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Kapitel 2

作者: Blanc Ball
Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang fassungslos.

„Professor Schaffer, meinen Sie das ernst? Bei uns in der Raumfahrtbehörde weiß jeder, wie sehr Sie Manuel lieben. Sie haben seinetwegen so viele Möglichkeiten ausgeschlagen. Sonst wären Sie längst unsere Chefingenieurin.“

Ein scharfer Schmerz durchfuhr Shilohs Brust.

Sie war Ingenieurin. Ruhig. Logisch. Selbst unter Druck standhaft.

Nur bei Manuel nicht.

Sobald es um ihn ging, verschwand all ihre Logik. Ihre ganze Welt drehte sich um ihn.

Shiloh verliebte sich zweimal in Manuel – einmal auf den ersten Blick, und dann über die Jahre hinweg noch eimal.

Schon seit der Grundschule waren sie in derselben Klasse. Alle nannten sie das geniale Paar der Schule. Jede Prüfung endete gleich: Manuel belegte den ersten Platz. Shiloh wurde Zweite.

Sie hasste es, immer nur Zweite zu sein. Jedes Mal lernte sie noch härter, fest entschlossen, ihn endlich zu schlagen.

Und jedes Mal verlor sie trotzdem.

Das Schlimmste daran? Er lernte kaum. Und blieb trotzdem mühelos an der Spitze.

Shiloh behandelte ihn wie ihren Rivalen.

Insgeheim war sie schon ewig in ihn verliebt.

Im Abschlussjahr fasste sie endlich den Mut, ihn zu fragen.

Mit glühenden Wangen sagte sie: „Manuel, wenn ich im Abitur besser abschneide als du, wirst du dann mein Freund?“

Sie rechnete damit, dass er sie abwies.

Stattdessen beugte er sich zu ihr, sein warmer Atem streifte ihr Ohr.

„Wenn du im Abitur die Bestnote holst und beim größten nationalen Schülerwettbewerb in den Naturwissenschaften gewinnst, heirate ich dich.“

Wegen dieses einen Versprechens gab Shiloh in ihrem Abschlussjahr alles.

Sie schloss ihr Abitur mit der höchsten Punktzahl ab und gewann den größten nationalen Schülerwettbewerb in den Naturwissenschaften.

Manuel hielt sein Wort.

Vor den Augen des ganzen Landes machte er ihr einen völlig überzogenen Heiratsantrag. Hunderte Hubschrauber ließen Rosenblätter über der Stadt regnen, bis die Dächer unter den Blüten verschwanden.

„Shiloh Schaffer, ich liebe dich. Wenn wir alt genug sind, willst du mich heiraten?“

In einem Meer aus Rosen ging er vor ihr auf ein Knie.

Damals hielt Shiloh sich für das glücklichste Mädchen der Welt.

Die Wahrheit erfuhr sie erst später.

Dieser gigantische Antrag geschah nicht, weil er sie schon immer liebte.

Es war Schadensbegrenzung. Ein Weg, um den Skandal um ihn und seine Adoptivschwester zu vertuschen.

In jenem Jahr war Shiloh in aller Munde. Bestnote im Abitur. Jahrgangsbeste. Siegerin des größten nationalen Wettbewerbs in den Naturwissenschaften. Die Medien konnten nicht genug von ihr bekommen.

Manuel wusste, dass ihre Geschichte seinen Skandal übertönen konnte.

Sie waren seit ihrer Kindheit Rivalen. Zwei Genies, die zusammen aufwuchsen und sich ineinander verliebten? Das Publikum verschlang diese Geschichte geradezu.

Also entschied er sich für sie.

„Professor Schaffer? Sind Sie noch da?“, fragte der Anrufer vorsichtig. „Sie sind plötzlich so still. Haben Sie Zweifel? Ich verstehe das. Sie lieben Herrn Preston doch so sehr –“

Shiloh schnitt ihm das Wort ab.

„Ich bereue es nicht. Ich werde es nie bereuen. Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört, ihn zu lieben.“

Kaum hatten die Worte ihren Mund verlassen, schwang die Tür auf.

Manuel stand da. Sein Blick war kalt, finster und voller Wut.

„Aufgehört, mich zu lieben?“, fragte er. „Shiloh, sag das noch einmal.“

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  • Als aus Schweigen Abschied wurde   Kapitel 21

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  • Als aus Schweigen Abschied wurde   Kapitel 20

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  • Als aus Schweigen Abschied wurde   Kapitel 19

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  • Als aus Schweigen Abschied wurde   Kapitel 17

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