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Kapitel 7: Das Erwachen in den Trümmern

Author: Déesse
last update Last Updated: 2026-02-10 20:04:38

Élianor

Der letzte Tropfen Wasser verliert sich im Siphon und nimmt die Illusion der Reinheit mit sich. Die Stille, die das Badezimmer erfüllt, ist schwerer, anklagender als das Rauschen des Wasserstrahls. Sie dauert nur einen Moment.

— ÉLIANOR!

Die Stimme meiner Mutter durchdringt die Tür, eine scharfe Klinge aus Angst und Wut. Meine Muskeln erstarren. Mein Herz, kaum beruhigt, schlägt wild gegen meinen Brustkorb, ein panisches Vogel, gefangen in einem Käfig.

— Élianor, komm sofort raus!

Ich g
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    ÉlianorDie Wochen vergehen, identisch und schrecklich. Jeder Tag ist eine Wiederholung des vorherigen: das feindselige Schweigen beim Frühstück, der bedeutungsschwere Weg zur Schule, die seitlichen Blicke, die Murmeln, die verstummen, wenn ich vorbeigehe. Ich bin zu einem Geist geworden. Eine durchsichtige Person, die man sorgfältig meidet, außer um ihr eine Beleidigung oder ein Hohnwort anzuhängen.Ich habe mich in ein steinernes Schweigen eingeschlossen. Das schüchterne Mädchen wurde auf dem Altar ihrer Grausamkeit geopfert. Was aus der Asche emporsteigt, ist eine Kreatur kalter Beobachtung. Ich notiere alles. Die Namen derjenigen, die am lautesten lachen, die falschen Lächeln von Liora, die feige Gleichgültigkeit von Raphaël. Ich sammele ihre Vergehen wie andere Briefmarken sammeln. Jedes Detail nährt das Feuer meines Hasses.Doch eine andere Veränderung, viel heimtückischer, wirkt in mir. Eine Müdigkeit, die nicht nur die der Seele ist. Morgendliche Übelkeit, die ich dem Stress z

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    ÉlianorIch lehne gegen die Tür, die Handflächen flach auf dem Holz, als wollte ich mich an dem festhalten, was von meiner Welt übrig ist. Die flüsternden Stimmen meiner Mutter und Liora dringen hindurch, zischend und giftig. Ich kann die Worte nicht unterscheiden, ich brauche sie nicht. Der Ton reicht aus. Es ist ein Kriegsrat, bei dem ich die Feindin bin, die es zu besiegen gilt.Der Eisball in meinem Bauch wächst, breitet sich aus. Er erstarrt das Zittern meiner Hände, dämpft das Pochen meines Herzens. Der Schmerz zwischen meinen Oberschenkeln ist nur noch eine ferne Erinnerung, eine einfache körperliche Mahnung an einen viel tiefergehenden Bruch.Ich dränge mich von der Tür weg und gehe zum Spiegel über meinem Waschbecken. Das Mädchen, das mich ansieht, erscheint mir fremd. Ihre Augen sind von einem violetten Schatten umgeben, ihr Gesicht ist blass, ihre Lippen aufgesprungen. Doch in ihren Pupillen gibt es keine Tränen mehr. Nur eine absolute Kälte. Das Spiegelbild des inneren Eis

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    ÉlianorDer letzte Tropfen Wasser verliert sich im Siphon und nimmt die Illusion der Reinheit mit sich. Die Stille, die das Badezimmer erfüllt, ist schwerer, anklagender als das Rauschen des Wasserstrahls. Sie dauert nur einen Moment.— ÉLIANOR!Die Stimme meiner Mutter durchdringt die Tür, eine scharfe Klinge aus Angst und Wut. Meine Muskeln erstarren. Mein Herz, kaum beruhigt, schlägt wild gegen meinen Brustkorb, ein panisches Vogel, gefangen in einem Käfig.— Élianor, komm sofort raus!Ich gehorche. Die Stille, die auf das Abstellen des Wassers folgt, ist noch schlimmer. Ich hülle mich in ein raues Handtuch, das meine Haut wie Sandpapier reibt. Innen schreit alles, blutet alles. Aber eine seltsame, tödliche Ruhe hat mich ergriffen. Der Schmerz, die Scham, die Übelkeit… alles ist komprimiert, in einer Eiskugel in meinem Magen gefroren.Als ich die Tür öffne, sind sie da. Beide. Ein Tribunal im Bademantel.Meine Mutter. Ihr Gesicht ist entstellt, aber ich lese darin nicht nur Besorgn

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