ログインBlades Sicht:Blade hatte fast die gesamte letzte Stunde damit verbracht, nach seinem Vater zu suchen.Normalerweise hätte er ihn innerhalb weniger Minuten gefunden. Schließlich war dies sein Rudel. Doch als die erste halbe Stunde verstrichen war und er seinen Vater noch immer nicht gefunden hatte, kam Blade zu dem Schluss, dass definitiv etwas nicht stimmte.Er kannte das Gelände des Viscount-Rudels so gut wie seine eigenen Hände. Das bedeutete, dass er auch die Wege kannte, die von den Ältesten des Rudels bevorzugt und regelmäßig genutzt wurden.Er ging sofort alle Wege ab, die ihm bekannt waren. Und doch gelang es ihm selbst nach einer ganzen Stunde intensiver Suche irgendwie nicht, seinen Vater zu finden.Während er nach seinem Vater suchte, hatte er mehrere seiner Männer losgeschickt, um die anderen Ältesten über die von Damien angeordnete eingeschränkte Ausgangssperre zu informieren.Alle Ältesten waren schockiert gewesen, als sie davon erfuhren, doch sie wussten es besser, als
Aus der Sicht des Schattens:Eines der Dinge, die der Schatten in den vergangenen Jahren gelernt hatte, war die einfache Tatsache, dass die Nacht ihm gehörte.Mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht blickte er zum Nachthimmel auf und nickte.Es war Vollmondnacht, und das Licht des Mondes tauchte das gesamte Anwesen in einen warmen, silbernen Schein. Ein wunderschöner Anblick, besonders wenn man bedachte, dass dieses Rudel schon bald ihm gehören würde.Der Schatten durchquerte das Anwesen mit bedächtigen, vollkommen unbeeilten Schritten. Er war ein Ältester. Warum sollte ihn interessieren, was andere von ihm dachten?Er zweifelte nicht daran, dass ihn gerade einige Wölfe beobachteten, doch das war ihm gleichgültig.Wenn man so ziemlich jeden im Rudel fragen würde, wer der angesehenste Älteste war, würde sein Name den meisten als Erstes über die Lippen kommen. Schließlich war er die loyale Säule des Viscount-Rudels.Jeder Wolf, an dem er vorbeikam, blieb stehen und verbeugte sich respe
Nyssas Sicht:In dem Moment, als ich die Tür öffnete und Damien in die Augen sah, wusste ich sofort, dass sich etwas verändert hatte.Niemand sonst hätte es bemerkt, doch selbst ohne unsere Verbindung hatte ich in den vergangenen Wochen gelernt, ihn zu lesen. Um seine Augen hatten sich kleine Fältchen gebildet, und seine Schultern wirkten ein wenig entspannter, als hätte er eine Nachricht erhalten, die ihm einen Teil seiner Last genommen hatte.Er sah erschöpft aus. Nicht körperlich, sondern geistig.Ich schenkte ihm ein warmes Lächeln und trat zur Seite.„Du hast wieder viel zu viel nachgedacht“, flüsterte ich, woraufhin er leise lachte.„Du kennst mich einfach zu gut“, erwiderte er lächelnd.Ich nickte ebenfalls lächelnd und schloss sanft die Tür hinter ihm.In dem Moment, als wir allein waren, schien die ganze Welt sofort ein wenig wärmer zu werden. Allein seine Nähe gab mir ein Gefühl von Sicherheit.Ohne ein Wort zu sagen, streckte ich die Hand nach seiner aus, und er ergriff mei
Damiens Sicht:Die Erkenntnis, dass ich mich die ganze Zeit geirrt hatte, legte sich schwer auf meine Brust, als ich mich von Rowan entfernte.Ich hatte schon immer gewusst, dass an all dem etwas faul war. Und in dem Moment, als ich mich allein mit Rowan in diesem kleinen Raum wiedergefunden hatte, war mir die Antwort auf die Frage, die mich beschäftigte, sofort klar geworden.Der alte Älteste hatte mich nicht einmal mit seinen Worten überzeugen müssen. Seine Gefühle und Gesichtsausdrücke hatten das bereits getan. Ich hatte schon Verwirrung, Angst und Entsetzen in den Augen Hunderter Männer gesehen, und bei ihm waren diese Gefühle echt gewesen.Ich konnte mich noch genau daran erinnern, wie sich seine Augen vor Schock geweitet hatten, als sein Blick auf die Karten gefallen war. In diesem Moment war für mich endgültig klar gewesen, dass Rowan unmöglich der Verräter sein konnte.So reagierte kein Wolf, der gerade überführt worden war. Nein, das war die Reaktion eines Wolfs, der gerade e
Rowans Sicht:Zum ersten Mal in seinen über acht Jahrzehnten hatte Rowan Angst.Und zwar wegen etwas, von dem er niemals geglaubt hätte, dass es jemals passieren könnte: ein Verräter innerhalb des Rudels.All die seltsamen Ereignisse der vergangenen Wochen ergaben nun einen Sinn. Rowan wusste, dass das Rudel ihn verdächtigte. Der Gedanke, dass sie ihn für einen Verräter halten könnten, war ihm ein- oder zweimal durch den Kopf gegangen, doch er hatte ihn nie wirklich ernst genommen.Das Viscount-Rudel war nicht einfach nur ein Rudel. Es war eine Familie, stärker als alles andere auf der Welt.Der Gedanke, dass ausgerechnet die Familie, der er sein ganzes Leben lang vertraut hatte, nun unterwandert und von innen heraus zerstört worden war, war wahrhaft beängstigend.Während Rowan ziellos durch das Rudelgebiet schlenderte, vergingen die Minuten, und er verlor sich immer mehr in seinen Gedanken. Das Gespräch mit Damien spielte sich unaufhörlich in seinem Kopf ab.„Es gibt tatsächlich eine
Damiens Sicht:In den ersten Sekunden nach meiner Frage schien die Spannung zwischen uns beinahe greifbar. Die Worte hallten länger zwischen uns nach, als ich erwartet hatte.„Bist du der Verräter?“Zum ersten Mal, seit ich Ältesten Rowan kannte, wirkte er vollkommen fassungslos. Seine Augen weiteten sich, und seine Lippen öffneten sich vor purem Schock.Sekunden später wich ihm jegliche Farbe aus dem Gesicht. Mehr Emotionen huschten über seine Züge, als ich jemals zuvor bei ihm gesehen hatte.Sein Gesichtsausdruck wechselte zwischen Unglauben, Verwirrung und Entsetzen, bevor er sich schließlich in etwas anderem verlor: Resignation.Offenbar bemüht, Selbstsicherheit auszustrahlen, sah er mir eine volle Sekunde in die Augen, bevor er den Kopf schüttelte.„Nein.“ Seine Stimme klang ruhig und gefasst. „Ich bin nicht der Verräter.“Stille legte sich über den Raum, während ich nicht nur über seine Worte, sondern auch über seine Reaktionen nachdachte.Bevor ich etwas sagen konnte, atmete Ro







