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Eins
~ MIRA ~ Die Welt begann sich zu neigen. Durch einen goldenen Schleier beobachtete ich, wie ich das zweite Glas Champagner leerte, das Freya gekauft hatte. Das Brennen und das Summen im Raum waren mir egal – ich brauchte diese Betäubung. Ich brauchte etwas, irgendetwas, um die zerbrochenen Teile von mir zu flicken, die mein Vater absichtlich auseinanderriss. Ich füllte das Glas zum dritten Mal nach. Ich hielt es wie eine Trophäe hoch, beobachtete die tanzenden Bläschen, bevor ich es an meine Lippen setzte. Ein kleiner Schluck, um mich zu necken, dann neigte ich den Kopf nach hinten und ließ den Rest in mich hinunterbrennen. „Arrgh …“, stöhnte ich, und ein lockeres, beschwingtes Lachen entfuhr mir. „Das fühlt sich himmlisch an. Oh mein Gott, ich liebe das!“ Es war mir egal, dass die anderen Gäste in der schicken Bar mich mit vorwurfsvollen Blicken musterten. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte ich mich leicht. „Das reicht, Mira. Stell das Glas ab“, schnauzte Freya. Sie klang genervt, was seltsam war, wenn man bedenkt, dass sie diejenige war, die mich hierher geschleppt und mich davon überzeugt hatte, dass Alkohol das Heilmittel für ein gebrochenes Herz sei. „Komm schon, Freya! Ich hab Spaß“, lallte ich und schnaubte, während ich wieder nach der Flasche griff. „Du hattest recht. Der Schmerz … er verschwindet. Ich fühle mich anders.“ Ich griff nach einem vierten Schluck, doch eine Hand riss mir die Flasche weg, bevor ich sie berühren konnte. Es war nicht Freyas manikürte Hand. Geschockt riss ich den Kopf herum, mein Blick schwankte, bis Noras Gesicht scharf wurde. Sie sah wütend aus. Sie zog einen Stuhl heran und ließ sich mit einem lauten Knall darauf fallen. „Ich habe dich nicht hierher eingeladen, du gierige, billige Eidechse!“, zischte Freya, ihre Stimme triefte vor Gift. „Wer hat dich angerufen? Mira … hast du sie angerufen?“ Ich schüttelte langsam den Kopf und starrte auf den Tisch, der zu vibrieren schien. „Du musst mich nicht einladen“, gab Nora zurück, den Blick fest auf Freya gerichtet. „Ich warte nicht auf Einladungen von bösen Menschen wie dir.“ „Mädels … bitte“, brachte ich mühsam hervor und blinzelte gegen den sich drehenden Raum. Nora und Freya hatten sich noch nie gemocht. Nora hielt Freya für eine gefährliche Freundin in Designerkleidung, Freya glaubte, Nora sei ein verbitterter, schlechter Einfluss, der mich runterziehe. Ich steckte mittendrin, liebte beide und verlor mich dabei selbst. „Dann setz dich hin und genieß die Aussicht“, spottete Freya und lehnte sich zurück. „Ich weiß, dass ein so luxuriöser Ort ein Schock für dich ist. Das hast du nur Mira zu verdanken, denn wenn sie nicht meine Freundin wäre, würdest du nie erfahren, dass es eine Bar wie diese gibt.“ Sie schüttelte Nora ihre Luxushandtasche vor dem Gesicht, eine stille Erinnerung an die Kluft zwischen ihnen. Freya wollte gerade aufstehen, doch Noras Hand schoss hervor und packte sie am Arm. Ich schluckte schwer und fuhr mir mit den Fingern durch die Haare. Ich hasste es, wenn sie sich wegen mir stritten. Und wann immer sie anfingen, konnte ich sie nie aufhalten; und um ehrlich zu sein, hatte ich Nora gar nicht eingeladen – sie war von selbst aufgetaucht. Sie taucht immer auf, wenn ich mit Freya unterwegs bin. „Setz deinen verdammten Arsch wieder hin. Ich bin noch nicht fertig mit dir“, befahl Nora und drückte Freya zurück auf ihren Platz. Ihre Stimme klang so autoritär, dass die Luft fast zum Erstarren schien. „Nora …“, versuchte ich einzugreifen, doch sie hob die Hand und brachte mich sofort zum Schweigen. „Halt dich da raus, Kleines“, sagte Nora, bevor sie ihre Wut wieder auf Freya richtete. „Wir beide wissen, wer hier wirklich in Armut lebt – du! Aber genieß den Glanz, solange er anhält, Freya, denn bald wirst du wieder genau dort sein, wo du hingehörst: und um Krümel betteln.“ Mir blieb der Mund offen stehen. Selbst der Alkohol konnte meinen Schock nicht dämpfen. Nora stammte aus einfachen Verhältnissen. Freyas Familie gehörte zu den reichsten der Stadt. Mein eigener Vater war Chauffeur bei Freyas Mutter, und es war ein Segen, dass jemand wie sie überhaupt meine Freundin war. In diesem Kreis stand ich ganz unten auf der Leiter. Freyas Gesicht nahm einen gefährlichen Ausdruck der Wut an. Sie stand auf und warf mir einen wütenden Blick zu. Ich sprang sofort auf und versuchte, mich zu entschuldigen, doch sie schubste mich zurück auf meinen Platz und stürmte hinaus. Ich wandte mich Nora zu, die Kehle wie zugeschnürt und die Fäuste geballt. Wut brannte in mir wie ein Lauffeuer. Mein vom Alkohol getrübter Blick heftete sich auf sie. „Warum tust du das? Warum kannst du uns nicht einfach in Ruhe lassen? Ich habe dich nicht eingeladen!“, schrie ich. Ein paar Leute am Nebentisch flüsterten, aber das war mir egal. Nora stand auf und legte ihre Hände auf meine Schultern. Ihre Stimme war erschreckend ruhig. „Ich versuche, dich zu retten, Mira. Du hast es noch nicht erkannt, aber das wirst du noch.“ Ich stieß sie hart zurück. Sie strauchelte, verlor auf dem polierten Boden den Halt und landete schmerzhaft auf dem Boden. „Hör auf, mich zu retten! Ich brauche das nicht, und selbst wenn, dann sicher nicht von dir!“, brüllte ich und schlug mit der Handfläche auf den Tisch. „Sie sucht nie Ärger mit dir, aber du bist immer da und lauerst! Wovor willst du mich überhaupt retten?“ Nora stand auf, klopfte sich den Staub von den Kleidern und ihre Augen loderten vor einer Mischung aus Mitleid und Wut. „Ich versuche, dir zu helfen, Mira. Hör mir doch einmal zu. Du kannst bei mir einziehen, wenn es nötig ist, um dich von diesem Mann fernzuhalten, bevor er das ruiniert, was von dir noch übrig ist.“ Sie warf mir einen langen, eindringlichen Blick zu, drehte sich dann um und ging hinaus. Ich sank in den Sessel, atmete stoßweise, und Wut brannte in meiner Brust, während ihre Worte in meinem Kopf nachhallten. Ich griff nach der Champagnerflasche und nahm einen langen Schluck. Dieser Mann. Sie meinte meinen Vater. Mein Instinkt schrie mir zu, dass sie etwas wusste, ein Geheimnis, das mein Ausweg sein könnte. Ja, ich wollte gerettet werden. Ich wollte meinem Vater entkommen, der meine Träume langsam zunichte machte, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie ich mich dabei fühlte. Aber ich glaubte nicht, dass Nora das schaffen könnte – nicht für mich. Ich wusste, dass sie sich um mich sorgte und nur mein Bestes wollte, aber ihre Methoden waren falsch. Was ich tat, fühlte sich wie der einzige Weg an, ihr klarzumachen, dass ich ihre Einmischung nicht schätzte. Ich griff nach der Flasche und nahm noch einen langen Schluck. Die Schuldgefühle darüber, wie ich sie behandelt hatte, zwirbelten in meinem Magen, aber ich verdrängte sie mit noch mehr Champagner. Als ich die Flasche wieder auf den Tisch stellte, saß plötzlich ein Mann mir gegenüber. „Wer zum Teufel bist du?“, fauchte ich, meine Worte kamen stockend über die Lippen. Er lächelte und streckte höflich die Hand aus. „Mein Name ist …“ „Fahr zur Hölle!“, bellte ich, schnappte mir meine abgenutzte Handtasche und schleuderte sie ihm gegen die Brust, bevor ich in Richtung hinterer Teil der Bar stolperte. Ich musste auf die Toilette. Ich musste mir kaltes Wasser ins Gesicht spritzen. Ich taumelte zur Toilette, meine Sicht verschwamm und meine Beine wankten. Ich stieß eine Tür auf, und was ich sah, ließ mich in der Tür stehen bleiben. Ich war in den falschen Raum gegangen, und eigentlich hätte ich mich entschuldigen und sofort gehen sollen, aber mein Mund blieb verschlossen und meine Füße weigerten sich, sich zu bewegen. Meine Hand klammerte sich an den Türklink, meine Augen waren auf den perfekt gebauten Mann im Inneren geheftet. Er war ein Halbgott in Fleisch und Blut. Groß, vielleicht sechs Fuß, stand er in der Mitte der Toilette. Er stand mit der Seite zur Tür und mit dem Gesicht zum Toilettenraum. Seine große linke Hand umfasste seinen riesigen, erigierten, geäderten Schwanz, den Kopf nach hinten geneigt, die Augen geschlossen, während er sich langsam streichelte. Ich bekam kaum Luft, als ich ihn wie hypnotisiert beobachtete. Mein Mund stand offen, ein Tropfen Speichel rann an der Seite herunter. „Ja … verdammt“, stöhnte er und streichelte seinen dicken, riesigen Schwanz nun schneller, den Atem schwer und unregelmäßig, als stünde er kurz vor dem Kommen. Mein Herz schlug vor Lust wie wild. Der Klang seiner Stimme ließ einen heftigen Stromschlag durch mich fahren. Mein Magen zog sich zusammen, und eine Hitze, die nichts mit dem Champagner zu tun hatte, durchflutete meinen Unterbauch. Meine Beine, die vom Alkohol ohnehin schon schwach waren, begannen unkontrolliert zu zittern. „Mira, beweg dich. Er ist ein Fremder. Lauf weg“, sagte ich mir und zwang meinen Körper, sich zu bewegen, damit ich aus der Toilette hinausgehen konnte, doch meine Knie knickten ein und ich sackte mit einem dumpfen Aufprall auf den Boden, was ihn aus seinen Handlungen riss.Kapitel 95Miras Perspektive Dravens Zunge strich über meine Schulter und arbeitete sich zu meinem Hals vor. Ein elektrisierender Schauer durchfuhr mich. „Das wird wehtun, Mira“, murmelte er, sein warmer Atem streifte meinen Hals.Ich sagte nichts, presste die Augen fest zusammen und schlang meine Arme um ihn, während ich ihn festhielt. Eine seiner Hände glitt an meine Taille und wanderte zum Reißverschluss. Er öffnete ihn, während sich seine Zähne in mich bohrten.Ich wusste, wie sich das Markieren anfühlen würde. Vlad hatte mir bereits davon erzählt. Aber ich hätte nie gedacht, dass es so schmerzhaft sein würde.Warme Flüssigkeit floss aus mir heraus und lief langsam meinen unteren Rücken hinunter.„Dray …“, wimmerte ich, als er seine Zähne tiefer versenkte, bevor er anfing, die Stelle zu lecken und das gesamte Blut aufzusaugen. Seine Zunge arbeitete sich zu meiner Brust vor, wobei er mich leicht von sich wegzog, um Platz zu schaffen, während er meine Brustwarze in den Mund nahm
Kapitel 94Miras PerspektiveDie drei Brüder traten gemeinsam vor, ihren Blick fest auf Blade gerichtet.„Mira geht nirgendwohin“, sagte Vlad, und seine Stimme hallte laut über das Dach. „Sie bleibt hier.“Blade presste die Kiefer aufeinander. „Wegen ihr hast du schon zu viel zerstört. Sie muss aus unserem Leben verschwinden, bevor sie noch mehr Schaden anrichtet.“Vlad lachte humorlos. „Ich kenne dich. Du benutzt Menschen, bis du bekommst, was du willst, und wirfst sie dann weg wie Müll. Aber das wirst du meiner Gefährtin nicht antun.“Rurik trat näher, seine Stimme war leise, aber auch er war wütend. „Du wirst Mira nicht zurückweisen und so tun, als wäre sie nie Teil dieser Familie geworden. Du wirst sie nicht aus unserem Leben tilgen, nur weil du beschlossen hast, dass sie dir im Weg steht.“Draven trat vor, bevor der Streit eskalieren konnte.„Drohungen oder Gewalt sind hier fehl am Platz“, sagte er. „Niemand geht. Wenn jemand dieses Rudel verlassen muss, dann solltest du es sein,
Kapitel 93Miras Perspektive„Rurik ist auf eine Weise gebrochen, die die meisten Menschen nicht verstehen können“, erklärte Nora und fuhr mir behutsam mit den Fingern durch die Haare. „Ich habe die Gabe, Menschen wie ihn zu heilen, und ich fühle mich mehr zu ihm hingezogen als jemals zuvor zu seinen Brüdern.“„Das ist gut“, antwortete ich. „Aber glaubst du, dass er dich genauso akzeptieren wird?“Noras Finger hielten einen Moment lang inne, bevor sie weiter mein Haar stylte.„Ja. Wir haben es gestern Abend bereits besiegelt“, gab sie zu, und die Belustigung in ihrer Stimme ließ meine Augen weit aufreißen.Ich hob die Augenbrauen. „Du meinst, du und Rurik habt tatsächlich …?“Nora lachte über meine Reaktion. „Ja.“„Nein … das ging doch viel zu … schnell!?“ Nora lachte noch lauter und schüttelte den Kopf, während sie sich wieder meinen Haaren zuwandte.Ich konnte meine Neugier nicht verbergen. „Und, wie war er?“„Er war rau, wild und völlig herzlos“, gab sie zu und schüttelte den Kopf
Kapitel 92Miras PerspektiveAm nächsten Morgen wachte ich in meinem Zimmer auf. Mein Körper fühlte sich schwer an, und ein pochender Schmerz durchzog meine Brust, als ich langsam die Augen aufblinzelte. Drei Ärzte standen um mein Bett herum, zusammen mit dem Heiler des Rudels.Draven lächelte, als er bemerkte, dass ich wach war, und kam auf mich zu.„Willkommen zurück.“Ich rutschte auf den Kissen hin und her und warf einen Blick auf die mir unbekannten Gesichter. „Wer sind die?“„Ich habe sie hergebracht, um sicherzugehen, dass du überlebst“, antwortete Draven. „Sie behandeln dich schon seit gestern Abend.“Er wandte sich den Ärzten und dem Heiler des Rudels zu.„Lasst uns allein.“Sie verneigten sich respektvoll, bevor sie den Raum verließen und die Tür hinter sich schlossen.Ich sah Draven wieder an. „War es wirklich so schlimm, dass du eine ganze Armee von Ärzten herbeirufen musstest, um mich zu retten?“Sein Mundwinkel hob sich zu einem zurückhaltenden, gefährlichen Lächeln, da
Kapitel 91Miras PerspektiveArias Körper verwandelte sich augenblicklich, ihre Knochen knackten, während sich dunkles Fell über ihre Haut ausbreitete, bis ein mächtiger Wolf vor mir stand. Ohne Vorwarnung stürzte sie sich auf mich, ihre Krallen zischten durch die Luft, während ich mich verwandelte und ihrem Angriff frontal begegnete.Wir prallten mit solcher Wucht aufeinander, dass der Boden unter uns bebte. Aria war unglaublich stark und beängstigend schnell. Sie huschte um mich herum, schnappte mit den Kiefern und schlug mit ihren Krallen zu, bevor ich ihren nächsten Zug vollständig vorhersehen konnte. Ich wehrte einen Angriff ab, wich einem anderen aus und stürzte mich auf sie, bevor sie hinter mich gelangen konnte.Jetzt verstand ich, wie es ihr in der Vergangenheit gelungen war, Blood Moon so mühelos anzugreifen. Endlich verstand ich, wie sie mächtig genug gewesen war, den Sohn des Alpha-Königs zu erbeuten und ein ganzes Rudel ihr gegenüber hilflos zu machen.Aber heute Nach
Kapitel 90Miras PerspektiveAria spuckte die Worte durch zusammengebissene Zähne, ihre Stimme war erfüllt von jahrelangem Hass.„Ich habe so lange auf diesen Tag gewartet. Es hat viel zu lange gedauert, aber endlich ist er gekommen. Jetzt bist du genau dort, wo ich dich haben will.“Bevor ich reagieren konnte, packte sie mich, hob mich vom Boden hoch und schleuderte mich über den Boden.Mein Körper schlug auf dem Boden auf, und ein stechender Schmerz durchzuckte meine Schulter, als sich etwas in ihr verschob. Ich schrie auf, umklammerte die verletzte Seite und versuchte mühsam, mich wieder aufzurichten.„Vlad!“Ich blickte zu ihm hinüber und erwartete, dass er mir zu Hilfe eilen würde.Seine Augen loderten rot, als er einen Blick auf mich am Boden warf, bevor er sich Aria zuwandte.Zuerst dachte ich, er würde mich vor dieser wütenden Frau beschützen.Stattdessen wandte er sich wieder den Männern zu, die ihn umringten.Ich staunte, als Vlad gleich zwei der Angreifer gleichzeitig packt







