Se connecterEvelyns Limousine bog in die Einfahrt ein und parkte direkt unter dem Mahagonibaum vor ihrem Apartment. Eine kühle Brise streichelte mein Gesicht, als ich aus dem Beifahrersitz stieg.
Was war schlimmer als ein gebrochenes Herz? Zurückweisung, besonders ausgerechnet an dem Tag, an dem man sich so sehr freute. Evelyn half mir, mein Gepäck hereinzuholen. „Gabriel ist so ein Mistkerl!“, fluchte sie. Ein Kloß schnürte mir die Kehle zu. Ich kämpfte gegen die Tränen an. Gabriel hatte keine einzige Träne verdient. Aber wie sollte ich darüber hinwegsehen, dass mir vier Jahre meines Lebens in einem Augenblick entrissen wurden? „Gabriel hat ein Kind“, flüsterte ich leise und emotionslos. Tränen rannen mir über die Wangen, als ich daran dachte. „Ein vierjähriges Kind, Eve!“, schrie ich. Sie versuchte nicht, mich aufzuhalten. Sie versuchte nicht, mich zum Schweigen zu bringen. Sie ließ mich schreien. Während sie sich auf dem cremefarbenen Sofa im Wohnzimmer entspannte. Sie beobachtete mich. Hörte zu. „Die ganze Zeit weigerte er sich, mit mir ins Krankenhaus zu fahren! Die ganze Zeit weigerte er sich, noch ein Kind mit mir zu bekommen! Er hat woanders ein Kind!“, schrie ich lauter und zeigte auf die Tür. Als würde ich verrückt werden. „Moment mal!“, rief ich und lief im Zimmer auf und ab. „In unserer Hochzeitsnacht brachte Gabriel diese Amila zu ihr und kam erst am nächsten Morgen zurück … Er hat unsere Hochzeitsnacht mit ihr verbracht!“ Ich sank auf das Sofa auf der anderen Seite des Zimmers. Die Erkenntnis, wie sehr Gabriel mich getäuscht hatte und wie lange ich einem betrügerischen Mann treu geblieben war, der nichts als meinen Schmerz wollte, schmerzte noch mehr. Ich war viel zu lange naiv gewesen. Ich hatte nur für ihn gelebt. Selbst als er mich entließ, wollte er mich nur von sich abhängig machen, während er mich und meine Entwürfe weiterhin ausnutzte, um sich selbst, sein Geschäft und seine geheime Familie zu fördern. Evelyn stand auf, ging zügig zu mir und lehnte sich mit dem Po an die Armlehne des Sofas. „Maya“, sagte sie leise und sanft. Dann nahm sie meine Hand in ihre. „Du bist mehr als das … Du bist mehr als zehntausend Gabriels zusammen … Du bist pures Gold, und es ist sein Verlust.“ Ich schniefte heftig. Ich presste eine Hand auf mein tränenüberströmtes Gesicht und hörte ihr aufmerksam zu. Meine Brust pochte heftig gegen meine Rippen. „Du hast hart gearbeitet“, fuhr sie fort. „Sein verstorbener Vater sah dich so, wie du wirklich bist, Gold vermischt mit Weißgold … Es ist nicht deine Schuld, dass Gabriel sich für ein Leben als blinde Fledermaus entschieden hat.“ Ich schnaubte verächtlich. Meine Brust hob und senkte sich langsam. Der Zorn verflog. „Du wusstest schon immer, was man mit Zitronen anfangen kann …“ Sie lachte leise auf. „Es gibt tausendundeinen Milliardär in Manhattan, der alles dafür geben würde, so eine heiße Braut wie dich für immer an seiner Seite zu haben …“ Ihre Stimme hallte nun vom Dach wider, sie war außer sich vor Begeisterung. „Nein! Nein!“, unterbrach ich sie, wedelte mit dem Finger und schüttelte den Kopf. „Ich habe genug von Männern. Ich habe genug von diesem Geschlecht … Sieh dich an, Eve. Du kommst gut zurecht, ganz ohne Mann. Ich brauche keinen mehr.“ Sie lachte und zog mich in eine feste Umarmung. Dann trug ich mein Gepäck die Holztreppe hinauf in das Gästezimmer im Obergeschoss. Ich lag die ganze Nacht wach und fragte mich, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich mich nicht mit Gabriel abgefunden hätte. Vielleicht hätte ich den Höhepunkt meiner Karriere erreicht. Vielleicht wäre ich mit jemand anderem verheiratet gewesen. Jemand Besserem. Vielleicht jemandem wie William Banks. Nein, er wäre nicht besser gewesen. Männer wie er sind immer wie Gabriel. Er war so eingebildet und nervig. Ich griff nach meinem Handy auf dem Nachttisch und wischte mit dem Finger durch die Nummer. Die Nummer, mit der er mich angerufen hatte, stand da. Ich fragte mich, ob das seine private Nummer war. Gedanken schossen mir durch den Kopf, als ich versehentlich die Nummer wählte. Mein Blick war auf die Decke gerichtet. Das Zischen des Anrufs riss mich zurück zum Bildschirm. Ich fuhr sofort hoch und beendete das Gespräch schnell. Ich riss am Handy herum, bis der Bildschirm schwarz wurde. Dann warf ich es irgendwohin ins Bettlaken. „Was hast du getan, Maya?“, fragte ich und setzte mich auf. Zwei Finger krallten sich in meine Stirn. Was, wenn er später wieder anruft? Ich wusste ihm nichts zu sagen. Ich ließ mich zurück ins Bett fallen und schloss die Augen fest. Vielleicht würde mir das helfen, etwas zu schlafen. Morgenlicht strömte durch die Lücken der Jalousien ins Zimmer. Ich setzte mich auf und streckte mich. Die Tür quietschte. „Guten Morgen, Liebling“, sagte Evelyn und lugte herein. Schon fertig angezogen und bereit für die Arbeit. Ich brachte ein Lächeln zustande. „Du bist schon angezogen?“, fragte ich überrascht. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich geschlafen hatte. Sie nickte leicht, als sie den Raum betrat. Ihr sanfter Duft erfüllte den ganzen Raum. Evelyn war ein Schatz. Sie hatte mich gebeten, ihr meinen Lebenslauf zu schicken. Sie wollte mich bei ihrer Firma, TerraNova, empfehlen. TerraNova war eines der führenden Architekturbüros der Stadt. Ein breites Lächeln huschte über mein Gesicht, als ich sah, wie ihre Absätze klackten und sie den Raum verließ. Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss. Ich kramt unter der Bettdecke nach meinem Handy. Es war die ganze Nacht ausgeschaltet gewesen. Ich tippte nervös darauf herum, bis das weiße Licht aufleuchtete. Unzählige Nachrichten! Ich wischte sie durch. Die erste von Marisol, Gabriels Mutter. Ich schnaubte verächtlich. Warum schrieb sie mir? Sie nahm meine Anrufe nur entgegen, wenn sie großzügig sein wollte. Warum meldete sie sich jetzt bei mir? Schließlich hatte ich ihr all die Jahre gegeben, was sie wollte: Freiraum. Ich wischte durch die Nachrichten. Noch mehr Nachrichten von Gabriel. Ich vermied es, eine anzutippen. Dann die letzte. Eine von Williams Banks. Der Mann, dessen Nummer ich versehentlich gewählt hatte. Mir sank das Herz in die Hose. Meine Finger zitterten, als ich die Nachricht antippte. Mein Puls raste.Er räusperte sich, und im Raum wurde es wieder still.„Nach reiflicher Überlegung“, begann er mit fester, klarer Stimme, „habe ich beschlossen, einige Änderungen an unserer Führungsstruktur vorzunehmen. Elizabeth Anderson ist nicht länger als Head of Design für uns tätig. Ihre Position wird ab sofort von jemandem übernommen, der sich in kürzester Zeit durch harte Arbeit, Talent und Engagement bewährt hat.“Mein Herz setzte einen Schlag aus. Ich starrte auf den Boden, zu ängstlich, um aufzublicken. Geschah das wirklich? War es das, was ich gerade hineininterpretierte?„Maya Delaney“, fuhr Williams fort, während sein Blick quer durch den Raum den meinen suchte, „ist unsere neue Head of Design.“Ein Raunen und Gemurmel ging durch das Team. Ich stand wie erstarrt da; meine Lippen waren leicht geöffnet, doch ich brachte kein Wort heraus, und der Atem stockte mir im Hals.Head of Design? Ich? Die Worte wirkten zu groß, kamen zu überraschend. Ich war kaum ein paar Wochen hier, und doch trat
Ich ging zügigen Schrittes auf den Eingang der Lobby zu, die Tasche in der Hand, meine Absätze klackerten scharf auf dem Beton; ich nahm meine Umgebung kaum wahr, denn meine Gedanken waren schwer.Die Woche nach der UrbanAxis-Reise war nicht gerade leichter gewesen; das UrbanAxis-Projekt hatte Banks Holdings ein neues Gesicht verliehen. Die Woche war angefüllt mit neuen Kunden und Akten, die ständig über meinen Schreibtisch gingen. Mühsam – das trifft es wohl am besten.So sehr, dass ich meinen Arzttermin auf heute verschoben hatte. Als ich heute Morgen meinen Schreibtisch verließ, hatte ich nicht viel erwartet; vielleicht eine hohe Dosis Vitamine und eine neue Standpauke darüber, wie man Stress bewältigt.Genau das hatte ich erwartet! Stress hier, Stress da. Nicht ein ganz neues Leben, das in mir heranwuchs.Ein Leben wuchs in mir, während ich den Sex-Marathon mit Williams genoss. Himmel! Maya! schalt ich mich selbst.Worauf hast du dich da nur eingelassen? Ich ging weiter.Da ist Ma
Ich saß vor der Ärztin; meine Lippen waren fest zusammengepresst, meine Hände zitterten so stark, dass das Papier darin wie ein gefangener Vogel flatterte. Ich blinzelte hastig, um den verschwommenen Schleier vor meinen Augen zu vertreiben. Mein Mund öffnete sich, doch kein Laut drang heraus.Die Worte der Ärztin hallten in meinem Kopf wider; sie gratulierte mir, als wäre dies die beste Nachricht der Welt. Ich brachte kein einziges Wort heraus. Ich konnte nicht glauben, was mir das Ergebnis des Bluttests schwarz auf weiß entgegenschrie.Die Ärztin lehnte sich leicht vor; ihre Stimme klang sanft. „Frau Delaney? Ist alles in Ordnung?“Ich nahm das Papier von meinem Gesicht weg und zwang mich zu einem schwachen Lächeln, während ich ihr in die Augen sah.„Nein … Nein, Frau Doktor“, sagte ich leise, aber bestimmt. „Ich glaube, das kann nicht stimmen. Ich weiß, was ich spüre, und es ist definitiv keine Schwangerschaft. Ich hatte meine Periode erst letzte Woche – tatsächlich.“Sie nickte lan
Das Abendlicht fiel durch die großen Fenster der Hotellounge und warf lange Schatten auf den polierten Holzboden. Ich hatte mein Zimmer verlassen und war in die Lounge hinuntergegangen, wobei ich meinen Notizblock fest an die Brust drückte.Ich saß allein an einem ruhigen Ecktisch und nippte an einer Tasse Kräutertee – vielleicht würde er meiner Zunge guttun und sie wieder etwas beleben.Die TerraNova-Reise war anstrengend, aber produktiv gewesen. Meine Entwürfe nahmen Gestalt an, und zum ersten Mal seit Langem hatte ich das Gefühl, etwas zu erschaffen, das wirklich mir gehörte.Schritte näherten sich. Ich musste nicht aufsehen, um zu wissen, wer es war. Schon vor dem dumpfen Geräusch der Schritte verriet mich ihr Duft.Evelyn blieb ein paar Schritte entfernt stehen; ihre Hände waren fest vor ihr ineinander verschränkt. Sie wirkte kleiner als sonst … die Schultern leicht hochgezogen, die Augen müde, aber entschlossen. Sie wartete, bis ich endlich den Blick hob.„Maya“, sagte sie leise
Das Morgenlicht fiel sanft durch die Vorhänge und tauchte das Zimmer in warmes Gold. Ich wälzte mich langsam im Bett hin und her … in Williams’ Bett.In den letzten Tagen, seit jener regnerischen Nacht, hatten wir abwechselnd in unseren jeweiligen Zimmern übernachtet. Und uns dabei schamlos unseren Sex-Marathons hingegeben … Man konnte wohl sagen, dass die große Entfernung zu dem Chaos, das uns in Manhattan erwartet hätte, einen ganz eigenen erotischen Reiz ausübte.Mein Körper fühlte sich schwer und auf eine Weise erfüllt an, wie ich es seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Williams’ Arm lag um meine Taille, seine Brust drückte sich warm und fest gegen meinen Rücken. Sein Atem strich langsam und gleichmäßig über meinen Nacken.Einen Moment lang genoss ich diesen Augenblick, eingehüllt in seinen Duft und die Erinnerung an seine Hände auf meiner Haut – und an seine Stimme, die die ganze Nacht hindurch im Dunkeln meinen Namen geflüstert hatte.Ich drehte mich in seinen Armen um und öffne
Mit einem einzigen Ruck riss er mir die Shorts vom Leib und schleuderte sie irgendwohin – Gott weiß wohin; meine Oberschenkel lagen frei und zuckten im kalten Luftzug, der von der Tür herüberwehte.Dann drehte er sich wieder zu mir um und zog mir das Sweatshirt aus, als würde er einen kostbaren, süßen Schatz enthüllen. Sweatshirt und Bluse kamen in einem Zug herunter und landeten als Haufen auf dem Boden.Sein Blick wanderte zu dem roten Spitzen-BH, der meine vollen Brüste eng umschloss; seine Augen dunkelten nach, sobald sie auf die dunklen, hervorstehenden Brustwarzen fielen.„Ich liebe sie dunkel und pochend, Maya“, knurrte er, während er mir immer wieder Küsse auf die Lippen drückte; zwei Finger legten sich um eine Brustwarze, dann drückte er sie fest und süß zusammen.„Ugh-gh“, stöhnte ich auf und genoss den süßen Schmerz, von dem ich einfach nicht genug bekommen konnte. Für einen Moment vergaß ich alle Sorgen und alles, was die Medien zu sagen hatten.Meine Hände bewegten sich s
„Maya!“, schrie er immer noch und hämmerte laut gegen die Tür. „Du wolltest die Tür nicht öffnen, oder? Du hast nur noch 48 Stunden! Ich gebe dir 48 Stunden, um dich schleunigst nach Hause zu schleppen, sonst bist du selbst schuld!“, drohte er.Ich saß still auf dem kalten Boden, die Beine zusammen
Was sollte ich ihm sagen? Dass ich nur gespielt hatte? Mein Finger schwebte über der Nachricht, als wäre sie eine tickende Zeitbombe.Schließlich klickte ich.„Hey, Süße. Ich habe deinen Anruf verpasst. Ich habe versucht, dich zu erreichen, aber die Leitungen sind wohl nicht auf meiner Seite. Sag B
Das Handy vibrierte unaufhörlich auf dem Nachttisch. Ich griff danach und strich mit dem Finger über den Bildschirm, ohne hinzusehen.„Alles Gute zum Geburtstag, Maya … Ich hoffe, du hast heute viel Spaß.“ Die Stimme war tief, aber sanft. Männlich im wahrsten Sinne des Wortes. Mein Herz hämmerte. I
Lautes Lachen weckte mich. Ich hatte letzte Nacht nicht früh geschlafen. Ich hatte bis in die frühen Morgenstunden an dem UrbanAxis-Immobilienprojekt gearbeitet.Gabriel hatte betont, wie wichtig es sei, die erste Skizze bis zum Morgen zu schicken. Als ich das Projekt endlich fertigstellte, war es







