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Author: Trishybaby
last update publish date: 2026-07-27 23:43:24

„Lass sie in Ruhe.“ Die Stimme war ein tiefes, samtiges Grollen, das jede einzelne Nervenendung in Brand setzte. Sie war gefährlich attraktiv, ein Klang, der ihr einen hektischen Schauer über den Rücken jagte – nicht aus Angst, sondern aus Wiedererkennen. Ihre Seele verspürte einen plötzlichen, heftigen Ruck. Ihr innerer Wolf erwachte brüllend zum Leben und schrie nach dem Mann, der gerade aus dem Schatten getreten war. So etwas hatte sie noch nie gefühlt; es war eine schwere, besitzergreifende Last, die es ihr unmöglich machte, wegzusehen. Unter dem Vollmond stand er aufrecht da, und die Lederjacke enthüllte gerade genug von seiner Brust, um mühelos Respekt einzufordern.

„Alpha! Er ist ein Alpha-Wolf! Jack, beweg dich!“ Die Stimmen der Streuner waren ferne, panische Echos. Die Hände, die eben noch ihre Haut zerschrammt hatten, verschwanden plötzlich, als ihre Angreifer in der Dunkelheit davonstoben. Es war ihr egal, wohin sie liefen. Es war ihr egal, dass sie noch vor wenigen Augenblicken einem Albtraum gegenübergestanden hatte. Alles, was zählte, war der Mann, der dort stand, wo die Schatten auf das Mondlicht trafen.

Sie blinzelte, und im nächsten Herzschlag war er da. Er ging nicht einfach; er erschien und ragte wie ein Gott des Waldes über ihr auf. Sein Duft traf sie: Zeder, Regen und etwas Urtümliches, das ihr den Kopf verdrehte.

„Gefährtin“, knurrte er.

Das Wort war ein physischer Balsam, der ihren Schrecken fortspülte und durch ein so tiefes Verlangen ersetzte, dass es sich wie Hunger anfühlte. Ihre Hand bewegte sich wie von selbst, die Handfläche landete auf seiner harten, warmen Brust. Der Kontakt war elektrisierend. Ein förmlicher Strom schlug zwischen ihnen Funken und fesselte sie in einem Blick, der sich wie der Zusammenprall zweier Welten anfühlte. Seine Augen waren dunkel, durchzogen von einem Hunger, der sie zu verschlingen drohte.

„Ich will dich“, flüsterte sie. Ihre Stimme war belegt, verzweifelt. Vielleicht war es das Adrenalin der knappen Entkommenheit, oder vielleicht war es die tief in der Seele sitzende Erkenntnis, dass sie zu ihm gehörte, aber das Bedürfnis, beansprucht zu werden, trieb sie an den Rand des Wahnsinns.

Er wartete nicht. Er überwand die Distanz, und sein Mund schlug in einem Kuss auf ihren ein, der nach Blitz und Donner schmeckte. Sie zögerte nicht; sie schnellte nach oben, stellte sich auf die Zehenspitzen und schlang ihre Arme um seinen Hals. Da er spürte, wie sie darum kämpfte, ihm noch näher zu sein, hakte er seine Hände unter ihre Oberschenkel und hob sie hoch. Sie schlang ihre Beine um seine Taille und schmiegte ihren Körper an seinen, während sich der Kuss zu etwas Wildem vertiefte.

Ihr Rock war bald verschwunden, im Dreck entsorgt, sodass sie entblößt in der kühlen Nachtluft zurückblieb. Sie spürte die Kälte nicht. Sie brannte. Ihre Hände nestelten an seinem Gürtel, ihre Finger zitterten vor dem hektischen Bedürfnis, ihn an sich zu spüren.

Plötzlich legte sich seine große Hand über ihre und brachte ihre Bewegungen zum Stillstand. Er zog sich nur einen Zentimeter zurück, sein Atem ging rau gegen ihre Lippen. „Bist du noch Jungfrau?“

Die Frage hätte sie eigentlich abkühlen müssen, aber die rohe Beschützerstrahlkraft in seinen Augen ließ ihr Herz nur noch höher schlagen. Er bebte vor Verlangen, versuchte aber dennoch, sich für sie zurückzuhalten.

„Ja“, hauchte sie, und ihre Stimme brach. „Aber hör nicht auf. Bitte. Ich brauche das.“

Er brauchte keine zweite Aufforderung. Er drängte wieder nach vorne, sein Kuss wurde aggressiv, und er drückte sie gegen die raue Rinde eines Baumes. Die Reibung war unerträglich. Sie spürte, wie sich eine Hitze zwischen ihren Oberschenkeln sammelte, ein feuchtes, schweres Verlangen, von dem sie bisher nur gelesen hatte. Sie begann sich gegen ihn zu reiben, verzweifelt nach Erleichterung suchend, und wurde mit einem tiefen, kehligen Stöhnen belohnt, das durch ihre gesamte Brust vibrierte.

Er ließ sie auf den Boden gleiten, sein Körper eine schwere, willkommene Last. Diesmal, als sie nach seinem Gürtel griff, hielt er sie nicht auf. Sie öffnete ihn und zog seine Hose herunter, während ihr Wolf vor Freude heulte.

Er schob sich zwischen ihre Beine, und sie spreizte sie weit, um ihn einzuladen.

„Ich komme jetzt in dich“, murmelte er gegen ihre Lippen, eine letzte Warnung. Sie nickte atemlos, ihre Finger gruben sich in seine Schultern.

Er glitt mit der Hand nach unten, schob ihr Höschen zur Seite und drang in einer einzigen, langsamen, unerbittlichen Bewegung in sie ein. Ein scharfer Schrei entwich ihr, als der Schmerz aufflammte – eine heiße, enge Fülle, die die Welt ins Wanken brachte. Er erstarrte augenblicklich, legte seine Stirn an ihre, seine Muskeln angespannt vor Anstrengung, innezuhalten.

„Geht es dir gut?“, fragte er mit rauer Stimme.

Sie blickte zu ihm auf, ihre Sicht verschwommen von Tränen, die sowohl aus Schmerz als auch aus überwältigender Zuneigung stammten. Sie zwang sich zu einem kleinen, zittrigen Lächeln und nickte.

Sie spürte, wie der Schmerz nachließ und durch eine pulsierende Spannung ersetzt wurde. „Hör nicht auf“, drängte sie und zog ihn wieder zu sich herab.

Er suchte noch einen Herzschlag lang in ihren Augen, um sicherzugehen, dass sie sich ganz sicher war, bevor er begann, sich zu bewegen – zuerst langsam, während er sie als die Seine beanspruchte.

„Ahh“, stöhnte sie. Das Geräusch ging an seiner Haut verloren, als das anfängliche Stechen des Einreißens vollkommen schwand, verschlungen von einer Flutwelle der Lust. Es war, als würde sich ihr Körper weiten und verändern, um ihn aufzunehmen.

Sein Tempo beschleunigte sich, wurde rhythmisch und wild. Das einzige Geräusch im stummen Wald war das schwere, feuchte Klatschen ihrer zusammenstoßenden Körper. Jeder Stoß fühlte sich tiefer an als der letzte; seine Größe dehnte sie, bis sie dachte, sie könnte zerbrechen, doch ihr Körper schmiegte sich gierig an ihn und begegnete jedem Drängen mit einem verzweifelten Entgegenkommen ihrer Hüften.

Er beugte sich hinab, sein Atem wie ein glühendes Brandeisen an ihrem Hals. „Ah!“, kreischte sie, als sich schmerzhaft schöne Zähne in die Stelle zwischen ihrem Hals und ihrer Schulter gruben.

Er markierte sie. Er beanspruchte sie.

Er begann, die Wunde abzulecken, seine Zunge linderte das Feuer, das er gerade entfacht hatte. Ihre Augen rollten nach hinten, ihr Verstand zersplitterte unter dem schieren Gewicht der Lust. In diesem Moment existierte nichts anderes – nicht ihre Vergangenheit, nicht ihr Vater, nicht die Streuner. Nur der Mann, der tief in ihr steckte. Ihr Gefährte.

Sie blinzelte, ihre Wimpern zuckten gegen das Sonnenlicht, das durch fremde Fenster strömte. Als ihr Verstand klarer wurde, kroch eine Hitze ihren Hals hinauf, eine Schamröte, genährt von den Erinnerungen der vergangenen Nacht. Sie war in ein riesiges Bett gekuschelt und trug ein seidenes, weißes Nachthemd, das sie nicht kannte. *Er muss mich umgezogen haben*, dachte sie, und ein kleines, geheimes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.

Sie griff nach oben, ihre Finger fuhren über die erhabene, empfindliche Haut an ihrer Schulter. Die Markierung. Es war real. Eine Woge des Triumphs erfüllte sie; sie würde den Mann, den ihr Vater ausgewählt hatte, nicht heiraten müssen. Sie hatte jetzt einen Alpha. Sie hatte einen Gefährten.

Sie drehte sich um, um den Morgen mit ihm zu teilen, aber das Kissen neben ihr war kalt. Der Raum war riesig, maskulin und bewohnt, aber leer.

Sie warf die Bettdecke zurück und versuchte aufzustehen, doch ein scharfer, stechender Schmerz zwischen ihren Beinen ließ sie nach Luft schnappen. Sie hatte gehört, dass das erste Mal schmerzhaft war, aber das hier war eine schwere, wunde Erinnerung daran, wie gründlich sie genommen worden war.

Sie humpelte auf die Tür zu, doch diese knarrte auf, bevor sie den Griff erreichen konnte. Ihr Herz machte einen Sprung und sackte dann ab. Er war es nicht. Es war ein Fremder mit Augen, so kalt wie Feuerstein.

„Gut. Du bist wach“, sagte der Mann, seine Stimme troff vor Langeweile. „Er hat dir Geld, Kleidung und ein Telefon hinterlassen. Mach dich frisch und verschwinde.“

Sie erstarrte, sicher, sich verhört zu haben. „Verschwinden? Wer sind Sie?“

„Wer ich bin, geht dich gar nichts an“, herrschte er sie an, die Lippe vor Ekel hochgezogen. „Sind Prostituierte immer so neugierig? Du wurdest flachgelegt, du hast deinen Teil erledigt. Jetzt geh, solange ich noch nett bin.“

Das Wort *Prostituierte* traf sie wie ein körperlicher Schlag und raubte ihr die Luft aus den Lungen.

„Wen nennen Sie hier eine Prostituierte?“, zischte sie, während ihr innerer Wolf knurrte. „Ich bin die Gefährtin des Mannes, dem dieses Haus gehört!“

Der Fremde stieß ein hartes, spöttisches Lachen aus. „Hör mir zu, du dumme Omega. Der Mann, mit dem du geschlafen hast, ist vergeben. Er heiratet diesen Monat. Ich weiß nicht, aus welchem Gosse er dich gefischt hat, aber wenn dir dein Leben lieb ist, gehst du durch diese Tür und siehst nie wieder zurück.“

Die Welt drehte sich. „Warum… warum sollte er dann mit mir schlafen?“

„Männer sind eben Männer“, zuckte der Fremde mit den Schultern. „Du bist nichts Besonderes. Du bist nur ein weiterer warmer Körper in einer langen Reihe von Omegas, die er benutzt hat. Wenn du glaubst, dass ein Einmal-Seitensprung dir irgendeinen Anspruch auf ihn gibt, bist du noch dümmlicher, als du aussiehst. Hol deine Sachen.“

Die Zurückweisung fühlte sich an wie eine Klinge, die sich in ihrer Brust drehte. Plötzlich kam die Erinnerung daran zurück, wie ihr früherer Liebhaber sie betrogen hatte, und legte frischen Qualen über eine alte Wunde. Sie fühlte sich wie ein pathetisches Klischee – ein Mädchen, das sich von seinen Hormonen für einen Mann blind machen ließ, dessen Namen sie nicht einmal kannte. Sie hatte sich wieder einmal von jemandem benutzen und wegwerfen lassen, dem sie vertraut hatte. Wie töricht von ihr. Sie hatte genug davon und würde sich von niemandem mehr ausnutzen lassen.

Angefeuert von einer Mischung aus Scham und glühendem Zorn schnappte sie sich die Kleider, zog sich mit zitternden Händen an und stürmte hinaus.

Als sie vor Rowans Rudelhaus stand, fühlte sich die Luft dünn an. Drei Jahre. Sie war drei Jahre lang fort gewesen, und doch fühlten sich der Duft der Kiefern und der drohende Schatten des Steingebäudes an wie ein Käfig, dem sie endlich entkommen war, nur um wieder zurückgezerrt zu werden. Aber jetzt würde alles vorbei sein, all ihr Schmerz.

Sie ging in die Anlage, wobei das Geräusch von Geschrei sie zum Haupteingang zog. Sie blieb wie angewurzelt stehen. Eine ihrer Taschen lag im Dreck, ihr Inhalt war auf den Kies verschüttet.

„Die Schlampe ist endlich zurück.“

Sie blickte auf. Dort stand mit einem Grinsen voller purer Bosheit ihre ehemalige beste Freundin und blickte auf ihre Habseligkeiten herab. Der Zorn, der jahrelang in ihrem Inneren gesundert hatte, begann endlich zu kochen.

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