Share

12

Author: Helsa
last update publish date: 2026-06-06 10:30:25

ZANDRO

Mein Kopf schmerzte.

Ich glaubte, etwa vierzig Minuten geschlafen zu haben, und jede einzelne dieser Minuten war mit Träumen gefüllt gewesen. Ich konnte den Gedanken nicht abschütteln, dass ich unvernünftig war. Fuck, ich wusste, dass ich es war. Ich konnte einfach nicht aufhören. Sie hatte mir meinen Sohn genommen, mir die Chance verwehrt, Teil seines Lebens zu sein, und ich wusste nicht, wie ich das versöhnen sollte. Ich wusste verdammt noch mal nicht, wie ich anfangen sollte, ihr zu v
Continue to read this book for free
Scan code to download App
Locked Chapter

Latest chapter

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   113

    HELMASieben Monate später„Pressen!“Der Schmerz zerriss mich, und das Einzige, was mich bei Verstand hielt, war Zandro – dieser verdammte Mistkerl, der mich zum zweiten Mal in diese Lage gebracht hatte.„Sie… sie sagen mir die halbe Zeit, ich soll nicht pressen, und jetzt, wo ich nicht will, soll ich plötzlich pressen!“Er lächelte. Ich knurrte.„Pressen!“, sagte die Hebamme.Die Hebamme, der Gynäkologe, das ganze verdammte Team war im Raum. Und Zandro.Mein Ehemann.Der Schuldige.Er strich mir sanft über die Wange. „Pressen, Erna amata.“„Ich hasse dich!“„Ich weiß“, sagte er, „ich liebe dich. Pressen.“Ich drückte seine Finger so fest, dass es mir selbst wehtat, aber sein Blick – dieser hellblaue, eisige Blick – blieb unverwandt, als die Wehe mit voller Wucht kam. Diesmal presste ich.Die Welt drehte sich verrückt in mir. Das Baby, das ich neun Monate getragen hatte, war nicht mehr in mir, und ein lauter Schrei erfüllte den Raum.Zandros Gesicht brach auf vor Liebe, Staunen und E

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   112

    ZANDROIhre letzten Worte, die sie an alle gerichtet hatte, wusste ich genau, was sie bedeuteten. Sie ließ mich wissen, dass ich nie wieder einen Moment in ihrem Leben — oder dem unserer Kinder — verpassen würde.„Sie dürfen die Braut küssen“, sagte der Standesbeamte, „noch einmal.“Und das tat ich — unser erster Kuss in unserem neuen Kapitel.Ihr Mund war warm und einladend. Als ihre Zunge über meine glitt, war es voller Versprechen für das, was uns heute Nacht erwartete. Ich legte den Arm um sie, zog sie eng an mich, und plötzlich wollte ich das Dinner und das Tanzen einfach ausfallen lassen und sie direkt in unsere Honeymoon-Hütte schleppen. Ich wollte sie besinnungslos ficken und Tage damit verbringen, sie so zu verehren, wie ich es geplant hatte — aber ich wollte es jetzt.Helma zog sich ein wenig zurück, ihre lachenden blauen Augen trafen meine. Es war, als könnte sie meine Gedanken lesen.„Auf keinen Fall, Zandro. Die bringen uns um.“„Wenn du weißt, was ich will, willst du es

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   111

    ZANDROLuca stand neben mir am Strand und wartete darauf, dass Helma kam. Ich war noch nie so nervös gewesen. Ich hatte dem Tod schon mehrmals ins Gesicht gesehen, aber das hier war etwas völlig anderes.Doch eines wusste ich ganz sicher: Sie würde kommen. Sie würde nicht zurückweichen. Ich war nervös, weil ich noch nie jemanden so geliebt hatte wie sie. Was, wenn ich es versaute? Was, wenn —„Atme“, sagte Luca auf Italienisch. „Atme. Du schaffst das.“Und das tat ich. In diesem Moment wurde mir klar, dass die Nervosität nichts Schlechtes war. Sie zeigte mir nur, wie sehr ich sie brauchte und dass ich sie niemals als selbstverständlich betrachten würde. Ich wusste, wie gesegnet ich war. Ich hatte Angst, ihr nicht gerecht zu werden, also würde ich einfach alles geben müssen. Sie war zugleich meine Inspiration und mein Sicherheitsnetz.„Ich werde mein Leben lang beweisen müssen, dass ich gut genug für sie bin. Ich muss mich zusammenreißen. Und wenn ich doch mal stolpere, wird sie mich a

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   110

    HELMAWir gingen hinein, und ich löste mich aus der Umarmung, um zu sehen, dass er einem Mitarbeiter zur Vorderseite des kleinen Resorts folgte. Eine Tür öffnete sich, und Zandro flüsterte: „Augen zu.“Ich tat es.Erst als er mich auf ein weiches, frisch duftendes Bett legte, durfte ich sie wieder öffnen. Als ich es tat, stockte mir der Atem. Die gesamte geschwungene Wand war aus Glas, und die Vorhänge waren offen. Das Nachmittagslicht strömte herein, und alles, was ich sah, war blaues Wasser.„Oh, Zandro…“„Ich liebe dich, Helma. Mehr, als ich sagen kann. Mit jeder Faser meines Körpers. Mit meinem Herzen und meiner Seele. Du machst die Welt hell, schön und lebenswert. Und dieser Ausblick? Er kommt nicht mal annähernd an dich heran.“Er stand auf, nahm eine Fernbedienung und kickte seine Schuhe weg. Dann drückte er einen Knopf. Während die Vorhänge sich summend schlossen, begann er, mich auszuziehen. Es war noch nicht einmal fünf Uhr nachmittags – noch lange nicht –, aber das war mir

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   109

    HELMAEs spielte keine Rolle. Die Berichte waren da: Zandro und Luca würden heute Abend ankommen. Ich konnte es kaum erwarten, und meine Nerven würden sich erst beruhigen, wenn er hier war, vor mir stand, sicher – wenn ich ihn berühren und sicher sein konnte, dass es real war.„Beruhig dich“, sagte Erna zu mir.„Ich bin ruhig.“„Nein, bist du nicht. Und das ist nicht gut für dich oder das Baby.“ Sie stand auf und lief mit mir auf und ab.Vittoria, Rosa und einer der Wachmänner spielten mit Darien Verstecken im Haus. Wir durften zwar nicht raus, aber das Risiko hatte sich etwas verringert. Ein bisschen. Was mich wiederum nervös machte. Wenn alles vorbei war, warum dann –„Hey“, sagte Erna fröhlich, „erinnerst du dich, als wir unsere eigene Agentur aufmachen wollten? Aber dann musstest du ja unbedingt einen sexy Mann treffen und dich schwängern lassen?“„Erna –“„Was hältst du davon, wenn wir das nach der Geburt des Babys wieder aufgreifen? Du bist jetzt finanziell abgesichert, und es w

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   108

    ZANDROVince war nur Minuten entfernt, und ich benutzte Aleks Handy, um unseren gecharterten Flug auf einen früheren umzubuchen. Fuck, notfalls fliege ich auch Linie. Aber ich wusste, dass ein privater Charterflug einfacher war. Als alles geregelt war, atmete ich aus.Ich wollte diesen Albtraum hier beenden. Ich wollte so schnell wie möglich bei meiner Familie sein. Es war wahnsinnig dumm von mir gewesen, sie früher fliegen zu lassen. Freiheit? Ich hätte beinahe ihre Todesurteile unterschrieben. Helma dachte vielleicht noch, sie wäre in der normalen Welt, aber das war sie nicht. Sie war mein und das Kostbarste, was es gab. Ich musste sie und meine Kinder beschützen, koste es, was es wolle. Ich hätte bei ihnen sein sollen.Vince kam an, und Ginevras Augen leuchteten auf, ihr toter Vater war vergessen. Ich sah sie plötzlich in einem anderen Licht – eine Frau, die in eine Rolle gezwungen worden war, die sie hasste. Sie war wahrscheinlich immer noch oberflächlich, aber Vince war anständig

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   2

    ZANDRO„Verpiss dich aus meinem Weg, oder ich streiche diesen Raum mit deinem Blut.“Sie zuckte nicht einmal zusammen.Stattdessen starrte Helma zu mir hoch, als wäre ich der Teufel persönlich – was nur fair war. Ich war der Teufel, der sie vor drei Jahren ruiniert hatte.Ich trat näher, schob mein

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   1

    HELMA„Du hast vielleicht Nerven, hier aufzutauchen.“Die raue Stimme schlang sich wie Rauch um mich. Tief. Vertraut. Gefährlich.Ich fuhr herum, der Weißwein schwappte gefährlich nah an mein Kleid. Mein Herz hämmerte so hart gegen meine Rippen, dass der Raum sich kurz drehte.Da stand er.Größer,

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   5

    ZANDRO„Was zum Teufel soll das heißen, sie ist verschwunden?“Ich umklammerte das Telefon so fest, dass ich dachte, das Display würde jeden Moment zerspringen.Vitors zögerliches Schweigen goss nur noch mehr Benzin in das Feuer, das durch meine Adern raste.Wir waren kaum ein paar Minuten vom Anwe

  • VOM ONE-NIGHT-STAND ZUR HÖLLE   4

    ZANDROMeine Schwester war verschwunden. Wahrscheinlich irgendwo in dieser gottverlassenen Stadt, verängstigt, verletzt und allein.Und trotzdem konnte ich an nichts anderes denken, als Helma über meinen Schreibtisch zu beugen und die Wahrheit aus ihr herauszuficken, bis sie schrie.Der Gedanke wid

More Chapters
Explore and read good novels for free
Free access to a vast number of good novels on GoodNovel app. Download the books you like and read anywhere & anytime.
Read books for free on the app
SCAN CODE TO READ ON APP
DMCA.com Protection Status