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Author: Helsa
last update publish date: 2026-05-30 19:38:13

ZANDRO

„Verpiss dich aus meinem Weg, oder ich streiche diesen Raum mit deinem Blut.“

Sie zuckte nicht einmal zusammen.

Stattdessen starrte Helma zu mir hoch, als wäre ich der Teufel persönlich – was nur fair war. Ich war der Teufel, der sie vor drei Jahren ruiniert hatte.

Ich trat näher, schob meinen Oberschenkel zwischen ihre Beine und nagelte sie mit meinem Körper gegen die Wand, während nur wenige Meter entfernt die Hochzeitsgäste tanzten. Ihr Duft traf mich wie eine Droge: warme Rosen und Vanille.

Genau derselbe Duft, der mich sechsunddreißig verdammte Monate lang hart und wütend gehalten hatte.

„Sag mir, Süße“, flüsterte ich an ihrem Ohr, „warum sieht eine Frau, die behauptet, sich kaum an mich zu erinnern, aus, als wollte sie gleich wegrennen … oder betteln?“

Wut flackerte in ihren haselnussbraunen Augen, doch ihr Herz hämmerte so heftig, dass ich es an meiner Brust spüren konnte. Mein Schwanz zuckte bei den Bildern, die in mir aufstiegen – ihre Lippen um mich geschlossen, diese enge, nasse Hitze, die mich bis auf den letzten Tropfen ausgesaugt hatte, und die gebrochenen Laute, die sie von sich gab, wenn ich sie tief und hart fickte.

Ich nahm ihr das Weinglas aus den zitternden Fingern und trank langsam einen Schluck, ohne den Blick von ihr zu lösen. „Diese Nacht war dreckig. Süchtig machend. Gut genug, dass du mich aufgespürt hast … oder steckt etwas noch Verdrehteres dahinter?“

„Was zur Hölle stimmt nicht mit dir?“, zischte sie, die Wangen glühend rot. „Ich bin nicht deinetwegen hier. Dein Ego ist komplett krank. Ich wünschte, ich hätte nie–“

Sie brach abrupt ab.

Alle Farbe wich aus ihrem Gesicht. Sie sah aus, als würde sie sich gleich übergeben. Schweißperlen standen auf ihrer Stirn. Echte, nackte Angst.

Ich trat einen Schritt zurück und gab ihr das Glas zurück. Ihre Finger waren eiskalt und feucht, als sie es mir entriss und an mir vorbeidrängte.

„Was zur Hölle war das denn?“, murmelte ich.

Ich griff gerade nach meinem Handy, als der erste Schuss durch den Ballsaal peitschte.

Schreie brachen überall aus.

Ich dachte nicht nach. Ich handelte.

Mit zwei großen Schritten hatte ich ihren Arm gepackt. Weitere Schüsse rissen die Luft entzwei. Innerhalb von Sekunden verschlang das Chaos den gesamten Saal.

„Wir müssen hier weg“, knurrte ich.

Sie riss sich mit purem Entsetzen in den Augen los und verschwand in der schreienden Menge.

Ich drängte mich durch das Meer aus Körpern, stieß Leute zur Seite, suchte nach Vittoria und Lewin. Meine Schwester war die einzige echte Familie, die ich noch hatte. Der einzige Mensch, der mir wirklich etwas bedeutete.

Zwei meiner Männer lagen am Boden, Blut breitete sich um sie herum aus. Ich schnappte mir die Waffe des Nächstliegenden und rannte weiter.

Dann sah ich Lewin.

Er lag in einer rasch größer werdenden Blutlache, drei Kugeln in der Brust, die Augen weit offen und leer.

„Fuck … tut mir leid, Bruder“, murmelte ich und sprang auf. „Vittoria!“

Ihr Schrei durchschnitt den Lärm. „Zandro!“

Ich folgte ihm, Messer in der einen, gestohlene Pistole in der anderen Hand, und stieß Menschen aus dem Weg, als wären sie nichts.

Draußen versuchten drei Männer gerade, sowohl Vittoria als auch Helma in einen schwarzen Wagen zu zwingen. Meine Schwester hatte einen leuchtend roten Handabdruck im Gesicht und Blut im Mundwinkel.

Eine Wut, wie ich sie noch nie gespürt hatte, raste durch mich hindurch.

„Lasst sie verdammt noch mal los!“, brüllte ich.

Bevor ich einen klaren Schuss hatte, überraschte Helma mich eiskalt. Sie rammte einem der Typen den Kopf ins Gesicht – ein widerliches Knacken ertönte –, dann trieb sie ihm das Knie mit voller Wucht in die Eier. Als er zusammenbrach, wollte sie wegrennen, drehte sich aber sofort wieder um, um Vittoria zu helfen.

Zu viele Körper in meiner Schusslinie.

Ich feuerte trotzdem und traf einen von ihnen am Arm, doch es reichte nicht. Sie stießen Vittoria in den Kofferraum und der Wagen raste davon.

Helma stolperte und schlug hart auf dem Asphalt auf. Ich packte sie, riss sie hoch und tastete sie nach Verletzungen ab. Sie zitterte am ganzen Körper, war aber unverletzt.

„Du“, knurrte ich. „Du kommst mit mir. Sofort.“

„Warum zur Hölle sollte ich das tun?“, schrie sie und versuchte, sich loszureißen.

Ich verstärkte meinen Griff um ihren Arm. „Lass mich los, du kranker Bastard!“

„Nein.“

Ihre Augen weiteten sich vor Panik, als Lucas gepanzerter SUV mit quietschenden Reifen neben uns hielt. Sie wurden noch größer, als sie die Waffe in seiner Hand sah.

Ich stieß sie auf den Rücksitz und stieg hinterher, knallte die Tür zu und verriegelte sie.

„Bis ich herausgefunden habe, wer diese Männer waren und warum sie meine Schwester entführt haben“, sagte ich kalt, „gehst du nirgendwohin, Helma. Du bleibst in meiner Nähe.“

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