LOGINLyra Cross wusste genau, was sie tat, als sie diesen Gang zum Altar entlangschritt. Killian Maddox zu heiraten war keine Liebe, es war Strategie. Ein Friedensvertrag in einer Lederjacke. Die Prinzessin der Crimson Fangs hatte nur eine Mission: die Iron Revenants zu infiltrieren, den Feind auszuspionieren und ihr Imperium von innen heraus niederzubrennen. Was sie nicht eingeplant hatte, war Dominic „Grave“ Maddox. Ihr neuer Schwiegervater. Zweiundvierzig. Milliardär. Biker-König. Auf jede erdenkliche Weise tödlich. Ein einziger Kuss von ihm, und die Mission begann zu zerfallen. Irgendwie durchschaute er ihre Lügen, riss ihre Mauern nieder und ließ sie vergessen, wer sie sein sollte. Die Art, wie er sie ansah, war nicht richtig … sie war sündhaft. Und wenn er sie berührte, fühlte es sich wie ein Krieg an, den sie nicht gewinnen wollte. Zu Hause warteten ihr Vater und ihr Biker-Freund Marcus auf das Signal. Sie glaubten, sie sei noch immer ihre Waffe. Doch Grave machte etwas völlig anderes aus ihr. Seine. Nun ist sie zwischen Blut und Verlangen, Rache und Sucht gefangen, denn der Mann, in den sie sich verliebt, ist nicht nur ihr Feind … er könnte das Monster sein, das ihre Mutter getötet hat. Wenn diese Wahrheit ans Licht kommt, wird sie nicht nur ihre verdrehte Verbindung zerstören. Sie wird einen Krieg entfachen, der nichts als Asche und Sünde zurücklässt.
View MoreLyra POV
Ich hätte nie gedacht, dass ich bei meiner eigenen Beerdigung Weiß tragen würde, aber genau so fühlte sich das an – eine Hochzeit, die als verdammte Beerdigung getarnt war.
Ich war dabei, in die Iron Revenants einzuheiraten, genau dieselben Bastarde, die meine Mutter sechs Fuß unter die Erde gebracht hatten. Sie waren meine Feinde, die Familie des Mannes, der den Abzug betätigt und meine Mutter im Dreck wie überfahrenes Wild verbluten lassen hatte.
Grave Maddox.
Ich war dreizehn gewesen, als sie ihren Körper zurückbrachten. Kaum ein Kind, aber alt genug, um die grausamen Einzelheiten zu begreifen. Sie hatte um Gnade gebettelt, aber er hatte keine gezeigt. Ein Schuss. Sauber und endgültig. Mein Vater erzählte die Geschichte so oft, dass sie sich in mein Innerstes eingebrannt hatte. Eine Gute-Nacht-Geschichte, getränkt in Blut.
Ich schwor an ihrem Grab, dass ich sie alle zu Asche verbrennen würde.
Und jetzt war ich hier, schritt einen mit Chrom und Rosen gesäumten Gang entlang, direkt in die Höhle des Löwen, mit einem Messer an meinem Oberschenkel und Rache, die sich wie eine Faust fest in meinem Bauch zusammenballte.
Das Aufheulen der Motorräder draußen dröhnte wie ein Herzschlag. Der Compound stank nach Öl, Leder, Zigarrenrauch und Geheimnissen. Tüll und Blumen hingen wie ein schlechter Scherz über Harley-Rahmen. Der Geruch von Benzin haftete an allem. Ich konnte nicht atmen, ohne Wut zu schmecken.
„Denk daran, was sie ihr angetan haben“, knurrte mein Vater, Vincent „Venom“ Kane, Präsident der Crimson Fangs, neben mir. Sein Griff um meinen Arm war fest und erdend. „Denk daran, warum du hier bist.“
„Ich habe es nicht vergessen“, flüsterte ich mit ruhiger Stimme.
Ich hatte für diesen Moment trainiert. Vor Spiegeln gelächelt, bis die Lügen wie die Wahrheit aussahen. Mit meiner Klinge unter meinem Kissen geschlafen und geschworen, die Kraft zu sein, die die Revenants von innen heraus zerstören würde.
Am Altar wartete er.
Killian Maddox. Mein zukünftiger Ehemann.
Gekleidet in einen schwarzen Anzug, mit breiten Schultern und zurückgekämmtem Haar. Seine tätowierten Knöchel spannten sich an seinen Seiten, als wäre er bereits bereit, sich zu prügeln.
Und verdammt soll ich sein … er sah gut aus. Gefährlich gut.
Die Art von Mann, die Mädchen mit Daddy-Problemen ihre Namen vergessen ließ. Grob geschnittene Kieferlinie. Augen wie Sünde, getaucht in Whiskey. Ein Grinsen, das Schmerz versprach, bevor es jemals Vergnügen anbot.
Aber ich wusste es besser. Dieses Gesicht war aus demselben Blutstamm gemeißelt, der meine Mutter ausgelöscht hatte.
Killian Maddox war der Teufel in Leder. Und ich war dabei, ihn zu heiraten.
„Du siehst nach Ärger aus“, flüsterte er, als ich ihn erreichte.
„Du hast keine Ahnung“, antwortete ich, das Lächeln, das ich ihm schenkte, an den Rändern geschärft.
Er lachte leise und langsam, als würde er das Gift unter der Spitze der Spitze nicht sehen. Sein Atem roch nach erstklassigem Whiskey, und ich fragte mich, ob er halb betrunken oder einfach von Natur aus rücksichtslos war.
Der MC-Kaplan, von Hals bis Handgelenk tätowiert und mit Augen, die die Hölle gesehen zu haben schienen, trat vor. Er begann, die Gelübde zu rezitieren, aber die Worte verschwammen alle zu Hintergrundgeräuschen.
Meine Augen glitten durch die Menge.
Crimson Fangs auf der linken Seite. Iron Revenants auf der rechten. Lederwesten. Harte Blicke. Niemand vertraute irgendjemandem.
Und irgendwo in diesem Meer aus Bikern beobachtete Marcus mich.
Marcus, der Junge, der meine blauen Flecken geküsst und meine Waffe geladen hatte. Mein Partner bis zum Tod. Der Einzige, der den vollständigen Plan kannte.
„Das ist der einzige Weg hinein, Baby“, hatte er gesagt und seine Stirn gegen meine gedrückt. „Komm ihm nahe. Richtig nahe. Wenn du deine Chance siehst, schlag zu. Ich werde hier sein, wenn sich der Rauch legt.“
Ich holte tief Luft und klammerte mich an seine Worte, als wären sie meine einzige Hoffnung.
Aber als ich die Menge nach dem Mann absuchte, für den ich wirklich gekommen war, zog sich mein Magen zusammen.
Dominic „Grave“ Maddox. Das Monster, das meine Welt zerstört hatte.
Er war nicht hier.
„Wo ist dein alter Herr?“, fragte ich Killian und hielt meine Stimme leise und ruhig, während der Kaplan einen Moment innehielt, um Luft zu holen.
Er zuckte mit den Schultern. „Geschäftlich in Phoenix. In ein paar Tagen zurück.“
Einfach so. Keine Schuld. Kein Zögern.
„Mach dir keine Sorgen, Schätzchen“, fügte Killian mit einem Grinsen hinzu. „Du wirst ihn schon sehr bald kennenlernen.“
Meine Finger juckten in diesem Moment nach dem Messer unter meinem Kleid.
Ich hatte mich jahrelang auf diese Konfrontation vorbereitet. Geübt, wie ich ihm in die Augen sehen würde, ohne zu blinzeln, ohne zu schreien, ohne ihm auf Anhieb eine Klinge durch die Brust zu treiben.
Jetzt musste ich warten.
Na gut.
Lass ihn nach Hause kommen, um die Hölle zu erleben.
Die Stimme des Kaplans erhob sich wieder. „Lyra Cross, nimmst du Killian Maddox zu deinem rechtmäßig angetrauten Ehemann, ihn zu haben und zu halten, in guten wie in schlechten Zeiten, in Reichtum und Armut, in Krankheit und Gesundheit, bis dass der Tod euch scheidet?“
„Bis dass der Tod uns scheidet.“ Wie passend.
Ich starrte in Killians Augen – rauchig, unlesbar – und lächelte.
„Ich will.“
Seine Lippen zuckten. Nicht überrascht. Nicht bewegt. Einfach … amüsiert.
Der Ring, den er mir an den Finger schob, funkelte wie eine große, kalte Sünde.
„Und nimmst du, Killian Maddox …“
„Ich will“, sagte er, bevor der Kaplan den Satz beenden konnte, ohne den Blick von mir abzuwenden.
Die Menge brach in Applaus aus, die Atmosphäre angespannt und leer.
Killian legte einen Arm um meine Taille. Sein Griff war stark, besitzergreifend. Er beugte sich vor, als würde er mich jetzt besitzen.
„Meine Damen und Herren“, verkündete er der Menge, seine Stimme selbstgefällig, „ich gebe euch meine Frau. Lyra Maddox.“
Der Name hinterließ einen bitteren Geschmack in meinem Mund, wie Rost.
Ich hob meine Hand, lächelte für die Geier und spielte die perfekte kleine Braut, während wir uns auf den Weg ins Clubhaus machten, wo Champagner floss und Zigarren brannten, um zu feiern.
Ich fing den Blick meines Vaters auf der anderen Seite des Raumes auf. Er nickte mir zu, was sagte, dass Phase eins abgeschlossen war.
Sie dachten, sie hätten heute einen Bauern geheiratet. Aber ich war nie ein Bauer.
Ich war die verdammte Königin, und sie hatten mir gerade einen Platz in der ersten Reihe bei ihrer eigenen Zerstörung gegeben.
Das hier war keine einfache Hochzeit; es war ein Blutpakt, der darauf wartete, gebrochen zu werden.
Und in dem Moment, in dem Grave Maddox durch diese Tür kam …
würde ich dem Teufel mit denselben Händen, die den Ring seines Sohnes trugen, die Kehle aufschlitzen.
Lyra’s POVIch spürte seinen anhaltenden Blick. Die Art, wie diese Augenpaare in meinen Rücken bohrten und nach meiner eigenen Seele suchten.Wie man es von einem Maddox erwarten würde … einem Killer und Mörder. Ich hätte nichts anderes erwartet.Ich erblickte etwas. Ein Gebäude.Hier gab es viele Gebäude, aber dieses bestimmte war in verschiedenen Farben gestrichen.Ich ging darauf zu, meine Schritte berechnet.Ich stieß die Tür auf, dann verdunkelte sich mein Gesichtsausdruck.Killian … ausgestreckt auf dem Bett am äußersten Ende wie ein erschöpftes Gelee …Nun, außer dass er dieses Mal keine Löcher fickte und keine Eingeweide vergoss …Er erblickte sie und zwang seinen Körper hoch.Ich kniff die Augen zusammen, mein Blick verweilte auf seinen Bizeps, glitt zu seiner Brust und dann zu seinem Gesicht – was für eine Verschwendung von Schönheit.„Was machst du hier?“, fragte er, seine Stimme kalt, sein Gesicht angespannt.Ich spottete innerlich.„Misserfolg hat einen Geruch. Ich bin ih
Graves POVEs sah nicht echt aus, aber es geschah trotzdem. Ich beobachtete, wie sie ihre Hüften kreisen ließ, Brüste prall, Lippen rosig. Keine Verteidigung, nur sie – uns.„Lyra“, stöhnte ich, die Stimme von Verlangen durchzogen.Es klang nicht nach mir. Klang wie ein Fremder, aber ich kannte meine Stimme.Sie trug ein enges blaues Kleid, nichts darunter. Nur ihre hervorstehenden Brüste, feste Titten, die einen guten Geschmack versprachen, und ein kurvenreicher Körper.Köstlich!Ein Anblick, der sich lohnte. Sie warf ihre Beine gegen das Bett, griff nach einem Glas Wasser und goss die kalte Flüssigkeit über ihren Körper.Mein gesamter Körper wurde in Feuer getaucht, als mein bereits harter Schwanz sich noch mehr verspannte.Verdammt! Warum war mein Schwanz hart für die Frau meines Sohnes?Dann grinste sie, ihre feurigen Augen ersetzt durch einen warmen Blick.Ein Blick, der sich so unwirklich anfühlte, und doch – surreal.Sie beugte sich hinab, den Blick auf mich gerichtet. Wie sehr
Graves POVSie gehörte jetzt mir. Die feurig grünäugige Prinzessin, Schattierungen von Auburn-Haaren, die wunderschöne Geheimnisse und tödliche Versprechen flüsterten.Meine, um sie zu haben … meine, um sie zu beschützen.„Du wusstest es, nicht wahr?“ fragte sie, die Hände zu Fäusten geballt.Ich lächelte – nur eine leichte Bewegung am Rand meiner Lippen. Ich atmete aus, nicht vor Erschöpfung, es war interessant.„Natürlich weiß ich es … dass du gut geschlafen hast“, ließ ich fallen und beobachtete, wie ihr Gesichtsausdruck härter wurde.Sie sah nicht wie das Mädchen aus, das ich gestern getroffen hatte. Nun, abgesehen von den grünen Augen und den Auburn-Haaren, wirkte sie anders. Als wäre sie bereit, sich auf mich zu stürzen und mir die Kehle in zwei Hälften zu schneiden.Wie von einer Crimson-Fang-Prinzessin zu erwarten. Ich wäre enttäuscht gewesen, wenn sie weniger gewesen wäre als das, was sie ausstrahlte.Sie lächelte … langsam, als würde sie auf Wirkung warten, dann sah sie auf
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