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Kapitel einhundertneunundsiebzig:

Author: PEARL_BLESIE
last update publish date: 2026-10-28 17:02:12

Kaels Perspektive

„Entzündet ihn“, sagte ich, und meine Stimme trug nicht das Gewicht, das ein Scheiterhaufen verdient hätte, nur eine bis auf die Knochen abgenutzte Erschöpfung.

Der Hof war um uns herum verstummt, der Schnee fiel dünn und grau über die versammelte Wache der Zitadelle, und jedes Gesicht war dem Scheiterhaufen zugewandt, der für einen Mann errichtet worden war, den die meisten kaum gekannt hatten. Bren. Seinen Namen hatte ich erst erfahren, nachdem Rowan ihn auf dem Rückritt aus
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    Kaels Perspektive„Entzündet ihn“, sagte ich, und meine Stimme trug nicht das Gewicht, das ein Scheiterhaufen verdient hätte, nur eine bis auf die Knochen abgenutzte Erschöpfung.Der Hof war um uns herum verstummt, der Schnee fiel dünn und grau über die versammelte Wache der Zitadelle, und jedes Gesicht war dem Scheiterhaufen zugewandt, der für einen Mann errichtet worden war, den die meisten kaum gekannt hatten. Bren. Seinen Namen hatte ich erst erfahren, nachdem Rowan ihn auf dem Rückritt aus den Garnisonsakten ausgegraben hatte: neun Dienstjahre, keine Familie außer einer Schwester im unteren Tal, ein Mann, der gestorben war, als er sich in den Weg eines Schlages geworfen hatte, der für die Blutschuld eines anderen bestimmt gewesen war.Darian stand abseits der Formation, starr, den Kiefer so fest verschlossen, dass ich den Muskel unter seiner Haut zucken sehen konnte.Die Fackel berührte das trockene Reisig, und die Flamme fing schnell, kletterte durch das umwickelte Leinen mit ei

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    Elyras PerspektiveDas Eis hätte mich fällen sollen.Ich fühlte es durch meine Schulter treiben, fühlte den kalten Biss der Klinge tiefer, als je eine Wunde zuvor gebissen hatte, tiefer als Wolfsbann, tiefer als sieben Jahre Trauer, und trotzdem fiel ich nicht. Meine Knie verschlossen sich. Meine Wirbelsäule hielt. Etwas Wildes, Brennendes unter meinen Rippen weigerte sich, meinen Körper zusammenbrechen zu lassen, während das kleine Gewicht meiner Tochter warm und wehklagend gegen meine Brust presste.„Du solltest nicht mehr stehen", sagte Threxus erneut, trat einen halben Schritt zurück, und ich hörte echte Verwirrung sich jetzt durch seine uralte Stimme ziehen, etwas, das fast wie Angst aussah.Ich blickte auf meine Schulter.Frost hatte sich schnell von der Einstichwunde ausgebreitet, blasse blaue Adern krochen zu meinem Schlüsselbein, auf dieselbe Weise, wie sie sich durch Kenneths sterbende Kehle gekrochen hatten, durch das steingraue Gesicht des gefrorenen Wächters. Es hätte wei

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    Kaels PerspektiveKaels Klinge ist noch erhoben, als er die Abwesenheit von Klang hört, wo ein Schrei sein sollte.Threxus hat ihn gegen einen Riss im Stein gedrängt, Eis knistert entlang einer Klinge, die bereits eine Linie über Kaels Unterarm geöffnet hat, und für eine weitere Sekunde hält Kael seine Augen dort, wo die Augen eines kämpfenden Mannes bleiben sollten, auf der direkt vor ihm liegenden Bedrohung. Dann vergeht die Sekunde, und nichts in ihm kann die Linie mehr halten.Denn über die Kammer hinweg weint seine Tochter nicht.„Etwas nicht in Ordnung?", trägt Threxus' Stimme Belustigung so dick, dass sie fast sanft ist, fast freundlich, die besondere Grausamkeit von jemandem, der einen Moment auskostet, statt ihn zu überstürzen. „Nur zu. Sieh hin."Kael sieht hin.Rowan kniet über Elyra, eine kleine, reglose Gestalt in seinen Armen gewiegt, und sogar aus sechs Metern Entfernung kann Kael sehen, was fehlt, das wütende, empörte Geräusch, das jedes Neugeborene machen soll, in dem

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    Rowans PerspektiveRowan hat Männern Befehle gegeben, die sie in den Tod schickten. Er hat Dokumente unterschrieben, die das Vermächtnis seiner eigenen Familie vor dreihundert Zeugen beendeten. Er hat Kinder ausgeliefert, die aus Feindeshänden gestohlen wurden, Urteile verkündet, und sich selbst in Gefahren geliefert, für deren Überleben es keine Garantie gab.Er hat noch nie ein Kind mit bloßen Händen auf die Welt gebracht, während die Welt selbst versuchte, um sie herum auseinanderzubrechen.„Rowan", Elyras Stimme reißt durch das Chaos, roh, gedehnt dünn zwischen Schmerz und etwas, das näher an Schrecken liegt. Über ihnen stöhnt die Decke des eingestürzten Korridors, ein langer Bruch spinnwebt sich weiter durch Stein, der nie dafür gedacht war, das Gewicht von was auch immer zu tragen, das sich zwei Stockwerke tiefer vom Abzweig nährt.„Ich bin hier." Er lässt sich neben ihr auf die Knie fallen, Hände bewegen sich bereits, bevor sein Verstand aufgeholt hat, was sie tun. „Ich gehe ni

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    Darians PerspektiveDer zweite Wächter bewegte sich, bevor ich verstand, was geschah.Einen Moment stand er starr nahe dem zerschmetterten Tor, Schwert noch gescheidet, derselbe stille, unauffällige Mann, der drei Stunden neben uns geritten war, ohne mehr als ein Dutzend Worte zu sagen. Im nächsten war er in der Luft, warf seinen Körper seitwärts in den Pfad einer schwarzen Ranke, die aus dem Riss auf mich zupeitschte, und das Geräusch, das es machte, als sie ihn traf, war ein Geräusch, das ich nie vergessen würde.Ein Knacken, dann Stille. Frost raste seine Brust hinauf in dem Moment, als die Ranke Kontakt herstellte, breitete sich schneller aus, als sich Eis je über lebendiges Fleisch ausbreiten sollte, und sein Gesicht wandte sich immer noch mir zu, hielt die Warnung, die er hatte rufen wollen, noch immer in der Stille fest, während grauer Stein von innen durch seine Haut kroch.Er schrie nicht. Es blieb ihm keine Zeit zu schreien.Als er den Boden traf, war er kein Mann mehr. Er w

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