LOGINNoahDas Morgenlicht war kalt und grau, als sie Lucas durch die Tore von Silvercrest führten.Ich stand auf der Mauer und sah ihm nach. Der kleine Elias war in meinen Armen, seine silbernen Augen blinzelten mich unschuldig neugierig an. Der Wind war scharf und trug den Duft von Regen und fernen Kiefern heran. Ich hielt Elias fest an mich gedrückt und spürte die Wärme seines Körpers an meinem, ein kleiner Trost in der kalten Morgenluft.Lucas ging langsam, seine Ketten klirrten bei jedem Schritt. Sein Kopf war gesenkt, seine Schultern hingen schlaff herunter. Er sah überhaupt nicht mehr aus wie der selbstbewusste Beta, der einst an Adrians Seite gestanden und Respekt und Autorität einflößend ausgestrahlt hatte. Er wirkte wie ein gebrochener Mann, nur noch ein Schatten seiner selbst. Seine Kleidung war zerrissen, sein Gesicht bleich und hager.Adrian stand neben mir, seine Hand ruhte auf meinem Rücken. „Alles in Ordnung?“Ich schüttelte den Kopf, meine Stimme kaum hörbar. „Ich weiß nich
NoahDie große Halle war überfüllt.Ich stand neben Adrian auf dem Podium, den kleinen Elias im Arm, und sah zu, wie die Wachen Clara durch die Mitte der Halle zerrten. Ihre Ketten klirrten auf dem Steinboden, ihr zerfetztes Gewand schleifte hinter ihr her. Ihr Haar war ein verfilztes Durcheinander, ihr Gesicht hager und eingefallen.Doch ihre Augen brannten noch immer vor Trotz.Das Rudel hatte sich versammelt, um ihrer Urteilsverkündung beizuwohnen. Hunderte von Wölfen beobachteten schweigend das Geschehen, ihre Gesichter verhärtet vor Hass und Genugtuung. Elena stand an der Spitze der Menge, die Hände gefaltet.Adrian trat vor, seine Stimme hallte durch die Halle. „Clara Whitmore, du wurdest des Hochverrats, der Verschwörung und des versuchten Mordes für schuldig befunden. Du hast versucht, dieses Rudel zu vernichten. Du hast versucht, meine Gefährtin zu töten. Du hast versucht, mir mein Kind zu rauben.“Clara lachte bitter auf. „Du glaubst, du hast gewonnen? Du glaubst, das ist vo
NoahDer Trainingsplatz war in goldenes Morgenlicht getaucht.Ich saß auf einer Steinbank am Rand des Hofes, den kleinen Elias auf dem Schoß, und beobachtete Adrian bei seinen Übungen. Sein Schwert blitzte silbern auf, seine Bewegungen waren präzise und kraftvoll. Schweiß glänzte auf seiner Stirn, seine Muskeln waren von kontrollierter Stärke angespannt. Die Morgenluft war frisch und klar und trug den Duft von Tau und Erde.Elias wand sich auf meinem Schoß, seine silbernen Augen auf seinen Vater gerichtet. Seine kleinen Hände streckten sich aus, griffen in die Luft, als wollte er mitmachen. Das silberne Licht unter seiner Haut pulsierte sanft, ein zarter Rhythmus, der mit meinem Herzschlag übereinstimmte.Adrian beendete sein Programm und wandte sich uns zu, ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Hast du das gesehen, mein Junge?“Elias plapperte aufgeregt und fuchtelte mit den Armen. Ich lachte und drückte ihm einen Kuss auf den Kopf. „Ich glaube, er will es versuchen. Sie
NoahIch wachte vom Geräusch eines Knurrens auf.Einen Moment lang dachte ich, ich träume. Das Geräusch war leise, grollend und kam irgendwo aus dem Zimmer. Ich richtete mich auf, mein Herz hämmerte, und suchte die Dunkelheit ab.Der kleine Elias lag in seinem Bettchen, sein winziger Körper angespannt, seine silbernen Augen leuchteten im Dämmerlicht. Das Geräusch kam von ihm.„Adrian“, flüsterte ich und rüttelte an seiner Schulter. „Wach auf.“Adrian rührte sich, seine Augenlider flatterten auf. „Was ist los?“Ich deutete auf das Babybett. „Elias. Er... knurrt.“Adrian richtete sich auf, seine Augen weiteten sich. Der kleine Brustkorb des Babys hob und senkte sich, seine winzigen Fäustchen waren geballt. Das silberne Licht unter seiner Haut pulsierte hell und tauchte den Raum in ein ätherisches Leuchten."Was passiert mit ihm?", fragte ich mit vor Angst bebender Stimme.Adrian streckte die Hand aus, sie schwebte über dem Baby. „Ich weiß es nicht. Aber ich kann es spüren. Sein Wolf. Er
NoahAm Morgen nach der Zeremonie zur Eheschließung erwachte ich vom Klang der Feierlichkeiten, der durch die Palastmauern hallte.Ich lag einen Moment im Bett und spürte die Wärme von Adrians Arm um meine Taille. Das silberne Licht unter meiner Haut pulsierte sanft, ein zarter Rhythmus, der mit meinem Herzschlag verschmolz. Der kleine Elias schlief friedlich in seinem Bettchen, sein winziger Brustkorb hob und senkte sich mit jedem Atemzug. Das Morgenlicht strömte durch die Vorhänge und warf goldene Muster auf den Boden.Adrian rührte sich neben mir, seine Augenlider flatterten auf. Ein langsames Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er mich wach sah. „Guten Morgen, Luna.“Ich lächelte und spürte, wie sich eine Wärme in meiner Brust ausbreitete. „Guten Morgen, mein Mann.“Er zog mich näher an sich heran und drückte mir einen Kuss auf die Stirn. „Bist du bereit für heute? Das ganze Rudel wartet.“Ich holte tief Luft und spürte, wie die Bedeutung des Augenblicks mir in die K
NoahDer Morgen der Sommersonnenwende dämmerte hell und golden.Ich stand in meinen Gemächern und betrachtete mein Spiegelbild. Mein Kleid war weiß und fließend, bestickt mit zarten Silberfäden, die das Licht einfingen. Das silberne Licht unter meiner Haut pulsierte sanft, ein zarter Rhythmus, der mit meinem Herzschlag harmonierte.Elena stand hinter mir und rückte den kleinen Blumenkranz auf meinem Kopf zurecht. „Du siehst wunderschön aus“, sagte sie leise. „Absolut wunderschön.“Ich lächelte, aber meine Hände zitterten. „Ich bin nervös.“Elena drückte meine Schulter. „Das ist normal. Jeder ist nervös an seinem Kennenlerntag.“Ich schüttelte den Kopf. „Es geht nicht nur um die Zeremonie. Es geht um alles. Das Rudel schaut zu. Die Zukunft wartet.“Elena zog mich in eine sanfte Umarmung. „Du bist bereit, Noah. Du bist schon lange bereit.“Ich nickte und spürte, wie die Wärme ihrer Worte mein Herz durchdrang. „Danke, Elena. Für alles.“Sie lächelte. „Na los. Adrian wartet.“Die große Ha
Noah~Etwas traf mich so heftig in die Seite, dass ich aus meiner Bewusstlosigkeit gerissen wurde, und der darauf folgende Schmerz war nicht normal.Es durchfuhr meinen Körper, als würde mich etwas von innen auffressen. Ich schnappte nach Luft, als ich die Augen aufriss, nur um einen weiteren Tritt
Noah~GEGENWÄRTIG Ich bin gerannt.Ich konnte ihr Lachen hören und ihre höhnischen Blicke sehen, als sie alle möglichen grausamen Dinge über mich sagten.„Wie kann er es wagen, den Lykanerkönig seinen Gefährten zu nennen?“„Das Ungeheuer dachte, es hätte eine Chance.“Das nenne ich Dreistigkeit!I
Noah~Ich öffnete die Augen und sah Tyrene über mir stehen, mit Tränen in den Augen und dem hässlichsten Gesichtsausdruck, den ich seit Langem gesehen hatte.„Du hast ein so hässliches Heulgesicht.“„Noahhhh!!“, sagte sie und wischte sich das verschnupfte Gesicht ab, während sie näher an mich heran
Noah~„Ich weise dich zurück. Ich, Adrian Laurent, weise dich als meinen Gefährten zurück und bitte die Göttin, die Gefährtenbindung zu zerstören.“Ein stechender Schmerz durchfuhr meine Brust, Schweiß rann mir den Rücken hinunter, während mich alle anderen mit höhnischem Blick anstarrten. Ich konn







