Mara starrte auf die Gestalt, die aus den Trümmern des Gedächtnisses aufstieg. Und die Gestalt starrte zurück. Dasselbe Gesicht. Dieselben Augen. Dieselbe Narbe über der linken Augenbraue. Sogar die gleiche Art zu atmen. Für einen Moment hatte Mara das Gefühl, in einen Spiegel zu sehen. Doch dann lächelte die Fremde. Und dieses Lächeln gehörte nicht ihr. --- Silbernes Licht floss über den Platz. Die zerbrochenen Fragmente des Gedächtnisses schwebten um die Gestalt herum wie Sterne. Jede Scherbe enthielt Erinnerungen. Millionen davon. Kindheiten. Kriege. Liebesgeschichten. Abschiede. Alles drehte sich um die Frau mit Maras Gesicht. Als wäre sie deren Mittelpunkt. --- „Nein.“ Lyra war die Erste, die sprach. Und zum ersten Mal klang ihre Stimme wie die eines Menschen. Nicht wie die einer Legende. Nicht wie die einer uralten Wächterin. Wie jemand, der Angst hatte. Echte Angst. „Das ist unmöglich.“ Die Frau sah sie an. Sanft. Fast liebevoll. „Hallo, Lyra.“
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