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Kapitel 6

작가: Lola
Laura schlug die Augen nieder.

Sie war seit sieben Jahren mit ihm verheiratet, und es war das erste Mal, dass Julian sich an ihren Geburtstag erinnerte.

„Das ist nicht nötig.“

Laura blickte zu ihm auf. Die Bewegung in ihrem Herzen verebbte schnell. „An dem Tag hast du doch dieses Projektgespräch, oder? Die Firmenangelegenheiten sind wichtiger.“

Als sie Julian damals geheiratet hatte, hatte sie wegen ihres Geburtstags auch einmal mit ihm geschmollt und gestritten.

Doch dann war seine Kälte und Gleichgültigkeit immer deutlicher geworden. Was anfangs bei Laura noch sehnsüchtige Erwartung war, wurde schließlich zu Gleichgültigkeit..

So sehr, dass sie in diesem Moment, als Julian ihren Geburtstag erwähnte, abgesehen von einem kurzen Aufblitzen der Überraschung, nicht die leiseste Regung mehr spürte.

Julians Blick verweilte auf ihr. Irgendetwas schien anders, nicht stimmig.

Es war selten, dass sie so verständnisvoll war.

Früher hätte sie wohl nach außen hin Gleichgültigkeit gezeigt,

während sich in ihren Augen heimlich funkelnde Vorfreude verbarg.

Bei dem Gedanken an all die Jahre der Vernachlässigung und Kühle ihr gegenüber, und an die Worte seines Freundes und des Großvaters, wurde sein Blick merklich sanfter.

„Macht nichts“, sagte er, seine Stimme war ruhig und tief. „Ich bin an dem Tag früh fertig. Du wolltest doch schon immer mal ein Feuerwerk sehen? Fabian und ich könnten mit dir aufs Land fahren, um welches anzuschauen.“

Fabian dachte an das, was im Krankenhaus gesagt worden war, und sein Blick fiel auf die Wunden an Lauras Körper. Plötzlich überkam ihn ein seltsames Gefühl aus Schuld und Verlegenheit.

Mama kam in jeder Hinsicht nicht an Frau Schuster heran.

Aber sie war trotzdem seine Mama.

Wenn Mama nicht mehr böse war, konnte sie ihm wieder Frühstück machen und ihn beim Klavierüben begleiten.

„Papa hat recht. Ich und Papa können mit dir zusammen deinen Geburtstag feiern“, plapperte Fabian rasch, während er an Lauras Kleidung zupfte.

Laura sah ihren sonst so kühlen Sohn an, der sich nun seltsam trotzig und doch fügsam zeigte. Doch in ihr regte sich keine Freude.

Früher hätte sie sich wahrscheinlich ein kleines Fünkchen Hoffnung bewahrt.

Aber jetzt war ihr klar:

Die von Mann und Sohn ihr geschenkte Zuwendung kam nie an die ehrliche Zuneigung heran, die sie beide für Frieda empfanden.

Und sie war auch längst über die Zeit hinaus, in der sie ihre Liebe gebraucht hätte.

Doch Laura lehnte nicht ab.

„Gut“, sagte sie langsam und hielt Julians Blick aus.

Wenn Julian darauf bestand, dann sollte dieser Geburtstag eben ihr letzter Abschied von ihnen beiden sein.

Lauras Verletzungen waren nicht schwer.

Doch die Schürfwunden am Bein machten Bewegungen immer noch unbequem.

Am Abend kehrten alle drei gemeinsam nach Hause zurück.

Fabian war zwar noch klein, aber von jeher selbstständig. Nach dem Essen ging er brav in sein eigenes Zimmer.

Julian hingegen verhielt sich untypisch und begab sich nicht in das Gästezimmer.

Etwas verwundert sah Laura ihn verdutzt an.

„Willst du… heute Nacht hier bleiben?“

Ihre Stimme war völlig gefühllos. Seine Abneigung und Kälte ihr gegenüber kannte sie nur zu gut.

Und in Anbetracht ihrer Ablehnung in den letzten Tagen glaubte sie nicht, dass Julian bleiben würde.

„Du bist am Bein verletzt. Allein ist es für dich unpraktisch.“

Als er ihr Zögern sah, musterte der Mann ihre Wunden, und seine Lippen zuckte leicht. „Keine Sorge. Ich werde eine Verletzte nicht belästigen.“

Laura verstand nicht, warum Julian plötzlich seine Haltung änderte.

Aber sie fand keinen wirklichen Grund zur Ablehnung, schluckte ihre Worte hinunter und nickte langsam.

„Dann… ich gehe erst mal duschen.“

Da die seltsam ruhige Stimmung zwischen ihnen irgendwie unbehaglich war, ergriff Laura die Initiative.

Sie humpelte ins Badezimmer, ihr Rücken wirkte fast wie eine panische Flucht.

Julian betrachtete ihre Silhouette. Sein gewöhnlich so kaltes und ausdrucksloses Gesicht entspannte sich leicht, seine schmalen Lippen wölbten sich ein wenig nach oben.

Wenn sie damals, bei dieser Sache im Hotel, wirklich nichts damit zu tun gehabt hatte…

Dann könnten sie vielleicht noch einmal ganz neu anfangen.

Von Julians Gedanken hatte Laura keine Ahnung.

Dass Julian seine übliche Kühle ablegte, hätte sie eigentlich freuen müssen. Doch im Moment konnte sie ihr eigenes Gefühl nicht genau benennen.

Sie war nach wie vor überzeugt, dass Liebe etwas Exklusives war, das keinen Dritten duldete.

Sie hatte sich so viele Jahre bemüht, und Julian liebte nach wie vor Frieda.

Also gab sie ihnen den Weg frei.

Was also sollte diese kleine Hoffnung, die er ihr jetzt ließ, noch für einen Sinn haben?

Vielleicht war sie zu unaufmerksam, vielleicht war der Boden auch einfach zu glatt.

Gerade als sie sich das Handtuch umgelegt hatte, rutschte Laura aus und fiel auf die feuchtkalten Fliesen.

Der Schmerz ließ sie scharf die Luft einziehen.

Das Geräusch im Bad erregte Julians Aufmerksamkeit. Vor der Tür erklang seine tiefe Stimme.

„Was ist los?“

Der Schmerz ließ Laura blass werden. Sie beherrschte sich und presste leise hervor: „Nichts. Ich bin nur hingefallen.“

Kaum waren die Worte gesprochen, wurde die Badezimmertür aufgerissen.

Julian beugte sich herab, untersuchte ihre Wunde und runzelte bei ihrem leichenblassen Gesicht die Stirn. „Tut es sehr weh?“

Laura schüttelte den Kopf, wollte gerade etwas sagen.

Im nächsten Moment hob Julian sie hoch.

Instinktiv wehrte sich Laura, doch an ihr Ohr drang sein leiser, bestimmter Ton.

„Beweg dich nicht.“

Der Schmerz raubte ihr die Kraft. Widerwillig ließ sie es zu, dass er sie zurück aufs Bett trug.

Julian musterte ihre Wunde, stellte fest, dass es nur oberflächliche Verletzungen waren, und seine Stirn glättete sich. „Nicht schlimm. Aber um eine Infektion zu vermeiden, hole ich dir die Tinktur zum Einreiben.“

Neue Wunden auf alten.

Laura nickte widerwillig.

Julian holte die Flasche mit der Jodtinktur und wollte gerade damit beginnen, als sein Blick an ihrem Bein hängenblieb.

Sie hatte nur ein Handtuch umgelegt.

Ihre Haut war weiß wie Porzellan, besonders ihre langen Beine, gerade und schlank, wirkten im Licht atemberaubend schön.

Zusammen mit ihrem feinen, aber kühlen Gesicht ergab das eine geradezu betörende Anziehungskraft.

Julian stockte einen Moment, sein Blick verdunkelte sich.

Als Laura sah, dass er sich nicht rührte, schien sie etwas zu ahnen. Sie nahm ihm instinktiv die Flasche ab.

„Ich mach das schon.“

Sie wusste, Julian mochte ihren Körper nicht berühren.

Damals, als Julian überzeugt war, sie habe es nur auf sein Bett abgesehen, hatte das bei ihm nur Abscheu und Abwehr hervorgerufen.

Natürlich wollte er sie nicht anfassen.

„Bleib still“, sagte Julian plötzlich. Mit einer Hand umfasste er ihr Schienbein, seine Stimme war ruhig, aber seine Haltung verriet Entschlossenheit.

Laura war verwirrt.

Doch schon hatte der Mann etwas von der Tinktur genommen und begann, sie behutsam zu verreiben.

Die Flüssigkeit war kühl. Laura biss sich auf die Lippe und runzelte leicht die Stirn, um den Schmerz zu ertragen.

Julian verrieb die Tinktur sorgfältig. Nach einer Weile hörte er auf und wollte die Flasche weglegen.

„Die Schürfwunden am Bein sind tief. Lass die nächsten zwei Tage kein Wasser dran“, sagte er mit seiner tiefen Stimme.

Doch als er den Kopf hob, fiel sein Blick auf Lauras zarte Gesichtszüge.

Das Licht im Zimmer war nicht grell.

Sie hatte die Augen gesenkt, ihre Wimpern waren lang, ihre leicht geöffneten Lippen wirkten üppig und feucht.

Ihre Gesichtszüge waren von bezaubernder Feinheit, und ihre mandelförmigen Augen strahlten eine unwiderstehliche Faszination aus.

Julian stockte.

Er hatte immer gewusst, dass Laura eine Schönheit war.

Doch jetzt wurde ihm zum ersten Mal bewusst, wie strahlend und hinreißend sie wirklich war.

Sie war seine Ehefrau.

Doch in diesen sieben Jahren hatte er sie kalt behandelt, sie abgelehnt, ihr nicht die geringste Chance gegeben, sich ihm zu nähern.

Vielleicht hatten sie wirklich zu viel verpasst.

„Laura…“, Julians Adamsapfel bewegte sich, und sein Blick war ungewohnt warm. „Damals, im Hotel, du…“

Er kam nicht weiter. Ein schrilles Klingeln seines Handys durchschnitt die vertraute Stille und Stimmung.

Laura warf einen Blick auf den Anrufer. Es war Frieda.

Sie sagte nichts.

Juliens Kreis war klein.

Nach Feierabend traute sich kaum jemand aus der Firma, ihn zu stören, und Freunde riefen selten so spät noch an.

Nur Frieda war die Ausnahme.

Julian runzelte die Stirn, ging aber trotzdem ran.

Kurz darauf verzog sich seine Stirn noch mehr, und er sagte nur: „Verstanden. Ich komme sofort.“

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