LOGINKann man aus Liebe eine Prostituierte sein? Isabellas Leben zerbrach, nachdem ein Unfall ihren Ehemann, Alpha Derek, an den Rollstuhl fesselte. Der Verlust raubte ihm jegliche Lebensfreude und verwandelte ihn in jemanden, den sie kaum wiedererkannte. Der einst so liebevolle Mann, der sie wie etwas Kostbares behandelt hatte, war nun von ihrer bloßen Anwesenheit angewidert. Er machte ihr ein Angebot, eine Chance auf Wiedergutmachung, einen Weg, seine Zuneigung zurückzugewinnen – und dieser Weg bestand darin, eine Prostituierte zu sein! Emotional erpresst, gibt sie schließlich nach... Doch eine einzige Nacht verändert alles, als eine falsche Entscheidung sie direkt in die Arme ihres vorbestimmten Gefährten führt. Wird Isabella den Mut finden, dem Mann zu entkommen, der sie zerstört? Oder werden Liebe und Schuldgefühle sie an eine Ehe ketten, die nicht mehr zu retten ist?
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Isabella
Jeder Sonnenaufgang brachte ein wenig mehr Distanz, ein wenig mehr Bitterkeit in die Augen des Mannes, den ich liebte.
„Das ist widerlich!“, schrie Derek. Noch bevor ich blinzeln konnte, schlug er mir das Tablett aus der Hand.
Ich zuckte zusammen, als die leicht angebrannte Lasagne zusammen mit dem Glas Orangensaft und dem Besteck durch die Luft flog. Alles krachte zu Boden, zerbrach und hinterließ eine rote Sauerei auf dem braunen Teppich.
Er runzelte die Stirn und sah mich mit einer Enttäuschung an, die meinen Blutdruck in die Höhe schießen ließ.
Sofort ließ ich mich auf die Knie fallen. Ein stechender Schmerz durchfuhr mich, und erst dann wurde mir bewusst, dass ich auf Glasscherben gelandet war.
Ich ignorierte den Schmerz und faltete die Hände wie zum Gebet.
„Bitte verzeih mir“, flehte ich, wobei meine Stimme vor allem wegen des pochenden Schmerzes in meinen Knien zitterte. „Ich habe gerade die Wäsche geholt, deshalb ist sie angebrannt…“
„Verschon mich mit deinen Ausreden!“, höhnte er und schob seinen Rollstuhl zurück, als würde ihn schon meine bloße Berührung anwidern. „Dich zu heiraten war die schlimmste Entscheidung meines Lebens.“
Seine Worte trafen mein ohnehin gebrochenes Herz wie ein Pfeil.
Man sollte meinen, dass diese Worte irgendwann ihre Wirkung verlieren, wenn man sie immer und immer wieder hört.
Doch das taten sie nicht.
Sie schmerzten noch genauso wie beim ersten Mal.
Es war nicht immer so gewesen, erinnerte ich mich.
Das erste Jahr meiner Ehe mit Derek hatte sich wie ein wunderschöner Traum angefühlt, aus dem ich niemals erwachen wollte. Das Rudel liebte uns. Wir gehörten zu einem hochrangigen Rudel, die Omegas erledigten sämtliche Arbeiten, und meine größte Sorge war gewesen, ob die Blumen im Festsaal rechtzeitig zum Mondball blühen würden.
Derek hatte mich angesehen, als wäre ich etwas Kostbares. Etwas, wofür er bereit gewesen wäre, einen Krieg zu führen.
Doch all das wurde in dem Moment zerstört, als der Unfall geschah.
Wir waren auf dem Weg zu einem Fest, als der hintere Reifen unseres SUVs platzte. Das Fahrzeug überschlug sich mehrmals, bevor es auf der Straße zerschmetterte.
Danach verschwimmt alles in meiner Erinnerung, weil ich das Bewusstsein verlor. Im Krankenhaus erzählte man mir später, Derek habe versucht, mich aus dem Wagen zu stoßen, doch in genau diesem Moment sei das Dach eingestürzt und habe seine Beine zerquetscht.
Er hätte entkommen können, wenn er mich zurückgelassen hätte.
Aber das tat er nicht.
Ich überlebte wegen ihm. Ich trug nur leichte Verletzungen davon, doch er blieb für den Rest seines Lebens gelähmt.
Er überlebte zwar, doch auf gewisse Weise fühlte es sich an, als wäre er in jener Nacht gestorben.
Ich erkannte ihn kaum wieder.
Er wurde verbittert, rücksichtslos und verschlossen.
Aber dieser Mann hatte mir das Leben gerettet.
Ich schuldete ihm mein Leben.
Deshalb hielt ich verzweifelt an der Version von ihm fest, die vor dem Unfall existiert hatte. Und ich konnte ihm seine Bitterkeit nicht einmal verübeln.
Ein Alpha ohne funktionierende Beine wurde verachtet. Er konnte weder führen noch sich selbst verteidigen, geschweige denn sein Rudel beschützen. Die stärksten Betas verließen uns. Unsere Verbündeten wandten sich ab. Und ich glaube, aus Mitleid verzichteten sogar seine Feinde darauf, ihn anzugreifen und zu unterwerfen.
Ohne ihre Unterstützung wurde das Rudel immer schwächer. Ohne das Rudel verschwand auch unser Vermögen.
Und irgendwie fiel am Ende die ganze Schuld auf mich.
Schließlich war ich es gewesen, die darauf bestanden hatte, an jenem schicksalhaften Abend zu diesem Treffen zu fahren. Ich hatte ihn nur unterstützen wollen. Ich wollte ihn dazu ermutigen, über seine Grenzen hinauszuwachsen.
Nie hätte ich gewollt, dass so etwas geschieht.
Doch er gab mir die Schuld, als hätte ich alles geplant.
Er nannte mich verflucht und behauptete, ich sei das Schlimmste, was ihm je passiert sei.
Ich wollte ihm das Gegenteil beweisen.
Ich wollte ihm zeigen, dass wir es trotzdem schaffen konnten.
Dass ich nicht der Fluch war, für den er mich hielt.
Also übernahm ich alles.
Die Finanzen.
Den Haushalt.
Das Rudel.
Ich tat alles, was in meiner Macht stand, um das Wenige, das uns geblieben war, vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
Ich redete mir ein, dass Liebe genau so aussah, wenn das Leben aus den Fugen geriet.
„Es tut mir leid“, entschuldigte ich mich erneut, während ich nach den Scherben des Tellers griff. Meine Hände zitterten, als ich die zerbrochenen Stücke aufsammelte. „Ich mache sofort etwas Neues. Ich kann…“
„Tut mir leid?“, unterbrach er mich scharf. „Mehr bist du doch nie. Es tut dir leid, und du bist nutzlos.“ Seine Stimme wurde lauter. „Du kannst überhaupt nichts richtig machen, Isabella.“
Ich erstarrte.
Meine Finger schlossen sich um eine Keramikscherbe. Die scharfe Kante schnitt in meine Haut, doch ich spürte den Schmerz kaum.
Er lehnte sich in seinem Rollstuhl zurück und bohrte seinen Blick in mich.
„Du hast von Anfang an Unglück gebracht. Ich hätte es schon in dem Moment erkennen müssen, als ich dich geheiratet habe. Alles, was ich berührte, wurde zu Asche, nachdem du in mein Leben getreten bist.“
Meine Kehle schnürte sich zu.
Ich schluckte schwer und zwang meine Stimme, ruhig zu bleiben.
„Bitte… hab Erbarmen“, flüsterte ich. „Ich mache etwas Neues. Dieses Mal lasse ich es nicht anbrennen. Ich verspreche es.“
„Mir ist der Appetit vergangen“, spottete er. „Allein dein Anblick hat ihn mir verdorben.“
Beschämt senkte ich den Kopf und spürte, wie mein Herz in sich zusammensackte.
„Ich möchte dich doch nur glücklich machen“, antwortete ich leise. „Ich wünschte, du würdest mich nicht als deine Feindin ansehen.“
Ich blinzelte die Tränen zurück, hob das Tablett auf und legte die Scherben darauf.
Er seufzte.
Ich hörte, wie sich die Räder seines Rollstuhls bewegten.
Zu meiner Überraschung streckte er die Hand aus und nahm meine blutende Handfläche in seine.
Mein Herz setzte einen Schlag aus.
Seit dem Unfall vor zwei Jahren hatte er mich nicht mehr so sanft berührt.
Langsam hob ich den Blick.
Seine braunen Augen wirkten leer.
Sein Gesicht war vollkommen ausdruckslos.
„Willst du mich wirklich glücklich machen?“, fragte er leise, während sein Daumen sanft über meinen Handrücken strich.
„Ja“, antwortete ich und nickte.
Mein Herz füllte sich mit Hoffnung.
„Es gibt nichts auf der Welt, was ich mir mehr wünsche.“
„Gut. Dann merk dir das“, sagte er ruhig.
Seine Hand legte sich einen Moment lang an meine Wange, bevor er seinen Rollstuhl wieder zurückschob.
„Mach dich fertig.
Wir gehen aus.“
Überrascht blinzelte ich.
„Raus?“
Er hasste es, in seinem Zustand in der Öffentlichkeit gesehen zu werden.
„Wohin gehen wir?“, fragte ich, bevor ich mich zurückhalten konnte.
Seine Augen verengten sich.
Die Wärme, die eben noch darin gelegen hatte, verschwand augenblicklich.
„Es wird Zeit, dass du endlich einmal nützlich bist.“
Seine Worte trafen mich mit voller Wucht.
„Was… was meinst du damit?“, fragte ich, während mein Herz immer schneller schlug.
Seine Hand krachte auf die Armlehne.
„Widersprich mir nicht!“, fauchte er. „Du willst mich glücklich machen? Dann tu einfach, was ich dir sage.“
Ich zuckte zusammen.
„Ja“, antwortete ich hastig. „Natürlich.“
Damals wusste ich noch nicht, dass sich mein Leben in dieser Nacht FÜR IMMER verändern würde.
22ISABELLAEinen Augenblick lang war ich erschrocken und hatte Angst, zu stolpern, doch Rohan hielt mich eng umschlungen – als befürchtete er, mich loszulassen.„Was tust du da?“, knurrte ich, schob ihn von mir fort und trat einen Schritt zurück.Ich war den ganzen Weg hierher gelaufen, um meinen Problemen zu entkommen, doch er musste diesen Moment natürlich ruinieren.„Warum versuchst du, dich umzubringen? Bist du jetzt völlig verstandeslos geworden?“, brüllte er, während die Adern an seinen Schläfen hervortraten.„Nein“, antwortete ich rasch, um das Missverständnis aufzuklären. Doch ich hielt inne, als mir klar wurde, dass er überhaupt nicht hier sein sollte.„Warte … warum bist du überhaupt hier?“Es war kein Zufall, jemanden so tief im Wald anzutreffen. Nach seinem braunen T-Shirt und seiner Hose zu urteilen, sah er jedenfalls nicht aus, als wäre er zum Wandern ausgerüstet.Meine Augen verengten sich.„Hast du mich verfolgt?“Rohan räusperte sich und wich meinem Blick aus.„Stell
21ISABELLA„Das ist eine dreiste Anschuldigung“, schnaubte Rohan; seine volle Aufmerksamkeit galt nun Clinton.„Ich habe niemanden beschuldigt“, konterte Clinton prompt. „Ich habe nur gesagt, dass Isabella mir vielleicht helfen kann, den Dieb aufzuspüren.“„Warum glaubst du, dass ich dir helfen könnte?“ Meine Stimme klang ruhiger als das Chaos in meinem Inneren.Alpha Clifford nickte dem Mann neben sich zu – einem jener bulligen Wächter, die ich bereits von der Garderobe des Mondballs wiedererkannte.Der hünenhafte Wächter trat vor und hielt etwas hoch, das mir lächerlich vertraut vorkam.Meine Halskette.Die filigrane Silberkette wiegte sich leicht zwischen seinen Fingern.Instinktiv rieb meine Hand über meinen Hals, wo das Schmuckstück sonst immer gesessen hatte. Seit Derek sie mir geschenkt hatte, hatte ich sie nie abgelegt. Ich hatte mich so sehr an sie gewöhnt, dass ich gar nicht bemerkt hatte, wann sie mir abhandengekommen war.Das sah verdammt schlecht aus.„Ich habe den Schmu
20ISABELLAEinen Moment lang stand die Welt bei seinen Worten vollkommen still.Die schwarzhaarige Frau lächelte mich an, bevor sie ihre Arme erneut um Rohan schlang. Sie lehnte sich vor, um ihn zu küssen, doch er drehte sich leicht ab und hielt sie auf Abstand.„Warum bist du hierhergekommen?“, fragte Rohan.Derweil rutschte mir das Herz bis in die Hose.Ich hatte zwar immer behauptet, er sei voller Überraschungen, doch diesmal glaubte ich es aufs Wort.„Vater meinte, du wärst eine Weile weg, und ich habe mir Sorgen gemacht. Also habe ich beschlossen, mich Bellamy anzuschließen und dich zu überraschen. Ist das nicht toll?“, plapperte sie und hüpfte vor Freude auf den Zehenspitzen.Ja, toll. Einfach phänomenal.Es war eine unbegreifliche Nacht gewesen.Statt also weiterhin unbeholfen herumzustehen, beschloss ich, das Paar allein zu lassen. Meine Füße waren eiskalt, als ich über den Marmorboden ging, und der Frost kroch mir bis in die Lungen.Ich habe nie an die Ehe geglaubt, hatte er
19ISABELLA„Wir … sollten das nicht tun“, murmelte ich zwischen zwei zaghaften Bissen und Saugen an seinen Lippen.Ein Teil meines Verstandes wusste genau, wie falsch das hier war, doch hier – in der Dunkelheit, wo nur er auf mir lag – gab sich der Rest meines Verstandes nur zu gern diesem Ausgang hin.Und als seine Zunge tiefer drang, führten unsere Lippen einen leidenschaftlichen Tanz auf, der alles andere als subtil war.Ein leises Stöhnen entkam mir, während sich meine Oberschenkel anspannten. Mir war nur zu bewusst, dass sich eine feuchte Hitze zwischen meinen Beinen ausbreitete.Dieser Mann musste nicht viel tun, um meinen Körper augenblicklich in Flammen zu setzen.„Du solltest nicht reden“, knurrte Rohan außer Atem, während die Luft im Versteck knapper wurde. Seine Arme schlangen sich nun um meine Taille und zogen mich noch enger an sich heran, als ob wir nicht schon ohnehin auf engstem Raum eingepfercht wären.Er fluchte leise an meinem Mund, und ich konnte seine Frustration

















