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Was alles noch übrig war…

last update Tanggal publikasi: 2026-06-03 00:00:32

Elena

Ich saß einfach nur da. Eine Hülle aus Fleisch und Blut. Weinte stumme Tränen, während meine Freunde und Familie einfach nur um mich saß und kein Wort sagten. Gwen hatte ihre Hand auf meine gelegt und gab mir so emotional beistand.

Onkel Felix und Tante Sienna waren ebenfalls da und schienen bestürzt. Finley, mein 14 Jahre alter Cousin war nicht mitgekommen, aber er hatte angerufen und war auch sehr freundlich gewesen und meinte wir würden nun zusammen leben und er würde sich freuen mich wieder zu sehen.

Ich wollte nicht mitgehen. Auch Mr. Green, Mum und Dads Anwalt war da und versuchte überall mit zu helfen wo es nur ging. Momentan wurde meine Erziehungsberechtigung an meine Onkel und Tante überschrieben. Sie wollten mich sofort aufnehmen ohne mit den Wimpern zu zucken. Sie ließen sogar ein Konto für mich eröffnen, wo das Geld was meine Eltern im Falle das sie starben monatlich meinen Onkel zahlen wollten zu überweisen. Sie wollten es nicht. Sie meinten, ich wäre ihre Tochter und nicht nur Nichte. Sie kämen wie für Finley für mich auf. Ich sollte nur mitkommen. Nun das war der springende Punkt. Ich wollte nicht zurück nach Glenwood Springs ziehen. Colorado war seit langem kein Teil meines Lebens und das sollte so bleiben.

Ich stand auf, ließ Gwen, Cane und meine anderen Freunde im Wohnzimmer und ging in die Küche wo meine Onkel, Tante und Mr. Green saßen und weiteres besprachen.

„Natürlich hat sie auch ein Trustfond. Nun hat sie erst ab 21. einen Zugriff darauf, aber das wissen Sie ja. Finley hat ja auch eins."

Ich betrat die Küche und alle sahen auf. „Elena, Schätzchen. Komm setzt dich zu uns", meinte Sienna und schon den Stuhl neben sich nach hinten. „Ich möchte nicht mitgehen", meinte ich sofort.

Mein Onkel sah so aus als hätte er bereits geahnt, dass ich das sagen würde. Meine Tante hingegen sah mich lieb an. „Wie lange möchtest du den bleiben? Es lässt sich bestimmt einrichten, dass ich bei dir bleibe."

„Bis zum Abschluss, danach gehe ich wahrscheinlich auf ein College."

Meine Tante sah mich nun überrascht an. „Du willst überhaupt nicht mit uns mitgehen?", es schwang ein Hauch Verletztheit in ihrer Stimme, traurig war sie sowieso.

„Ich komme mit den Leuten dort nicht klar. Felix weiß das, ich weiß nicht, ob er dir das erzählt hat", meinte ich offen und ehrlich. Sie schüttelte den Kopf und sah ihren Mann an. „Elena, Schatz es hat sich alles geändert. Sowas wird nicht nochmal passieren", versicherte mir mein Onkel.

„Was ist denn passiert?", fragte Mr. Green.

„Sie wurde gemobbt und geschlagen, aber die Kinder haben ihre Lektion gelernt."

„Was? Wann ist das denn passiert?", fragte Sienna schockiert.

„Vier Jahre vor euer Ehe", meinte ich.

„Da hast du noch nicht mit mir gewohnt, du hattest mit Finley in Washington gelebt", fügte Felix hinzu.

„Das ist schrecklich. Was tun wir jetzt? Wir können das Kind doch nicht zum Kindheitstrauma zurücksetzten!"

Genau das war mein Punkt. Ich wollte nicht alles neu durchleben müssen. Es war schon einmal schlimm genug.

„Aber wir können ja auch nicht hierher ziehen. Wir haben gute Posten. Ich bin Professor am College und du bist die Assistentin der Bürgermeisterin. Wir können unsere Jobs nicht einfach aufgeben."

„Könnt ihr mich nicht hier lassen."

„Das dürfen Sie nicht", meinte Mr. Green und sah mich mitleidig an.

„Wir können dir einen Therapeuten suchen, der online mit dir spricht, wann immer du willst. Vielleicht wird es an der Zeit, auch diese Ängste für immer zu bearbeiten und sie loszuwerden", meinte er und sah mich fragend an.

„Mr. Camps ist mein Therapeut. Ich rede immer noch manchmal mit ihm. Ich könnte es versuchen. Ich möchte es aber nicht. Ich muss mein Leben hier aufgeben. Ich habe meine Freunde hier."

„Das verstehen wir, Liebes", meinte Sienna und legte ihre Hand auf meine.

„Mir ist klar wie schwer es ist. Ich bin selbst weggezogen für Felix. Ich weiß wie schwer das ist und für dich ist es noch schwieriger. Uns ist das alles klar, denk nicht wir verstehen das nicht", meinte sie sanft. Ich nickte ergeben.

„Was wenn es die Gesundheit gefährdet?", fragte Onkel Felix unseren Anwalt.

„Dann muss ich wohl ein Internat für Elena finden, aber das würde wahrscheinlich dazu führen, dass sie ihr Jahr wiederholen muss, Internate sehen es nicht gern mitten im Jahr jemanden aufzunehmen. Elena, was möchtest du?"

„Ich möchte es gerne erst mit der Familie versuchen", meinte ich ergeben. Ich will nicht weg von allen die ich liebe. Wenn ich schon von Gwen und Cane wegmusste, wollte ich jetzt nicht komplett alleine sein.

„Sehr gute Entscheidung, wir wissen wie schwer dir das fällt", meinte sie sanft.

„Ich bestehe immer noch darauf, dass ihr das Geld, was ihre Eltern für ihre Erziehung hinterlassen haben nutzt", meinte Mr. Green.

„Völliger quatsch", meinte Felix. „Wir haben mehr als genug. Elena wird es für ihre Zukunft brauchen. Außerdem muss dieses Haus auch verkauft werden", meinte mein Onkel.

„Ich werde mich darum kümmern. Das alles wird ins Fond gegeben."

Meine Tante nickte. „Ja, das wissen wir ja alles. Das gleiche hatten wir ja auch für Finley gedacht und wir haben ja ungefähr alle das gleiche Testament."

Mr. Green nickte. Wieso hatten meine Eltern und meine Onkel-Tante angst zu sterben? Soweit ich wusste, hatten Gwens Eltern kein Testament, aber meine Familie schon, so als hätten sie geahnt, das es jederzeit passieren könnte und auch während ich noch nicht volljährig war oder vielleicht Finley.

„Gibt es einen bestimmten Grund, wieso ihr Testamente habt?", fragte ich.

Sie schienen einen Moment nachzudenken und das ließ mich unwohl fühlen. Was lief hier?

„Nun Elena, du weißt ja, dass mein Dad früh verstarb", meinte Felix und sah mich halb lächelnd an.

„Wahrscheinlich haben wir einfach das Gefühl so früh wie möglich mit den Tod zu rechnen. Das ist wahrscheinlich ein Ding aus der Kindheit, dass wir mitgebracht haben in unser Erwachsenenleben."

Ohh ... das war wahrscheinlich mehr als nur verständlich.

„Das verstehe ich."

Vielleicht würde ich das auch so wollen. Immerhin hatte ich auch früh meine Eltern verloren. Ich war zwar nicht so jung wie Dad oder Felix damals, aber sehr erwachsen bin ich momentan auch nicht. Ich hatte mir eigentlich vieles vorgenommen für die Zukunft. Wir wollten diesen Sommer Urlaub außerhalb von den USA verbringen. Wir wollten irgendwann mal wandern gehen. Wir wollten so viel ... ich wollte so viel und nun war nichts mehr möglich.

„Aber mach dir keine Sorgen, Elena. Wir werden unser bestmögliches versuchen, damit es dir gut geht."

„Und ist das wirklich am wichtigsten. Hauptsache dir geht es gut", meinte auch Sienna sanft. Sie waren beide so lieb. Ich hoffte so sehr, dass es sich nicht änderte. Mr. Green stand auf. „Elena, gehen wir ein Stück?", fragte er mich höflich. Ich nickte, stand ebenfalls auf und folgte ihn nach draußen. Wir liefen ein Stück vom Haus weg und er blieb am Rand der Straße stehen. Weit genug weg, dass wenn auch jemand versucht uns zuzuhören, wir weit weg vom Haus waren.

„Du hast meine Nummer?", fragte er mich. Ich nickte sofort.

„Dein Onkel und Tante scheinen sehr nett und sie versichern mir auch das sie kein Erziehungsgeld wollen. Nun mein Problem ist, dass deine Eltern nicht grade arm waren. Dein Onkel und Tante sind das auch nicht, aber das Haus allein kostet schon um die Million Doller, Elena. Das ganze Geld bekommen deine Verwandten, falls dir was passiert und deswegen rate ich zur Vorsicht."

Ich starrte ihn geschockt an. „Was wollen Sie damit sagen?"

„Das der Autounfall kein Unfall war, Elena", meinte er als wäre es offensichtlich.

„Was?", hauche ich geschockt.

„Ich weiß überhaupt nicht wieso es so stark vertuscht wird, aber ein Augenzeuge bestätigte mir, dass ein anderes Auto ohne Kennzeichen deine Eltern eingeengt hat. So stark, dass es zu einem drastischen Unfall auf der Autobahn kam. Es ist Mord, Elena."

Ich schlug meine Hände vor dem Mund.

„Deine Verwandschaft hat wasserdichte Alibis. Sie waren auf einem Stadtfest eingeladen, wo die gesamte Familie, die ganze Nacht über war, dort wird anscheinend im Wald in Zelten geschlafen. Aber das heißt gar nichts und es kann alles bedeuten."

„Aber wieso sollte die Polizei das vertuschen oder die Stadt?"

„Das weiß ich nicht und ich kann dir das überhaupt nicht erklären. Aber ich will dich lebend sehen und glücklich. Dein Vater war ein sehr guter Freund", erklärte er mir.

„Also sollte ich doch zum Internat?"

„Das würde letztlich Aufmerksamkeit erregen. Man sollte seine Feinde immer im Auge behalten. Du solltest mitgehen und mich immer wieder anrufen. Solltest du irgendwas komisch finden ..."

Ich unterbrach ihn. „Wenn es wie ein Unfall aussehen soll, werde ich das nicht kommen sehen!"

Er nickte. „Ich kann nichts gegen deine Verwandten tun. Sie haben dein Sorgerecht."

„Mr. Green. Ich kann das nicht glauben. Mein Onkel und Tante sind toll!"

„Ich hoffe auch, dass das nicht stimmt, Elena. Ich hoffe, das auch."

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