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Kapitel 226: Der Phantomduft

last update publish date: 2026-04-14 19:34:56

POV Elara

Das Klingeln in meinen Ohren verblasste langsam und wurde vom schweren, rhythmischen Pochen meines eigenen Herzens abgelöst. Die Schlucht war zu einem Grab aus Kalkstein und schwarzem Tuch geworden; der Dampf, der vom abkühlenden Blut der gefallenen Angreifer aufstieg, bildete einen geisterhaften Dunst in der eiskalten Luft.

„Fasst sie nicht an!“, Rhys’ Stimme war wie eine gezackte Klinge, die das leise Murmeln der überlebenden Wachen einschnitt.

Er war noch immer halb gewandelt – ein
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    POV RhysIch stand im Zentrum dieses Schlachthauses, das einst ein ruhiger Bergpass gewesen war; meine Lungen brannten bei jedem Atemzug. Meine Nase hatte, obwohl sie durch den chemischen Unrat der Angreifer gedämpft war, einen Duft aufgefangen, der sich in mein Mark eingebrannt hatte.Es war ein Duft, der meine Alpträume seit fünf Jahren verfolgte – seit jener Nacht.Damals hatte ich eine Zelle dieser Schatten gefasst; namenlose, brandmarkte Söldner, die es gewagt hatten, meine Grenzen zu verletzen. Ich hatte vorgehabt, die Wahrheit Zentimeter für Zentimeter aus ihrer Haut zu schälen. Stattdessen hatten sie einen Ausbruch inszeniert, der jeder meiner Sicherheitsmaßnahmen spottete.Sie hatten meine Gefährtin geraubt.Ich konnte noch immer die Qual spüren, als ich an jenem Abgrund stand und mitansehen musste, wie der Mann in der schwarzen Tunika sie in den Abgrund stieß. Ich hatte ein halbes Jahrzehnt damit verbracht, jeden Schatten zu verhören, nur um nichts als kalte Asche und das sp

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    POV ElaraDas Klingeln in meinen Ohren verblasste langsam und wurde vom schweren, rhythmischen Pochen meines eigenen Herzens abgelöst. Die Schlucht war zu einem Grab aus Kalkstein und schwarzem Tuch geworden; der Dampf, der vom abkühlenden Blut der gefallenen Angreifer aufstieg, bildete einen geisterhaften Dunst in der eiskalten Luft.„Fasst sie nicht an!“, Rhys’ Stimme war wie eine gezackte Klinge, die das leise Murmeln der überlebenden Wachen einschnitt.Er war noch immer halb gewandelt – eine hochragende Silhouette aus dunklem Fell und tödlicher Absicht, wie ein Ungeheuer, das gerade erst mit dem Fressen fertig war. Er bewegte sich von Leiche zu Leiche, seine goldenen Augen scannten das Gemetzel mit einem klinischen, terrifizierenden Fokus.„Überprüft die Arme“, befahl er. „Benutzt eure Klingen, um die Ärmel zurückzuschieben. Lasst diesen Unrat nicht eure Haut berühren.“Ich stand bei den zertrümmerten Überresten der Kutschentür; mein Atem kam in flachen, unregelmäßigen Stößen. Mei

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    POV ElaraHoch oben, an den gezackten Kalksteinlippen des Canyons, lösten sich achtzehn Schatten vom grauen Himmel. Sie begannen ihren Angriff mit dem Berg selbst.„In Deckung! Ausweichen!“, Rhys’ Brüllen war ein Donnerschlag, der dem Aufprall um einen Herzschlag vorausging.Massive Felsbrocken, die mit Stolperdrähten präpariert und an schweren Seilen zurückgehalten worden waren, rasten kreischend die Felswände hinunter. Der erste Stein, eine gezackte Masse von der Größe eines Weinfasses, zerschmetterte das Leitpferd des Versorgungswagens. Das markerschütternde Knacken von Knochen und das Splittern von Holz hallten wie ein Gewehrschuss in der engen Schlucht wider.„Vorhut, vorrücken!“, Rhys’ Stimme war ein gutturaler Befehl. „Lucien, nimm sie dir! Durchbruch zum Ausgang der Schlucht!“Unter einem Hagel aus Trümmern preschten die fünf schwarzen Wagen nach vorne. Ihre Kutscher peitschten die Pferde in einen suizidalen Galopp. Gleichzeitig lösten sich vier der schwarz gekleideten Gestalt

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    POV ElaraDrei Uhr morgens – die Stunde der Toten.Die Atmosphäre war plötzlich scharf und ozonhaltig geworden. Es war, als hätte eine raubtierhafte Präsenz gegen die Holzwände der Kutsche ausgeatmet – eine kalte, kalkulierte Woge von Boshaftigkeit, die mir die Härchen auf den Unterarmen aufstellte.Meine Augen schossen auf. Die Dunkelheit war absolut, abgesehen vom schwachen, silbrigen Schimmer des Frosts auf der Fensterscheibe. Meine Hand glitt unter das seidene Kissen und fand den kalten, beruhigenden Griff meines silbernen Dolches.Ich war nur einen Zoll davon entfernt, die Klinge zu ziehen, als sich eine Hand fest über die meine schloss.Rhys’ Handfläche war eine Wand aus Hitze; seine Finger klammerten sich mit der Kraft einer Eisenfalle um mein Handgelenk. Er befand sich bereits in einer geduckten, kampfbereiten Haltung, sein Körper gespannt wie eine Feder unter Druck. Seine Augen glühten mit einer terrifizierenden, raubtierhaften Klarheit. Er fing einfach meinen Blick auf, währ

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    POV ElaraDer Morgen am Außenposten war in einen Schleier aus blassem, bleiernem Nebel gehüllt; die Luft blieb schneidend kalt.Als ich zur Kutsche ging und meine Stiefel über Flecken aus gefrorenem Schneematsch knirschten, erstarrte ich. Die Karawane hatte sich verwandelt.Mitten in unsere Linie waren fünf zusätzliche, schwere Wagen eingereiht worden. Es waren kolossale Dinger, deren Rahmen mit dicken Eisenplatten verstärkt und mit Lagen aus dunkler, gewachster Leinwand überzogen waren. Die Seile, die die Planen sicherten, waren so straff gespannt, dass sie im Wind summten. Die Leinwand flatterte nicht; sie war am Saum mit Bleistangen beschwert, um den Inhalt selbst vor dem neugierigsten Windstoß zu verbergen.Dies waren keine gewöhnlichen Versorgungswagen. Als die Pferde angeschirrt wurden, beobachtete ich, wie das Holz unter einer Last ächzte, die für Getreide oder Stoff viel zu dicht schien. Was auch immer Rhys in diesem Außenposten ausgegraben hatte – oder vielleicht das, was er

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