LOGINLydia blinzelte und versuchte noch immer, ihren Atem zu beruhigen. „Was ...“Cale senkte erneut den Kopf und küsste Lydia diesmal sanfter auf den Mundwinkel. Der Kuss war zarter, brachte sie aber auf seltsame Weise noch mehr aus der Fassung. „Warum musst du heute Abend auch so schön aussehen?“, fuhr Cale leise fort.Lydia entfuhr ein kleines Lachen, doch ihr Herzschlag war alles andere als ruhig. „Das ist doch kein Grund ...“Cale ließ Lydia nicht ausreden.Ein weiterer Kuss folgte – kürzer, aber lang genug, um Lydia einen Moment aus der Fassung zu bringen. Unbewusst wurde Lydias Griff fester. Nicht mehr, um Cale wegzudrücken, sondern um seinem Rhythmus zu folgen.„Cale ...“ Lydias Stimme wurde weicher, klang nicht mehr nur nach Protest.Ein leiser Signalton erklang, die Aufzugtüren glitten auf. Doch Cale machte keine Anstalten, Lydia abzusetzen.Cale trat mit Lydia in den Armen hinaus, ganz selbstverständlich. Ruhig und ohne Eile ging er den stillen Hotelflur entlang, während s
Die Stimmung war noch immer ausgelassen, als an einer Ecke des Tisches erneut Gelächter ausbrach. Gläser wurden gehoben, Gespräche gingen durcheinander, und die leise Musik in der Luft ließ den Abend noch lebendiger wirken. Lydia stand mitten unter den Gästen und ging hin und wieder auf Felicias und Karinas Neckereien ein. Nicht weit entfernt unterhielt Daven sich noch immer ungezwungen mit Daniel.Und mittendrin stand Cale auf.Cale machte keine große Ankündigung, seine Miene blieb unverändert. Er erhob sich einfach ... und schon zog er wie selbstverständlich die Aufmerksamkeit auf sich.„Ich denke“, sagte Cale gleichmütig, „ich sollte jetzt auf mein Zimmer gehen – mit meiner Frau.“Die letzten beiden Worte betonte Cale ein wenig.Mehrere Gäste drehten gleichzeitig die Köpfe.Chris, der entspannt dasaß, schnaubte leise. Ein schiefes Lächeln breitete sich ungehindert auf seinem Gesicht aus. „Na so was ... so eilig? Ich habe gedacht, du bleibst aus Höflichkeit wenigstens ein bissc
Hinter Riana trat Daniel näher. Seine ruhige, selbstverständliche Autorität war auch ohne große Worte spürbar. Daniel nickte Lydia leicht zu.„Du hast ihn dazu gebracht, sich festzulegen, Lydia“, sagte Daniel schlicht. Und irgendwie genügte das vollkommen.Chris trat neben sie und schob die Hände in die Hosentaschen. Sein Gesichtsausdruck war entspannt und amüsiert. „Immer noch seltsam, ihn tatsächlich verheiratet zu sehen.“„Chris“, mahnte Riana, doch in ihrer Stimme lag keine wirkliche Strenge.„Ich bin nur ehrlich“, gab Chris gelassen zurück und sah Lydia an. „Aber ... ich freue mich. Auch wenn ich mich erst daran gewöhnen muss, dass er nicht mehr bei uns im Haus ist.“„Cale ist doch ohnehin kaum zu Hause“, entgegnete Riana mit einem leisen Schnauben. „Er ist ständig unterwegs. Und seine Ausrede ist immer dieselbe: Arbeit.“Rianas Bemerkung brachte alle um Cale und Lydia herum zum Lachen. Cale machte sich nicht die Mühe, das zu bestreiten. Schließlich entsprach es der Wahrheit
Es waren schlichte Worte, kaum mehr als ein Flüstern. Doch gerade das verlieh ihnen noch mehr Gewicht.Lydia und Eli sahen einander in die Augen.Zum ersten Mal an diesem Abend sah Lydia mehr als nur eine Jugendliche vor sich. Sie sah einen Menschen, der es gewohnt war, immer ein wenig abseits zu stehen und darauf zu achten, möglichst wenig Raum einzunehmen.Lydias Lächeln wurde weicher, wärmer, sanfter. „Danke, Eli“, sagte sie und nahm Elis Hand. Der feste, beruhigende Griff gab Eli Halt.Diese schlichte Geste zeigte Eli, dass sie willkommen war, und erfüllte sie mit stiller Freude. Nach einem Moment ging Eli zu dem Tisch, an dem Althea saß, und setzte sich in ihre Nähe. Josh und Grace saßen ebenfalls dort.Kaum saß Grace, galt ihre ganze Aufmerksamkeit dem Essen auf dem Tisch. Vor allem dem Schokoladenpudding, den sie so liebte. Graces Augen leuchteten vor Begeisterung. „Darf ich davon probieren, Mama?“Noch bevor Althea antworten konnte, mischte Cale sich ein und nahm neben ih
Für das Leuchten in ihren Augen. Für das Glück, das ihr so deutlich ins Gesicht geschrieben stand.„Dir gefällt es doch, oder?“, murmelte Cale. Seine Finger strichen sanft über Lydias gerötete Wange.Lydia schob die Unterlippe ein wenig vor. „Ja ... aber bei dir klingt es nicht so.“„So etwas habe ich gar nicht gesagt. Warum legst du mir Worte in den Mund?“Lydia verzichtete darauf, zu widersprechen, und lächelte stattdessen nur. Zum ersten Mal an diesem Abend bemerkte Cale etwas an ihr, das in ihm den Wunsch weckte, noch länger zu verweilen. Cale wollte sie einfach weiter ansehen, den Blick nicht mehr von ihr lösen.„Zumindest“, fügte Cale nun leiser hinzu, „möchte ich, dass du so bleibst.“„Wie denn?“Cale antwortete nicht sofort. Sein Blick senkte sich ein wenig, während er Lydias Gesicht betrachtete. Cale schien sich jeden Zug einprägen zu wollen. Vielleicht vergewisserte er sich auch nur, dass all das wirklich geschah.„Glücklich.“Nur ein Wort. Nüchtern. Fast ausdruckslo
Die Hängelampen tauchten jeden Winkel des Gartens in warmes, weiches Licht. Weiße und hellblaue Blumen verwandelten ihn in ein einziges Blütenmeer.Für Lydia war dieser Abend so schön, dass sie ihn kaum fassen konnte. Beinahe unwirklich. Wie ein Traum, den sie mit einem einzigen Blinzeln zu verscheuchen fürchtete.Dass ausgerechnet Cale sich so etwas einfallen ließ ... Du lieber Himmel.Am liebsten hätte Lydia vor lauter überschäumender Freude laut aufgeschrien. Denn all das ... wirklich all das ... war Cales Idee.Die ihres Mannes.Lydia zwang sich, mitten im Garten stillzustehen. Für die Zeit vor der eigentlichen Feier fiel ihre Wahl auf ein schlichtes Kleid. Jetzt krallten sich Lydias Finger seitlich in den Stoff und verrieten die Unruhe hinter ihrer mühsam bewahrten Fassung. Auf so etwas war sie überhaupt nicht vorbereitet.„Ich habe gesagt, du sollst noch nicht hinsehen!“ Hinter Lydia erklang Felicias helle Stimme, gefolgt von Karinas leisem Lachen.„Ich sehe doch gar nicht
„Ich werde wieder heiraten“, sagte Daven. „Und ich sage es nur einmal. Ich werde dich nicht um Erlaubnis bitten.“Er setzte seine Kaffeetasse mit einem harten Klirren ab – und beendete damit ein Frühstück, das er nicht einmal berührt hatte.Althea stand reglos neben dem langen Esstisch aus weißem
„Ich finde, diese Krawatte passt dir am besten.“Althea suchte eine aus Davens großer Sammlung heraus. Sie wusste, dass er ihre Nähe nur ertrug, aber sie verdrängte die Scham. Was sie sich vorgenommen hatte, musste funktionieren – zumindest bis der Monat vorbei war.Danach würden sich ihre Wege en
„Sag mal … bist du völlig verrückt geworden?“Althea verstand nur zu gut, warum ihre beste Freundin so reagierte, mit einem Gesichtsausdruck, der vor blanker Fassungslosigkeit förmlich erstarrte. Sie hatte Lydia alles erzählt – und obwohl keine einzige Träne gefallen war, wusste Lydia genau, wie ti
Es wäre gelogen zu behaupten, dass es Althea nicht verletzen würde. Und es wäre scheinheilig zu behaupten, sie sei nicht traurig oder enttäuscht. Aber … was hätte sie tun können? Nichts konnte diesen Lauf der Dinge aufhalten. Nicht einmal der Mann, auf den sie einst zu vertrauen glaubte, war auf ihr







