LOGIN„Soll ich jetzt den Zucker dazugeben?“, fragte Eli neugierig.„Ja, Eli.“ Die leitende Haushälterin lächelte ihr aufmunternd zu. „Aber immer nur ein bisschen. Und schön langsam weiterrühren.“Elis Gesicht strahlte. „Okay.“Noch wirkte sie bei manchen Handgriffen etwas unbeholfen, aber sie rührte den Teig gewissenhaft weiter. Zwischendurch fragte sie immer wieder nach den richtigen Mengen oder vergewisserte sich, dass sie alles richtig machte. Es fühlte sich gut an, zur Abwechslung einmal früh aufzustehen und in diesem Haus etwas Sinnvolles zu tun.Der Morgen im Hause Miller verlief so friedlich wie schon seit Tagen nicht mehr.Durch die großen Fenster des Esszimmers fiel helles Sonnenlicht auf den langen, bereits sorgfältig gedeckten Tisch. Der Duft von frischem Kaffee und geröstetem Brot lag in der Luft und verlieh dem Raum eine warme, behagliche Lebendigkeit – beinahe schien selbst das Haus endlich wieder aufatmen zu können.Nach und nach kamen die anderen Familienmitglieder zum
„Wir haben es überstanden“, erwiderte Daven.Althea holte langsam Luft und legte eine Hand auf ihren Bauch.„Aber … ein bisschen Angst habe ich trotzdem.“Davens Miene wurde sofort ernst. „Wovor?“„Ich bin nicht mehr die Jüngste“, gestand sie offen. „Ich mache mir Sorgen, dass mein Körper nicht mehr so belastbar ist wie früher. Ich möchte einfach kein Risiko eingehen.“Daven nahm ihre Hand. „Wir gehen regelmäßig zu allen Vorsorgeuntersuchungen und halten uns genau an das, was der Arzt uns empfiehlt. Und dieses Mal …“ Seine Stimme wurde sanfter. „… musst du nichts davon allein durchstehen.“Sanft strich er über ihre Hand und führte sie dann an seine Lippen. Mehrmals küsste er zärtlich ihre Finger und ließ sich bei jedem Kuss einen Moment Zeit.Althea ließ ihn gewähren und betrachtete ihn lange.„Ich meine das ernst“, fuhr Daven fort. „Ich werde meinen Terminkalender umorganisieren. Bei Callister Enterprise läuft alles weiter, aber denselben Fehler mache ich nicht noch einmal. Ic
„Willkommen zurück, Herr Callister“, begrüßten ihn die beiden Sicherheitsleute, die in der Nähe des rechten Seitenflügels Wache hielten.Daven wunderte sich ein wenig über die verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. Er wusste allerdings, dass Daniel sie angeordnet haben musste, während er bei der Staatsanwaltschaft gewesen war. Daher erwiderte er den Gruß lediglich mit einem Nicken.Es war bereits spät in der Nacht, als sie endlich das Hauptschlafzimmer erreichten. Das gedämpfte Licht im Flur verbreitete eine wohltuende Ruhe, die kaum einen größeren Gegensatz zum Chaos des vergangenen Tages bilden konnte. Kaum war die Tür offen, flitzte Grace als Erste ins Zimmer. Josh folgte ihr mit einem zusätzlichen Kissen aus seinem eigenen Zimmer im Arm.Althea lächelte bei diesem Anblick. Sie ging zum Kleiderschrank und wollte Schlafsachen für die Kinder und Daven herausholen.„Ich hole euch erst einmal eure Schlafsachen“, sagte sie sanft.Noch bevor sie nach dem Schrankgriff greifen konnte, tr
Eli, die bereits am Tisch saß, sah überrascht auf. Langsam drehte sie sich zu ihrer Mutter um. „Mama … ich möchte hier essen.“„Hast du mich nicht gehört?“, erwiderte Marlene mit angespannter Stimme. „Komm mit.“Eli umklammerte ihren Löffel fester. „Ich …“„Jetzt!“, fuhr Marlene sie an. „Ich lasse nicht zu, dass …“Weiter kam sie nicht, denn Rianas Stimme unterbrach sie.„Frau Ward.“ Riana wurde nicht laut, und trotzdem genügte dieses eine Wort, um den ganzen Raum verstummen zu lassen.Marlene drehte sich zu ihr um. Riana erwiderte ihren Blick ruhig, aber mit unmissverständlicher Entschlossenheit.„Wenn Sie dieses Abendessen nur für alle unangenehm machen wollen“, sagte sie langsam, „dann gehen Sie besser zurück auf Ihr Zimmer.“Stille breitete sich aus. Keine Wut lag in Rianas Worten, keine Schärfe. Gerade ihre Ruhe machte allerdings unmissverständlich klar, wo die Grenze lag.Marlene öffnete den Mund, brachte aber kein Wort heraus. Ihr Blick wanderte durch die Runde. Niemand
Im Haupthaus der Familie Miller.Die Stimmung im Esszimmer war nach wie vor angespannt, und zahlreiche Blicke ruhten auf Marlene. Altheas Frage hatte sie für einen Moment sprachlos gemacht – der Blick, den sie Althea zuwarf, war allerdings messerscharf.Dann … lachte sie.„Du führst dich ja auf, als hättest du in diesem Haus etwas zu sagen“, spottete Marlene und verschränkte mit bissiger Miene die Arme vor der Brust.Eli senkte den Kopf noch tiefer. Vor Verlegenheit brannten ihre Wangen. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass ihre Mutter so weit gehen würde. Dabei hätte dieses Abendessen eine Chance für sie sein können – zumindest wenn sie tatsächlich von der Familie Miller akzeptiert werden wollten.Eli selbst hatte das allerdings nie beabsichtigt. Sie wollte einfach nur mit den Menschen an einem Tisch sitzen, die für sie längst zur Familie gehörten. Daniel und Riana waren für sie ihre Großeltern.Marlenes Worte stießen allerdings auf völlige Gleichgültigkeit.Mehrere Bedienstet
„Ja“, erwiderte Cale beiläufig. „Aber genau so ist er eben, oder? Er redet immer, als wäre er allen anderen überlegen. Und er glaubt tatsächlich noch, einen Trumpf in der Hand zu haben … und dass wir ihm direkt in die Falle gehen.“Harold brachte erneut ein schwaches Lachen hervor. Es klang angestrengt und schmerzhaft.„Den habe ich.“Chris trat auf ihn zu.„Nicht mehr.“Sofort brachte einer der Wachmänner einen weiteren Stuhl und stellte ihn direkt vor Harold. Chris setzte sich ohne zu zögern, beugte sich vor und packte Harold am Kiefer.„Bret wurde verhaftet“, sagte Chris mit kalter Stimme. „Und so schnell kommt er nicht wieder raus. Daven wird ihm nicht den geringsten Spielraum lassen, sich zu verteidigen. Die Medien haben sich längst gegen eure kleine Gruppe gewandt. Einer nach dem anderen wird von der Polizei aufgespürt. Gegen die Staatsanwaltschaft wird ermittelt. Und eure Geldströme liegen inzwischen offen.“Harold erwiderte Chris’ Blick und ließ sich seine Angst nicht an
„Ich finde, diese Krawatte passt dir am besten.“Althea suchte eine aus Davens großer Sammlung heraus. Sie wusste, dass er ihre Nähe nur ertrug, aber sie verdrängte die Scham. Was sie sich vorgenommen hatte, musste funktionieren – zumindest bis der Monat vorbei war.Danach würden sich ihre Wege en
„Sag mal … bist du völlig verrückt geworden?“Althea verstand nur zu gut, warum ihre beste Freundin so reagierte, mit einem Gesichtsausdruck, der vor blanker Fassungslosigkeit förmlich erstarrte. Sie hatte Lydia alles erzählt – und obwohl keine einzige Träne gefallen war, wusste Lydia genau, wie ti
Es wäre gelogen zu behaupten, dass es Althea nicht verletzen würde. Und es wäre scheinheilig zu behaupten, sie sei nicht traurig oder enttäuscht. Aber … was hätte sie tun können? Nichts konnte diesen Lauf der Dinge aufhalten. Nicht einmal der Mann, auf den sie einst zu vertrauen glaubte, war auf ihr
„Ich werde wieder heiraten“, sagte Daven. „Und ich sage es nur einmal. Ich werde dich nicht um Erlaubnis bitten.“Er setzte seine Kaffeetasse mit einem harten Klirren ab – und beendete damit ein Frühstück, das er nicht einmal berührt hatte.Althea stand reglos neben dem langen Esstisch aus weißem






