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Fast zählt nicht

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last update วันที่เผยแพร่: 2026-07-03 22:02:10

Die feuchte Erde des Grunewalds brach unter ihren Pfoten auf.

Hayley stürzte sich vor. Ihr weißes Fell war verklebt mit altem Blut und dicken Schlammflecken, ihre purpurroten Augen fest auf Lysanders Kehle gerichtet.

Sie bellte nicht und knurrte nicht. Sie ging in völliger Stille auf den tödlichen Biss aus, ihre Kiefer schnappten mit einem scharfen Krachen zu und verfehlten sein Ohr nur um Zentimeter.

Lysander stemmte seine Handflächen gegen ihren dicken Nacken, seine Lederstiefel gruben zwei tiefe Furchen durch das feuchte Moos.

Ihr Gewicht krachte direkt in seine Brust, erschütterte seinen Brustkorb und presste einen scharfen Keuchlaut aus seinen Lungen.

Er stemmte die Hände nach oben, seine Unterarme angespannt, um die Zähne von seinem Gesicht fernzuhalten. Sie rollten gemeinsam in den Schlamm, ein Gewirr aus Gliedern und weißem Fell.

Lysander drehte seinen Oberkörper, nutzte sein Gewicht, um sie zu Boden zu drücken, doch er hielt seine Finger flach gegen ihre Nackenmähne. Er konnte seine Krallen nicht in sie treiben. Setzte er seine Vampirstärke ein, um sie zu zerquetschen, würde er ihr das Rückgrat brechen.

Hayley teilte sein Zögern nicht. Sie riss ihre Vorderkrallen nach unten, zerfetzte sein schwarzes Sakko und schlitzte tiefe Furchen über seine Brust. Das weiße Leinen seines Hemdes färbte sich sofort dunkel und schwer von Blut.

Lysander biss die Zähne gegen den stechenden Schmerz zusammen und hielt seinen Blick fest auf ihr wildes, starres Anstarren gerichtet. Er zwang seinen Verstand über den Schmerz hinweg und lenkte seine Energie direkt in ihre Liebesbindung.

Er sandte eine Welle seiner Alpha-Hybrid-Aura durch die Verbindung und versuchte, eine tiefe, beruhigende Wärme in ihren Geist zu projizieren, um den Wolf zu besänftigen.

„Hayley“, presste er hervor, während er nach Luft rang. „Sieh mich an. Komm zurück.“

Für den Bruchteil einer Sekunde ließ die starre Anspannung ihrer Muskeln nach. Das tiefe Purpurrot in ihren Augen flackerte, wurde weicher, heller. Ihre schnappenden Kiefer hielten vollkommen inne und schwebten kaum einen Zentimeter über seiner Nase. Sie blinzelte, ihre Nasenflügel bebten, als sie seinen Geruch wahrnahm.

Sie knurrte, entblößte die Zähne, während sie ihre Augen in Lysander bohrte, der versuchte, sie zu beruhigen.

Dann durchschnitt plötzlich das scharfe Pfeifen eines Pfeils das Blätterdach.

Der silberne Bolzen bohrte sich tief in Hayleys Flanke.

Sie quietschte in einem hohen, scharfen Laut reinster Qual auf, während die Verbindung augenblicklich zerbrach.

Der Schmerz verdrahtete ihr Gehirn neu, verdoppelte ihre Wut, während ihre Augen wieder in ein festes, brennendes Purpurrot aufflammten, und sie riss sich mit doppelt so viel Kraft wie zuvor aus seinem Griff.

Dann schnappten ihre Kiefer wild um sich, während sie sich unter ihm aufbäumte.

„Scheiße!“, brüllte Lysander.

Er warf sein Gewicht nach vorn und stieß sie von seiner Brust. Sein Kopf schnellte zur östlichen Baumreihe, als das schwere Knirschen von Stiefeln die Lichtung erfüllte.

„Halt! Waffen runter!“, brüllte Lysander und rappelte sich auf die Füße. Er streckte die Arme aus, nutzte seine breiten Schultern, um Hayley vor dem Unterholz abzuschirmen. „Ich habe die Lage unter Kontrolle!“

Eine Reihe von Männern in gepanzerten grauen Trenchcoats trat aus dem Schatten der Kiefern hervor, ihre schweren Armbrüste direkt auf seine Brust gerichtet.

Aus der Mitte der grauen Formation trat ein älterer Mann hervor.

Er schien Ende sechzig zu sein, sein Gesicht glich einer Landkarte aus silbernen Narben, sein kurz geschorenes weißes Haar hob sich scharf von seinem dunklen Kragen ab.

Hochkommandant Malachi hob seine behandschuhte Hand und gab seinen Männern das Zeichen, das Feuer einzustellen.

„Sie haben gar nichts unter Kontrolle, Jaeger“, sagte Malachi, seine Stimme trocken und dünn. „Sehen Sie sich um. Sie haben den südlichen Grat überschritten. Sie sind außerhalb Ihres Territoriums, Hybrid. Sie stehen auf meinem Boden.“

Lysander blickte über den alten Mann hinweg zu den markanten Zeichen an den uralten Bäumen.

Malachi hatte recht…

Bei seiner hektischen Jagd, um Hayley in die Enge zu treiben, war er direkt über die südliche Grenzlinie hinausgelaufen. Hier draußen bedeutete der Waffenstillstand, den er mit dem Hohen Rat unterzeichnet hatte, absolut gar nichts.

Die Zeloten waren ein spezialisierter Orden, geschworene Feinde seines Hofes, seit Generationen darauf trainiert, Übernatürliche zu jagen und auszurotten.

Ihnen fehlte die blendende Geschwindigkeit eines echten Vampirs, doch ihre Körper waren durch chemische Alchemie und intensives körperliches Training modifiziert, um diese Lücke zu schließen.

Ihre Muskeln waren dicht und massig, verliehen ihnen einen mechanischen, unermüdlichen Schritt, der jeden gewöhnlichen Menschen mühelos überholen konnte.

Und gefährlicher noch als ihre Geschwindigkeit war ihre Spürfähigkeit; die Modifikationen verliehen ihnen einen stark geschärften Geruchssinn, mit dem sie den einzigartigen biologischen Geruch und das Blut eines übernatürlichen Wesens kilometerweit erschnüffeln konnten.

Sie liefen in einer engen, unnachgiebigen Formation und durchschnitten das dichte Unterholz, ohne auch nur einen Fußbreit Boden zu verlieren. Sollten sie ihn und die Wölfin in diesem Sektor töten, gäbe es keinerlei rechtliche Konsequenzen. Der Rat würde es Grenzsicherung nennen.

„Ihre Grenzen sind mir egal, Malachi“, sagte Lysander schroff. Er stand aufrecht, trotz des Schlamms, der seine ruinierte Kleidung bedeckte. „Wenn Sie noch einen Schritt in diese Lichtung tun, töte ich Ihre Männer eigenhändig. Ich laufe nicht vor Ihnen davon.“

Doch innerlich wusste Lysander, dass die Uhr tickte. Er lief nicht, um seine eigene Haut zu retten; er musste laufen, um Hayley vor ihrem Silber zu schützen.

Er musste sicherstellen, dass er weder durch die Pfeile der Zeloten starb noch durch Hayleys Krallen.

Er wirbelte auf dem Absatz herum, gerade als Hayley sich auf seinen Rücken stürzte. Er duckte sich unter ihrem blinden Angriff, fing ihren massigen Körper mit beiden Armen auf, setzte jeden Funken seiner Hybridkraft ein und schleuderte sie vierzig Meter weit durch die Luft in das dichte Gestrüpp der nördlichen Grenze.

Bevor die Zeloten ihre Armbrüste nachjustieren konnten, sprintete Lysander los und jagte direkt hinter ihr her.

Die Zeloten setzten sich sofort in Bewegung, ihre schweren Stiefel dröhnten im synchronen Takt, während sie die frische Blutspur durch die Bäume verfolgten.

Lysander erreichte den Graben genau in dem Moment, als Hayley sich wieder auf die Beine kämpfte. Sie gönnte ihm keine Zeit zum Verschnaufen.

Sie warf ihr gesamtes Gewicht in seine Brust und schlug ihn flach in den Schlamm. Ihre Krallen bohrten sich tief in seine Schultern und sanken in sein Fleisch.

„Argh!“, schrie er vor Schmerz auf.

Statt sich zu wehren und ihr Leben zu riskieren, schlang Lysander seine Arme um ihren Hals, nahm die volle Wucht ihrer Zähne direkt in seiner Schulter auf und warf beide von ihnen nach hinten.

Sie rollten gemeinsam über die Böschung, überquerten die unsichtbare Grenzlinie und gelangten so in sein eigenes Territorium, um den Zeloten zu entkommen.

In dem Moment, als sie seine Grenze überquerten, wurde Hayleys Wolf noch stärker. Ihr Körper wuchs, ihre Muskeln verdickten sich unter ihrem hellen Fell, während sie Lysander vollständig überwältigte und flach zu Boden drückte.

Sie schlug mit der Pfote zu und brach mit einem lauten, scharfen Knacken sein Schlüsselbein.

Lysander keuchte, seine Sicht verschwamm durch die plötzliche Woge der Qual. Zum ersten Mal in seinem Leben fühlte sich Lysander vollkommen vom Tod bedroht. Er konnte seine Arme nicht bewegen und ihr Gewicht nicht verlagern.

Ihre Kiefer öffneten sich weit und zielten direkt auf seinen Brustkorb.

Lysanders rechte Hand krümmte sich zu einer Kralle, genau unter ihren Rippen positioniert.

Er hatte eine klare Gelegenheit, seine Hand direkt nach oben zu stoßen und ihr das Herz herauszureißen. Seine Finger zuckten gegen ihr weißes Fell.

Doch sein innerer Wolf weigerte sich, ihn das tun zu lassen. „Nein, das lasse ich nicht zu“, sagte er.

Stattdessen fand er sich dabei, seine Muskeln zum Schutz seiner Gefährtin zu verkrampfen, ließ seinen Arm in den Schlamm sinken und schloss die Augen, bereit zu sterben.

Plötzlich ertönte ein lauter Knall…

*KNALL.*

Ein schwerer Schuss krachte durch den Wald. Eine silberne Ortungskugel traf Hayley an der Schulter. Sie zuckte heftig zusammen, ihr Kopf fuhr herum, doch sie blieb auf seiner Brust festgenagelt.

*KNALL.*

Der zweite Schuss traf ihre Seite. Sie brüllte auf, ihre Hinterläufe rutschten im Dreck.

*KNALL.*

Der dritte Schuss streifte ihre Flanke. Ihr Gewicht begann sich zu verlagern, als ihre Beine nachgaben.

*KNALL.*

Saskia stand am Rand der Lichtung, ihre Hände ruhig am Griff eines schweren Gewehrs. Beim vierten Schuss entfaltete das Silber-Betäubungsmittel schließlich seine volle Wirkung.

Hayleys Kiefer erschlafften, und ihre massige Gestalt sackte seitlich in den Schlamm. Das weiße Fell wich zurück, und sie verwandelte sich zurück in ihre menschliche Gestalt.

Lysander lag flach im Dreck, atmete schwer und starrte hinauf in den grauen Berliner Himmel.

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