LOGINElena hatte Angst, dass die ganze Wahrheit zu viel für ihn sein würde.Heinrich begriff sofort, was ihr Sorgen machte. Sein Gesicht wurde ernst.„So zerbrechlich bin ich nun auch wieder nicht. Erzähl mir, was passiert ist.“Elena zögerte trotzdem.„Opa, im Moment ist es wichtiger, dass du dich erholst. Die Sache ist doch inzwischen vorbei.“„Elena, dein Vater ...“Heinrich stockte. In seinem Blick lag tiefe Traurigkeit.„Ich will wissen, was wirklich passiert ist. Und ich muss die ganze Wahrheit kennen.“Elena ging vor ihm in die Hocke und nahm seine alten Hände fest in ihre.„Gut. Dann erzähle ich dir alles.“Sie wusste, dass sie es ihm nicht länger verheimlichen konnte.Zehn Minuten später war Heinrichs Gesicht vor Wut gerötet, seine Augen feucht.„Was sind das nur für Menschen!“Heinrichs Hände zitterten heftig. Elena erschrak sofort und fürchtete, dass die Aufregung seiner Gesundheit wieder zusetzen könnte.„Opa, bitte reg dich nicht auf. Sie sind alle festgenommen worden. Den Rest
Aber schon gut zwei Wochen später hatte Heinrich endgültig genug und bestand darauf, ins alte Familienhaus zurückzukehren.Elena konnte ihn nicht umstimmen und gab schließlich nach.„Siehst du? Zu Hause ist es eben doch am schönsten. In diesem angeblichen Safehouse bin ich langsam verrückt geworden.“Heinrich stand mitten im Wohnzimmer und ließ den Blick durch den Raum schweifen. Auf seinem Gesicht lagen Vertrautheit und Zufriedenheit.Es kam ihm vor, als sei er eine Ewigkeit nicht mehr hier gewesen.Herr Kindling lächelte.„Natürlich ist es zu Hause am angenehmsten. Jetzt, wo Sie sich wieder gut erholt haben, kann Frau Weiß auch beruhigt sein. Und um Ihre geliebten Gladiolen habe ich mich ebenfalls kümmern lassen. Die haben nur auf Ihre Rückkehr gewartet.“Heinrich lachte zufrieden.„Du weißt eben genau, womit du mir eine Freude machst.“Elena merkte, wie eng die beiden miteinander verbunden waren, und musste ebenfalls lächeln.„Herr Kindling hat recht. Opa, deine Gesundheit geht vor.
Beates Augen waren ebenfalls gerötet. Man sah ihr an, wie sehr Elena ihr am Herzen lag. Sie winkte ihr liebevoll zu.„Fahrt jetzt nach Hause, es ist schon spät. Passt gut auf euch auf.“Elena nickte gehorsam.Plötzlich stellte sie sich vor, wie es wohl wäre, wenn ihre Eltern noch da wären und sie mit Felix zum Essen nach Hause käme.Ihre Mutter würde sich wie immer liebevoll um sie kümmern, nachfragen, ob es ihr gut ging, und ihr dies und das ans Herz legen.Ihr Vater würde mit Felix am Tisch sitzen, mit ihm trinken und über die Arbeit, neue Pläne und die Zukunft sprechen.Ihre Eltern waren nicht mehr da.Andere konnten jederzeit zu ihren Eltern nach Hause fahren.Sie nicht.Auf der Rückfahrt lehnte Felix tief im Sitz. Sein Gesicht war auffallend blass, und selbst die Augen offen zu halten fiel ihm schwer.Er hatte eindeutig zu viel getrunken. Die kühle Luft draußen hatte den Alkohol zusätzlich wirken lassen.Trotzdem hielt er Elenas Hand fest und sah sie mit schwerem, dunklem Blick an
Dabei war Adrian ursprünglich derjenige gewesen, der mit Elena zusammen war. Und innerhalb weniger Monate hatte sich alles vollkommen verändert.Er konnte es einfach nicht akzeptieren.„Onkel Martin, Tante Beate, Elena und ich waren fünf Jahre zusammen. Zwischen Felix und ihr ging es am Anfang doch nur um die Verbindung zwischen unseren Familien.“„Schon gut. Ich weiß, dass ihr im Moment viel gegen mich habt. Irgendwann werde ich euch zeigen, dass ihr euch in mir täuscht.“Adrian verabschiedete sich höflich und wollte gehen.Doch Felix packte ihn am Handgelenk. Sein Gesicht war kalt und unbewegt, als er Adrian musterte.„Halt dich in Zukunft von ihr fern. Sonst kannst du deinen Platz in der Konzernzentrale vergessen.“Seine Stimme blieb tief und ruhig, doch die Warnung war eindeutig.Adrian erstarrte.Unter Felix’ kaltem Blick brachte er trotz all seines Ärgers kein Wort heraus. Schließlich riss er sein Handgelenk los und verließ mit finsterer Miene das Haus.Kurz darauf war draußen ei
Es war Adrian.Auch Felix hatte ihn sofort bemerkt.Adrian unterhielt sich gerade auffallend freundlich mit Martin. Als sein Blick zu Elena und Felix wanderte, lag für einen kurzen Augenblick etwas Selbstzufriedenes darin.„Ich weiß auch nicht, warum er plötzlich hier aufgetaucht ist. Er hat jede Menge Geschenke mitgebracht, aber Martin und ich wollten ihn nicht zum Essen dabehalten.“Beate erklärte es hastig, weil sie auf keinen Fall wollte, dass die beiden etwas falsch verstanden.Vor allem wegen Felix machte sie sich Gedanken.Elena und Adrian waren schließlich fünf Jahre zusammen gewesen. Auch wenn diese Beziehung längst vorbei war, ließ sich diese Vergangenheit nicht einfach wegwischen.Elena verstand sofort, worüber ihre Tante sich Sorgen machte, und tätschelte beruhigend ihre Hand.„Schon gut. Dann soll er die Sachen wieder mitnehmen und gehen.“Sie warf Felix einen Blick zu, und gemeinsam gingen sie ins Wohnzimmer.Martin wirkte etwas verlegen.„Adrian hat gleich mehrere teure
Mara holte gerade Luft, doch Elena kam ihr zuvor.„Und ersetzt wirst du auch nicht. Du bleibst meine beste Freundin Nummer eins.“Mara war sofort versöhnt.„Na gut, dann verzeihe ich dir. Und wie geht es deinem Opa?“Elena hielt kurz inne.Mist.Sie hatte Mara noch gar nicht erzählt, dass Heinrich wieder wach war.Wenn Mara das gleich erfuhr, konnte Elena sich schon vorstellen, wie groß das Drama wurde.Eigentlich wollte sie noch nicht, dass die Nachricht nach außen drang. Vor Mara musste sie es allerdings nicht geheim halten.„Er ist wach. Schon seit ein paar Tagen. Es war einfach zu viel los, und es gab noch ein paar andere Gründe, deshalb habe ich dir nichts gesagt.“Maras Stimmung sank sofort. Sie setzte sich im Bett auf und wirkte sichtbar enttäuscht.Sie öffnete den Mund, sagte aber nichts.Elena wusste sofort, was los war, und erklärte: „Es darf vorerst niemand davon erfahren. Dass Opa wach ist, bleibt noch unter uns.“Dann erzählte sie Mara auch, warum sie mit der Nachricht so
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl
Einen Moment lang setzte bei Elena der Verstand aus. Sie wurde knallrot, biss sich auf die Unterlippe, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte Felix einen Kuss auf die Wange.„Reicht das jetzt?“Kaum hatte sie ihn geküsst, wollte sie sich schon wieder zurückziehen.Felix’ Pupillen weiteten sic
Elenas Worte waren für ihren Großvater kaum zu glauben. Nachdem er ein ums andere Mal nachgefragt hatte, lachte er noch herzlicher als zuvor.„Gut, Hauptsache, du bist verheiratet. Wann bringst du ihn mal bei mir vorbei, damit ich mir den Jungen ansehen kann?“Elena antwortete brav: „Kein Problem, O
Zum Glück klingelte in diesem Moment Elenas Handy und rettete sie aus der peinlichen Situation.„Hallo?“Ihr Herzschlag wurde schneller, sie ging hastig ran.Am anderen Ende meldete sich ihre beste Freundin, das Topmodel Mara Schmitt, mit spöttischem Ton. „Na, meine große Elena, du bist gestern unte







