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VERONICA

Author: STEAMY WRIITE
last update publish date: 2026-08-20 19:06:36

„Ich fasst es echt nicht, wie wir in Schubladen gesteckt werden: Rush ist der Bad Boy, Caspian der Sensible, du der Anführer und ich der Pausenclown!“, wirft Zeke genervt die Hände in die Luft.

„Wieso ist Slate bitte der Anführer? Ich bin hier schließlich der Frontmann!“, schaltet sich Rush sofort ein.

„Du bist vielleicht wegen deines Talents der Frontmann, aber was die Gruppendynamik angeht, ist Slate einfach verantwortungsbewusster und hat seinen Kopf am rechten Fleck. Du zeigst der Welt doch viel zu gerne, wie launisch du bist und dass du nur deinen Spaß willst“, entgegnet Caspian gelassen.

Rush schnaubt beleidigt. „Ich kann verantwortungsbewusst sein!“, führt er sich auf wie ein Fünfjähriger.

„Versuch’s einfach mal, vielleicht ändern sie dann ihre Meinung“, lacht Zeke.

„Dafür habe ich viel zu gerne Spaß. Die Leute erwarten doch geradezu von mir, dass ich Mist baue – das hält mich überhaupt erst interessant“, grinst Rush diebisch.

„Wir kommen vom Thema ab“, lenke ich ein. „Jeder hält bitte Abstand und tut absolut nichts, was ihr unangenehm sein könnte – wie ihr zum Beispiel bis ins Badezimmer zu folgen.“ Ich schieße Rush einen knackigen Blick zu, der sofort auf völlig überrascht macht.

„Das ist ein einziges Mal passiert!“

„Einmal ist einmal zu viel“, warne ich ihn streng. „Kapiert? Gut. Sind wir bereit für die Show heute Abend?“, wechsle ich das Thema.

„Und was ist, wenn sie einen von uns will? Ganz ohne dass wir nachhelfen – wenn sie einfach von selbst auf uns zukommt?“, hakt Rush nach.

Ich muss kurz darüber nachdenken. Ich weiß genau: Wenn sie etwas mit Rush oder einem der anderen anfinge, wäre ich verdammt eifersüchtig. Eifersüchtig darauf, dass sie sie berühren und mit ihr zusammen sein dürfen. Aber ich kann ihr nicht vorschreiben, wen sie zu wollen hat. Wenn sie wirklich von sich aus zu einem von uns kommt, würde ich mich für ihn freuen.

„Wenn sie ganz von allein zu dir kommt – ohne irgendwelche Spielchen –, dann ist das in Ordnung. Aber keine Tricks, keine fiesen Maschen. Es müssen völlig natürliche Gefühle sein, die sie von sich aus vertiefen will“, schärfe ich jedem von ihnen ein und fixiere Rush mit einem unmissverständlichen Blick.

Ich laufe durch meine Playlist auf dem Handy und lande bei Celine Dions „A New Day Has Come“. Ich summe die Melodie mit, habe die Augen geschlossen und entspanne mich. Ich habe die Musik so laut aufgedreht, wie es nur geht, sodass die Bässe und Textzeilen durch meinen ganzen Körper vibrieren.

Ich liebe Powerballaden einfach abgöttisch.

Ich fange gerade an, aus voller Kehle mitzusingen, als ich spüre, wie meine Matratze leicht einsinkt. Ich schlage die Augen auf und sehe Rush auf der Bettkante sitzen. Er beobachtet mich aufmerksam, während sich seine Lippen bewegen. Ich ziehe mir die Kopfhörer aus den Ohren – und stelle fest, dass er den Song perfekt mitsingt. Seine Stimme hat eine beinahe hypnotisierende Wirkung auf mich. Er singt einfach weiter, und ich starre ihn wie gebannt an.

Als er aufhört, blickt er mich schweigend an.

„Das war … wunderschön. Ich fass es gar nicht, dass du das Lied kennst – das ist nicht gerade besonders männlich“, lächle ich sanft.

„Wenn man schon so lange auf dieser Welt ist wie ich, sieht man die Musik im ständigen Wandel. Man lernt, allem eine Chance zu geben. Außerdem hat Celine eine gewaltige Stimme – ihre Songs gehen einfach direkt unter die Haut.“

„Oh mein Gott, ganz genau! Deshalb liebe ich diese Art von Musik so sehr. Sie trifft einen einfach viel intensiver.“

„Ich wollte dich übrigens nicht stören. Ich habe geklopft, aber du hast mich wohl nicht gehört“, deutet er schmunzelnd auf meine Kopfhörer. „Ich wollte dir nur Bescheid sagen, dass wir angekommen sind, falls du dir ein bisschen die Beine vertreten und deine Sachen holen willst.“

Oh mein Gott, meine Sachen!

Unterwäsche!

Schon verrückt, was für alltägliche Dinge man sonst als völlig selbstverständlich ansieht. „Vielen, vielen Dank!“, krabbele ich sofort vom Bett.

„Ich glaube, du solltest vorsichtshalber direkt ein paar deiner Klamotten hier im Bus lassen. Falls du aus irgendeinem Grund mal wieder hier feststeckst, musst du das ganze Drama nicht noch einmal durchmachen, oder?“, versucht er zwar ernst zu klingen, aber ich sehe das neckische Funkeln in seinen Augen ganz genau.

„Das werde ich definitiv tun.“ Ich verlasse das Zimmer und jogge schnellen Schrittes durch den Bus. Als ich ins Freie trete, ist die Sonne draußen bereits komplett untergegangen.

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