LOGINIch saß starr am Rand des harten Krankenbettes und starrte ununterbrochen auf Dorians reglose Züge. Volle vierundzwanzig Stunden waren seit der hochriskanten Akupunktur-Behandlung vergangen, und noch immer hatte er die Augen nicht geöffnet. Das gleichmäßige, ruhige Piepen des Herzmonitors war das einzige Geräusch, das das bedrückende Schweigen im Raum durchbrach.Die schwere Zimmertür wurde leise aufgedrückt, und Elena trat mit schnellen, geräuschlosen Schritten herein. Ihr Gesicht war von tiefer Erschöpfung gezeichnet, und die dunklen Schatten unter ihren Augen sprachen Bände.„Wie geht es ihm?“, fragte Elena mit gesenkter Stimme und trat dicht an mich heran. „Gibt es irgendwelche neuen Reaktionen auf die Nadelreize?“Ich schüttelte langsam den Kopf und strich mir müde über das Gesicht. „Nein, gar nichts. Er schläft einfach unverändert weiter. Wie sieht es da draußen vor den Toren aus?“Elena seufzte schwer und presste die Lippen zusammen. „Ich konnte die geplante Pressekonferenz zwa
Ich drückte in reiner Panik mehrmals hintereinander auf den Notrufknopf an Dorians Bett. Das schrille, ununterbrochene Piepen des Herzmonitors schnitt mir wie eine Rasierklinge durch die Seele.Die Tür flog auf, und ein Team von Ärzten und Krankenschwestern stürzte in das Zimmer. „Treten Sie zurück, Miss Sterling!“, rief einer der Ärzte scharf, während sie sich sofort um Dorians reglosen Körper versammelten.Ich versuchte verzweifelt, mich an ihnen vorbeizudrängen, um Dorians Hand zu fassen. „Dorian! Bitte, macht irgendwas!“, schrie ich, aber zwei Krankenschwestern packten mich an den Schultern und hielten mich mit gewaltigem Druck zurück.„Halten Sie sie fest! Reanimation vorbereiten!“, befahl der Arzt lautstark, während das Team mit schnellen, routinierten Handgriffen Defibrillator-Paddles auf Dorians Brust ansetzte.Ich keuchte nach Luft, schlug nach den Händen der Schwestern und starrte entsetzt auf die flache, grüne Linie. „Lasst mich zu ihm! Dorian, wach auf!“Der Elektroschock
Ich löste mich hastig aus Dorians Umarmung, als das übertriebene Hüsteln die Stille im Raum zerriss. Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als ich herumfuhr und Richard am Türrahmen lehnen sah. Sein Gesicht trug dieses gewohnte, arrogante Grinsen.„Richard! Ich… das ist nicht das, wonach es aussieht“, stammelte ich völlig überfordert und versuchte verlegen, den Abstand zwischen Dorian und mir zu vergrößern. „Ich habe ihn nur… er ist gerade erst aufgewacht und…“Ehe ich noch einen weiteren Satz herausbringen oder einen Schritt zurückweichen konnte, griff Dorian nach meinem Handgelenk. Mit einer überraschend festen Bewegung zog er mich wieder dicht an sich heran. Er schlang seinen Arm bestimmt um meine Taille, zog mich an seine Brust und bettete seinen schweren Kopf müde auf meiner Schulter.„Bleib genau so stehen und rühr dich nicht“, flüsterte Dorian mir leise ins Ohr. Sein heißer Atem traf meine Haut, und ich erstarrte augenblicklich in seiner Umarmung.Richards Augen verengten sich amü
Ich saß starr am Rand des harten Krankenbettes, während das monoton rhythmische Piepen des Herzmonitors die drückende Stille des Raumes zerschnitt. Meine Hände zitterten so heftig, dass ich sie fest in meinen Schoß krallen musste. Als Dorians dunkle Wimpern nach scheinbar endlosen Stunden endlich zuckten und er langsam die Augen aufschlug, fiel mir ein zentnerschwerer Stein vom Herzen.„Dorian! Gott sei Dank, du bist wach!“, flüsterte ich brüchig und beugte mich sofort panisch über ihn. „Bitte beweg dich nicht. Du darfst dich jetzt auf keinen Fall anstrengen.“Er blinzelte schwer fassbar, doch noch ehe ich den Arzt rufen konnte, schlug mir aus seinen Augen eine vertraute, eiskalte Härte entgegen. Er spannte die Muskeln an und versuchte sofort, sich im Bett aufzurichten, während er meine besorgte Hand kühl von seiner Brust beiseite schob.„Dorian, bleib liegen!“, rief ich schärfer und drückte ihn vorsichtig an der Schulter zurück. „Der Neurochirurg war gerade hier. Er hat klipp und kla
Ich starrte auf die geschlossene Tür des Gästezimmers, hinter der Richard endlich verschwunden war. Der Zorn, der in meiner Brust brannte, drohte mich zu erdrücken. Ich fuhr herum und wandte mich mit schneidender Schärfe an Dorian.„Wirst du mich etwa wirklich dazu zwingen, diesen Kerl zu heiraten, Dorian?“, fragte ich laut. Meine Stimme zitterte vor angestauter Wut und tiefer Enttäuschung.Dorian zwang sich zu einer neutralen Miene, obwohl ihm jeder Atemzug sichtbar schwerfiel. „Der Verlobungsvertrag ist eine langjährige Vereinbarung unserer Familien, Dora. Daran lässt sich juristisch im Moment absolut nichts ändern.“„Spielen meine Gefühle für dich überhaupt irgendeine Rolle?“, schoss ich zurück, während Tränen in meinen Augen aufstiegen. „Oder bin ich für dich am Ende doch nichts weiter als eine nützliche Verhandlungsmasse für die Sterling-Gruppe?“Meine Worte schienen ihn zu treffen, aber er ließ sich seine Schwäche nicht anmerken. „Dora, so ist das nicht. Ich versuche nur, dieses
Ich starrte Dora an, während sie ihre Hand langsam von Richards Gesicht löste. Ein eiskalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich sah, wie sehr ihre Finger bebten.„Dora, was verdammt noch mal tust du da?“, fragte ich scharf und trat einen schnellen Schritt näher an die beiden heran. Meine Lunge brannte noch immer von den Nachwirkungen des Giftgases, aber die explosive Spannung im Raum ließ mir kaum Zeit zum Durchatmen.Dora schüttelte stur den Kopf und vermied es sorgfältig, mir direkt in die Augen zu sehen. „Nichts“, sagte sie leise und zog ihre Hand komplett zurück. „Vergiss es einfach, Dorian. Es war nur ein dummer Gedankenblitz.“„Ein dummer Gedankenblitz?“, fragte ich nach und blieb direkt neben ihr stehen. „Wenn du glaubst, dass er etwas mit deiner Entführung zu tun hat, dann irrst du dich gewaltig. Ich versichere dir, Richard hatte absolut nichts mit deiner Abduktion zu tun. Er war vielleicht ein arroganter, nervtötender Mistkerl, aber er war garantiert kein Entführer.“R







