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KAPITEL 3

Penulis: Jude Vincent
last update Tanggal publikasi: 2026-09-15 23:29:23

Evander wirkte überhaupt nicht besorgt, als Alessia diese Worte sagte. Er sprang nicht vom Sofa auf und versuchte auch nicht, sie aufzuhalten. Stattdessen lehnte er sich gegen die Polster zurück, warf sein Handy auf den Tisch und stieß ein kaltes, spöttisches Lachen aus.

„Eine Scheidung?“, fragte er und sah sie an, als wäre sie ein kleines, törichtes Kind. „Du willst die Scheidung? Hörst du dich überhaupt selbst, Alessia? Sieh dich an. Du hast kein Geld. Du hast keinen Job, bei dem du gutes Geld verdienst. Du hast nirgendwohin zu gehen! Glaubst du, es interessiert mich, wenn du gehst? Für mich ist das sogar eine große Erleichterung. Ich muss deinen schweren, hässlichen Körper nicht mehr ansehen.“

Alessia hielt den Atem an und versuchte verzweifelt, ihre Brust nicht zittern zu lassen. Sie wollte stark bleiben, doch seine Worte taten immer noch weh wie scharfe Steine, die ihr ins Gesicht geworfen wurden.

In diesem Moment kamen Schritte von der Treppe. Liora ging langsam hinunter. Sie trug eines von Evanders Seidenhemden, das kaum ihre Oberschenkel bedeckte. Sie lächelte und wirbelte einen glänzenden Autoschlüssel um ihren Zeigefinger.

„Baby, schau“, sagte Liora mit süßer, hoher Stimme und ignorierte Alessia völlig, als wäre sie ein Stück Müll auf dem Boden. „Die Leute aus der Garage haben gerade den neuen Sportwagen geliefert, den du für mich gekauft hast! Er ist so hübsch und teuer. Ich kann es kaum erwarten, ihn nächste Woche zu meiner Geburtstagsfeier zu fahren.“

Evander lächelte Liora sanft an, seine Augen voller Wärme – dieselbe Wärme, die er Alessia vor Jahren geschenkt hatte. „Alles für dich, meine Liebe. Du verdienst die besten Dinge dieser Welt.“

Alessia starrte auf den glänzenden Autoschlüssel in Lioras Hand. Ihr Herz zerbrach in tausend winzige Stücke.

Dieses Auto hatte Millionen gekostet. Millionen! Und doch hatte Alessia Evander jedes Mal um einhunderttausend Dollar angefleht, um das Leben ihres Vaters zu retten, und er hatte immer wieder gejammert, dass das Geschäft schlecht laufe. Er hatte immer Ausreden gefunden und ihr gesagt, sie solle warten, während ihr Vater im Krankenhaus lag und jeden Tag schwächer wurde. Er hatte Millionen für seine Geliebte, aber nicht einen einzigen Cent, um ihren sterbenden Vater am Leben zu erhalten.

„Du bist böse“, flüsterte Alessia, während ihr endlich Tränen über die Augenlider liefen. „Ihr beide seid böse, monströse Menschen.“

„Weine, so viel du willst“, sagte Evander, stand auf und legte seinen Arm um Lioras Taille. „Geh und pack deine kleinen Taschen und verschwinde aus meinem Haus. Und komm nie wieder hierher, um mich um Geld für deinen nutzlosen Vater anzubetteln. Er kann meinetwegen in diesem Krankenhaus verrotten.“

Alessia sagte kein weiteres Wort. Sie ging zum kleinen Gästezimmer, schnappte sich ihre billige Tasche und stopfte einige ihrer Kleidungsstücke hinein. Sie nahm nichts mit, was Evander für sie gekauft hatte. Sie wollte dieses schmutzige, schmerzhafte Haus einfach für immer verlassen.

Als sie durch die Haustür ging, schlug die schwere Holztür hinter ihr zu und sperrte sie in der kalten Nachtluft aus.

Alessia nahm direkt einen Bus zum Krankenhaus. Ihr Herz schlug vor Angst schnell. Ihre zerbrochene Ehe war ihr inzwischen egal. Es war ihr egal, dass ihre beste Freundin ihr den Ehemann gestohlen hatte. Das Einzige, was auf der ganzen Welt zählte, war ihr Vater.

Als sie die Etage des Krankenhauses erreichte, erfüllte der Geruch von Medizin und Bleichmittel ihre Nase. Sie ging den stillen Flur entlang und betrat das Zimmer ihres Vaters.

Ihr Vater sah in dem großen weißen Bett so klein und hilflos aus. Drähte waren an seiner Brust befestigt, und ein durchsichtiges Röhrchen führte in seine Nase. Seine Haut war blass, und seine Augen waren fest geschlossen. Alessia setzte sich auf den kleinen Stuhl neben seinem Bett, nahm seine kalte, raue Hand in ihre und drückte sie an ihre Wange.

„Es tut mir leid, Daddy“, schluchzte sie leise, während ihre Tränen seine Decke benetzten. „Es tut mir so leid, dass ich das Geld von Evander nicht bekommen konnte. Es tut mir so leid.“

Plötzlich ging die Tür auf, und Dr. Ben kam mit einem schwarzen Klemmbrett in der Hand herein. Sein Gesicht war sehr ernst, und er lächelte nicht, als er Alessia sah.

„Alessia“, sagte Dr. Ben sanft und blieb am Fußende des Bettes stehen. „Ich bin froh, dass du hier bist. Wir müssen über den Zustand des Gehirns deines Vaters sprechen.“

Alessia wischte sich mit dem Handrücken über die Nase, während ihr Herz in den Magen sank. „Wird es schlimmer, Doktor?“

Dr. Ben seufzte schwer. „Ja. Die Schwellung in seinem Gehirn nimmt sehr schnell zu. Wenn wir die Operation zur Entlastung des Drucks nicht durchführen, wird sein Herz stehen bleiben. Wir können nicht länger warten, Alessia.“

„Bitte, Doktor“, flehte Alessia, ihre Stimme brach. „Bitte führen Sie die Operation durch! Ich werde in der Bäckerei hart arbeiten, ich werde das Geld finden, ich verspreche es!“

„Es tut mir so leid, Alessia“, sagte der Arzt und schüttelte mit einem traurigen Blick in den Augen den Kopf. „Die Krankenhausleitung hat mir strikte Anweisungen gegeben. Wir benötigen die Anzahlung von einhunderttausend Dollar, bevor wir ihn in den Operationssaal bringen können. Du hast vierundzwanzig Stunden. Wenn du bis morgen Abend nicht bezahlen kannst, müssen wir ihn entlassen, und ... er wird zu Hause nicht überleben.“

Vierundzwanzig Stunden. Einhunderttausend Dollar.

Die Zahlen tanzten in ihrem Kopf wie ein schlimmer Albtraum. Sie hatte nicht einmal tausend Dollar auf ihrem Bankkonto. Wie sollte eine arme Bäckereimitarbeiterin in nur einem Tag einhunderttausend Dollar auftreiben?

Alessia verließ das Krankenhausgebäude wie ein Geist. Ihre Beine waren schwach, und ihr Kopf war völlig leer.

Draußen war der Himmel dunkel und hässlich geworden. Schwere Regentropfen begannen aus den Wolken zu fallen und prasselten auf den harten Betonboden. Innerhalb weniger Minuten regnete es heftig, durchnässte ihre Kleidung und ließ ihr Haar an ihrem nassen Gesicht kleben.

Alessia stand dort auf dem Gehweg im strömenden Regen, völlig unbeeindruckt von dem kalten Wasser. Mit zitternden Fingern holte sie ihr gesprungenes Handy heraus. Sie scrollte durch ihre Kontaktliste und suchte nach irgendjemandem – nach einer alten Schulfreundin, einem Verwandten, irgendjemandem, der ihr helfen konnte.

Sie rief ihre Tante an. Besetzt.

Sie rief einen alten Klassenkameraden an. Die Person hörte sich ihre Geschichte an und legte schnell auf, nachdem sie gesagt hatte, dass sie kein Geld habe.

Sie rief drei weitere Personen an, doch sie alle fanden Ausreden und beendeten das Gespräch.

Niemand kümmerte sich. Niemand würde ihren Vater retten.

Alessia ließ ihre Hände an ihre Seiten sinken. Der Regen vermischte sich mit den heißen Tränen, die über ihre Wangen strömten. Sie fiel genau dort auf dem nassen Gehweg auf die Knie und weinte laut in den tosenden Sturm hinein. Sie fühlte sich völlig besiegt, zerbrochen und von der Welt weggeworfen.

In diesem Moment durchdrang ein lautes, sanftes Geräusch den Lärm des Regens.

Ein langer, pechschwarzer Luxuswagen rollte langsam an den Bordstein und hielt direkt vor der Stelle, an der Alessia kniete. Die Fenster waren dunkel wie die Nacht, und das glänzende Auto sah aus wie ein mächtiges Biest, das im Sturm saß.

Das hintere Fenster fuhr lautlos herunter. Durch den starken Regen blickte Alessia auf und sah ein Paar tiefe, scharfe Augen, die direkt auf sie gerichtet waren.

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