Der Morgen verlief ruhiger, als Valeria erwartet hatte. Die Villa war erfüllt vom Klang des Alltags. Eine Magd hängte frisch gewaschene Leinentücher zwischen zwei Olivenbäumen auf. Aus der Küche drang der Duft nach gebackenem Brot und geröstetem Knoblauch. Irgendwo summte Livia leise ein altes Lied, das Valeria schon als Kind in den Schlaf begleitet hatte. Für einen kurzen Augenblick erlaubte sie sich zu glauben, dass dieser Frieden echt war. Dann trat Lucius an ihre Seite. „Du beobachtest den Horizont.“ Valeria lächelte schwach. „Fällt das so auf?“ „Nur jemand, der auf einen Sturm wartet, sieht so lange in einen wolkenlosen Himmel.“ Sie schwiegen. Vor ihnen zogen zwei Hirten mit ihrer Schafherde durch das Tal. Ein Bild voller Ruhe. „Du willst etwas sagen“, bemerkte Valeria. Lucius nickte. „Ja.“ Er schwieg erneut. „Aber ich weiß nicht, ob dir gefallen wird, was ich zu sagen habe.“ Im Atrium spielte Titus mit seinem neuen Holzadler. Marcus hatte die halbe Nacht daran
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