IrinaIch beobachte sie, wie eine Katze eine Maus beobachtet, wie ein Raubtier seine Beute überwacht. Seit Wochen folge ich ihr im Schatten der Gänge des Diamond, lauere auf ihre Bewegungen, höre auf ihre Worte. Ich kenne ihre Gewohnheiten besser als sie selbst. Die Bartheke, an der sie immer sitzt, den Lippenstift, den sie sonntags trägt, die Art, wie sie ihren Rock glättet, wenn sie Sergej begegnet. Ich habe sie seit Monaten im Visier.Natascha. Das Gift. Die Viper. Diejenige, die alles zum Einsturz gebracht hat. Diejenige, die die Gerüchte gesät, die Halskette gestohlen, die anonymen Briefe geschickt hat. Diejenige, die Andrej glauben machte, Sascha betrüge ihn mit Kirill. Diejenige, die Andrej dazu getrieben hat, Sascha zu schlagen, Sascha zu demütigen, Sascha zu zerstören. Ich habe keine handfesten Beweise, noch nicht. Aber ich habe Gewissheiten, Beobachtungen, Querverbindungen. Mir fehlen unwiderlegbare Beweise, solche, die zermalmen, die einschlagen, die man nicht leugnen kann.
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