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Das Messer, das nicht fallen wollte

Author: Author Jerry
last update publish date: 2026-08-12 00:15:28

Isabella POV

Mein Herz hämmerte mir gegen die Rippen. "Du… wirst es tun?“

Dante hielt inne, die Hand noch am Türknauf, und sah mich an. Seine stechend blauen Augen waren undurchschaubar. "Ich hab’s dir doch schon gesagt, Isabella. Es spielt keine Rolle, dass ich dich respektiere. Es spielt keine Rolle, dass ich mich zu dir hingezogen fühle.“

Seine Stimme war ruhig, zu ruhig.  "Das hier ist wichtiger als wir beide. Ich werde dich töten. Und ich werde deswegen nicht schlaflose Nächte haben.“

Als sich die Tür wieder öffnete, stand er da, in denselben Kleidern, seine Ausstrahlung düsterer als zuvor. Ich blieb auf dem Bett liegen, unfähig mich zu bewegen.

"Wir können das auf die einfache Art machen“, sagte er emotionslos, "oder auf die harte.“ Ein Schauer durchfuhr mich.

Meine Zeit war abgelaufen. Keine Rettung. Kein Wunder. Meine Familie wusste nicht einmal, dass ich vermisst war. Meine Mutter würde zerbrechen.

Mein Vater … ich hatte ihn noch nie weinen sehen, aber er würde es. Ich wollte nicht um mein Leben flehen, sondern darum, ihnen den Schmerz zu ersparen. "Wie?“ Meine Kehle schnürte sich zu. "Wie willst du das anstellen?“

Er trat ins Zimmer, sein Blick leer. Es ist besser, wenn du es nicht weißt. Mein Atem ging schneller. Mir wurde übel. Ich zog die Knie an die Brust, aber es half nichts.

Dante kam auf mich zu, riesig, unaufhaltsam, doppelt so groß wie ich. Ich hatte versucht, mich zu wehren, seit er mich gefangen genommen hatte, und jeder Versuch war gescheitert. Er beugte sich zu mir herunter und schob seine Arme unter mich. Und ich ließ es zu.

Er trug mich mühelos, einen Arm unter meinen Knien, den anderen auf meinem Rücken. Ich schlang meine Arme um seinen Hals und presste mein Gesicht an seine Schulter, blendete alles andere aus.

Ich klammerte mich an den Mann, der mich töten wollte. Es war Wahnsinn. Aber Angst lässt einen nach allem greifen, was sich warm anfühlt.

Er brachte mich nach unten in einen Raum, der mit blauen Plastikplanen ausgelegt war. In der Ecke stand eine Kamera. Ein Leichensack wartete an der Seite. Mein Zittern wurde schlimmer.

Er stellte mich auf die Füße und zog mir das Shirt über den Kopf. Ich wehrte mich nicht. Er öffnete meinen BH, sein Blick verweilte auf meiner nackten Brust, betrachtete meine olivfarbene Haut, als wolle er sich jeden Zentimeter einprägen.

Sein Blick wanderte meinen Hals hinab, über mein Schlüsselbein, meinen Bauch, bevor er meine Jeans aufknöpfte. Er kniete sich hin und zog sie mir von den Beinen.

Er verharrte einen Moment. Seine Hände umfassten meine Hüften. Sein Gesicht schmiegte sich an meinen Bauch. Wärme ging von ihm aus. Er drückte mir einen sanften Kuss auf den Unterbauch, zog mir dann den String herunter und küsste meine Oberschenkel, bis die Spitze meine Knöchel berührte. So würde ich sterben. Nackt. Allein. Verängstigt. Ich hatte Besseres verdient.

Dante behielt den Slip und steckte ihn ein – etwas, das er behalten wollte, sobald ich weg war.  "Auf die Knie.“ Seine Stimme war hart geworden, ohne die seltsame Zärtlichkeit von vor ein paar Sekunden. Ich blieb stehen. Seine Augen verfinsterten sich.

"Frag mich nicht noch einmal.“ Ich schluckte schwer und sank langsam auf die Knie. Er ging hinter mich und fesselte meine Handgelenke mit Kabelbindern. Innerhalb von Sekunden war ich gefesselt, hilflos und kniete auf der Plastikplane, die zum Auffangen meines Blutes ausgelegt war. Er ging zur Kamera.

Ich raffte mich zusammen, ein letztes Mal. "Nimm mich stattdessen.“ Meine Stimme zitterte, aber ich brachte sie hervor. "Ich weiß, du willst mich, Dante. Behalte mich. Töte mich nicht.“

Er erstarrte, drehte sich aber nicht um. Er hatte meinen Bauch geküsst. Meine Oberschenkel. Er hatte meinen Slip behalten. Er wollte mich. Er wollte mich. "Damit könntest du vielleicht eine Nacht verbringen.“

Seine Stimme war leise. "Aber du wirkst wie eine Frau, die lieber unberührt stirbt, als deinen Körper für ein paar weitere Stunden zu tauschen.“

Als es ums Überleben ging, spielte Stolz keine Rolle mehr. "Wenn du mich erst einmal hast“, flüsterte ich, "wirst du mich nicht mehr loslassen wollen. Nicht nach einer Nacht. Niemals.“ Stille.

Er dachte darüber nach. Und dann schaltete er die Kamera ein. Mir stockte der Atem. Er öffnete einen Koffer und zog ein langes, kaltes Messer heraus, geschaffen für langsame Tode.

Mein Herz rutschte mir in die Hose. Das war kein Albtraum. Es war die Realität. Er ging hinter mir her, seine Faust krallte sich in meine Haare, als er meinen Kopf zurückriss und meine Kehle freilegte.

Die Klinge drückte gegen meine Haut und berührte meinen Puls. "Willst du deiner Familie noch etwas sagen?“ Mein Herz hämmerte unter dem Messer. Das war's. Ich hielt den Atem an. "Mama… Papa…“ Tränen brannten hinter meinen Augen, aber ich unterdrückte sie.

"Ich weiß, ihr wollt Rache, aber bitte tut es nicht. Lasst diesen Krieg mit mir sterben. Lebt euer Leben. Trinkt abends Wein und stoßt auf mein Andenken an. Vergießt kein Blut mehr für mich. Er will, dass ihr kommt, um ihn zu holen. Gebt ihm nicht, was er will. Ich liebe euch beide. Lebt wohl.“

Ich schloss die Augen und wappnete mich für den tödlichen Schnitt. Aber er kam nie. Die Klinge blieb regungslos auf meiner Haut. Sekunden vergingen.

Dann eine Minute. Ich öffnete die Augen. Er hatte es nicht getan. "Verdammt.“

Dante riss die Hand zurück und durchtrennte stattdessen die Kabelbinder. Er stürmte auf die Kamera zu, nicht um sie auszuschalten, sondern um sie zu zerstören. Er schmetterte sie auf den Boden und stach immer wieder darauf ein, sodass Metall und Glassplitter durch das Plastik spritzten.

Ich erstarrte vor Schreck, fassungslos, zitternd, als er alles im Zimmer zerriss. Seine Muskeln spannten sich bei jeder heftigen Bewegung an, Adern pochten in seinem Hals, seine Wut erfüllte jeden Winkel des Raumes.

Er schleuderte das Messer in die Wand, so tief, dass der Griff vibrierte. Dann drehte er sich um. Seine Wut richtete sich auf mich. Einen Moment lang dachte ich, er könnte mich mit bloßen Händen töten. Dann griff er nicht zur Gewalt, sondern zur rohen Begierde.

Er packte mich, drückte mich auf den Rücken und presste seine Lippen auf meine. Der Kuss war aggressiv, verzehrend, heißer als der erste.

Und ich erwiderte den Kuss. Meine Angst wich einem Adrenalinschub, purem Überlebensinstinkt. Ich würde heute nicht sterben. Vielleicht ein anderes Mal. Vielleicht bald.

Aber nicht jetzt. Meine Hände glitten unter sein Hemd, zogen es hoch und über seinen Kopf. Sein Körper bestand nur aus Muskeln und Hitze, eine Waffe, geformt zu einem Mann.

Wenn sein Verlangen nach mir das Einzige wäre, was mich am Leben hielte … würde ich ihm jeden Zentimeter geben, nach dem er sich sehnt. Lange genug, damit ich überleben kann. Lange genug, um einen Ausweg zu finden.

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