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Vom Lykanerkönig gezeichnet
Vom Lykanerkönig gezeichnet
Author: Nova

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Author: Nova
last update publish date: 2026-08-31 02:41:29

„Thud.“

Ein Körper schlug auf dem kalten Boden auf.

„Ist sie schon tot?“, fragte einer der Wachen und stupste sie mit seinem Stiefel an.

Der andere hockte sich neben sie, legte zwei Finger unter ihre Nase und atmete leise aus. „Sie atmet noch.“

„Gut. Der Alpha hat klargestellt, dass er sie nicht tot will.“

Sie gingen, ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen.

…

Myras Augen flatterten langsam auf. Der Schmerz breitete sich in ihrem Körper aus, bevor sie überhaupt registrieren konnte, wo sie war. Der Boden unter ihr war kalt und unbarmherzig, die Luft feucht, die Zelle leblos.

Sie versuchte sich zu bewegen, doch eine Welle aus Schmerz schoss durch ihren Körper.

Ihr Blick wanderte schwach durch den Raum und suchte nach irgendeinem Lichtschein, doch da war nichts – nur endlose Dunkelheit, die sie umgab, erstickend und leer, genau wie ihr Leben geworden war.

Das Tor knarrte auf.

Licht ergoss sich in die Zelle, als zwei Gestalten eintraten.

„Na sieh mal einer an…“

Lykas Stimme war sanft, fast besorgt.

„Oh, Schwester“, sagte sie, eilte nach vorne und kniete sich neben sie, half ihr, sich aufzusetzen. „Schau dir deine Wunden an… deine Verletzungen.“

Ihre Berührung war sanft und beruhigend.

„Warum musstest du Kylie umbringen?“, fuhr sie fort. „Sie war deine Freundin. Wie konntest du nur etwas so Abscheuliches tun? Und jetzt schau dich an… wie du hier leidest.“

Myra sagte nichts. Sie war zu schwach, um zu antworten, zu erschöpft, um auch nur zu widersprechen.

„Es tut mir weh, dich so zu sehen“, fügte Lyka leise hinzu.

„Geh weg von ihr, Lyka.“

Seine kalte Stimme schnitt scharf dazwischen.

„Sie ist dreckig. Du willst ihren Gestank nicht an dir haben.“

Myras Finger drückten schwach gegen den Boden, als sie langsam den Kopf hob. Ihre Augen fanden ihn trotz der Schwere, die auf ihr lastete. Aiden. Ihr Gefährte.

Ihre Brust zog sich schmerzhaft zusammen. Ihr Herz verriet sie, indem es instinktiv auf ihn reagierte und sich selbst jetzt noch zu ihm hingezogen fühlte.

Wie konnte er nur so dastehen?

Spürte er es nicht?

Tat das Band ihm nicht genauso weh?

Noch vor wenigen Tagen war sie glücklich gewesen, sogar aufgeregt. Der Gedanke, endlich ihren Gefährten zu treffen, hatte sie mit Vorfreude erfüllt. Als sie erkannte, dass er es war – derjenige, den sie schon so lange bewundert hatte –, hatte sie gedacht, es wäre Schicksal.

„Wie geht es dir?“, fragte Aiden.

Sein Ton war ruhig, doch in seinen Augen brannte blanker Hass, als er auf sie herabblickte.

Myra sah ihn an. Ihr Herz wurde von tausend unsichtbaren Nadeln gestochen, ihre Gefühle verdrehten sich schmerzhaft zwischen Liebe und Hass.

Aiden zog Lyka näher zu sich an die Taille, sein Griff fest und besitzergreifend.

Lyka versteifte sich für einen kurzen Moment, ihre blauen Augen flackerten bernsteinfarben auf, bevor sie sich schnell hinter ihm versteckte und sein Hemd umklammerte. „Sie schaut mich an, als wollte sie mich umbringen…“

„Genug“, fuhr Aiden sie an.

Myras Körper zitterte, als etwas in ihr gewaltsam aufstieg. Sie war von Alpha-Blut und konnte der Autorität eines Betas standhalten.

Mit einem plötzlichen Kraftschub stemmte sie sich hoch und stürzte sich auf Lyka.

Aiden reagierte sofort, packte sie und riss sie zurück, bevor sie Lyka erreichen konnte. Seine Hand sauste hart auf ihr Gesicht nieder.

Der Aufprall schleuderte sie zu Boden. Ihr Körper sackte zusammen, als der Schmerz explodierte.

„Ich bin gekommen, um dir mitzuteilen“, sagte Aiden kalt, als wäre nichts geschehen, „dass Lyka und ich heiraten werden.“

Die Worte drangen zuerst kaum zu ihr durch.

„Und ich werde sie als meine Auserwählte markieren.“

Lyka lehnte sich schwach an ihn. „Schwester… ich möchte, dass du meine Brautjungfer wirst.“

Myra lachte.

Es begann leise, verwandelte sich dann in ein hysterisches Lachen. Tränen strömten über ihr Gesicht, während das Lachen durch die leere Zelle hallte.

„Warum…“, stieß sie mit zitternder Stimme hervor, „warum lehnst du mich nicht einfach ab und beendest unser Leiden?“

Aiden hockte sich vor sie, griff nach ihrem Kinn und zwang sie, ihn anzusehen.

In dem Moment, in dem seine Haut ihre berührte, reagierte das Band gewaltsam und schickte Schockwellen durch ihren Körper. Sie keuchte, lehnte sich trotz allem in die Berührung, sehnte sich nach mehr, obwohl es sie demütigte. Dann zog sie sich sofort zurück.

„Du hast es verdient zu leiden.“

Er stand auf und wandte sich ab, legte einen Arm um Lyka, während sie zur Tür gingen.

Direkt vor ihren Augen beugte er sich hinunter und küsste Lyka. Seine Zunge tanzte mit ihrer, während er ihren Hintern begrapschte.

Lyka erwiderte den Kuss ohne Zögern, schlang ihre Arme um seinen Nacken und schmolz in ihn hinein. Myras Sicht verschwamm vor Wut.

Ihre Augen blitzten bernsteinfarben auf, als sie mit allem, was sie noch hatte, ihre Fäuste gegen die Eisenstäbe schlug.

Das Metall rasselte heftig. Aiden lachte nur.

„Du wirst in ein paar Tagen freigelassen“, sagte er beiläufig und warf ihr einen Blick über die Schulter zu. „Versuch wenigstens, für meine Hochzeit anständig auszusehen.“

Sein Grinsen vertiefte sich leicht. „Obwohl du dankbar sein solltest, dass Lyka so freundlich ist und dich dabeihaben will.“

Sein Blick wurde hart.

„Eine Verbrecherin wie du hat es nicht verdient, auf dieser Erde zu wandeln.“

Er drehte sich um und ging. Die Tür knallte hinter ihm zu. Die Zelle wurde erneut in Stille gehüllt.

Myra brach völlig zusammen und sackte auf den kalten Boden, als auch der letzte Rest ihrer Kraft sie verließ.

„Ich bin unschuldig…“, flüsterte sie.

Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bevor das Tor erneut knarrend aufging.

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