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Kapitel 7

Author: Lina
last update Petsa ng paglalathala: 2026-05-25 04:01:21

Caleb machte einen Schritt auf Asher zu. Seine Schultern waren extrem angespannt, die Hände hingen locker an seinen Seiten. Er fixierte seinen Bruder mit einem starren Blick.

„Was tust du hier, Asher?“, fragte Caleb. Seine Stimme war leise, aber das flache Atmen verriet seine Wut. „Das ist kein Ort für deine Spielchen.“

Asher bewegte sich keinen Zentimeter. Er nahm einen Schluck aus seinem Glas, schluckte langsam und sah an Caleb vorbei direkt zu mir. „Vater hat mir die Einladung geschickt. Er dachte wohl, dass die gesamte Familie Sander anwesend sein sollte, wenn wir den Investoren eine perfekte Einheit vorspielen.“

Caleb trat noch ein Stück näher, sodass kaum noch Platz zwischen den beiden Brüdern war. „Du trägst einen Kapuzenpullover auf einer Gala, Asher. Du provozierst bewusst.“

„Ich trage, worin ich mich bewegen kann“, erwiderte Asher unbeeindruckt. Sein Blick glitt wieder zu mir hinab und blieb an meinem Hals hängen. „Manche Leute müssen sich eben einpacken, um sich wohlzufühlen. Andere nicht.“

Mein Herz hämmerte so fest gegen meine Rippen, dass ich Angst hatte, man könnte es durch den engen Stoff meines Kleides sehen. Ich spürte, wie mir die Hitze in den Nacken stieg. Wenn Caleb jetzt den Kragen noch einmal kontrollierte, wäre alles vorbei.

„Caleb“, sagte ich und legte meine Hand auf seinen Unterarm. Der Stoff seines Sakkos fühlte sich fest an. „Die Vorstandsmitglieder sehen bereits zu uns herüber. Wir sollten gehen.“

Caleb bewegte den Kopf nicht. Er starrte Asher weiter an. Seine Kiefermuskeln arbeiteten sichtbar. Nach mehreren Sekunden, die sich endlos in die Länge zogen, atmete er scharf aus. Er wandte sich von Asher ab, legte den Arm wieder um meine Taille und zog mich mit sich. Seine Finger drückten sich dabei fest in meine Hüfte.

„Wir sprechen später darüber“, warf Caleb seinem Bruder über die Schulter zu.

„Ich freu mich drauf“, hörte ich Ashers Stimme hinter uns.

Wir erreichten die Gruppe der älteren Männer. Arthur Sander stand bereits bei ihnen und hielt ein Glas in der Hand. Er nickte uns kurz zu, als wir herantraten.

„Das ist meine Schwiegertochter in spe, Tessa Roche“, stellte Arthur mich einem Mann mit grauem Haar vor. „Tessa, das ist Herr Lindner, der Hauptinvestor der Holding.“

„Es ist mir eine Freude“, sagte ich und reichte ihm die Hand. Ich zwang mein Gesicht zu dem Lächeln, das ich vor dem Spiegel geübt hatte.

„Die Presse überschlägt sich bereits mit den Fotos von Ihnen beiden“, sagte der ältere Mann und blickte zwischen Caleb und mir hin und her. „Eine starke Verbindung. Genau das, was der Markt jetzt braucht, um die Gerüchte über die Steuerprüfungen zu vergessen.“

„Es gibt keine Probleme mit den Unterlagen, Herr Lindner“, warf Caleb sofort ein. Er legte seine Hand flach auf meinen Rücken. Die Kälte seiner Handfläche sickerte durch die Kleidung. „Meine Familie und die Familie Roche arbeiten absolut transparent.“

Während die Männer begannen, über Prozentanteile und Logistikketten zu sprechen, fixierte ich einen Punkt an der Wand. Meine Gedanken rasten. Ich spürte ein kurzes, intensives Vibrieren in der kleinen Handtasche, die ich fest unter den Arm geklemmt hatte.

„Entschuldigen Sie mich bitte für einen Moment“, unterbrach ich die Runde leise. „Ich bin gleich wieder zurück.“

Caleb sah mich kurz an, nickte aber nur knapp. „Geh nicht zu weit weg.“

Ich entfernte mich von der Gruppe und ging mit schnellen Schritten in Richtung der Waschräume, die am Ende eines langen, schwach beleuchteten Flurs lagen. Sobald ich die schwere Tür des Vorraums aufstieß, zog ich mein Smartphone aus der Tasche.

Es war wieder eine Nachricht von der unbekannten Nummer.

Unbekannt: Du zitterst, Tessa. Caleb hält dich fest, aber du denkst an mich.

Ich presste die Lippen zusammen und starrte mein Spiegelbild im großen Wandspiegel an. Das Make-up saß noch perfekt, aber meine Augen wirkten gehetzt. Ich steckte das Telefon zurück und drehte den Wasserhahn auf, um mir kaltes Wasser über die Handgelenke laufen zu lassen. Die Kälte tat gut, änderte aber nichts an dem rasenden Puls in meiner Brust.

Als ich die Tür des Waschraums wieder öffnete, um in den Flur zurückzukehren, blockierte ein massiver Körper meinen Weg.

Asher stand direkt vor mir. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und lehnte sich gegen den Türrahmen. Der Flur hier hinten war vollkommen leer, die Geräusche der Gala drangen nur noch gedämpft zu uns durch.

„Geh mir aus dem Weg, Asher“, sagte ich und versuchte, an ihm vorbeizugehen.

Er bewegte sich keinen Zentimeter. Stattdessen machte er einen Schritt nach vorn und drängte mich zurück in den Vorraum der Waschräume. Die Tür fiel hinter uns ins Schloss.

„Warum so eilig?“, fragte er. Er kam so nah, dass ich die Hitze spüren konnte, die von seinem Körper ausging. Er sah auf mich herab. „Dein Verlobter wartet drüben bei den alten Männern. Du spielst deine Rolle wirklich gut.“

„Ich spiele keine Rolle“, entgegnete ich und wich zurück, bis meine Wirbelsäule die kalten Fliesen der Wand berührte. „Das ist mein Leben. Und Caleb ist meine Zukunft. Akzeptier das einfach.“

Asher lachte leise auf. Es war ein trockenes, freudloses Geräusch. Er trat direkt an mich heran, hob die Hand und legte die Fingerspitzen genau auf den hohen Stehkragen meines schwarzen Kleides. „Das hier verdeckt die Wahrheit, Tessa. Aber wir beide wissen, was darunter ist.“

Er drückte den Stoff mit dem Daumen ein Stück nach unten, genau auf die verfärbte Haut an meinem Schlüsselbein. Der plötzliche Druck ließ mich scharf einatmen. Ein intensives Ziehen breitete sich in meinem Bauch aus. Meine Hände griffen nach seinen Handgelenken, um ihn wegzustoßen, aber meine Finger klammerten sich stattdessen an dem dunklen Stoff seines Pullovers fest.

„Lass das“, flüsterte ich.

„Du willst nicht, dass ich aufhöre“, erwiderte er. Seine Augen fixierten meine Lippen. Seine Daumen glitten langsam über die geprellte Stelle, und meine Haut brannte unter seiner Berührung. „Du habt Angst vor dem, was passiert, wenn Caleb es sieht. Aber du hast noch mehr Angst davor, wie sehr es dir gefällt, wenn ich dich anfasse.“

Ich drückte den Rücken noch fester gegen die Wand, während Ashers Gesicht nur Zentimeter von meinem entfernt war. Der harte Kontrast zwischen der Kälte der Fliesen und der extremen Hitze, die von ihm ausging, machte mich völlig fassungslos. Mein ganzer Körper stand unter Strom.

„Du weißt überhaupt nichts“, brachte ich heraus, doch das verräterische Zittern in meiner Stimme strafte meine Worte Lügen.

Asher fixierte mich mit einem Blick, der mich völlig wehrlos machte. Er nahm seine Hand nicht weg. Seine Finger wanderten langsam weiter, schoben sich ein Stück unter den engen Stoff am Ausschnitt und folgten der Linie meines Schlüsselbeins bis hin zu meinem Hals. Seine Fingerspitzen waren warm und rau, und an jeder Stelle, die er berührte, hinterließ er eine brennende Spur auf meiner Haut. Ich spürte, wie meine Knie weich wurden. Ein schweres, ziehendes Gefühl breitete sich tief in meinem Unterleib aus und lähmte jede Spur von Vernunft.

„Wirklich?“, flüsterte er, und sein Atem traf warm meine Lippen. „Warum stehst du dann noch hier? Warumschreist du nicht nach Caleb? Er ist direkt da draußen.“

Er forderte mich heraus. Er wusste genau, dass ich es nicht konnte. Ein einziger Laut, und Caleb würde herbeikommen – und das fragile Kartenhaus aus Lügen und Verpflichtungen, das unsere Familien mühsam aufgebaut hatten, würde krachend in sich zusammenfallen. Aber es war mehr als das. Das Schlimmste war die nackte Wahrheit, die Asher so mühelos offenlegte: Ich wollte Caleb jetzt nicht hier haben. Ich wollte nicht, dass diese Berührung aufhörte.

Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen, um die Fassung wiederzuerlangen. Meine Finger, die sich immer noch in den dicken Stoff seines Kapuzenpullovers krallten, spannten sich an. Ich spürte die feste Muskulatur seiner Brust darunter. Mein Herz schlug so heftig, dass es wehtat.

„Weil du ein Miststück bist, Asher“, entgegnete ich, öffnete die Augen wieder und sah ihn direkt an. Die Wut war real, aber das Verlangen, das sich durch meine Adern fraß, war es auch. „Du willst mich nur benutzen, um Caleb zu treffen. Das ist alles, worum es dir geht.“

Ein dunkles Blitzen trat in seine Augen. Er reduzierte den Abstand zwischen uns auf null, drückte seinen massiven Körper gegen meinen, sodass ich jede Kontur von ihm spüren konnte. Die Härte seines Rumpfes presste mich unbarmherzig gegen die Wand.

„Glaubst du das wirklich, Tessa?“, raunte er, und seine Stimme war so leise, dass ich sie fast nur über die Vibrationen an seiner Brust wahrnahm. Seine Hand wanderte an meinem Hals nach oben, seine Finger vergruben sich fest in meinem Haar und zwangen meinen Kopf leicht nach hinten. „Glaubst du wirklich, ich denke an Caleb, wenn ich das hier tue?“

Er senkte den Kopf weiter. Seine Lippen streiften die empfindliche Haut direkt unter meinem Ohr. Ein heftiger Schauer durchfuhr mich, und ein leises Keuchen entkam meiner Kehle. Meine Fingernägel bohrten sich durch den Pullover in seine Haut. Jede Faser meines Körpers schrie danach, nachzugeben, sich in dieser intensiven, verbotenen Hitze zu verlieren, die er in mir entfachte. Er besaß eine unbarmherzige Dominanz, die mich völlig einnahm, mich meiner Kontrolle beraubte und mich genau in die Position zwang, in der er mich haben wollte: absolut gefügig, unfähig, mich zu wehren.

Plötzlich ertönte das dumpfe Geräusch von Schritten auf dem Flur draußen. Schwere, rhythmische Schritte, die sich schnellen Tempos den Waschräumen näherten.

Calebs Schritte.

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