LOGINSie hebt endlich die Augen zu mir. Ihr Blick ist eine Mischung aus Hass und Erschöpfung. — Drei Frauen genügen dir also nicht? Asta, Fazy und jene andere, deren Namen du murmelst … Du hast bereits einen Hof zu deinen Füßen. Warum diese Besessenheit von mir? Warum diese Notwendigkeit, das zu brechen, was dir widersteht? Ein eisiges Lächeln dehnt meine Lippen. Die Frage ist vorhersehbar, fast pathetisch in ihrer Naivität. — Die anderen sind Instrumente. Werkzeuge, die ich benutze und nach Bedarf austausche. Du … du bist weit mehr geworden als eine einfache Gefangene. Du hast dich als lebende Beleidigung aufgedrängt. Du hast mein Bild beschmutzt, das Spiegelbild getrübt, das ich der Welt zeige. Und das kann ich nicht dulden. Ich beuge mich plötzlich vor, meine Finger schließen sich um ihr Kinn, um ihren Blick zu zwingen, dem meinen zu begegnen. Ihre Haut ist kalt, fa
Sie kommt näher, mustert mich, fasziniert wider Willen. — Wenn du sie befreist, wird er dich verdächtigen. — Nein. Er wird dich verdächtigen. Ihr Blick verdunkelt sich. Ich fahre fort, unerbittlich: — Aber wir werden Alibis haben: Du wirst meins sein und ich deins. Fazy lächelt, langsam, gefährlich. — Du bist grausamer, als ich dachte. — Deshalb gewinne ich immer. Sie hebt ihr Glas. — Auf unsere Doppelzüngigkeit. Wir stoßen an. Das Kristall klingt, zerbrechlich, vollkommen. Unter dem zitternden Licht der Kerzen beobachten sich zwei Schatten – zwei Schlangen, die um dasselbe Feuer geringelt sind. — Und wenn dein Plan scheitert? fragt sie. — Dann wirst du vor mir fallen. — Charmant. — Realist
Der Spiegel meines Zimmers fängt mein Lächeln ein, triumphierend und grausam. Ich lösche es, setze die Maske der Sanftheit wieder auf. Jene, die ich ihm morgen zeigen werde. Eine Königin weiß, wann sie zuschlägt. Morgen werden die Figuren ziehen. Morgen wird er suchen, was er verloren hat, und meine Hand finden, ausgestreckt wie ein Schwert. Ich betrachte mich ein letztes Mal und murmele, die Stimme leiser als ein Geheimnis: — Du bist am Zug, Asta. Möge die Partie beginnen. Asta Die Nacht dehnt sich wie eine Narbe, die man freiwillig wieder öffnet. Ich habe nicht geschlafen. Die Schlaflosigkeit hat Düfte der Hellsichtigkeit. Der Spiegel lügt nicht: Er wirft mir ein Bild zurück, das ich poliert, gemeißelt, gezähmt habe. Ruhig, bereit. Jeden Morgen richte ich mich vor ihm auf, wie man sich vor einem Schlachtfeld aufrichtet. Das Herrenhaus
Asta Der Spiegel wirft mir ein allzu ruhiges Bild zurück, eine falsche Gelassenheit. Ich nähere mich, und das Glas verurteilt mich nicht: Es erkennt mich. Es weiß, was kommt. Ein Jahr. Ein Jahr, dass ich durch dieses Herrenhaus streife wie ein notwendiger Schatten, ein Jahr, dass meine Nägel ihre Furchen in den Samt gegraben haben, dass meine Lächeln sich den Winkeln seiner Launen angepasst haben. Ich habe aufgehört, seine Geliebte zu sein, um seine geheime Architektur zu werden, der Kitt seiner Macht. Ich kenne ihre Risse. Meine Finger streifen die kalte Fläche. Ich sehe nicht mein Gesicht, ich sehe den Abdruck jeder Nacht, die damit verbracht wurde, dieses Imperium zu festigen. Mein Lippenstift ist eine Waffe, mein Parfüm ein kalkuliertes Verschwinden. Er flüsterte gern „schön wie der Tod", im Glauben, diese Worte sperrten mich in eine Rolle. Er wusste nicht, dass auch der Tod lernt, sich der Risse zu bedienen.
Leonardo Das Wasser fällt wie ein Vorhang aus geschmolzenem Metall, schwer und unablässig. Es schlägt auf meine Schultern, gleitet meine Wirbelsäule hinab, trägt die Wärme fort und die Reste einer Wut, die noch unter der Haut raucht. Die Dusche verwandelt den Raum in eine geheimnisvolle Nische: Dampf, weißes Licht, ein Heiligenschein, der die Details verwischt und die Offensichtlichkeiten vergrößert. Ich schließe für einen Moment die Augen, spüre das Wasser, zähle die Sekunden, wie man Schulden zählt – jede schwerer als die vorherige. Ich betrachte mich im beschlagenen Spiegel, und es ist nicht nur mein Spiegelbild, das mir ein Bild zurückwirft; es ist die Summe dessen, was ich gebe und was man mir zurückgibt. Das Glas ist ein Kissen aus Dunst. Ich lege die Hand dagegen, ziehe mit dem Zeigefinger eine Furche, und der Dampf öffnet sich wie ein Versuch der Wahrheit. Sein Gesicht erscheint, fragmentiert, vergrößert, ohne G
Sofia Die Tür fällt mit einem Knall zu, der mir eine Ewigkeit zu dauern scheint. Ein trockenes, endgültiges Geräusch, als hätte die Welt gerade eine Seite über mich umgeblättert, ohne mich sie noch einmal ansehen zu lassen. Die Luft der Zelle riecht nach Metall und Abgestandenem; ein schneidender Geruch, der in der Kehle klebt. Es ist kalt, aber diese Kälte erreicht nicht die Knochen. Sie nistet sich im Kopf ein, in den Falten, in denen sich die Drohungen verstecken. Ich lehne mich gegen die Wand, rutsche dann hinab, und der Boden fängt mich auf, ohne mir Vergebung anzubieten. — Fast ein Tag ohne Essen … aber was ist hier schon ein Tag? Es gibt keine Zeit mehr, nur den Schmerz, der atmet. Mein Magen ist eine leere Faust, die von innen schlägt, und mein Mund ist eine trockene Höhle, in der jedes Wort, das ich zu artikulieren versuche, zerbricht. Der Durst schärft den Blick: Alles wird klar – der Riss in der Farbe, die Spur
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m







