Rache in Weiß
Im dritten Jahr meiner Ehe mit Viktor Grau schickte mir seine Stiefschwester Nina plötzlich ein Video.
Ich öffnete es und sah Viktor. Mit der Krawatte, die ich ihm gerade geschenkt hatte, fesselte er seine Stiefschwester am Bettpfosten fest. Sie lag nackt unter ihm und stöhnte immer wieder „Schatz“.
Danach lagen sie eng umschlungen. Nina schmiegte sich an seinen Hals und säuselte: „Viktor, der Ring, den du mir geschenkt hast, gefällt mir nicht. Gib ihn doch deiner Frau – als Geburtstagsgeschenk von deiner kleinen Schwester.“
Am nächsten Tag saß ich in einem gehobenen Restaurant und starrte geistesabwesend auf den leeren Stuhl mir gegenüber.
Plötzlich kam sein Vertrauter mit einer riesigen Torte auf mich zu.
„Don hatte etwas Dringendes zu erledigen und bat mich, Ihnen Ihr Geburtstagsgeschenk zu überbringen.“
In der Schatulle lag genau der Ring, den seine Stiefschwester nicht gewollt hatte.
Im selben Moment erreichte mich ein neues Foto auf dem Handy: Viktor war mit seiner Stiefschwester im Krankenhaus.
Ich weinte nicht, machte keine Szene und unterschrieb ruhig die Scheidungspapiere – dann ließ ich eine Hochzeit vorbereiten.
„Gnädige Frau, wessen Namen sollen für Braut und Bräutigam eingetragen werden?“
„Viktor Grau und Nina Grau.“
In sieben Tagen würde die ganze Welt erfahren, was der stets so unnahbare Don hinter verschlossenen Türen mit seiner Stiefschwester so alles trieb.