Mag-log inWährenddessen hatte Marlene das Esszimmer verlassen.Mit aufrechter Haltung und kontrollierten Schritten ging sie den Flur entlang. Ihre Miene war wieder so kühl und beherrscht wie gewohnt, als hätte sie das Geschehen am Frühstückstisch nicht im Geringsten berührt.Innerlich jedoch kochte sie vor Wut über Elis zunehmend widerspenstiges Verhalten.Schon am Vorabend hatte sie versucht, mit ihrer Tochter zu reden, doch Eli hatte absichtlich ihre Zimmertür abgeschlossen.Verdammt.Marlene hatte sich unmissverständlich ausgedrückt. Offenbar genügte eine bloße Warnung jedoch nicht. Sie musste deutlicher werden – und Eli daran erinnern, wer hier die Kontrolle hatte.„Mit Eli muss ich anders umgehen“, murmelte sie vor sich hin.Bevor sie den Flur verließ, blieb sie neben einer Bediensteten stehen, die gerade mit einem Tablett vorbeikam.„Sie da“, rief Marlene, ohne sich vollständig zu ihr umzudrehen.Die Bedienstete kam sofort zu ihr. „Ja, Frau Ward?“„Bringen Sie mir das Frühstück a
„Du brauchst heute nicht zur Schule zu gehen.“Eli erstarrte. Verwirrt sah sie Daven an.„Aber … warum?“Seine Worte sorgten sofort für überraschte und neugierige Blicke am Tisch.„Eli soll heute nicht zur Schule?“, fragte Riana. „Was ist denn los?“Eli umklammerte den Riemen ihrer Tasche noch fester. „Habe ich … irgendetwas falsch gemacht?“, fragte sie vorsichtig.Daven schüttelte sofort den Kopf. Er stand auf und trat etwas näher, ließ jedoch bewusst genügend Abstand zwischen ihnen, damit Eli sich nicht unter Druck gesetzt fühlte.„Nein, darum geht es überhaupt nicht“, erklärte er ruhig. „Setz dich erst einmal wieder. Du hast dein Frühstück noch gar nicht aufgegessen.“Eli schluckte nervös. Sie traute sich nicht, ihm zu widersprechen, konnte sich aber nicht erklären, warum sie zu Hause bleiben sollte. War etwas passiert? Oder hatte das Ganze mit dem Verhalten ihrer Mutter zu tun? Wollte Daven ihr deswegen verbieten, zur Schule zu gehen?Allein der Gedanke daran traf sie hart
Das Gespräch war beendet.Marlene wandte sich wieder dem Esszimmer zu. Niemand schien auch nur Notiz davon genommen zu haben, dass sie den Raum verlassen hatte. Noch vor wenigen Minuten hatte sie diese Gleichgültigkeit rasend gemacht.Doch nach diesem Anruf war ihr Selbstbewusstsein mit einem Schlag zurück.Sie ging zu ihrem Platz zurück und entdeckte Eli, die sich ganz ungezwungen mit Althea und Lydia unterhielt.„Sie nutzt die Situation wirklich schamlos aus“, dachte Marlene verbittert. „Und dabei vergisst sie völlig, wem sie es überhaupt zu verdanken hat, dass sie hier ist.“„Eli.“Kaum hörte das Mädchen ihren Namen, drehte es sich sofort um.Eben noch hatte Eli gelächelt und vollkommen entspannt gewirkt. Doch in dem Moment, in dem sie ihrer Mutter gegenüberstand, war die Anspannung wieder da. Schon Marlenes bloße Anwesenheit schien einen unsichtbaren Druck auf sie auszuüben.„Ja, Mama?“, fragte sie leise.„Iss dein Frühstück auf und geh danach auf dein Zimmer“, sagte Marle
Eli wusste nicht, was sie darauf sagen sollte. Mit nur wenigen Worten hatte ihre Mutter die eben noch so warme, liebevolle und friedliche Stimmung in eine beklemmende Anspannung verwandelt.Noch immer stand Eli neben Althea und umklammerte nervös den Saum ihres Oberteils. Die Wärme der Umarmung war kaum verklungen, als Marlenes Stimme erneut durch den Raum schnitt.„Hast du nicht gehört, was deine Mutter gesagt hat?“ Ein spöttisches Lächeln huschte über Marlenes Lippen.Wie gereizt sie war, ließ sich kaum übersehen. Mit anzusehen, wie Eli sich ihrer Kontrolle immer weiter entzog, brachte sie zunehmend in Rage.„Du vergisst wohl langsam, wer du bist“, sagte Marlene mit leiser, schneidender Stimme. Sie betrat das Esszimmer, ihre Absätze klackten hart auf dem Marmorboden. „Oder hast du etwa schon vergessen, wer dich überhaupt erst in dieses Haus gebracht hat?“Eli schluckte. Ihre Schultern spannten sich an.„Mama“, sagte sie leise.Marlene blieb unmittelbar vor ihr stehen und muste
Obenauf hatte Eli sorgfältig frisches Obst angerichtet. Leuchtend rote Erdbeerscheiben, ein paar Blaubeeren und kleine Bananenstücke machten die Pfannkuchen noch appetitlicher. Darüber glänzte Ahornsirup, der langsam an den Seiten hinunterlief und sich am Rand des Tellers sammelte.Als Althea näher kam, nahm sie den zarten, süßen Duft wahr. Die Pfannkuchen sahen nicht nur köstlich aus. Man sah ihnen an, wie viel Mühe und Sorgfalt darin steckten. Vor allem aber wurde Althea eines bewusst – Eli hatte sie eigens für sie gemacht, nur um ihr eine Freude zu bereiten. Langsam hob sie den Blick zu dem Mädchen. Einen Moment lang sah sie Eli einfach nur an – ein wenig zu lange.Nach und nach verschwand das Lächeln aus Elis Gesicht. Ihre Hände, die sie ordentlich vor dem Körper gefaltet hatte, umklammerten einander immer fester.„Habe … ich etwas falsch gemacht?“, fragte sie leise.Althea schwieg noch immer. Eli senkte den Kopf. Die unangenehme Stille bedrückte sie zunehmend.„Ich wollte … I
„Soll ich jetzt den Zucker dazugeben?“, fragte Eli neugierig.„Ja, Eli.“ Die leitende Haushälterin lächelte ihr aufmunternd zu. „Aber immer nur ein bisschen. Und schön langsam weiterrühren.“Elis Gesicht strahlte. „Okay.“Noch wirkte sie bei manchen Handgriffen etwas unbeholfen, aber sie rührte den Teig gewissenhaft weiter. Zwischendurch fragte sie immer wieder nach den richtigen Mengen oder vergewisserte sich, dass sie alles richtig machte. Es fühlte sich gut an, zur Abwechslung einmal früh aufzustehen und in diesem Haus etwas Sinnvolles zu tun.Der Morgen im Hause Miller verlief so friedlich wie schon seit Tagen nicht mehr.Durch die großen Fenster des Esszimmers fiel helles Sonnenlicht auf den langen, bereits sorgfältig gedeckten Tisch. Der Duft von frischem Kaffee und geröstetem Brot lag in der Luft und verlieh dem Raum eine warme, behagliche Lebendigkeit – beinahe schien selbst das Haus endlich wieder aufatmen zu können.Nach und nach kamen die anderen Familienmitglieder zum
„Sag mal … bist du völlig verrückt geworden?“Althea verstand nur zu gut, warum ihre beste Freundin so reagierte, mit einem Gesichtsausdruck, der vor blanker Fassungslosigkeit förmlich erstarrte. Sie hatte Lydia alles erzählt – und obwohl keine einzige Träne gefallen war, wusste Lydia genau, wie ti
Es wäre gelogen zu behaupten, dass es Althea nicht verletzen würde. Und es wäre scheinheilig zu behaupten, sie sei nicht traurig oder enttäuscht. Aber … was hätte sie tun können? Nichts konnte diesen Lauf der Dinge aufhalten. Nicht einmal der Mann, auf den sie einst zu vertrauen glaubte, war auf ihr
„Bist du völlig von Sinnen?“, fuhr Catherine Callister – oder einfach Kate – sie an, und ihre gellende Stimme zerriss die Ruhe des Gartens wie ein Messerstich. Ihre perfekt gepflegten Finger krallten sich so fest in Altheas Schulter, dass die zierliche Frau ins Wanken geriet. Die leichte Plastikgieß
„Ich werde wieder heiraten“, sagte Daven. „Und ich sage es nur einmal. Ich werde dich nicht um Erlaubnis bitten.“Er setzte seine Kaffeetasse mit einem harten Klirren ab – und beendete damit ein Frühstück, das er nicht einmal berührt hatte.Althea stand reglos neben dem langen Esstisch aus weißem







