تسجيل الدخول„Das glaube ich kaum“, antwortete der Wachmann und trat zur Seite, um Cale den Weg freizumachen.Der Raum lag im Halbdunkel. Nur eine einzelne Lampe hing von der Mitte der rostigen Decke und spendete schwaches Licht. Ihr fahler, gelblicher Schein fiel ungleichmäßig auf die feuchten Betonwände und warf lange Schatten. Der Geruch von Blut, Schweiß und Metall vermischte sich zu einem beißenden Gestank, der schwer in der Luft lag – ein Ort, an dem schon das Atmen zur Qual wurde.Oscar war an einen Metallstuhl gefesselt. Sein Kopf hing tief nach unten, sein Gesicht war kaum noch wiederzuerkennen – ein Auge war fast vollständig zugeschwollen, seine Lippen waren aufgeplatzt, und an seinem Kiefer klebte getrocknetes Blut. Sein Hemd mochte einmal weiß gewesen sein, aber unter den dunklen Flecken, die den Stoff durchtränkten, war davon kaum noch etwas zu erkennen.Cale blieb einige Schritte vor ihm stehen und musterte ihn. Sein Blick war kalt und vollkommen ausdruckslos.„Steh auf“, befahl e
„Noch nicht“, fiel Cale ihm kalt ins Wort. „Das Wichtigste hast du mir noch immer nicht verraten.“„Was denn?“, fragte Noel mit zitternder Stimme.„Wo Harold sich aufhält.“Noel erstarrte. Auch der letzte Rest Farbe wich aus seinem Gesicht.„Ich weiß es nicht“, sagte er hastig. „Ich schwöre es. Er wechselt ständig seinen Aufenthaltsort. Selbst Oscar …“Cales Augen verengten sich. „Oscar?“Noel riss die Augen auf. Zu spät begriff er, dass er bereits zu viel verraten hatte.„Du kennst ihn?“, fragte Cale mit einem vielsagenden Lächeln. „Natürlich kennst du ihn. Ihr kennt euch.“„Nein, Herr Miller. Ich kenne ihn nicht“, stammelte Noel und wich ängstlich zurück. „Ich schwöre, ich lüge nicht.“„Der ist ja noch widerlicher als Bret“, sagte Chris und trat näher. Diesmal hielt er einen Baseballschläger aus Eisen locker in der Hand. Gleichzeitig betraten mehrere Männer den Raum, die bis eben draußen Wache hielten. Jeder von ihnen hatte ein anderes Werkzeug dabei.„Wenn du jetzt nicht r
Wieder breitete sich Schweigen im Raum aus. Noels Frage blieb unbeantwortet in der Luft hängen. Das Licht der Leuchtstoffröhren spiegelte sich auf dem Stahltisch und ließ sein blasses Gesicht schonungslos deutlich hervortreten – kein Ort, an dem er sich verstecken konnte, kein Schatten, der ihn noch schützte.Cale verschränkte die Arme vor der Brust. „Jetzt erzähl mir alles“, sagte er mit ausdrucksloser Stimme. „Lass nichts aus. Ich will wissen, warum am Ende immer wieder alles zu Harold führt.“Noel schluckte schwer. Sein Atem ging mühsam. „Ich habe Ihnen doch schon alles erzählt, oder?“„Nicht alles.“ Cales Lächeln wurde schneidend, während er seinen Stuhl ein Stück näher an Noel heranrückte. „Oder willst du herausfinden, wie ich Informationen aus dir herausbekomme?“„N-nein, Herr Miller“, stammelte Noel verängstigt und schüttelte hastig den Kopf. Ein Blick auf Cale genügte. Dieser Mann war weitaus gefährlicher und konnte ihm noch viel mehr Schmerzen zufügen, als er ohnehin schon
„Chris, übertreib es nicht“, warnte Daven.Chris wandte den Kopf zu ihm. Seine Faust war noch immer erhoben und fest geballt. Über einen seiner Fingerknöchel zog sich bereits eine Blutspur. „Übertreiben?“ Er verzog höhnisch die Lippen. „Das hier ist noch gar nichts.“Im nächsten Moment schlug er erneut zu.Bumm!Noel wurde zur Seite geschleudert. Der Stuhl unter ihm schrammte mit einem schrillen Kreischen über den Boden und kippte schließlich um. Wie oft Chris ihn bereits getroffen hatte, ließ sich kaum noch sagen. Dieser Schlag allerdings war härter als die vorherigen. Die Faust traf Noel mit voller Wucht am Kiefer. Sein Kopf wurde zur Seite gerissen und prallte gegen die Tischkante. Ein dumpfer, kalter Laut hallte durch den Raum – ein Geräusch, das so gar nicht in diese sterile Umgebung passen wollte.„Ugh!“ Noel stöhnte schmerzerfüllt auf.„HAST DU EIGENTLICH EINE AHNUNG, WAS DU ANGERICHTET HAST?!“, brüllte Chris. Seine Stimme donnerte durch den ganzen Raum. „WEISST DU ÜBERHAU
Das war kein Geheimnis. Die TnC-Gruppe unter Daniel Millers Leitung förderte Ärzte und andere Fachkräfte im Gesundheitswesen seit Jahren umfassend – von der Ausbildung bis hin zu besseren Arbeitsbedingungen. Daniel persönlich achtete sehr darauf, dass es ihnen an nichts fehlte.Und trotzdem …„Das sollte eigentlich der Fall sein“, sagte Cale. Er zog einen Stuhl heran und setzte sich Noel direkt gegenüber. „Umso weniger verstehe ich, warum er seinen Beruf für so etwas missbraucht hat.“ Dann schob er Daven einen Stapel Unterlagen zu.Daven nahm die Dokumente und blätterte sie sofort durch. Vor ihm lag Noel Abrahams gesamter beruflicher Werdegang: persönliche Daten, Ausbildung, akademische Laufbahn und seine höchsten Qualifikationen. Auch die Unterstützung, die er im Laufe seiner Karriere von der TnC-Gruppe erhalten hatte, war darin genau aufgeführt.„Er gehört zu den angesehensten Spezialisten des Krankenhauses“, stellte Daven fest und atmete langsam aus.Cale nickte und wandte sich
Riana lächelte sie liebevoll an. „Das ist doch schön. Je mehr du übst, desto besser wirst du im Zeichnen.“Daniel nickte zustimmend. „Fleiß zahlt sich eben aus.“Grace strahlte stolz und widmete sich anschließend wieder ihrem Toast.Schließlich legte Josh seinen Löffel beiseite. Mit ungewöhnlich ernster Miene sah er Riana an. „Oma“, begann er leise, aber bestimmt.Riana blickte auf. „Ja?“Josh holte kurz Luft. „Wenn … Eli dich später sehen möchte, würdest du dich dann mit ihr treffen?“Für einen Moment wurde es still am Tisch. Es war keine unangenehme Stille – vielmehr schienen alle über seine Frage nachzudenken. Althea hielt mitten in der Bewegung inne und wandte sich langsam ihrem Sohn zu. Dann sah sie kurz zu Lydia hinüber. Lydia verstand den unausgesprochenen Blick sofort. Sie nickte nur und wartete ab, denn sie ahnte, dass Josh an diesem Morgen etwas Wichtiges auf dem Herzen hatte.Beide schenkten ihm nun ihre volle Aufmerksamkeit.Riana ließ sich mit ihrer Antwort einen M
„Ich finde, diese Krawatte passt dir am besten.“Althea suchte eine aus Davens großer Sammlung heraus. Sie wusste, dass er ihre Nähe nur ertrug, aber sie verdrängte die Scham. Was sie sich vorgenommen hatte, musste funktionieren – zumindest bis der Monat vorbei war.Danach würden sich ihre Wege en
„Sag mal … bist du völlig verrückt geworden?“Althea verstand nur zu gut, warum ihre beste Freundin so reagierte, mit einem Gesichtsausdruck, der vor blanker Fassungslosigkeit förmlich erstarrte. Sie hatte Lydia alles erzählt – und obwohl keine einzige Träne gefallen war, wusste Lydia genau, wie ti
Es wäre gelogen zu behaupten, dass es Althea nicht verletzen würde. Und es wäre scheinheilig zu behaupten, sie sei nicht traurig oder enttäuscht. Aber … was hätte sie tun können? Nichts konnte diesen Lauf der Dinge aufhalten. Nicht einmal der Mann, auf den sie einst zu vertrauen glaubte, war auf ihr
„Ich werde wieder heiraten“, sagte Daven. „Und ich sage es nur einmal. Ich werde dich nicht um Erlaubnis bitten.“Er setzte seine Kaffeetasse mit einem harten Klirren ab – und beendete damit ein Frühstück, das er nicht einmal berührt hatte.Althea stand reglos neben dem langen Esstisch aus weißem







