FAZER LOGINSelene Black war die Ausgestoßene, die niemand haben wollte. Nachdem sie von dem Mann betrogen wurde, den sie einst liebte, und von ihrem eigenen Rudel wie eine Schande behandelt wurde, hätte sie niemals erwartet, dass der mächtigste Alpha sie überhaupt bemerken würde – geschweige denn, sie als seine Gefährtin zu beanspruchen. Alden Wilson ist rücksichtslos, mächtig und wird von allen gefürchtet. Er hat nicht vor, eine Gefährtin zu akzeptieren, die seine Position schwächen könnte – schon gar nicht eine Ausgestoßene wie Selene. Also warum wählt er ausgerechnet sie? Vor dem gesamten Rudel schockiert Alden alle, als er Selene als seine Gefährtin verkündet und die Frau, auf die alle herabgesehen haben, zur zukünftigen Luna macht. Doch Selene weiß, dass hinter Aldens Entscheidung mehr steckt als nur das Gefährtenband. Denn sie verbirgt ein gefährliches Geheimnis. Die hilflose Ausgestoßene, für die sie alle halten, ist in Wahrheit Solone Bill – eine geheimnisvolle Kriegerin, deren wahre Identität seit Jahren verborgen geblieben ist. Während Feinde immer näher kommen, Bündnisse zwischen den Rudeln zerbrechen und Alden immer besitzergreifender gegenüber der Frau wird, die er niemals hätte lieben sollen, muss Selene entscheiden, wie lange sie ihre wahre Identität noch geheim halten kann. Alden glaubte, dass die Wahl von Selene sein Rudel stärken würde. Er ahnte nicht, dass sie die einzige Frau werden würde, die alles zerstören könnte, was er sich aufgebaut hatte. Sie war die Ausgestoßene. Er machte sie zu seiner Gefährtin. Doch das Schicksal hatte etwas weitaus Gefährlicheres mit ihr vor.
Ver maisKapitel Eins – Im Café meines Onkels
Selenes POV
„Beweg dich!“, fauchte Kaelen und stieß mich hart gegen die Theke. Ein stechender Schmerz schoss durch meinen Rücken, doch ich weigerte mich, auch nur zusammenzuzucken. Seine Augen waren vor Wut wild, seine Lippen zu einem grausamen höhnischen Lächeln verzogen.
„Du bist eine Katastrophe! Wenn du nicht hier gewesen wärst, wäre das alles nicht passiert. Wir hätten das selbst regeln können!“
Ich biss die Zähne zusammen und schwieg. Ich hatte das schon oft erlebt. Monate voller Beleidigungen, Schuldzuweisungen und der ständigen Erinnerung daran, dass ich angeblich nicht hierhergehörte. Aber heute … heute fühlte es sich schwerer an. Schmerzhafter. Schärfer.
„Sag etwas!“, knurrte Kaelen und verstärkte seinen schmerzhaften Griff um meinen Arm. „Oder willst du einfach wie eine Feiglingin dastehen?“
Ich öffnete den Mund, um zu antworten, doch ein plötzliches Krachen draußen ließ mich erstarren.
Die Tür schlug auf, Staub wirbelte auf, und mein Onkel Jarek stand zitternd da und starrte auf einen umgestürzten Stapel Kisten. Ein Lieferwagen war viel zu schnell vorbeigerutscht und hatte dabei ein Chaos hinterlassen.
Dann stieg ein Mann aus einem eleganten schwarzen Wagen.
Groß. Breit gebaut. Gefährlich.
Kael, der älteste Sohn des Alphas, stürmte auf Jarek zu, packte ihn am Kragen und schüttelte ihn grob.
„Begreifst du überhaupt, wie viel Schaden du angerichtet hast?!“, brüllte Kael.
„I… ich entschuldige mich“, stammelte Jarek, mein Onkel, und verbeugte sich tief. „Es war ein Unfall –“
„Ein Unfall?“, fauchte Kael und ließ ihn gerade weit genug los, um ihn wütend anzusehen. „Sehe ich etwa so aus, als würden mich deine Ausreden interessieren?“
Ich trat näher, doch Jarek hielt mich mit einem Blick zurück.
Nicht jetzt … das sagten seine Augen.
Ich ballte die Hände zu Fäusten. Nachdem der letzte Alpha gefallen war, war mein Vater mit der neuen Führung gegangen, um das Rudel wieder aufzubauen. Jarek war zurückgeblieben. Einst ein angesehener Beta, führte er nun nur noch ein kleines Café, um zu überleben. Und vor drei Monaten war ich angekommen, selbst eine schwere Last mit mir tragend. Ärger war das Letzte, was wir uns leisten konnten.
Eine weitere Autotür öffnete sich.
Und plötzlich schrumpfte die Welt um mich herum zusammen.
Alden stieg aus. Er war das Lieblingskind des Alphas.
Meine Brust zog sich zusammen, und mein Atem stockte. Sein dunkles Haar war gerade zerzaust genug, um mühelos auszusehen. Seine scharfen Augen durchbohrten die Umgebung, während er sich mit der kontrollierten Kraft eines Raubtiers bewegte.
Mein Wolf regte sich heftig und erkannte ihn sofort, doch ich drängte ihn zurück und zwang mich zur Ruhe.
Noch nicht.
Aldens Blick fand meinen.
Feuer, Schwere und eine unausgesprochene Anziehung lagen plötzlich zwischen uns in der Luft. Fühlte er es auch? Wusste er, wer ich war … Alec, die menschliche Gestalt, die er noch nie gesehen hatte?
Hinter mir murmelte Kaelen mit schwacher und unsicherer Stimme: „Das … ist nicht einmal unsere Schuld.“
Jarek seufzte tief.
„Kaelen. Das reicht. Entschuldige dich.“
Kaelen entschuldigte sich widerwillig und halbherzig. Kael schnaubte, gab jedoch nicht nach. In seinen Augen glomm noch immer Ärger.
„Der Alpha wartet nicht gern“, sagte Kael scharf. „Nicht einmal auf seine eigenen Söhne.“
Alden sagte nichts, doch sein Blick hielt mich fest, als könnte ich nicht mehr wegsehen. Feuer, Dominanz und etwas Rohes, das ich nicht benennen konnte, drückten gegen meine Brust.
Schließlich nickte er einem seiner Männer zu.
„Kümmert euch darum“, sagte er. „Wir fahren.“
Das Auto fuhr davon und ließ Staub im Sonnenlicht aufwirbeln. Das Leben kehrte zu seinem gewohnten Rhythmus zurück. Jeder ging wieder seinen Aufgaben nach.
Jeder außer Kaelen.
In dem Moment, in dem wir allein waren, wirbelte er zu mir herum. Sein Gesicht war vor Wut verzerrt.
„Das alles ist deine Schuld!“, schrie er und stieß mich erneut gegen die Theke, sodass mein Rücken hart dagegenprallte. „Wenn du nicht hier gewesen wärst, wäre das alles nicht passiert!“
Ich zuckte nicht zusammen.
Ich hatte Schlimmeres überlebt.
„Eines Tages“, knurrte er zwischen zusammengebissenen Zähnen, „werde ich dich dafür bezahlen lassen.“
Er schlug seine Faust gegen meine Schulter und stapfte davon.
Mein Wolf Ashen stieß ein tiefes, bedrohliches Knurren aus.
„Ich werde ihn in Stücke reißen!“
„Sei still, Ashen“, flüsterte ich und legte eine Hand auf meine Brust. „Noch nicht. Wir dürfen uns noch nicht zu erkennen geben. Der Bluterguss wird verschwinden.“
Ich ließ mich auf einen Stuhl fallen. Meine Hände zitterten leicht. Immer wieder sah ich Aldens Augen vor mir.
Mein Gefährte.
Mein Feind.
Tödlich.
Und doch … unmöglich zu ignorieren.
Ashen stupste mit der Schnauze gegen mein Bein. Sein warmes Fell spendete mir Trost.
„Was, wenn er es bereits weiß? Was, wenn er es spüren kann?“
Ich schloss die Augen.
„Selbst wenn er es weiß … er wird mich nicht akzeptieren. Niemals. Ich bereite mich schon seit Monaten auf diese Zurückweisung vor.“
Ich spürte, wie mir Tränen in die Augen stiegen, doch ich schluckte sie hinunter.
Ich musste stark sein.
Für Ashen.
Für meinen Onkel.
Für mich selbst.
Draußen tauchte die Sonne das Nightfall-Rudel in helles, gewöhnliches Licht. Doch tief in meinem Inneren brannte meine ganze Welt.
Kapitel Sechs – Das GefährtenbandAldens POVMein Vater hatte nach mir rufen lassen, also folgte ich ihm durch den stillen Korridor bis in seine privaten Gemächer.In dem Moment, in dem sich die Tür hinter uns schloss, drehte er sich zu mir um.Ich sah die Peitsche in seiner Hand.Ich wusste, was nun kommen würde, also bewegte ich mich nicht.Der erste Schlag traf hart meinen Rücken.Ich biss die Zähne zusammen und nahm ihn schweigend hin. Ein weiterer Schlag folgte.Mein Vater sagte kein Wort, bis er zufrieden damit war, dass ich seinen Zorn über mich hatte ergehen lassen.„Du hast das getan, ohne mir etwas zu sagen.“Seine Stimme war leise, doch die Wut dahinter war deutlich zu spüren.Ich richtete mich auf.„Du hast mich nicht gefragt“, fuhr er fort. „Du hast meine Zustimmung nicht eingeholt. Du bist vor das gesamte Rudel getreten und hast die Tochter von Edwin Black zu deiner Gefährtin erklärt. Warum?“Als er die Peitsche schließlich senkte, deutete er mir an, mich richtig hinzust
Kapitel Fünf – Eine Wendung des SchicksalsSelenes POVIch hielt mich ganz hinten in der großen Halle auf. Meine Brust fühlte sich eng an, und mein Herz hämmerte so heftig, als könnte es jeden Moment durch meine Rippen brechen. Jeder Atemzug fühlte sich scharf an, jeder Ausatemzug war flach.Die Gefährtenzeremonie lag vor mir – eine Bühne voller Erwartungen, nach denen ich nie gefragt hatte und denen ich dennoch nicht entkommen konnte.Ich warf einen Seitenblick auf die einflussreichen Alpha-Familien, die sich in der Halle versammelt hatten. Alpha Marcus stand mit seiner üblichen strengen Haltung da, flankiert von einem weiteren Alpha und dessen Tochter.Ihre Blicke, schwer vor Urteil, schienen mich zu durchbohren und mit unsichtbaren Ketten zu belasten. Jede geflüsterte Erwartung, jeder prüfende Blick fühlte sich an, als würde er gegen meine Lunge drücken und mir langsam die Luft zum Atmen nehmen.Alden stand oben auf der Bühne. Groß, unnachgiebig, jeder Zentimeter von ihm strahlte d
Kapitel Vier – Sie gehört mirSelenes POVAls ich zu Hause ankam, war der Schmerz in meinem Körper bereits abgeklungen, doch die Blutergüsse zeichneten noch immer wütende violette und blaue Flecken auf meiner Haut. Ich hatte meine Heilung absichtlich verlangsamt – es war die einzige Möglichkeit, mein Geheimnis zu bewahren.Mein Onkel stand an der Tür, als ich hereinkam. Sein Blick glitt einmal langsam und schwer über mich, bevor sich seine Augen verengten.„Was ist diesmal passiert?“ Seine Stimme war leise, doch sie trug das Gewicht einer Frage, die er schon viel zu oft gestellt hatte.„Training“, antwortete ich und ging an ihm vorbei in Richtung Küche. „Es ist nichts. Ich werde bald wieder geheilt sein.“Sein scharfes Ausatmen folgte mir.„Selene …“Ich wandte ihm den Rücken zu und tat so, als würde ich mich auf den Wasserkocher konzentrieren. Das metallische Klirren, als ich ihn auf den Herd stellte, war lauter als nötig und übertönte die Enttäuschung in seiner Stimme.Wir hatten di
Kapitel DreiAldens POVSie riss ihren Arm aus meinem Griff und wich zurück, als könnte sie der Anziehungskraft zwischen uns entkommen.Für einen Herzschlag brannte die Erinnerung an unsere Berührung in meinen Adern. Der Funke, der Schock, der von Haut zu Haut gegangen war, war noch immer da und kroch wie ein Lauffeuer unter meiner Haut.Selenes Augen waren scharf und wachsam. Sie huschten zu meinen, als würde sie jedes Wort abwägen, bevor es ihre Lippen verließ.„Ich weiß nicht, wovon du sprichst“, sagte sie leise. Ihre Stimme war ruhig und kontrolliert.Lügnerin.Ich musterte sie aufmerksam. Jede Anspannung in ihrer Haltung, jedes noch so kleine Gefühl, das ihr Gesicht verriet. In mir streifte Mole, mein Wolf, unruhig umher.„Sie ist unsere Gefährtin“, zischte Mole und lief wie ein Raubtier in einem Käfig hin und her. „Wir dürfen keine Zeit verschwenden. Handle jetzt!“„Noch nicht“, knurrte ich und presste den Kiefer zusammen. „Geduld, Mole. Wir bewegen uns erst, wenn ich es entsche











