MasukDas dunkle Fenster glitt vollständig herunter und gab den Blick auf einen Mann mit scharfen, eisigen Augen frei, die Alessia ansahen, als wäre sie ein lästiges Insekt auf der Straße.
Er wartete nicht. Er öffnete die Autotür und stieg in den heftigen, strömenden Regen. Er war groß – größer als jeder Mann, den Alessia je gesehen hatte – mit breiten Schultern, die den dunklen Nachthimmel auszufüllen schienen. Sein Haar war nach hinten gekämmt, und sein teurer schwarzer Anzug war innerhalb von Sekunden durchnässt, doch er blinzelte nicht einmal. Er hatte keinen Regenschirm dabei. Er lächelte nicht. Sein Gesicht war hart wie ein Stück Fels.
Er ging direkt zu der Stelle, an der Alessia auf dem nassen Gehweg kniete.
„Steh auf und steig ins Auto“, sagte er. Seine Stimme war tief, laut und so unhöflich, dass sie wie ein direkter Befehl eines Königs klang.
Alessia wischte sich den Regen aus den Augen und zitterte, während der kalte Wind in ihre nasse Haut biss. Sie drückte ihr gesprungenes Handy an ihre Brust. „Was? Wer bist du? Warum sollte ich in dein Auto steigen?“
Die Augenbrauen des Mannes zogen sich zu einer angespannten, wütenden Linie zusammen. Er trat näher und überragte ihre große, schwere Gestalt.
„Bring mich nicht dazu, mich zu wiederholen“, bellte er, seine Stimme durch das laute Prasseln des Regens schneidend. „Ich habe keine Zeit, sie mit einer weinenden Frau zu verschwenden. Steig jetzt ins Auto!“
Sein Ton war so aggressiv und dominant, dass Alessias Herz bis in ihre Kehle sprang. Sie war zu müde, zu zerbrochen und zu kalt, um mit ihm zu kämpfen. Ohne ein weiteres Wort zog sie ihren schweren Körper vom nassen Boden hoch und stieg auf den Rücksitz. Der Mann setzte sich direkt neben sie und schlug die schwere Tür zu.
Im Inneren des Luxuswagens war es warm und still. Es roch nach teurem Holz und süßem Parfüm.
Bevor Alessia überhaupt sprechen konnte, holte der Mann ein goldenes Handy aus seiner Tasche und hielt es ans Ohr.
„Ruf sofort den Chefarzt dieses Krankenhauses an“, befahl er ins Telefon, seine Stimme kalt und scharf. „Sag ihm, dass Lucien die volle Verantwortung für den Fall des alten Mannes übernimmt. Bringt ihn auf der Stelle in den Operationssaal. Wenn ihm etwas passiert, kaufe ich dieses Krankenhaus und feuere alle.“
Alessias Atem stockte. Sie drehte schnell den Kopf und starrte völlig ungläubig auf sein Seitenprofil.
Wie kann er so viel Macht haben? dachte sie, ihr Herz schlug schnell wie eine gefangene Trommel. Wer ist dieser unhöfliche, beängstigende Mann? Warum gibt er den Ärzten wegen meines Vaters Befehle?
„Wohin fahren wir?“, fragte Alessia mit zitternder Stimme. „Bitte, ich muss bei meinem Vater bleiben!“
„Die Ärzte machen ihre Arbeit“, fuhr der Mann sie an, ohne auch nur den Kopf zu drehen, um sie anzusehen. „Deine Tränen werden sein Gehirn nicht heilen. Halt den Mund.“
Alessia biss sich auf die Unterlippe, während sich Wut und Angst in ihrem Magen vermischten.
Das Auto glitt geschmeidig durch die dunklen, regnerischen Straßen, bis es vor einem riesigen, funkelnden Hotelgebäude hielt. Der Fahrer öffnete die Tür, und der große Mann packte Alessia fest am Arm. Seine Hand war groß, warm und stark wie Eisen. Er zog sie durch die prächtigen Glastüren und ignorierte völlig die Hotelangestellten, die sich tief verbeugten, als er an ihnen vorbeiging.
Er zog sie direkt in einen privaten Aufzug, der bis in die oberste Etage schoss. Er schloss ein riesiges, prächtiges Hotelzimmer auf und stieß die Tür auf, bevor er sie hinein zog und hinter ihnen abschloss.
Alessia stolperte in die Mitte des Zimmers, während Wasser von ihren nassen Kleidern auf den wunderschönen Teppich tropfte.
Der Mann warf seine nasse Anzugjacke auf einen Ledersessel. Er knöpfte die obersten Knöpfe seines dunklen Hemdes auf und enthüllte seinen kräftigen Hals und seine starke Brust. Er drehte sich um, seine dunklen Augen waren direkt auf sie gerichtet.
„Warum hast du mich hierhergebracht?!“, schrie Alessia, während ihre Angst in laute Wut umschlug. „Was sollte dieser Unsinn im Krankenhaus? Wer bist du? Bist du einer dieser reichen, schlechten Goldgräber, die arme, verzweifelte Frauen hereinlegen, mit ihnen schlafen und sie dann wie Müll wegwerfen?!“
Sie redete immer noch auf ihn ein, ihre Brust hob und senkte sich heftig, während sie ihn anschrie, ihr nasses Haar klebte an ihrem Gesicht.
„Heirate mich für ein Jahr“, sagte der Mann plötzlich.
Alessias Stimme verstummte augenblicklich. Ihr Mund blieb halb geöffnet.
Was? dachte sie, während ihr Verstand völlig aussetzte. Was hat er gerade gesagt? Habe ich ihn richtig gehört?
„Heirate mich für ein Jahr“, wiederholte er und trat mit langsamen, schweren Schritten näher zu ihr. „Ich werde heute Nacht die einhunderttausend Dollar für die Gehirnoperation deines Vaters bezahlen, seine Genesung übernehmen und jede einzelne deiner Schulden begleichen. Im Gegenzug wirst du zwölf Monate lang meine Frau.“
Alessia stand völlig erstarrt da. Ihr Verstand raste wie wilde Pferde.
Ist dieser Mann verrückt? fragte sie sich und starrte auf sein markantes Gesicht. Er kennt mich nicht einmal! Warum sollte ein reicher, gutaussehender Milliardär mich heiraten wollen?
Dann erinnerte sie sich an ihren eigenen Körper. Sie erinnerte sich an ihre kräftige Taille, ihre schweren Arme und die Fettpolster um ihren Bauch. Sie erinnerte sich daran, wie Evander sie erst letzte Nacht hässlich und nutzlos genannt hatte. Sie erinnerte sich daran, wie ihre beste Freundin Liora über ihre Größe gelacht hatte.
Sie sah, wie der Mann sie direkt anstarrte, seine Augen langsam von ihren nassen Schultern hinunter zu ihrer Taille wanderten.
Er schaut auf meine Fettigkeit, dachte sie verbittert, während sich ihre Brust vor tiefer Scham zusammenzog. Er ist wahrscheinlich gerade angewidert von mir. Er hasst meine Figur bestimmt genauso wie mein Mann. Gleich wird er anfangen, über mich zu lachen.
Sie senkte den Kopf und blickte auf den Boden, während sie sich wünschte, die Erde würde sich öffnen und sie vollständig verschlucken.
„Du bist eine sehr schöne Frau“, sagte der Mann sanft.
Alessias Kopf schnellte nach oben. Ihre Augen weiteten sich.
„Ist ... ist das ein Witz?“, flüsterte sie mit brechender Stimme. „Mach dich nicht über mich lustig. Ich weiß, wie ich aussehe.“
„Ich scherze nicht“, sagte er kalt.
Er machte zwei große Schritte nach vorn und verringerte die Entfernung zwischen ihnen, bis er direkt vor ihr stand. Er war so groß, dass Alessia den Hals nach hinten beugen musste, nur um sein Gesicht anzusehen. Er roch so gut – nach edlen Gewürzen und frischem Regen.
Er streckte seine große Hand aus und legte sie um ihre Taille, zog ihren schweren Körper eng an seine harte, warme Brust.
Alessia keuchte laut auf.
Ihr Herz begann hektisch gegen ihre Rippen zu schlagen. Es war vier lange Monate her, seit ein Mann sie berührt hatte. Vier lange Monate, seit ihr Ehemann sie angewidert weggestoßen hatte. Ihr Körper, der so lange nach Berührung gedürstet hatte, reagierte sofort auf seine Wärme. Eine seltsame, heiße Welle durchströmte sie von ihrem Unterbauch bis hinunter zwischen ihre Beine.
Sie spürte, wie sich eine schwere Wärme in ihrem Körper ausbreitete. Sie zitterte, ihr Atem kam in schnellen, kurzen Keuchern, während sich sein Gesicht ihrem näherte. Seine dunklen Augen waren auf ihre Lippen gerichtet. Sein Daumen strich sanft über die Seite ihrer Hüfte und zog sie näher an seinen harten Körper.
Er neigte den Kopf, seine warmen, rauen Lippen hielten nur einen winzigen Millimeter von ihrem Mund entfernt. Sie konnte seinen heißen Atem auf ihren Lippen spüren. Sie schloss die Augen, ihr ganzer Körper schmolz gegen seinen, vollkommen feucht und voller Sehnsucht nach seinem Kuss.
Der Mann hielt direkt an ihren Lippen inne, seine dunklen Augen blickten auf ihr gerötetes Gesicht hinab.
„Du bist wirklich feucht für mich“, flüsterte er geschmeidig an ihren Mund.
Die Nachmittagssonne hing hoch und warm über den weitläufigen, grünen Rasenflächen des Vance-Anwesens. Die kühle Herbstbrise hatte sich gelegt und eine sanfte, goldene Wärme hinterlassen, die den gesamten Innenhof friedlich und sicher erscheinen ließ.Alessia ging langsam den Steinpfad des privaten Gartens entlang. Sie trug ein weiches, fließendes Kleid in Pastelltönen, und ihre Schritte waren bedacht und ruhig. Da ihr Körper vom Tragen ihres Babys noch immer füllig und schwer war, kostete jede Bewegung ein wenig mehr Anstrengung. Sie trug ihre Curvy-Figur mit einer weichen, natürlichen Anmut, obwohl sie das angenehme Gewicht ihres Körpers nach der Geburt beim Gehen spüren konnte. Nebe ihr schob sie einen maßgefertigten Kinderwagen aus poliertem Holz und feinem Chrom, in dem der kleine Gabriel lag. Das Baby schlief tief und fest, sein winziges Brustbein hob und senkte sich in einem stetigen, ruhigen Rhythmus.Direkt neben Alessia ging Lucien. Er hatte sein Sakko abgelegt und die Ärmel
Die Morgensonne war höher an den klaren blauen Himmel gestiegen und warf ein helles, warmes Licht über die weiten grünen Rasenflächen draußen vor dem Vance-Anwesen. Im Inneren der Hauptsuite war die Atmosphäre von einer seltsamen, ungewohnten Art nervöser Energie erfüllt.Alessia saß aufgerichtet vor dem Spiegel ihres Schminktisches. Eine professionelle Haar- und Make-up-Stylistin – eine Frau, die unter strengsten privaten Sicherheitsauflagen aus dem feinsten Salon der Stadt eingeflogen worden war – stand mit einem weichen Pinsel hinter ihr. Sie bewegte sich mit äußerster Vorsicht, hielt ihre Augen fest auf ihre Arbeit gerichtet und sprach nur, wenn man ihr eine direkte Frage stellte; sie wusste es besser, als im Haus des Milliardärs Lucien Vance zu klatschen.„Ist die Foundation zu deckend?“, fragte die Stylistin höflich und hielt inne, während sie Alessia durch das Glas ansah. „Mr. Vance hat strikte Anweisungen gegeben, dass Sie vollkommen natürlich aussehen müssen. Er sagte, keine
Die Morgensonne stieg langsam über den Hügeln auf und malte den Himmel in leuchtenden Farben von Rosa und Orange. Die Nacht war ohne jeglichen Ärger vergangen, und im Haus war es sehr still.Im Hauptschlafzimmer waren die schweren Vorhänge noch geschlossen und hielten das grelle Licht des neuen Tages fern. Ein weiches, warmes Licht der Nachttischlampe schien auf das Bett.Gabriel wachte als Erster auf. Er weinte nicht laut, wie es manche Babys tun. Stattdessen gab er ein winziges, leises Fiepen von sich und begann, seine kleinen Hände in der Luft zu bewegen.Alessia öffnete sogleich die Augen. Eine Mutter hört ihr Baby immer, selbst wenn sie tief schläft. Sie lächelte hinab auf das winzige Bündel, das an ihrer Brust ruhte.„Guten Morgen, mein kleiner Junge“, flüsterte Alessia mit einer süßen, sanften Stimme. Sie drückte einen weichen Kuss auf sein weiches schwarzes Haar.Neben ihr regte sich Lucien. Er hatte mittlerweile einen leichten Schlaf. Seit Gabriels Geburt ließ ihn jedes klein
Die Sonne sank langsam hinter den hohen grünen Bäumen am Rande des Anwesens. Der Himmel verwandelte sich von einem hellen Blau in ein sanftes, dunkles Violett und schließlich in eine tiefe Nacht voller winziger, funkelnder Sterne.Im Hauptschlafzimmer waren die hellen Lichter ausgeschaltet. Nur eine kleine, gelbe Nachttischlampe brannte noch und warf einen warmen, gemütlichen Schein an die Wände. Im Haus war es vollkommen still. Es gab kein Geschrei, keinen Lärm aus der Außenwelt und kein plötzliches Klopfen an den schweren Holztüren.Alessia saß in dem großen, bequemen Sessel am Fenster. Sie trug einen weichen, weiten Baumwollmorgenmantel, und der kleine Gabriel ruhte direkt an ihrer Brust. Er schlief so friedlich, dass sich seine winzigen Atemzüge wie eine sanfte Brise anhörten, die durch trockenes Laub weht.Lucien betrat das Schlafzimmer mit einem Tablett. Auf dem Tablett standen eine warme Tasse süße Milch für Alessia und ein Glas kaltes Wasser für ihn selbst. Er hatte sein Sakko
„Bist du sicher, dass es dir gut geht, Lucien?“Alessias Stimme war sanft, kaum mehr als ein Flüstern, das durch das ruhige Summen des Schlafzimmers schnitt. Sie saß aufgerichtet an die Kissen gelehnt, ihre Augen fest auf ihren Ehemann gerichtet, während sie das schwere Heben und Senken seiner breiten Schultern beobachtete.Lucien kniete immer noch neben dem Bett. Seine großen Hände ruhten flach auf der Matratze, sein Kopf war gebeugt. Die wilde, furchterregende Wut, die seine Familie aus dem Haus getrieben hatte, war verschwunden und hatte einer schweren, ruhigen Erschöpfung Platz gemacht. Er hob langsam den Kopf und blickte sie an. Die dunkle Wut in seinen Augen war fort, ersetzt durch eine tiefe, schmerzende Zärtlichkeit, die ganz allein ihr gehörte.„Es geht mir gut“, murmelte Lucien, seine Stimme dick und tief. Er streckte die Hand aus und drückte seine Handfläche behutsam gegen Alessias warme Wange, während sein Daumen mit absoluter Ehrfurcht über ihre Haut strich. „Ich bin nur
„Wenn du dieser Tür ohne meine Erlaubnis auch nur einen Zentimeter näher kommst, wird deine Sicherheitsfreigabe für dieses Anwesen dauerhaft widerrufen.“Luciens Stimme war nicht laut. Das musste sie auch nicht sein. Das kalte, tote Gewicht in seinem Tonfall ließ den Leiter seines privaten Sicherheitsdienstes in der großen Halle augenblicklich erstarren. Draußen vor den schweren eisernen Toren des Vance-Anwesens saßen drei schwarze Luxuslimousinen im Regen. Sie waren erst vor wenigen Stunden direkt von einem privaten Landeplatz in Europa eingeflogen und brachten Menschen mit sich, die jahrelang versucht hatten, Luciens Leben zu zerstören.Jetzt waren sie wegen eines Babys hier.Alessia saß oben im großen Bett aufgerichtet und hielt den kleinen Gabriel fest an ihre Brust gedrückt. Der Raum war warm, aber ein kalter Knoten hatte sich in ihrem Magen gebildet. Sie konnte die gedämpften, schweren Schritte hören, die aus der großen Eingangshalle unten heraufhallten.Unten schwangen die schw







