LOGINCleo Marsh hatte nie erwartet, dass ihre dreijährige Beziehung ohne Vorwarnung enden würde. Herzgebrochen und gedemütigt ertränkt sie ihren Kummer in Alkohol und verbringt die Nacht mit einem völligen Fremden. Drei Wochen später steht sie Xavier Voss gegenüber – dem Mann, mit dem sie den One-Night-Stand hatte und dem mächtigen CEO des Unternehmens, das die Zukunft ihrer Familie in der Hand hält. Sein Angebot ist einfach: Sechs Monate lang so tun, als wäre sie seine Freundin, und er rettet das zusammenbrechende Familienunternehmen. Was als Geschäftsarrangement beginnt, wird bald weit komplizierter, als beide erwartet haben – besonders als Cleo entdeckt, dass der Mann, den sie vorgibt zu lieben, der Halbbruder ihres Ex-Freundes ist. Als vergrabene Geheimnisse ans Licht kommen und die Grenzen zwischen Vorspiegelung und Realität verschwimmen, findet sich Cleo zwischen dem Herzschmerz, den sie hinter sich gelassen glaubte, und einer Zukunft wieder, die sie nie kommen sah.
View MoreCleo
„Ich denke, wir sollten Schluss machen.“ Für einen Moment starrte ich Damien nur an. Die Worte drangen nicht zu mir durch. Sie hingen zwischen uns in der Luft, wie etwas Unwirkliches. Ich blinzelte.
„Was?“
„Ich denke, wir sollten Schluss machen“, wiederholte er.
Ein Lachen entkam mir, bevor ich es verhindern konnte. Nicht, weil es lustig war. Weil es lächerlich war. Weil ich vor fünf Minuten ihm gegenüber gesessen und mich gefragt hatte, ob er gerade einen Antrag machen wollte. Weil heute unser Jahrestag war und Menschen keine dreijährigen Beziehungen über Crème brûlée und teuren Wein beendeten.
„Okay“, sagte ich langsam. „Sehr witzig.“
Sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht, und das Lächeln verblasste allmählich von meinen Lippen.
„Warte.“ Ein seltsames Gefühl setzte sich in meinem Magen fest. „Du meinst das ernst?“
Das Schweigen, das folgte, war Antwort genug.
„Warum?“ Das Wort kam kaum überflüsternd heraus.
Damien schwieg einen Moment. Dann lehnte er sich leicht in seinem Stuhl zurück. „Ich denke einfach, dass das so nicht mehr funktioniert.“
Ich starrte ihn an und suchte in seinem Gesicht nach etwas, irgendetwas, das das alles sinnvoll machen würde. Ich fand nichts.
„Habe ich etwas falsch gemacht?“
„Nein.“ Die Antwort kam zu schnell.
„Was ist es dann?“ fragte ich. „Rede mit mir, Damien.“
Er rieb sich mit einer Hand über den Kiefer. „Cleo…“
„Wir können es reparieren“, sagte ich schnell. „Was auch immer es ist, wir können es gemeinsam durchstehen.“
Ich griff über den Tisch und nahm seine Hand. „Bitte, Damien.“
Für eine dumme, demütigende Sekunde flammte Hoffnung in mir auf. Dann zog er seine Hand weg. Nicht hart. Auch nicht sanft. Einfach… absichtlich. Als wollte er nicht, dass ich ihn berühre. Ich spürte die Zurückweisung bis in die Knochen.
„Du musst damit aufhören, du machst dich lächerlich“, sagte er kalt.
Eine Träne löste sich, bevor ich sie aufhalten konnte. Ich wischte sie sofort weg.
„Ich will nicht mehr mit dir zusammen sein.“
Die Endgültigkeit in seiner Stimme zerschmetterte die letzte Hoffnung, die mir geblieben war. Einen Moment lang sprach keiner von uns. Dann griff er in sein Portemonnaie, zog ein paar Dollarnoten heraus und warf sie auf den Tisch.
„Für das Essen.“ Die Lässigkeit dabei wurde mir übel.
Als könnte man drei gemeinsame Jahre so einfach begleichen wie eine Restaurantrechnung. Ohne ein weiteres Wort stand er auf. Und ging. Einfach so.
Ich saß da und starrte seiner sich entfernenden Gestalt nach, unfähig, mich zu bewegen. Unfähig zu atmen. Unfähig zu verstehen, wie der Mann, den ich drei Jahre lang geliebt hatte, einfach aus meinem Leben gegangen war. Langsam wurde mir die Flüsterei um mich herum bewusst. Die neugierigen Blicke. Die mitleidigen Blicke, die die Demütigung nur noch schlimmer machten.
Plötzlich vibrierte mein Handy in meiner Handtasche. Mein Herz machte einen Sprung, und bevor ich mich zurückhalten konnte, griff ich schon danach – ein winziger, verzweifelter Teil von mir hoffte, dass es Damien war. Hoffte, er würde mir schreiben und sagen, dass das alles ein Fehler gewesen war. Ein Missverständnis. Ein grausamer Scherz. Irgendetwas.
Meine Finger zitterten, als ich das Handy herauszog. Die Hoffnung starb fast sofort. Es war nicht Damien. Es war meine beste Freundin Lexi.
Lexi: Hey Girl! Wie war das Abendessen? Hat er einen Antrag gemacht? Ich brauche Details ASAP!!
Ich starrte auf die Nachricht und spürte einen stechenden Schmerz in der Brust. Gerade noch vor ein paar Stunden hatte Lexi mit übergeschlagenen Beinen auf meinem Bett gesessen, während ich mich für das Abendessen fertigmachte. Sie hatte fast dreißig Minuten damit verbracht, mir bei den Vorbereitungen für eine Zukunft zu helfen, die es nicht mehr gab. Eine Träne glitt bei der Erinnerung meine Wange hinunter. Ich sperrte das Handy schnell und schob es zurück in meine Handtasche. Ich konnte ihr nicht antworten. Nicht jetzt. Nicht, wenn ich selbst kaum begreifen konnte, was passiert war.
Ich schob den Stuhl zurück und stand auf. Meine Beine fühlten sich unsicher unter mir an. Für einen kurzen Moment dachte ich, ich könnte wirklich zusammenbrechen. Stattdessen griff ich nach meiner Handtasche und ging zum Ausgang. Die kühle Nachtluft traf mein Gesicht, sobald ich nach draußen trat. Ich atmete scharf ein und schlang die Arme um mich, während weiterhin Tränen meine Wangen hinunterliefen.
Ein gelbes Taxi hielt am Bürgersteig. Ohne nachzudenken hob ich die Hand und signalisierte dem Fahrer zu stoppen. Wenige Augenblicke später saß ich auf dem Rücksitz und starrte ausdruckslos aus dem Fenster. Der Fahrer warf mir einen Blick über den Rückspiegel zu.
„Wohin, Miss?“
Ich hätte „nach Hause“ sagen sollen. Aber der Gedanke, in meine Wohnung zu gehen, ließ meine Brust schmerzen. Jede Ecke der Wohnung hielt eine Erinnerung an Damien. Ich konnte dem nicht gegenüberstehen. Nicht heute Abend. Nicht, wenn ich immer noch das Gefühl hatte, nicht atmen zu können.
„Miss?“
Ich blinzelte. „Entschuldigung.“
Meine Stimme klang seltsam. Klein. Zerbrochen. Ich schluckte schwer.
„Wo ist der nächste Club?“
Der Fahrer sah überrascht aus, erholte sich aber schnell. „Etwa zehn Minuten von hier.“
Ich nickte und schaute wieder aus dem Fenster. „Fahren Sie mich dorthin.“
Der Rest der Fahrt verlief in Schweigen. Ich legte die Stirn an das kühle Fenster und beobachtete, wie die Stadt in Lichtstreifen vorbeizog. Der rationale Teil von mir wusste, dass es nichts lösen würde, mein Elend in Alkohol zu ertränken. Es würde Damien nicht zurückbringen oder das Bild auslöschen, wie er ohne einen zweiten Blick von mir weggegangen war.
Aber gerade jetzt wollte ich nicht rational sein. Ich wollte nicht nachdenken oder nach Hause gehen und allein in meiner Wohnung sitzen. Ich wollte einfach, dass der Lärm in meinem Kopf aufhörte. Einige Minuten später verlangsamte das Taxi und hielt vor einem Gebäude, das von einem leuchtenden schwarz-goldenen Schild erhellt wurde, auf dem „Havana Club“ stand.
Der Club erstreckte sich über die Straßenecke, der Eingang war von Menschen überfüllt, die hinter Samtseilen warteten. Musik pulsierte schwach durch die Wände, der schwere Bass vibrierte sogar von draußen.
„Wir sind da“, sagte der Fahrer. Seine Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Für eine Sekunde starrte ich einfach auf das Schild, bevor ich in meine Handtasche griff und ihm ein paar Dollarnoten reichte.
„Behalten Sie das Wechselgeld.“ Er warf einen Blick auf das Geld und schaute dann wieder zu mir.
„Einen schönen Abend noch, Miss.“
Ich stieß die Tür auf und trat auf den Bürgersteig. Die Nachtluft war kalt auf meiner Haut. Menschen standen in kleinen Gruppen vor dem Club, lachten und unterhielten sich. Ich stellte mich in die Schlange. Ein großer Sicherheitsmann überprüfte Ausweise, bevor er die Leute einzeln durchwinkte. Als ich an der Reihe war, warf er nur einen kurzen Blick auf meinen Führerschein, bevor er ihn zurückgab.
„Genießen Sie Ihren Abend.“ Ich zwang ein Lächeln und trat ein.
Die Musik traf mich sofort. Der Bass vibrierte durch den Boden unter meinen Absätzen. Farbige Lichtblitze streiften über den überfüllten Raum. Gespräche vermischten sich mit Gelächter, dem Klirren von Gläsern und dem stetigen Rhythmus der Musik aus den Lautsprechern. Die Luft roch schwach nach teurem Parfüm, Alkohol und etwas Süßem, das ich nicht genau zuordnen konnte.
Ich wollte mich fast umdrehen und gehen. Vielleicht war das ein Fehler gewesen. Vielleicht hätte ich nach Hause gehen sollen. Dann hallte Damiens Stimme in meinem Kopf wider und mein Magen verdrehte sich bei der Erinnerung. Ich hob das Kinn und ging zur Bar. Einen Drink. Das war alles, was ich brauchte. Nur einen.
Aus einem wurde zwei. Aus zwei wurde drei. Irgendwo zwischen dem dritten und dem vierten hatte ich aufgehört mitzuzählen. Ich schob mein leeres Glas zum Barkeeper. „Noch einen.“ Bevor der Barkeeper zur Flasche greifen konnte, sprach eine Stimme neben mir. „Schwerer Abend?“ Langsam drehte ich den Kopf. Ein Mann saß auf dem Platz neben mir. Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass er sich gesetzt hatte.
CleoSie fragte nach der morgendlichen Übelkeit, ob ich Bauchschmerzen oder vaginale Blutungen gehabt hätte und ob ich Schwindel oder andere ungewöhnliche Symptome bemerkt hätte.Ich beantwortete jede Frage so ehrlich wie möglich. Zum Glück hatte ich abgesehen von gelegentlicher Übelkeit und Müdigkeit nichts Beunruhigendes erlebt.„Mit etwa neun Wochen können wir oft den Embryo sehen und die Herzaktivität feststellen. Manchmal gibt uns ein abdominaler Ultraschall eine ausreichend klare Ansicht. Wenn nicht, können wir einen transvaginalen Scan empfehlen, um einen genaueren Blick zu bekommen“, sagte sie.Ich nickte und versuchte, alles aufzunehmen.Xavier, der aufmerksam zugehört hatte, lehnte sich leicht vor.„Und das wäre sicher für das Baby?“„Ja“, versicherte Dr. Palmer ihm. „Ultraschall verwendet Schallwellen statt Strahlung. Ein transvaginaler Ultraschall wird in der frühen Schwangerschaft bei Bedarf häufig eingesetzt.“Er nickte.„Okay.“Ich warf ihm einen Blick zu.Er schien wir
CleoXavier blieb neben unserem Tisch stehen, seine Aufmerksamkeit legte sich auf mich.„Hey, Babe.“„Hey“, drehte ich mich um und schenkte ihm ein kleines Lächeln.Sein Blick verweilte auf meinem Gesicht, bevor er kurz auf den Teller vor mir sank.„Genießt du dein Mittagessen?“„Ja“, nickte ich. „Sehr.“Ein betontes Husten ertönte von der anderen Seite des Tisches. Ich drehte mich zu Lexi um, die zwischen uns hin und her schaute mit einem Ausdruck, der nahelegte, dass sie darauf gewartet hatte, dass wir uns an ihre Existenz erinnerten.„Oh, Entschuldigung.“ Ich deutete auf sie. „Xavier, das ist meine beste Freundin Lexi. Lexi, das ist mein Freund Xavier.“„Verlobter, meinst du.“ Lexi korrigierte und wackelte andeutungsvoll mit den Augenbrauen.„Richtig.“ Ich lachte nervös. „Verlobter.“Das Wort klang seltsam, als es meinen Mund verließ, und ich war mir nicht sicher, ob ich mich jemals daran gewöhnen würde.„Hi!“ Lexi streckte die Hand aus, ihr Gesicht erhellte sich. „Endlich schön, d
CleoLexi schien die Veränderung in meinem Gesichtsausdruck zu bemerken. Ihr Gesicht wurde weicher, und sie drückte meine Hand sanft.„Hey. Damian ist ein Arschloch, und du verdienst so viel Besseres als ihn. Okay?“Ein kleines Lächeln zuckte an meinen Lippen. „Ja. Ich weiß.“ Mein Lächeln wurde etwas schwächer, als ich nach meinem Apfelsaft griff. „Es gibt aber noch etwas.“Lexi nahm ihr Sandwich und musterte mich neugierig. „Okay, was ist es?“Ich zögerte einen Moment, bevor ich sprach.„Damian und Serena sind verlobt.“Sie ließ beinahe ihr Sandwich fallen. „WAS?“ Sie starrte mich mit weit aufgerissenen Augen an. „Du meinst deinen Ex Damian und unsere Freundin Serena?“„Ja.“ Ich nickte. „Er hat sie zum Familienessen mitgebracht. Ich war genauso schockiert, sie zusammen zu sehen.“„Diese hinterhältige Schlampe!“ Lexi schlug mit der Handfläche auf den Tisch, sodass das Besteck klirrte.Ich schaute verlegen umher, aber sie schien sich nicht darum zu kümmern.„Lexi, es ist in Ordnung.“„N
CleoIch wachte vom Geräusch meines Weckers auf und bereute sofort, bei Bewusstsein zu sein. Mehrere Sekunden lag ich unter meiner Decke und starrte an die Decke, während mein Kopf langsam die Ereignisse der vorherigen Nacht einholte.Ich drehte den Kopf und entdeckte den Diamantring auf meinem Nachttisch. Er funkelte im Morgenlicht, das durch meine Vorhänge fiel.Ich hoffte wirklich, dass gestern ein langer, schrecklicher Traum gewesen war und dass ich aufwachen würde, um festzustellen, dass nichts davon passiert war.Aber anscheinend war es das nicht.Xavier und ich waren tatsächlich verlobt, und Damian und Serena auch.Wenn mir jemand vor drei Monaten gesagt hätte, dass dies mein Leben sein würde, hätte ich ihm ins Gesicht gelacht.Mein Handy vibrierte auf dem Nachttisch. Ich griff danach und blinzelte auf den Bildschirm.Es war eine E-Mail vom Krankenhaus.Liebe Ms. Marsh, dies ist eine Erinnerung an Ihren geplanten Frauenarzttermin heute um 14:00 Uhr. Bitte erscheinen Sie ein paar





