Ich nehme das Glas. Meine Finger streifen seine. Ein Schauer durchläuft mich, aber nicht derselbe wie zuvor. Nicht der Schauer der Angst oder des Verlangens. Der des Wiedererkennens. Der von zwei Seelen, die sich berühren, einfach so, ohne etwas voneinander zu erwarten."Auf was trinken wir?", frage ich."Auf die Wahrheit. Auf die, die wir uns sagen, auf die, die wir voreinander verbergen, auf die, die wir gemeinsam entdecken."Wir trinken. Der Wein ist gut, warm, wohltuend. Er lässt etwas in meiner Kehle hinuntergleiten, etwas, das einem Knoten gleicht, der sich löst, einer Tür, die sich öffnet, einer Mauer, die fällt."Erzähl mir eine Kindheitserinnerung", sagt er. "Die erste, die dir einfällt. Ohne nachzudenken.""Mein Vater, der eines Abends betrunken nach Hause kommt. Meine Mutter, die in der Küche weint. Ich, der sie mit sechs Jahren in die Arme nimmt und ihr sagt, dass alles gut wird, dass ich da bin, dass ich sie niemals verlassen werde. Sie, die mich so fest drückt, dass ich
Last Updated : 2026-08-06 Read more