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Wie kann ich es vergessen

last update Tanggal publikasi: 2026-06-03 23:09:19

Elena

Finley war beim Football-Training. Mein Onkel und Tante hatten etwas zu erledigen, so war ich alleine zuhause. Meine Tante hatte mir gesagt, dass ich auf die Klingel aufpassen sollte, da sie Pakete erwartete und deswegen saß ich gedankenverloren auf den Treppenansatz und starrte das von Sienna handgemalte Acryl Gemälde an, dass vor mir an der Wand hing. Es war der Wasserfall von der Hanging trail lake zu sehen. Sie hatte es in der ersten Woche, in der sie hergezogen war gemalt und es war immer noch wunderschön.

Es klingelte und ich stand langsam auf. Meine Kleidung, die aus einem schwarzen T-shirt und Jogginghose bestand und meine unordentlichen Haare waren zum Wünschen übrig und ich hatte eigentlich nie darauf geachtet vor dem Paketboten toll auszusehen.

Ich öffnete die Tür und sah einen jungen Mann, er hatte strahlend blaue Augen und blondes Haar. Er sah mich freundlich an, er hielt einen Stoffbeutel, der schwer aussah. Er trug einen abgefranzte  Jeans und darauf ein Poloshirt.

„Ja?", fragte ich.

„Elena", meinte er und meine Augen wurden schmal. Er kam mir bekannt vor. Keine Frage, aber wer war er nun?

Es waren fast zehn Jahre vergangen, alle waren gewachsen. Zu erwarten, ich würde alle sofort wieder erkennen wäre ja völliger Schwachsinn.

„Liam", stellte er sich vor. Jetzt verdunkelte sich meine Sicht auch noch. Ich sah ihn überhaupt nicht freundlich an.

„Was kann ich für dich tun?", fragte ich so freundlich wie es nur ging und ja es war kein Stück freundlich.

„Ich wollte dir deine Schulbücher bringen", er hielt mir die Stofftüte hin.

„Sie ist sehr schwer. Soll ich sie auf die Treppen legen?"

Wiederwillig öffnete ich die Haustür und ließ ihn rein. Er war anscheinend schon mal hier, denn er wusste ganz genau, wo er hinmusste. Ich ließ die Haustür soweit es ging offen. Für alle Fälle. Er sah mich neutral an. „Mein aller herzlichstes Beileid, Elena. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie du dich fühlst. Du musstest dein altes Leben aufgeben. Es tut mir schrecklich leid."

Ich lächelte traurig. „Danke."

„Ich weiß nicht, ob der Zeitpunkt angemessen ist ...", fing er an. Sein großer breiter Körper kam ein paar Schritte auf mich zu und nun senkte er seinen Blick.

„Ich weiß nicht, ob es für dich eine Rolle spielt. Ich denke schon seit Jahren daran wie ich es tun soll und als du die Tür geöffnet hast und gemerkt hast, wer ich bin, war mir klar, dass ich es definitiv tun muss. Ich denke seit Jahren an den Vorfall und ich werde mich nicht rechtfertigen in dem ich sage, es war Gruppenzwang, doch wollte ich nie, dass es soweit kam. Meine Eltern haben mir das besser beigebracht, ich möchte mich aufrichtig entschuldigen dafür, was ich zugelassen habe damals. Es tut mir unendlich leid. Du musst mir nicht verzeihen, das erwarte ich überhaupt nicht, ich musste es nur einmal gesagt haben", meinte er aufrichtig. Ich sehe ich überrascht an.

„Du entschuldigst dich bei mir?", fragte ich unnötigerweise.

„Ja, das tue ich und ich weiß, dass vielleicht der eine oder andere dasselbe verspürt wie ich, aber kein Wort sagen wird, da es ihnen peinlich ist und deswegen kann es sein, dass einige sehr freundlich zu dir sein werden, da Sie Schuldgefühle haben, es aber nicht zugeben können."

Ich lächele. „Scheint als müsste ich mir keine Sorgen machen, zusammen geschlagen zu werden."

„Oh mein Gott, nein!", versicherte er mir. „Niemand wird derartiges tun. Das ist nach dem Vorfall nie wieder in dieser Stadt passiert. Das schwöre ich dir!"

Ich atmete erleichtert ein und aus.

„Ich werde auf dich aufpassen. Das ist das mindeste was ich tun kann ich schulde dir mein Leben lang was. Ich werde immer alles tun, was du willst!", meinte er aufrichtig.

„Alles?", fragte ich neugierig.

„Alles!"

„Wie wäre es ...", fing ich lächelnd an zu reden. „Wenn du mir hilfst, die ganzen Bücher hochzutragen?"

„Na klar!", meinte er und nahm direkt den ganzen Sack und stieg die Treppen hoch. Ich ließ die Tür einen Spalt offen stehen und folgte ihm.

„Ich hoffe dir gefällt die Farbe der Wand. Das war echt eine Diskussion."

Ich sah ihn überrascht an. „Hast du etwa geholfen?"

„Ja, Finley hätte das nicht alleine geschafft. Wir Nachbarjungs haben mitgeholfen. Ich habe geholfen dein Bett aufzubauen", er grinste mich an während er die Bücher ordentlich auf das Schreibtisch stapelte.

„Ich hatte mit Felix heute Morgen gesprochen. Ich nehme nämlich auch Finley, wenn wir zur selben Stunde Unterricht haben mit und das habe ich auch für dich angeboten. Wir haben den selben Stundenplan, ich kann dich jeden Tag mitnehmen. Felix meinte, er würde dich noch fragen, ob du ein eigenes Auto willst ..."

„Nein!", sagte ich sofort und sah ihn etwas schockiert an. Ich war selbst über meine Reaktion überrascht.

„Natürlich nicht", meinte er sanft. Er dachte wohl, ich wäre noch traumatisiert. Doch ich dachte über Mr. Greens Worte nach. Ich musste überall die Augen und Ohren offen halten und niemals alleine fahren. Das hatte ich mir vorgenommen. Es gab genug andere Arten mich umzubringen, aber ein Autounfall wo Finley bestimmt auch immer mitfuhr war gering.

Doch die Chance anders in einem Unfall verwickelt zu werden, war dann doch größer.

„Sehr lieb von dir", meinte ich.

„Ich gehe dann mal, ruh du dich aus. Ich werde hinter mir die Tür schließen", versicherte er mir und ließ mich allein. Wahrscheinlich sollte ich wirklich eine Runde schlafen. Wenn der Paketbote kam würde er mich mit den klingeln wecken.

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