DiegoDas Licht ist eine Klinge, die meinen Schädel durchbohrt. Weiß, grell, erbarmungslos. Es dringt hinter meine geschlossenen Lider, durchwühlt meine Augen, erhellt die Dunkelheit, in die ich mich geflüchtet habe. Ich will im Dunkeln bleiben. Ich will das Licht nie wieder sehen. Ich will verschwinden, mich auflösen, der Schatten werden, der ich bin.Aber das Licht gewinnt. Es gewinnt immer.Meine Augen öffnen sich auf eine Decke, die ich zu gut kenne. Weiß, glatt, seelenlos. Die Stuckleisten, die goldenen Wandleuchten, der Kristalllüster, der Regenbogen an die Wände wirft, wenn die Sonne ihn durchquert. Chiaras Schlafzimmer. Unser Schlafzimmer. Das, in dem sie auf mich wartete, in dem sie mich liebte, in dem sie mich zerstörte.Der Geschmack in meinem Mund ist der von verdorbenem Tequila, von Galle, von Tod. Meine Schläfen pochen, meine Hände zittern, mein ganzer Körper ist nur ein Schmerz, der im Rhythmus dieses Herzens pulsiert, das weiter schlägt, hartnäckig, als wüsste es nicht
Read more