YaraDas Erste, was ich spürte, war Wärme – echte, sanfte Wärme, nicht die knochenkalte Feuchtigkeit des Kerkerbodens oder die eisige Walderde, auf die man mich wie verfaultes Fleisch geworfen hatte. Weiche Seidenlaken umhüllten meinen schmerzenden Körper, und der zarte, beruhigende Duft von Lavendel, vermischt mit Heilkräutern, erfüllte meine Lungen mit jedem flachen Atemzug. Meine Augenlider flatterten langsam auf, schwer, als wären sie jahrhundertelang durch das Gift versiegelt gewesen, das mich eigentlich hätte töten sollen.Ich befand mich in meinen alten Gemächern im Königspalast. Über mir erstreckten sich hohe Gewölbedecken, verziert mit kunstvollen Schnitzereien von uralten Wölfen, die den Mond anheulten. An den Wänden hingen goldene Wandteppiche, bestickt mit dem königlichen Wappen, und große Bogenfenster blickten auf die blühenden Palastgärten, in denen Blumen, die ich einst als Kind gepflegt hatte, im Wind wiegten. Alles war genau so, wie ich es aus der Zeit vor meiner Flu
Zuletzt aktualisiert : 2026-07-02 Mehr lesen