LOGIN„Wahrscheinlich beides.“Lia verzog angewidert das Gesicht.„Bei euch in der Familie ist wirklich keiner normal. Weder dein Vater noch deine Mutter.“„Adrian ist in den letzten Tagen ständig in den Niederlassungen aufgetaucht und hat dort Ärger gemacht. Ich hielt das erst für Kleinkram und habe dir deshalb nichts gesagt. Jetzt sieht es aber eher so aus, als hätten sie sich längst vorbereitet und wollten dich wirklich aus dem Weg räumen.“Lias Ärger schlug endgültig in Wut um.Am liebsten wollte sie Thomas und Adrian selbst zur Rechenschaft ziehen.Auch ein anderer Verdacht drängte sich ihr inzwischen auf. Felix war während seiner drei Jahre im Ausland mehrfach Ziel von Anschlägen geworden. Wer konnte schon sagen, ob seine eigene Familie damals nicht ebenfalls die Finger im Spiel hatte?Felix selbst blieb dagegen erstaunlich ruhig.„Für solche Leute lohnt es sich nicht, sich aufzuregen. Wenn sie unbedingt alles gegen die Wand fahren wollen, sollen sie es tun.“Lia öffnete den Mund, sagt
Felix zog Elena noch fester an sich und hielt sie so lange im Arm, bis sie kaum noch Luft bekam. Erst dann lockerte er widerwillig seinen Griff.So leidenschaftlich und unbeherrscht hatte Elena ihn nur selten erlebt.Da fiel ihr plötzlich etwas ein.„Tatjana hat gesagt, dass du mein Brautkleid entworfen hast.“Sie hob die Hand mit dem rosafarbenen Diamantring und musterte ihn misstrauisch.„Und der Ring stammt auch von dir. Brautkleid, Ring ... Felix, hast du schon immer so sehr vom Heiraten geträumt?“Tatjana hatte ihr erzählt, dass der Entwurf für das Kleid bereits fünf Jahre alt war.Elena wusste zwar, dass Felix sich nach eigener Aussage schon damals in sie verliebt hatte. Trotzdem ließ sie der Gedanke nicht los. Warum entwarf ein Mann so früh ein Brautkleid und plante sogar schon einen Ring?Dann erinnerte sie sich an den Tag, an dem Adrian sie beim Standesamt versetzt hatte.Ausgerechnet an diesem Tag war Felix aus dem Ausland zurückgekommen. Und ausgerechnet er hatte sie angeruf
Die Reporter vor dem Krankenhaus waren noch immer nicht gegangen und hielten sofort fest, wie ernst Herr Stein und Heinrich beim Verlassen des Gebäudes wirkten.Im Netz begann daraufhin die nächste Runde der Spekulationen.Viele Leute versuchten allein anhand ihrer Gesichter herauszufinden, wie viel an den Meldungen über Felix’ Zustand wirklich dran war.Elena verfolgte die Berichte auf ihrem Handy und sah anschließend zufrieden zu Felix.„Inzwischen glaubt fast jeder, dass du schwer verletzt im Krankenhaus liegst. Wenn das so weitergeht, passiert wahrscheinlich bald genau das, womit du gerechnet hast.“Felix betrachtete sie einen Moment schweigend. In seinem Blick lag noch immer ein Hauch von schlechtem Gewissen.„Bist du mir wirklich nicht sauer? Schon beim letzten Mal ist aus unseren Hochzeitsfotos nichts geworden, und heute wurde alles wieder unterbrochen. Langsam habe ich das Gefühl, dass ich dir einiges schulde.“Elena sah ihn lange an, trat näher und nahm sein Gesicht zwischen b
„Was denkst du?“Stefan lächelte geheimnisvoll, sein Blick blieb dunkel und schwer zu lesen.Im Krankenhaus waren Herr Stein und Heinrich inzwischen im Zimmer angekommen.Vor der Tür standen mehrere Sicherheitsleute, was Herr Stein zumindest ein wenig beruhigte.„Immerhin passt du inzwischen besser auf dich auf.“Felix und Elena saßen derweil am Bett und aßen Mandarinen. Die Früchte waren um diese Jahreszeit besonders süß und saftig.Elena hatte das Brautkleid längst ausgezogen und Tatjana gebeten, es sicher wegzupacken. Danach war sie mit Felix im Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren. Jetzt trug sie ein schlichtes Kleid, auf dem noch einzelne Blutflecken zu sehen waren.Als Herr Stein und Heinrich hereinkamen, erschraken sie beim ersten Anblick trotzdem. Erst als sie Felix unverletzt vor sich sahen, fiel ihnen wieder ein, dass die beiden sie bereits telefonisch vorgewarnt hatten.Trotzdem dauerte es einen Moment, bis die Anspannung wirklich nachließ.Heinrich wurde ungeduldig.„Jetz
Die Nachricht von Felix’ angeblich schweren Verletzungen verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit. Herr Stein und Heinrich erfuhren davon aus den Nachrichten und fuhren sofort gemeinsam ins Krankenhaus.Vor dem Gebäude hatten sich bereits zahlreiche Reporter versammelt. Kaum stiegen die beiden älteren Herren aus dem Wagen, drängten sich die Medienvertreter mit Mikrofonen und Kameras auf sie zu.„Herr Stein, stimmt es, dass Felix bei dem Angriff schwer verletzt wurde?“„Die Aktie der Stein-Gruppe hat sich gerade erst erholt. Rechnen Sie jetzt mit neuen Turbulenzen?“„Können Sie schon etwas zu seinem Zustand sagen?“Herr Stein trug einen dunklen, klassisch geschnittenen Anzug. Nach ein paar Schritten blieb er stehen, musterte die Reporter mit einem scharfen Blick und stieß seinen Gehstock einmal kräftig auf den Boden.„Aus einem harmlosen Infekt wird plötzlich eine schwere Verletzung. Solche Spekulationen sind unverantwortlich!“Er stützte sich fester auf seinen Gehstock und sah die Rep
Eine Gestalt brach zusammen und blieb blutend am Boden liegen.Adrian wich erschrocken mehrere Schritte zurück. Sein Gesicht wurde kreidebleich, beinahe verlor er das Gleichgewicht. Dann schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf, er drehte sich um und rannte davon.Felix war zwar sein Bruder, aber was spielte das jetzt noch für eine Rolle?Adrian hatte nur ein Leben und dachte gar nicht daran, es für ihn zu riskieren.Er sprang in seinen Wagen, startete den Motor und raste davon.Elena rannte nach draußen, ihr Herz noch immer wild schlagend. Für ein paar Sekunden starrte sie wie erstarrt auf die Gestalt am Boden, dann warf sie sich Felix in die Arme.„Felix, du hast mich zu Tode erschreckt! Weißt du das eigentlich?“Ihr Gesicht war kreidebleich. Erst jetzt, da sie ihn unverletzt vor sich sah, fiel die schlimmste Anspannung von ihr ab, auch wenn ihr Herz noch immer raste.Felix zog sie mit einem Arm fest an sich und strich ihr beruhigend über den Kopf. In seinem dunklen Blick lagen Schuld u
Die spöttische Stimme am anderen Ende der Leitung drang in ihr Ohr. Erst nach einigen Sekunden fand Elena ihre Fassung wieder. „Felix, dein Bruder hat mich gerade nach Strich und Faden verarscht und jetzt bist du dran, ja?“Am Telefon war Felix Stein, Adrians leiblicher Bruder.Als Elena damals mit
„Sag mal, Adrian, heute wolltest du doch mit Elena zum Standesamt. Hast du keine Angst, dass sie ausrastet, wenn du nicht hingehst?“„Ach was, Elena hängt doch an ihm wie eine Klette. Selbst wenn sie kapiert, dass er nur wegen Nina nicht hingegangen ist, schluckt sie das trotzdem.“„Eben. Gegen Nina
Am anderen Ende der Leitung wurde aufgelegt.Für einen Moment wurde Adrian die Brust eng. Unruhe und blanke Wut flackerten in ihm auf, ausgelöst von der Männerstimme, die er eben im Hintergrund gehört hatte.Hat Elena sich schon einen neuen Mann gesucht?Doch kurz darauf entwich ihm nur ein verächtl
Einen Moment lang setzte bei Elena der Verstand aus. Sie wurde knallrot, biss sich auf die Unterlippe, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte Felix einen Kuss auf die Wange.„Reicht das jetzt?“Kaum hatte sie ihn geküsst, wollte sie sich schon wieder zurückziehen.Felix’ Pupillen weiteten sic







