „Ich wollte nur mein Handy holen. Es war ein Unfall“, sagte ich und versuchte, fest zu klingen, obwohl meine Stimme immer noch leise war. Ich schaute an ihnen vorbei und entdeckte mein Handy auf einem leeren Tisch. Als ich danach griff, hörte ich Vanessa aggressiv zu Michael flüstern. „Wer ist sie? Warum standet ihr zwei so nah beieinander? Und warum starrst du sie an?“ zischte Vanessa. Michael antwortete nicht sofort. Als er schließlich sprach, war seine Stimme zu leise, als dass ich sie hören konnte, aber die Spannung zwischen ihnen war offensichtlich. Ich schnappte mir mein Handy und drehte mich zum Ausgang, ohne zurückzublicken. Als ich wegging, fühlte ich, wie ihre Blicke in meinen Rücken brannten. Ich wagte es nicht, mich umzudrehen. Ich eilte aus der Cafeteria und in Richtung Klassenzimmer, mein Kopf raste. Also... hat er eine Freundin? Wahrscheinlich, antwortete mein Kopf. Irgendwo tief in mir fühlte ich mich gleichzeitig verletzt und dumm. Ich war plötzlich wütend auf meine eigene Schüchternheit. Warum rannte ich immer wieder in ihn hinein? Und warum ließ er mich so aus dem Gleichgewicht geraten? Er war der Sohn des Schulbesitzers – gutaussehend, beliebt und vergeben. Ich sagte mir, ich müsse Abstand halten und mich auf mein Stipendium konzentrieren. Er war nur eine Ablenkung, ein Typ, der will, dass alle denken, er will dich.Dianas Sicht „Ich werde hier nicht viel Zeit verbringen“, beschwerte ich mich zum zehnten Mal. „Warum die ganze Welt an Make-up? Und dieses Kleid ist höllisch kurz.“ Sia und Linda waren nicht an meinen Bitten interessiert. „Halt die Klappe und hör auf, undankbar zu sein“, sagte Sia und trug die letzte Schicht Lipgloss auf. „Diana, es ist dein Geburtstag“, fügte Linda hinzu und stylte meine Haare zu lockeren Wellen. „Erlaube uns, dich zu vergöttern. Und du gehst auf dein offizielles Date mit deinem gutaussehenden Mann. Willst du nicht umwerfend für ihn aussehen?“ Ich seufzte tief und beobachtete, wie sie mich verwandelten. Seit der Überraschung in der Schule hatte Michael Sia und Linda beauftragt, mich für unser Date einzukleiden. Vier Stunden. Vier Stunden voller Pinsel, Sprays und Geplapper. Am Anfang wollte ich abhauen. Ich war das nicht gewohnt – dass man sich um mich kümmert, im Mittelpunkt von
Dianas SichtIch wachte spät auf, erschöpft, meine Augenlider schwer, als hätte ich die ganze Nacht gegen den Schlaf gekämpft und verloren. In dem Moment, als ich meine Augen öffnete, hallte Michaels Stimme von letzter Nacht in mir wider: „Alles Gute zum Geburtstag, Verführerin.“Ich vergrub mein Gesicht im Kissen und stöhnte, Wangen brannten. Gott, ich klang so dumm am Telefon. Alles, was ich zustande brachte, war ein atemloses M-Michael?Ich konnte immer noch nicht glauben, dass er genau um Mitternacht angerufen hatte. Bryan hatte genau hier in meinem Zimmer geschlafen, tot für die Welt, leise schnarchend auf der anderen Seite des Bettes. Und Michael hatte ihn geschlagen.Der Gedanke ließ mich gegen das Kissen grinsen, schüchtern und dumm. Bryan würde so sauer sein, wenn er es herausfindet. All das Gerede, der Erste zu sein, der mir gratuliert, und er wurde von meinem Freund ausgespielt, während er kalt umgehauen war. Ich konnte mich schon
- Dianas Sicht Ich kam nach Hause von einem wunderbaren Abend mit meinen Freunden und lächelte immer noch. Als ich hereinkam, hörte ich vertraute Stimmen aus der Küche. Sie sprachen über etwas Ernstes und meine Neugier übermannte mich. Ich ging vorsichtig, damit sie mich nicht bemerkten und lauschte. Der Vorfall in der Schule nagte immer noch an mir. Ich konnte meinen besten Freund nicht verteidigen. Stattdessen hatte ich ihn ausgeschimpft. Ich fühlte mich schrecklich deswegen. „Aber warum sollte Diana sich so verhalten?“ fragte Mom, Sorge deutlich in ihrer Stimme. „Was ist in letzter Zeit in sie gefahren?“ „Ich bin genauso überrascht wie Sie, Tante“, sagte Bryan, Besorgnis in seinen Worten. „Die Art, wie sie sich benommen hat... es ist, als wäre sie verwirrt. Sie konnte mich nicht einmal verteidigen. Sie hat einfach zugelassen, dass dieser Typ sie wegzerrt.“ Mom streckte die Hand aus und streichel
- Dianas Sicht „Und wenn ich nein sage?“ „Ich werde nichts versprechen.“ Wollte er das wirklich beenden? Mein Herz zog sich zusammen bei dem Gedanken, dass wir auseinanderbrechen. Eine Hand packte meine Schulter und wirbelte mich herum. Ich stand Sias wütendem, besorgtem Gesicht gegenüber. „Ernsthaft, ich habe deinen Namen seit Ewigkeiten gerufen. Du hast dich nicht einmal umgedreht“, sagte Sia, Sorge in ihrer Stimme. Ich schaute weg, dann wieder zurück und ging weiter, jetzt langsamer. Ich versuchte hart, meine Tränen zu verbergen, aber es war unmöglich. Sias Augen weiteten sich – sie konnte erkennen, dass mein Kopf woanders war. Sie packte wieder meine Schulter und ich blieb stehen. Mein Gesicht war tränenverschmiert. Sia fragte sanft: „Was hat er gesagt?“ Sie bezog sich auf Michael. Dass er gedroht hat, es zu beenden, wenn ich mich nicht von meinem besten Freund dis
Bryans SichtIch lief im Garten hin und her, Wut und Frustration brodelten unter meiner Haut. Sia saß auf der Bank und beobachtete mich, Besorgnis in ihren Augen. Heute war nicht Teil des Plans. Ich hatte etwas völlig anderes als das erwartet.Als Tante Rita erwähnte, dass Diana hier aufgenommen wurde, und ich den Ruf dessen kannte, was in dieser Schule vor sich ging, verspürte ich den Drang, hineinzukommen, direkt an ihrer Seite zu bleiben und sicherzustellen, dass sie vor Arschlöchern sicher war. Leider war das, was ich heute erlebte, völlig daneben.„Wie lange willst du noch hin und her laufen?“ fragte sie ruhig.Ich wirbelte herum, Wut immer noch heiß in meiner Brust.„Bis ich herausfinde, was zum Teufel los ist“, schnauzte ich.„Was auch immer in deinem Kopf ist, ist technisch korrekt. Beide sind jetzt ein Ding. Jeder weiß das und ich habe mich damit abgefunden“, verzog Sia das Gesicht. Es zeigte, wie unglücklich sie mi
Dianas Sicht „Sia, es tut mir leid. Bitte warte.“ Ich rannte hinter Sia her und entschuldigte mich die ganze Zeit, meine Schritte schnell, Sia blieb stehen, wirbelte mit einem finsteren Blick herum und pirschte auf mich zu. Ihre Worte kamen scharf und wütend heraus. „Also wechselst du jetzt deinen Sitzplatz?“ schnauzte sie, Stimme leise und giftig. „Michael hat mich gezwungen, neben ihm zu sitzen“, erklärte ich, Frustration und Verzweiflung ergossen sich in meine Stimme. „Ich habe versucht, zu dir zurückzukommen, aber er hat mich aufgehalten. Und als ich endlich die Chance bekam, drohte mir der Professor mit Nachsitzen.“ Sia stieß einen schweren Seufzer aus, ihr Blick durchbohrte mich, bevor sie sich umdrehte und in Richtung Cafeteria ging. Ich eilte ihr nach. „Hast du mir verziehen?“ fragte ich, Hoffnung in meiner Stimme. „Ich werde darüber nachdenken“, antwortete sie schroff, kalt und d







