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Der Weg zurück ins Verderben

作者: juniorwriter
last update 公開日: 2026-06-30 20:36:11

*Kapitel Zwei – Der Weg zurück ins Verderben

Catherines Sicht

Meine Lungen brannten bei jedem keuchenden Atemzug, als ich durchs Unterholz stürmte. Äste rissen an meinem bereits zerfetzten Zeremoniengewand. Das Silber der Klauen der Vollstrecker hatte sich tief in meine Seite und Schulter gebohrt, mein Blut vergiftet und meinen Wolf zum Schweigen gebracht. Irgendwo in mir wimmerte sie, schwach und fern, unfähig, die Heilung zu bewirken. Jeder Schritt jagte ein neues Feuer durch meine Nerven, doch ich blieb nicht stehen. Anhalten bedeutete den Tod.

Ich rannte, bis die Rufe hinter mir in der Nacht verhallten. Erst als meine Beine endgültig nachgaben, brach ich neben einem schmalen Bach zusammen, dessen Wasser kalt im Mondlicht glitzerte. Meine Hände – Rickons Blut krustete noch zwischen meinen Fingern – zitterten, als ich sie in das eisige Wasser tauchte. Die Kälte brannte in den Wunden, doch ich schrubbte trotzdem und sah zu, wie rosa Wirbel flussabwärts verschwanden.

 Das Adrenalin, das mich so weit getragen hatte, versiegte in einer einzigen, erdrückenden Welle.

Rickon war tot.

Ein Schluchzen entfuhr mir, bevor ich es unterdrücken konnte. Ich presste meine Stirn gegen die feuchte Erde, mein Körper krümmte sich zusammen, als mich die Trauer mit voller Wucht traf. Mein Halbbruder – mein Beschützer, meine einzige Familie in diesem Moment – ​​hatte sich zwischen mich und den sicheren Tod geworfen. Ich sah seine Augen wieder, weit aufgerissen vor Schock, als die silberne Klinge in seine Brust stach. Hörte seinen letzten Atemzug. „Lauf… Katze…“

Ich schrie in den Dreck, bis meine Stimme versagte. Tränen vermischten sich mit Blut und Schmutz auf meinem Gesicht. Alles, was ich mir gewünscht, alles, woran ich geglaubt hatte, war mir in wenigen Minuten entrissen worden. Cadiz’ kalte Zurückweisung. Katies schuldbewusstes Schweigen. Das Rudel, das mich einst angefeuert hatte, jagte mich nun wie eine Beute. Mein Wolf heulte klagend in mir, zu schwach, um zu antworten.

Ich weiß nicht, wie lange ich dort lag, zitternd, gebrochen.  Doch langsam verstummten die Schluchzer. Die Nacht wurde kälter. Ich hatte keine Wahl. Wenn ich hier blieb, würden sie mich finden. Und Rickons Opfer wäre umsonst gewesen.

Ich richtete mich auf und zuckte zusammen, als ein stechender Schmerz durch meine Seite fuhr. „Robin-Rudel“, flüsterte ich in die Dunkelheit. Es war der einzige Ort, der mir noch blieb. Das Territorium meines Vaters. Mein Zuhause. Sie würden mich aufnehmen. Sie mussten.

Die Reise war ein verschwommener Traum aus Schmerz und Erinnerung. Stundenlang stolperte ich durch den Wald, die silbrige Hitze bremste meine Schritte bis zum Humpeln. Jedes Knacken eines Zweiges ließ mein Herz zusammenzucken. Ich ging weiter, einen Fuß vor den anderen, denn stehen bleiben hieß, zu akzeptieren, dass alles verloren war.

Cadiz' Gesicht verfolgte mich mit jedem Schritt – diese Augen, die mich einst hungrig angesehen hatten, waren nun erfüllt von nichts als Entschlossenheit. Ich habe mich für eine andere entschieden. Katie stand da, in dem Schmuck, der für mich bestimmt war. Meine beste Freundin. Der Verrat schnitt tiefer als jede Kralle.  Und Rickon… sein Blut klebte noch immer an meiner Haut, egal wie oft ich sie in Bächen abwusch.

Wut brodelte unter der Trauer, still und stetig. Nicht die wilde Explosion der Zeremonie, sondern etwas Kälteres. Schärferes. Das war nicht nur Herzschmerz. Das war eine Wunde, die niemals ganz verheilen würde. Ich würde sie für immer mit mir tragen, und eines Tages würde ich sie jeden Tropfen davon spüren lassen.

Die Morgendämmerung tauchte die Bäume in fahles Licht, als ich endlich die unsichtbare Grenze zum Gebiet des Robin-Rudels überquerte. Die vertrauten Düfte hätten mir Trost spenden sollen – Kiefern, Erde, der ferne Rauch der Lagerfeuer. Stattdessen stockte ich. Die Grenzwölfe waren verschwunden. Keine Patrouillen. Keine Warnungen. Der Wald war unnatürlich still, als hielten die Bäume selbst den Atem an.

Dann drehte der Wind, und der Geruch traf mich.

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