Das Nachmittagslicht in Paraty war anders als jedes andere, das ich je gesehen hatte.Es war nicht das kalte, graue Licht von München, noch das künstliche Licht der Pressestudios, in denen Cassius früher für Fotos posiert hatte. Es war ein goldenes, weiches Licht, das vom Meer kam und sich über die Veranda ausbreitete wie geschmolzener Honig.Aurora stand neben mir, die Arme vor der Brust verschränkt, die Augen fest auf den Horizont gerichtet.Das dunkle Haar, jetzt kurz, bewegte sich in der Brise. Sie war blass – nicht vor Angst, sondern vor Erschöpfung. Die letzten Tage waren ein Orkan gewesen. Die Fluchten, die Rettung Raphaëls, die Gefangennahme Cassius’.Die Stunden im Krankenhaus, in denen wir auf Nachrichten warteten, darauf warteten, dass die Ärzte bestätigten, was wir bereits wussten: Raphaël würde leben.Stunden zuvor hatte ich mein Haar gebleicht und wieder in seine natürliche Farbe gefärbt, ich musste normal aussehen, nicht wie ein Flüchtiger.— Bist du bereit? — fragte si
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