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Kapitel 309: Epilog

Author: Déesse
last update publish date: 2026-05-19 00:36:43

ÉLÉNA

Es gab kein Versprechen, keinen Schwur, getauscht im Dunkeln, keinen bedeutungsvollen Blick, bevor man fortgeht, es gab nur das Geräusch des Morgens, der ohne Vorwarnung eintritt, das fahle Licht auf meinen nackten Lenden, das Laken noch feucht von uns, die Leere dort, wo sein Körper hätte sein sollen, dort, wo ich für ein paar Stunden glaubte, mich fallen lassen zu können ohne zu stürzen, ich glaubte, er würde bleiben, dass er nicht fliehen würde, noch nicht.

Aber er hat es getan.

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    ÉLÉNAEs gab kein Versprechen, keinen Schwur, getauscht im Dunkeln, keinen bedeutungsvollen Blick, bevor man fortgeht, es gab nur das Geräusch des Morgens, der ohne Vorwarnung eintritt, das fahle Licht auf meinen nackten Lenden, das Laken noch feucht von uns, die Leere dort, wo sein Körper hätte sein sollen, dort, wo ich für ein paar Stunden glaubte, mich fallen lassen zu können ohne zu stürzen, ich glaubte, er würde bleiben, dass er nicht fliehen würde, noch nicht.Aber er hat es getan.Ohne ein Wort, ohne eine hingekritzelte Notiz, ohne auch nur eine Zigarette, zurückgelassen auf dem Waschbeckenrand, hat er sich verflüchtigt, wie ein Schatten, den man niemals wirklich fassen kann, wie ein Fieber, das einen am frühen Morgen verlässt, aber einen ausgelaugt zurücklässt, sich selbst fremd.Und ich, ich bin dort geblieben, ausgestreckt im zerwühlten Bett, die Beine gespreizt, noch zitternd von seinem Abdruck, von seinen Gesten, von seinen Befehlen, von seinem Schweigen, von seiner Gewalt

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  • Umarm mich   Kapitel 306: Verbotene Frucht Mein Stiefsohn 42 Ende

    Élise---Ich glaubte, wenn ich fortginge, wenn ich aus diesem Haus flöhe, diesem Bett, dieser Vergangenheit… würde ich mich besser fühlen. Ich dachte, die Schuld würde schließlich verstummen, die Leere würde sich mit der Zeit auslöschen. Aber nein. Drei Monate sind vergangen. Drei Monate allein zu leben. Und jeden Morgen, jeden verdammten Morgen, wache ich auf mit diesem bitteren Geschmack im Mund, diesem Knoten im Bauch, der sich weigert zu verschwinden.Julien ist nicht mehr da. Es gibt nichts mehr. Keine Schreie mehr, keine Lügen mehr. Keine in der Dunkelheit gestohlenen Umarmungen mehr. Keine Körper mehr, die einander suchen, sich finden, sich beschädigen. Und doch bin ich unfähig zu atmen. Es ist, als wäre die Luft in meinen Lungen erstarrt an dem Tag, als ich ihn hinter mir ließ.Ich lebe in dieser kleinen, unpersönlichen Wohnung, fern von allem, fern von ihnen. Fern von diesem zu großen Haus, zu voll mit Erinnerungen, die mich zerrissen. Hier gibt es nur das Schweigen. Die wei

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