LOGINAm nächsten Morgen war es im Penthouse ruhiger als sonst. Chloe war schon seit Stunden wach. Nach dem Frühstück nahm sie eines ihrer Skizzenbücher mit ins Wohnzimmer und ließ sich auf dem Sofa nieder.Diesmal zeichnete sie nicht. Sie ging einige Entwürfe durch, die Evie sie vor der nächsten Präsentation verbessern lassen wollte. Hin und wieder machte sie sich kleine Notizen in der Ecke der Seite, bevor sie zur nächsten Skizze blätterte.Das Klingeln der Türklingel riss sie aus ihren Gedanken. Wenige Augenblicke später betrat der Butler das Wohnzimmer.„Mrs. Grey.“Sie blickte auf. „Ja?“„Mr. Caleb ist da.“Chloe nickte. „Er kann hereinkommen.“Der Butler trat beiseite, gerade als Caleb mit einer Ledermappe in der Hand den Raum betrat. Er begrüßte sie mit seinem üblichen respektvollen Lächeln. „Guten Morgen, Mrs. Grey.“„Guten Morgen, Caleb.“ „Ich hoffe, ich störe Sie nicht.“„Überhaupt nicht.“Caleb warf einen Blick auf das Skizzenbuch auf dem Couchtisch, bevor er sie wieder ansah. „
Der Abend senkte sich still über das Penthouse. Das einzige Geräusch im Wohnzimmer war das leise Kratzen eines Bleistifts auf Papier.Chloe saß am Esstisch, vor sich lagen mehrere Skizzenbücher ordentlich ausgebreitet. Eine Tasse Tee war längst kalt geworden, vergessen, während sie die Details eines Halskettenentwurfs überarbeitete. Sie sah immer noch blass aus. Das Fieber war zwar weg, hatte aber Spuren hinterlassen. Leichte Schatten lagen unter ihren Augen, und immer wieder hielt sie inne, um sich sanft die Schläfe zu reiben, bevor sie weiterzeichnete.Sie wollte nicht zurückfallen. Blue Designs hatte ihr vertraut. Sie war fest entschlossen, ihnen immer wieder zu beweisen, dass sie die richtige Wahl getroffen hatten.Die Haustür öffnete sich. Wenige Augenblicke später trat Lucien ein. Der Butler trat vor, um seinen Mantel entgegenzunehmen.„Guten Abend, Sir.“Lucien nickte abwesend. Sein Blick hatte Chloe bereits gefunden. Sie hatte ihn noch nicht bemerkt. Sie war ganz auf die Skiz
„Ah…“Ein leiser Schrei entfuhr Chloes Lippen, als sie mitten in der Nacht plötzlich erwachte. Ihre Augen flogen auf. Einen Moment lang verstand sie nicht, was sie aus dem Schlaf gerissen hatte.Dann kam der Schmerz wieder.Sofort presste sie eine Hand auf ihren Unterleib und atmete tief durch. Er war nicht unerträglich. Aber er war stechend. Unerwartet.Langsam setzte sie sich im Bett auf und zuckte zusammen, als eine weitere Schmerzwelle sie durchfuhr. „Was…“, flüsterte sie.Das Zimmer war stockdunkel. Nur der schwache Schein der Stadtlichter drang durch die Vorhänge. Sie blieb still liegen und wartete, bis der Schmerz nachließ. Nach einigen Augenblicken ließ er etwas nach.Chloe atmete langsam aus. „Vielleicht…“, sie rieb sich müde die Stirn. „…ist es nur Stress.“Die letzten Wochen waren anstrengend gewesen. Die ständig wechselnden Gefühle. Die langen Nächte mit Zeichnen. Der Druck von Blue Designs. Die Streitereien mit Lucien. Alles hatte sich überschlagen. Sie redete sich ein,
Am nächsten Morgen wachte Chloe mit ungewöhnlicher Müdigkeit auf. Langsam öffnete sie die Augen und erwartete, dass das Gefühl vorübergehen würde, doch stattdessen durchfuhr sie ein dumpfer Schmerz. Vorsichtig setzte sie sich auf und presste eine Hand an die Stirn.Ihr Kopf pochte.„Vielleicht habe ich nicht genug geschlafen“, murmelte sie vor sich hin.Nach allem, was bei Blue Designs passiert war, und nachdem ihre Schwester zu Besuch gekommen war und ihre Sachen angefasst hatte, war sie bis spät in die Nacht aufgeblieben und hatte an einigen Entwürfen kleine Änderungen vorgenommen. Sie redete sich ein, sie brauche nur etwas Ruhe.Nachdem sie sich gewaschen hatte, versuchte sie weiterzuarbeiten. Sie schlug einen ihrer Skizzenblöcke auf und nahm einen Bleistift. Wenige Minuten später legte sie ihn leise wieder hin. Sie konnte sich nicht konzentrieren. Schon der Anblick der Seite verursachte Kopfschmerzen.Mit einem leisen Seufzer legte sie sich wieder aufs Bett und schloss die Augen.
Der Besprechungsraum bei Blue Designs war hell und sprühte vor Kreativität. Moodboards zierten die Wände. Schmuckmuster lagen in Glasvitrinen, während Skizzen und Farbpaletten einen großen Tisch in der Mitte des Studios bedeckten.Zum ersten Mal seit Langem fühlte sich Chloe genau richtig.Evie kam mit einer Mappe herein und lächelte, als sie sie sah. „Guten Tag, Chloe.“„Guten Tag.“„Ich hoffe, wir haben dich nicht warten lassen.“„Überhaupt nicht.“Evie legte die Mappe auf den Tisch. „Das Team ist gleich da.“Fast wie auf Kommando betraten mehrere Mitglieder der Designabteilung den Raum. Einige erkannte Chloe vom Tag der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. Andere waren ihr neu.Evie sah sich im Raum um. „Alle zusammen, das ist Chloe Grey.“Ein paar Begrüßungen folgten. Dann lächelte Evie. „Ich spreche schon seit Wochen von ihren Entwürfen. Jetzt versteht ihr endlich, warum.“Die Atmosphäre entspannte sich sofort. Niemand beachtete Chloe, weil sie Mrs. Grey war. Niemand kümmert
Lucien saß noch lange da, nachdem das Büro um ihn herum wieder zum Leben erwacht war. Draußen vor seiner Tür fanden weiterhin Besprechungen statt. Telefone klingelten. Mitarbeiter gingen an den Glaswänden seines Büros vorbei. Nichts davon drang zu ihm durch.Sein Blick ruhte auf dem alten Foto auf seinem Schreibtisch. Er drehte es noch einmal um. Der Name stand immer noch da.Margaret.Seine Stirn war in Falten gelegt. Leise wiederholte er den Namen vor sich hin. „Margaret …“ Er kam ihm bekannt vor. Nicht bekannt genug, um sich zu erinnern, woher er ihn kannte, aber bekannt genug, dass er ihm nicht mehr aus dem Kopf ging.Er sah wieder auf das Foto. Die junge Frau lächelte sanft, die silberne Halskette um ihren Hals. Dieselbe Halskette. Die, die er jahrelang mit Amelia in Verbindung gebracht hatte. Die, die Caleb ihm gerade gezeigt hatte und die in alten Aufzeichnungen der Familie Carter aufgetaucht war.Nichts davon ergab einen Sinn.Lucien lehnte sich in seinem Stuhl zurück und schl







