LOGINKAPITEL 9Sophia packte Arias Handgelenk und zog sie in eine leere Garderobe. Kaum war die Tür zu, verschränkte sie die Arme.„Rede.“Aria blinzelte mit geübter Unschuld. „Wovon?“„Spiel nicht die Dumme mit mir. Du bist die ganze Nacht mit einem geheimnisvollen Mann verschwunden.“Ein schwaches Rosa kroch in Arias Wangen, und Sophia keuchte.„Oh mein Gott.“ Ihre Augen weiteten sich. „Du hast mit ihm geschlafen, oder?“Aria würgte beinahe. „Sophia!“Das Schweigen, das folgte, war Antwort genug.„Unmöglich“, atmete Sophia und bedeckte den Mund.Aria sank auf die Couch, während die Nacht in Bruchstücken zurückkehrte: seine Augen, seine Stimme, die Art, wie er sie angesehen hatte, als zähle sie. Ein kleiner Schmerz setzte sich in ihrer Brust fest.„Ich bin gegangen, bevor er aufwachte“, gab sie leise zu.Sophia starrte. „Du was?“Bevor Aria antworten konnte, schien Sophia sich an etwas zu erinnern. „Warte.“Sie kramte in ihrer Handtasche und zog ein Telefon hervor – das, das sie auf der P
KAPITEL 8Das erste Morgenlicht glitt durch die Vorhänge des Seehauses und legte sich über das Bett.Arias Augenlider öffneten sich. Einen Moment lang wusste sie nicht, wo sie war. Die Decke war fremd, die Laken weicher als ihre eigenen, und die Luft trug einen leisen Duft von Zeder und Regen. Dann kehrten die Erinnerungen zurück, eine nach der anderen: der See, das Mondlicht, das stille Geständnis eines Mannes, der ihr gesagt hatte, was er war.Damien.Ihr Atem stockte.Sie drehte den Kopf langsam. Er lag neben ihr, fest eingeschlafen, ein Arm über dem Kissen, wo ihr Kopf gelegen hatte. Der mächtige Alpha-König wirkte im Schlaf anders. Weicher. Jünger. Beinahe gewöhnlich.Ein kleines Lächeln zuckte an ihren Lippen. Es verging, bevor es sich ganz formen konnte.Was hatte sie getan?Sie hatte die Nacht mit einem Mann verbracht, den sie weniger als einen Tag kannte. Einem Milliardär. Einem Fremden. Einem König einer Welt, von deren Existenz sie bis vor wenigen Stunden nichts gewusst hat
KAPITEL 7Isabella Steele saß steif im Fond ihres Luxuswagens, die manikürten Nägel in den Bildschirm ihres Telefons gegraben. Die frischen Fotos ihres Spions zeigten Damien und Aria in einem leidenschaftlichen Kuss auf der Terrasse des Seehauses – Körper eng aneinandergepresst, Hände streifend, Verlangen unverkennbar.Wut explodierte in ihren Adern.Jahre, in denen sie sich als künftige Luna-Königin positioniert hatte, politische Spiele, kalte Nächte und erzwungene Lächeln ertragen hatte – und diese menschliche Schlampe stahl ihr alles.„Du erbärmliche kleine Hure“, zischte Isabella und zoomte auf Arias errötetes Gesicht. „Du glaubst, du kannst die Beine spreizen und dir nehmen, was mir gehört?“Ihre Lippen verzogen sich zu einem giftigen Lächeln. Mit eisiger Präzision wählte sie ihren Kontakt.„Verlass das Seehaus. Du hast für heute Nacht genug getan.“Doch als das Gespräch endete, glänzten ihre Augen von mörderischer Absicht. Dieser Krieg hatte gerade erst begonnen.Im SeehausDrin
KAPITEL 6Die Musik auf der Dachterrasse wurde lauter, und die Party fand endlich ihren zweiten Atem.Sophia drehte sich von der Tanzfläche weg und suchte die Bar ab, an der sie Aria zuletzt mit dem Mann in Schwarz gesehen hatte. Die Hocker waren leer. Der Platz um sie herum hatte sich mit Fremden gefüllt. Angst zog sich sofort unter ihren Rippen zusammen.Sie holte ihr Telefon hervor und wählte.Es klingelte.Und klingelte.„Aria, wo bist du?“ flüsterte sie. „Bitte geh ran.“Keine Antwort.Zu hastig drehte sie sich um und prallte gegen einen großen Mann, der bereits zum Ausgang ging – James Reed, das Telefon am Ohr, der Ausdruck scharf vor Dringlichkeit. Damiens Stimme war noch in seinem Kopf: „Seehaus.“ Jetzt.„Entschuldigung“, sagte Sophia.„Schon gut.“Er war verschwunden, bevor sie mehr sagen konnte.Erst als er im Treppenhaus verschwand, blickte sie hinunter und begriff, dass das Telefon in ihrer Hand nicht ihr eigenes war. Sie versuchte, die Nummer anzurufen, die ihn hätte erre
KAPITEL 5Arias Körper erstarrte.Die kalte Nachtluft fühlte sich plötzlich zu dünn an. Ihre Augen blieben auf den riesigen Wolf gerichtet, der nur wenige Meter entfernt stand – den Wolf, der gerade gesprochen hatte.“Mein Alpha.“Die Worte hallten wieder und wieder durch ihren Kopf.Das war nicht möglich. Wölfe sprachen nicht. Sie konnten es nicht. Und doch hatte sie es klar gehört. Sie war nicht betrunken. Sie träumte nicht. Und nach der Anspannung in Damiens Gesicht auch er nicht.Der große Wolf senkte den Kopf mit ehrerbietiger Genauigkeit.“Wir haben überall nach Ihnen gesucht, Alpha-König.“Arias Herz blieb stehen.Alpha-König?Sehr langsam drehte sie sich zu Damien um. Seine Schultern waren steif. Sein Kiefer verspannt. Zum ersten Mal seit ihrer Begegnung wirkte er echt besorgt – nicht um sich selbst. Um sie.„Damien…“ Ihre Stimme zitterte. „Wovon redet er?“Schweigen.Der Wald schien den Atem anzuhalten. Die Wölfe blieben reglos wartend, beobachtend.Damien schloss kurz die Au
KAPITEL 4Der Aufzug fuhr schweigend hinunter.Aria stand neben Damien und versuchte erfolglos, ihn nicht zu bemerken. Die private Kabine war groß genug für zehn Personen, und doch fühlte sie sich zu eng an – zu still, zu intim. Wärme strahlte von seinem Körper. Mit jedem Atemzug kehrte dieser seltsame Duft zurück: Holz, Rauch und etwas Wildes, das sie noch immer nicht benennen konnte. Jedes Einatmen ließ ihren Puls steigen.Lächerlich. Sie kannte ihn erst seit wenigen Stunden. Wenige Stunden sollten sich nicht natürlich anfühlen. Gefährlich vielleicht. Natürlich war das Problem.Die Türen öffneten sich zu einer unterirdischen Garage, gesäumt von Luxusfahrzeugen. Arias Augen weiteten sich leicht.“Wow.“Damien warf ihr einen Blick zu. “Was?““Du hast nicht übertrieben, als du gesagt hast, du seist Geschäftsmann.“Ein schwaches Lächeln zuckte an seinen Lippen. “So etwas in der Art.“Er führte sie zu einem eleganten schwarzen Wagen. In dem Moment, in dem er ihn aufschloss, blieb Aria st







