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Kapitel Drei.  

Autor: Author Cecee
last update Data de publicação: 2026-07-06 18:23:33

Kapitel Drei

Ich kam erschöpft von der Arbeit nach Hause und verschwendete keine einzige Sekunde. Sofort suchte ich Ophelia auf und erzählte ihr ausführlich alles, was sich in meinem Büro abgespielt hatte – jedes unangenehme Detail, jede angespannte Begegnung und die schwere Last, die plötzlich auf meinen Schultern ruhte.

Sie hörte mir aufmerksam zu, ohne mich ein einziges Mal zu unterbrechen. Ihr Blick war voller Mitgefühl und Verständnis.

„Es ist wirklich eine kleine Welt…“, sagte sie schließlich leise und schüttelte leicht den Kopf. „Wirst du damit klarkommen? Ich meine, wirklich klarkommen?“

„Ich muss das irgendwie schaffen“, antwortete ich mit fester Stimme, auch wenn Zweifel in mir nagten. „Außerdem wird es mit der kürzlichen Gehaltserhöhung schwer sein, einen anderen Job zu finden, der auch nur annähernd so gut bezahlt wird. Ich kann jetzt nicht einfach aufgeben.“

„Du wirst schon klarkommen, genau wie ich es geschafft habe“, antwortete sie aufmunternd und lächelte mir sanft zu.

„Ich hoffe es wirklich“, erwiderte ich mit einem tiefen Seufzer.

„Und was das betrifft, solltest du zurück zur Arbeit gehen und die restlichen Stücke von dir aufsammeln“, riet ich ihr mit einem schwachen Lächeln, in dem Versuch, die Stimmung etwas aufzulockern.

„Ja, ich weiß“, antwortete sie nickend.

„Ich habe Mittagessen gemacht“, sagte sie dann und zeigte in Richtung Küche. Der Duft von frisch zubereiteten Speisen zog bereits durch die Wohnung.

Ich ging hinüber und genoss die köstliche Mahlzeit, die sie mit so viel Sorgfalt zubereitet hatte. Jeder Bissen schien eine kleine Portion Trost zu spenden.

„Wow… wer hätte gedacht, dass Liebeskummer dazu führt, dass du dein Talent voll ausschöpfst“, bemerkte ich anerkennend zwischen zwei Bissen.

Sie lachte herzlich, doch es war ein Lachen, das ein wenig von Traurigkeit gefärbt war.

„Ich musste meine Energie einfach in etwas anderes stecken“, murmelte sie leise und starrte einen Moment lang gedankenverloren aus dem Fenster.

Nachdem ich fertig gegessen hatte, zog ich mich in mein Zimmer zurück. Dort begann ich sofort, die notwendigen Anrufe zu tätigen und das Projekt sorgfältig anzupassen, damit es perfekt zur aktuellen Marktstruktur passte. Ich arbeitete konzentriert und präzise.

Insgesamt verbrachte ich fast zwei Stunden damit und konnte eine beeindruckende Menge an Arbeit erledigen. Schließlich legte ich die Unterlagen beiseite und gönnte mir eine kurze Pause, um durchzuatmen.

Es war ein ziemlich langer und anstrengender Tag gewesen. Obwohl ich immer noch am Boden zerstört war und bei jedem Gedanken an die Zukunft von Unsicherheit geplagt wurde, zwang ich mich zur Ruhe. Ich musste schlafen und mir wenigstens für ein paar Stunden den endlosen Stress und die quälenden Sorgen ersparen.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fühlte ich mich etwas erfrischt. Ich ging ins Badezimmer, duschte ausgiebig und zog ein enges, elegantes rotes Kleid an, das professionell und gleichzeitig selbstbewusst für die Firma wirkte. Es gab mir das Gefühl, zumindest äußerlich stark zu sein.

Ich bestellte ein Uber und fuhr direkt ins Büro.

Dort präsentierte ich dem gesamten Team, woran ich am Abend zuvor gearbeitet hatte, während wir gemeinsam das vorliegende Projekt intensiv brainstormten und neue Ideen entwickelten.

„Das ist beeindruckend…“, kommentierte Helen anerkennend. „Wir müssen einfach die Daumen drücken und hoffen, dass die Verkaufsstatistiken auf dem Markt günstig für uns ausfallen.“

„Sicher“, antwortete ich knapp, auch wenn die Anspannung in mir weiter wuchs.

Die Zeit verging wie im Flug, und ehe ich mich versah, machte ich mich bereits auf den Weg nach Hause. In ein paar Wochen würde ich meinem Schicksal in der Firma gegenüberstehen – eine Vorstellung, die mich innerlich zittern ließ.

Zu Hause angekommen, war es inzwischen zu einem festen Ritual geworden: Ich vergrub mich sofort wieder in die Arbeit, um nicht nachdenken zu müssen. Genau in diesem Moment kam Ophelia herein, um nach mir zu sehen.

„Hmmm… bring dich bitte nicht um damit“, sagte sie vorsichtig und mit sorgenvoller Miene. „Ich weiß, wenn das hier nicht klappt, wirst du trotzdem etwas anderes in deinem Leben finden. Du bist stark und talentiert.“

„Du würdest es nicht verstehen… das ist persönlich“, antwortete ich ausweichend.

Wie sollte ich ihr erklären, dass ich ihm unbedingt beweisen wollte, dass ich kompetent und fähig für diesen Job war – und nicht bloß irgendein abgelenktes Mädchen, das er zufällig auf der Party getroffen hatte? Er hatte an jenem Tag überdeutlich gemacht, dass er mir keine Chance gab. Ich musste ihm das absolute Gegenteil beweisen.

„Okay… ich fühle einfach mit dir“, sagte sie sanft. „Du hast so hart gearbeitet… Ich denke wirklich, du brauchst dringend eine Pause, um wieder zu dir zu kommen.“

Ich schnaubte nur abweisend. Ich war noch lange nicht bereit, auf sie zu hören. Nicht, bis dieses Projekt endlich abgeschlossen war und ich mir selbst beweisen konnte, was ich wert war.

Sie beendete ihre Rede schließlich und ließ mich allein. Ich arbeitete weiter, ging systematisch eine Marketing-Agentur nach der anderen durch und stellte ihnen das Produkt detailliert vor.

Einige wollten nicht einmal richtig zuhören, was ich zu sagen hatte. Andere machten sehr deutlich, dass sie dem Produkt noch kein Vertrauen schenkten und skeptisch blieben.

Ich seufzte tief und fragte mich in einem Moment der Verzweiflung, ob ich den falschen Weg eingeschlagen hatte, indem ich mich so stark für dieses Produkt eingesetzt und seine Markttauglichkeit verteidigt hatte.

Ich rief ein weiteres Teammitglied an und hoffte inständig auf ermutigende Rückmeldungen, doch es war dieselbe ernüchternde Energie wie zuvor.

Eine einzelne Träne lief mir langsam über das Gesicht.

Wie sollte ich nur klarkommen, wenn ich diesen Job verlieren würde? Die Vorstellung allein schnürte mir die Kehle zu.

Ich begann, den Tag zu verfluchen, an dem er in der Firma aufgetaucht war, während ich immer tiefer in Selbstmitleid versank.

War er wirklich die Ursache für meine missliche Lage? Ja! Ich hatte seit meinem Universitätsabschluss mit dieser Firma gearbeitet. Mit meinem früheren Chef war alles ein reiner Spaziergang gewesen – harmonisch, unkompliziert und berechenbar.

Warum nur musste er kommen und mit seiner bloßen Anwesenheit mein friedliches, geordnetes Leben in ein einziges Chaos verwandeln?

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