LOGINDas Letzte, woran ich mich erinnere, waren die kalten Steine an meiner Wange, bevor der dunkle Smog alle meine Sinne auslöschte.
Ich hämmerte so heftig gegen die schwere Tür, bis meine Knöchel bluteten und schmerzten, und schrie verzweifelt nach irgendjemandem, der den eisernen Riegel zurückziehen sollte. Doch niemand antwortete. Die Luft verwandelte sich in pures Gift, so schwer, als ob mir nasser Zement im Hals säße, u
Auf diesen scharfen nördlichen Bergrücken weht der Wind nicht einfach nur; er beißt, er schneidet durch dickes Leder, als wären es kalte Stahlnadeln, und heult wie ein sterbendes Tier durch die dünnen Kiefernnadeln.Kane trieb seinen Hengst an, bis dessen Lungen wie trockene Kürbisse rasselten. Schließlich brachte er sein erschöpftes, schäumendes Pferd zum Stehen und band es an einer kleinen Lärche an der Schneegrenze fest. Nun blieben nur noch er, seine bloßen Hände und die raue, steile Felswand. Jeder Schritt hinauf auf die schwarzen, eisigen Felsen fühlte sich an, als würde er eiserne Ketten hinter sich herziehen. Die Luft wurde immer dünner und schneller; es wurde so kalt, dass es ihm bei jedem Atemzug in der Brust brannte. *Noch zwölf Stunden.* Vielleicht elf.Er hätte keine Uhr gebraucht, um zu wissen, dass die Sonne wie ein Stein hinter den westlic
Der Hohepriester blickte auf den schwarzen Granitboden hinunter; die schwere Stille zwischen ihnen glich einer gespannten Bogensehne.Der Regen prasselte heftig gegen die hohen Buntglasfenster des Heiligtums, der Wind heulte durch den Hof darunter. Kane atmete so heftig, dass der Muskel an seiner Kieferseite zuckte. Er war fest entschlossen, die ganze Welt in Brand zu setzen, wenn es bedeutete, Alice zu retten, und ehrlich gesagt zweifelte niemand im Raum daran, dass er diese Tat tatsächlich vollbringen würde.„Es gibt nur einen Weg, Prinz Kane“, murmelte der alte Priester schließlich, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Obwohl er einen furchtbaren Preis hat, gibt es noch eine einzige Tür, die unverschlossen ist.“„Ruf es an!“, forderte Kane ohne zu zög
Kane zögerte keine Sekunde; er legte seine Arme unter ihre Knie und Schultern, hob ihren leblosen Körper an seine Brust und drehte sich in die Richtung, in der er die Tür vermutete, wobei er wie ein Wahnsinniger die Dunkelheit durchbrach.Kanes Schulter prallte mit solcher Wucht gegen die schwere Archivtür, dass sie wie ein Rammbock wirkte und den Eichenrahmen zersplitterte, als er hinaus in den Flur stürmte.Er hielt nicht inne, um Luft zu holen, weil er es nicht konnte.Alice lag leblos in seinen Armen, ihr Kopf hing wie eine zerbrochene weiße Lilie über seinem Unterarm. Ihre Haut, die sich sonst warm anfühlte und leicht süßlich nach Wiesengras duftete, war nun in ein furchtbares, durchscheinendes Blaugrau verfärbt und mit unschönen, fleckigen violetten Stellen übersät, wo Selenas dunkler Schattenrauch tief in ihre Kapillaren eingedrungen war. Sie hustete nicht mehr und versuchte auch nicht zu atmen. Ihr Brustkorb war völlig still, so still, dass Kane drei schreckliche Sekunden lang
Gia erschlaffte in seinen Armen und ihr Kopf schlug mit einem furchtbaren, dumpfen Aufprall gegen sein Schlüsselbein.„Gia! Wach auf!“, knurrte er und rüttelte an ihren Schultern. Zero – nicht einmal ein Wimpernschlag.Panik überkam ihn wie eine silberne Klinge, scharf, kalt und ihm völlig fremd, und traf ihn mitten ins Herz. Sie hatte ihren Satz nicht beendet; sie hatte ihm weder eine Zimmernummer noch einen Flügel noch einen Namen genannt. Die einzigen drei Worte, die er in der angespannten Luft der großen Halle hängen ließ, waren: *Alice … Aufnahmeraum … Falle*.Er setzte Gia auf den Steinboden, seine Hände zitterten leicht, was Mark durch den Tisch hindurch bemerkte, doch niemand wagte etwas zu sagen. Kane dachte nicht nach. Er gab den Wachen zu Fuß keine Befehle u
Das Letzte, woran ich mich erinnere, waren die kalten Steine an meiner Wange, bevor der dunkle Smog alle meine Sinne auslöschte.Ich hämmerte so heftig gegen die schwere Tür, bis meine Knöchel bluteten und schmerzten, und schrie verzweifelt nach irgendjemandem, der den eisernen Riegel zurückziehen sollte. Doch niemand antwortete. Die Luft verwandelte sich in pures Gift, so schwer, als ob mir nasser Zement im Hals säße, und schließlich gaben meine Knie nach. Meine Lungen versagten endgültig, und ich sackte rückwärts in die wirbelnde Dunkelheit zusammen und fiel bewusstlos auf die Dielen, während der dunkle Rauch unaufhörlich aus den steinernen Lüftungsschächten quoll.Zur gleichen Zeit lief Gia im Innenhof der Hauptküche fast einen Graben aus dem Kopfsteinpflaster.Unter dem Arm trug sie einen schweren Korb voller frischem Lavendel und warf jedem Diener
Diesmal klopfte Deborah nicht einmal an.Sie riss die Tür zu Selenas Zimmer auf, der schwere Balken krachte gegen den steinernen Torbogen und riss beinahe einen getrockneten Krähenschädel vom Türsturz. Ihr Gesicht war gerötet, ihre Seidenröcke zu kostbar, um zerknittert zu sein, verdreht von ihrer panischen Flucht aus dem Osthof.„Sie war in seinem Bett, Selena!“, kreischte Deborah mit zitternder Stimme, kurz bevor sie eine Panikattacke erlitt. Mit drei langen Schritten durchquerte sie den Raum, packte den Rand des Hexenaltars und rüttelte daran, bis die dunklen Glasphiolen wie alte Knochen aneinanderklirrten. „Sie kam aus Prinz Kanes Schlafgemach! Völlig aufgelöst, die Haare zerzaust, mit ihren weggeworfenen Kleidern! Die beiden haben ganz bestimmt letzte Nacht miteinander geschlafen. Oh mein Got







