INICIAR SESIÓN## Kapitel 3
Isolde ging mit unsicheren Schritten hinter Raymond her, der sie durch die endlos langen Korridore führte. Sie zog den zerrissenen Stoff ihres cremefarbenen Satinkleides am Oberschenkel eng zusammen, um ihre weiche Haut vor der kühlen Nachtluft zu schützen, die langsam durch die Ritzen des herrschaftlichen Hauses kroch und ihr eine Gänsehaut bescherte.
Als sie an den Hausmädchen und Dienern vorbeikam, die in den Ecken der Halle postiert waren, spürte sie die stechenden Blicke und das gedämpfte Tuscheln in ihrem Nacken. Isolde wusste genau, worüber sie tuschelten – natürlich über ihre üppige Figur, die so gar nicht in die aristokratische Eleganz dieser prachtvollen Kulisse passen wollte.
„Das ist Ihr Zimmer, Miss Isolde“, sagte Raymond und öffnete eine schwere Tür aus massivem Teakholz.
„Vielen Dank, Herr Raymond ...“, erwiderte Isolde leise, bevor sie eintrat.
Die Tür schloss sich hinter ihr mit einem dumpfen Klicken. Isolde blickte sich in dem riesigen Raum um, der fast so groß war wie ihre gesamte frühere Mietwohnung. Ein King-Size-Bett mit zarten, weißen Seidenvorhängen dominierte das Zimmer, flankiert von einem weinroten Samtsofa und einem marmornen Kamin, in dem noch ein paar wärmende Kohlen glimmten. Doch anstatt Erleichterung zu spüren, zog sich Isoldes Brust nur noch enger zusammen. Dieses luxuriöse Schlafgemach fühlte sich nicht wie ein Zufluchtsort an, sondern wie eine goldene Zelle – prachtvoll, aber schwanger von einer bedrohlichen, knisternden Atmosphäre.
Sie legte ihre kleine Tasche auf dem Frisiertisch ab und trat an das große Fenster, das den Blick auf den vollkommen finsteren Hinterhof freigab.
Plötzlich knurrte ihr Magen lautstark und ein stechender Schmerz machte sich in ihrem Bauch breit. Ihr fiel wieder ein, dass sie seit ihrer Flucht aus dem Hotel, in dem ihre Verlobung so jämmerlich gescheitert war, keinen einzigen Bissen angerührt hatte. Um die Erschöpfung und den nagenden Hunger zu vertreiben, beschloss sie, ihr Zimmer zu verlassen und nach der Küche zu suchen. Wenigstens ein Glas warmes Wasser, um den rebellierenden Magen zu beruhigen.
Die Flure des Anwesens waren mittlerweile menschenleer, als sie barfuß hinausschlüpfte. Doch als sie an der Brüstung des Flurs im ersten Stock vorbeikam, von wo aus man direkt in das Arbeitszimmer im Erdgeschoss blicken konnte, blieb sie wie angewurzelt stehen.
Das leise Klirren eines Kristallglases, das unsanft auf einer Holzoberfläche abgestellt wurde, hallte von den stillen Marmorwänden wider.
„Wir können dieses Weibsbild nicht länger hierbehalten, Evander“, ertönte eine tiefe, gebieterische Stimme, die Isolde sofort als Luciens identifizierte.
Isolde hielt den Atem an und drückte ihren Rücken flach gegen eine massive Säule nahe der Treppe, um von unten nicht gesehen zu werden.
„Warum bist du so angespannt, Lucien?“, erwiderte Evander mit vollkommener Gelassenheit, gefolgt vom metallischen Klicken eines Feuerzeugs. „Großmutter Berliana wollte sie hierhaben. Außerdem ist das Mädchen ziemlich amüsant. Hast du vorhin gesehen, wie sie uns angesehen hat? Sie zittert nicht vor Angst und blickt uns auch nicht mit diesen verblödeten, anhimmelnden Augen an wie die Society-Weibchen, die ständig versuchen, in unser Bett zu kriechen. Und dazu kommt noch ...“ Evander lachte leise auf, gefolgt vom schweren Geräusch eines tiefen Atemzugs, als er den Rauch einsog. „... dass diese verdammt üppigen Kurven meine Konzentration völlig ruinieren.“
„Zügle deine Zunge, Evander. Sie ist nichts als Ballast“, unterbrach ihn Lucien scharf, mit einer Kälte, die wie Eis schnitt. „Sie hat keine Familie, und mit ihrer ... wuchtigen, völlig ungepflegten Statur wird ihre bloße Anwesenheit in diesem Haus nur für hässliche Gerüchte unter unseren Geschäftspartnern sorgen. Die Blackthornes brauchen kein Mitleid von der Öffentlichkeit. Ich muss den Ruf dieser Familie wahren.“
Hinter der schattigen Säule klammerte sich Isolde so fest an den Satinstoff ihres Kleides, dass ihre Fingerkuppen weiß anliefen. Luciens Worte enthielten keine vulgären Beschimpfungen wie die von Gavin, doch ihre Bedeutung war ungleich demütigender. In Luciens Augen war sie nichts weiter als ein hässlicher Fleck auf dem makellosen Namen der Blackthornes.
„Aber das Testament lässt dir keine Wahl, Lucien“, gab Evander zurück. Es klang, als würde er nun zum Fenster des Arbeitszimmers hinüberschlängeln. „Und um ehrlich zu sein, bin ich verdammt neugierig. So ein kurviges Ding wie sie ... wie es wohl wäre, sie im Schein des Schlafzimmerlichts auszuziehen? Jeden Zentimeter ihrer breiten Hüften nachzufahren? Ah, ich muss es zugeben, ihre Silhouette weckt in mir die primitivsten Instinkte.“
„Es reicht, Evander. Kenn deine Grenzen, oder ich jage dich höchstpersönlich aus diesem Haus“, hieb Lucien mit einer tiefen, bebenden Stimme dazwischen, in der ein seltsamer Zorn mitschwang. Er verstand selbst nicht, warum seine Brust jedes Mal wie Feuer brannte, wenn Evander über Isoldes Körper sprach. „Aber ich werde einen Weg finden, um ihr den Aufenthalt hier so unerträglich zu machen, dass sie ganz von allein geht.“
Isolde wich leise zurück, ihre Schritte so leicht wie ein Hauch. Keine Tränen flossen mehr; es schien, als hätte sie in dieser Nacht bereits alle vergossen. An ihre Stelle trat eine lähmende Angst, die ihr die Kehle zuschnürte. Dieses Haus war keine Zuflucht. Es war eine Höhle voller Monster, die nur darauf warteten, sie lebendig zu zerfleischen.
Um Punkt zwei Uhr nachts siegte schließlich der unerträgliche Hunger über ihre Angst. Auf Zehenspitzen schlich sie barfuß die monumentale Treppe hinunter, geleitet nur vom schwachen, warmen Schein der Wandlampen.
Als sie jedoch an einem Raum mit verglasten Flügeltüren vorbeikam, der nahe zum Hinterausgang in den Garten lag, entging ihr eine Bewegung im Inneren nicht. Der Raum war hell erleuchtet, und der scharfe Geruch von Leinöl und Terpentin drang schwer in den Flur.
Isolde spähte durch einen winzigen Spalt der angelehnten Tür. Drinnen stand Azriel vor einer riesigen Leinwand, die auf einer hölzernen Staffelei thronte. Er trug lediglich ein weites, ärmelloses schwarzes T-Shirt, das seine definierten Armmuskeln betonte. Die Adern auf seinen Handrücken traten deutlich hervor, während er den Pinsel mit präzisen, kraftvollen Strichen über das Leinen führte.
Isolde stockte der Atem. Auf der weißen Leinwand formten die groben Ölfarbenschichten die Silhouette einer Frau, die sie nur zu gut kannte. Das enge cremefarbene Kleid betonte die üppigen Kurven der Hüften, der aufreizende Riss im Stoff legte den Oberschenkel frei, und die geschwollenen, verweinten Augen starrten schmerzerfüllt ins Leere.
Es war sie selbst. Ein intimes, verletzliches Porträt von ihr, genau so, wie sie vor wenigen Stunden ausgesehen hatte.
Völlig unabsichtlich streifte Isoldes nackter Fuß den Rahmen der Glastür, was ein leises Knarren in der Stille der Nacht verursachte.
Azriel wandte sich nicht um, doch seine schmale Hand, die den Pinsel hielt, verharrte mitten in der Bewegung.
„Warum schleichst du zu so unchristlicher Zeit hier herum, Kätzchen?“, sprach Azriel. Seine Stimme klang monoton, vibrierte jedoch vor dunkler Sinnlichkeit. „Hast du keine Angst, dass dich jemand in sein Zimmer zerren, deinen weichen, üppigen Körper aufs Bett werfen ... dich nackt ausziehen und dich vor Lust schreien lassen könnte?“
Isolde erstarrte an der Schwelle. Ihre großen, runden Augen blinzelten mehrmals langsam. Ihr übermüdeter Verstand und ihr leerer Magen verweigerten im selben Moment den Dienst, unfähig, die explizite Drohung zu entschlüsseln, die gerade über die Lippen des blassen Mannes gekommen war.
*Vor Lust schreien? Warum? Wegen einer weichen Matratze?*
Eine leichte Falte bildete sich auf Isoldes Stirn. Ihr Gesichtsausdruck spiegelte pure, unverfälschte Naivität wider – völlig frei von jeglichem erotischen Verständnis. Gavin hatte sie zeit ihres Lebens nur plump beleidigt, sie aber nie mit solch intensiven, sinnlichen Anspielungen konfrontiert. In Isoldes unschuldigen Augen, die noch nie mit der dunklen Welt der Begierde in Berührung gekommen waren, klangen Azriels Worte eher wie eine Warnung vor physischer Gewalt in diesem unheimlichen Haus.
„Meinst du ... es ist hier nicht sicher?“, fragte Isolde mit leiser, vollkommen unschuldiger Stimme, im festen Glauben, dass ein Angreifer oder ein böser Dienstbote sie verletzen wollte. „Gibt es hier etwa Einbrecher, die Leute so brutal anfassen?“
Als er diese ultra-naive Frage hörte, legte Azriel seine hölzerne Palette langsam ab. Der hochgewachsene Mann drehte sich um und sah sie mit einem Blick an, der sich augenblicklich verdunkelte – erfüllt von einem gefährlichen, hungrigen Glitzern.
Mit langsamen Schritten verringerte er den Abstand zwischen ihnen, wie ein Raubtier, das sich an eine arglose Beute heranpirscht, die gar nicht merkt, dass sie gejagt wird. Der herbe Geruch von Ölfarbe vermischte sich mit dem frischen, kühlen Duft von Minze, der von seinem Körper ausging und Isoldes Sinne umhüllte, sobald er vor ihr stand.
Azriel hielt direkt vor ihr an und warf einen großen Schatten auf ihren kurvigen Körper. Er neigte den Kopf und starrte tief in ihre unschuldigen, verweinten Augen.
„Tu nicht so unschuldig, kleines Mädchen. Du weißt ganz genau, wovon ich spreche“, raunte Azriel. Seine heisere, tiefe Stimme vibrierte so nah vor ihren Lippen, dass sein warmer Atem die Luft zwischen ihnen schlagartig aufheizte.
Isolde wich noch weiter zurück, bis ihr Rücken gegen die kalte Glasscheibe der Tür stieß. Ihr Herz hämmerte ihr bis zum Hals.
Bevor sie etwas erwidern konnte, streckte Azriel plötzlich seine mit schwarzer und roter Farbe verschmutzte Hand aus. Seine langen, warmen Finger legten sich um ihre volle Taille und krallten sich fordernd in den Satinstoff ihres Kleides. Diese Berührung was so intim, dass sie instinktiv zurückweichen wollte, doch Azriel legte seine andere Hand in ihren Nacken und hielt sie unbarmherzig fest.
„A-Azriel ... lass mich los“, wimmerte sie mit keuchendem Atem. Ihre üppige Brust hob und senkte sich so schnell, dass sie seine feste Brust ganz leicht streifte. Ein elektrisierendes, völlig neues Prickeln breitete sich in ihrem Körper aus und ließ ihre Knie weich werden.
„Du bist so weich ... so rein ...“, murmelte Azriel voller Obsession, während sein Blick zu ihren leicht geöffneten Lippen wanderte. Sein rauer, farbverschmierter Daumen strich über ihre Unterlippe und hinterließ dort einen feinen, schwarzen Fleck, der auf ihrer blassen Haut unverschämt provokant wirkte. „Jeder einzelne Zentimeter deines Körpers ... weckt in mir den Wunsch, dich für immer hier einzusperren und dich völlig nackt zu malen.“
Isolde zitterte am ganzen Körper. In ihrem Unterleib breitete sich ein seltsames, hitziges Ziehen aus, das ihr eine Heidenangst einjagte. „Ich ... ich verstehe das wirklich nicht. Bitte lass mich gehen ...“
Doch anstatt sie freizugeben, verzog Azriel die Lippen zu einem düsteren, hungrigen Lächeln. Es gefiel ihm sichtlich, wie hilflos und verlockend seine neue Beute unter seiner Kontrolle war.
Kapitel 91Die Atmosphäre in der prächtigen Mensa der Universität war zu Beginn der Mittagspause recht ruhig. Die meisten Studenten zogen es vor, draußen zu essen oder die Fast-Food-Restaurants rund um den Campus aufzusuchen. An einem Tisch abseits des Trubels saß Isolde jedoch Evander gegenüber.Genau wie am Morgen versprochen, handelte Evander nicht mehr impulsiv und berührte Isolde nicht mehr ohne ihre Erlaubnis. Stattdessen zeigte sich der junge Mann mit dem zerzausten Haar ausgesprochen großzügig. Er bestellte einige der besten Gerichte der Mensa – von Premium-Rindersteaks über köstliche Pasta in Sahnesoße bis hin zu Isoldes Lieblings-Schokoladeneis – und schob jeden Teller zu dem fülligen Mädchen hinüber.„Iss so viel du willst“, sagte Evander gelassen, verschränkte die Arme auf dem Tisch und beobachtete Isolde. „Ich übernehme die Rechnung.“Isoldes graue Augen leuchteten auf. Ihre rundlichen Wangen röteten sich vor Freude bei dem Anblick des Festmahls vor ihr. Die Befangenheit,
Kapitel 90Die Stille auf dem verlassenen Korridor im zweiten Stock wurde nach der panischen Flucht von Arabella und ihrer Clique immer drückender. Auch die Studenten, die sich als Zuschauer versammelt hatten, lösten sich allmählich auf. Niemand von ihnen wagte es, sich mit dem unberechenbaren Zorn Evander Blackthornes anzulegen.Isolde stand noch immer wie erstarrt hinter der mächtigen Säule. Ihr schwarzes Haar war leicht zerzaust, und ihr Atem ging in kurzen, unregelmäßigen Stoßseufzern, während die Benommenheit in ihrem Kopf nicht nachlassen wollte. Mit ihrem fülligen Handrücken wischte sie sich die restlichen Tränen von ihren rundlichen Wangen, ihre grauen Augen voller widerstreitender Gefühle auf den breiten Rücken des vor ihr stehenden Mannes mit dem zerzausten Haar gerichtet.Evander drehte sich langsam um. Die wilde Wut, die noch vor wenigen Augenblicken in seinen adlergleichen Augen gebrannt hatte, verblasste allmählich und wich einem starren Gesichtsausdruck, während sich se
Kapitel 89Isolde ging den Hauptkorridor des Fakultätsgebäudes entlang, ein Lächeln lag noch immer auf ihrem rundlichen Gesicht. Die Wärme von Luciens Kuss und die süßen Versprechungen, die sie vorhin im Auto ausgetauscht hatten, waren in ihren Gedanken noch immer lebendig und ließen jeden Schritt ihrer vollbusigen Gestalt federleicht wirken. Einige vorbeigehende Studenten starrten sie an, doch Isolde ignorierte sie und konzentrierte sich lieber auf den Bildschirm ihres Handys, auf dem eine Textnachricht ihrer besten Freundin zu sehen war.Die fröhliche Stimmung verflog jedoch augenblicklich, als aus einer Ecke des Hauptkorridors eine Gruppe modisch gekleideter Mädchen auftauchte, die mit herablassender Selbstbewusstheit dahergingen. Ganz vorne stand Arabella – das junge Mädchen, das auf dem gesamten Campus wegen des sozialen Status ihrer Familie und ihrer auffallenden Schönheit als „Campus-Königin“ bekannt war.Isolde, die damit beschäftigt war, die Nachricht zu beantworten, bemerkte
Kapitel 88Die luxuriöse schwarze Limousine von Lucien durchschnitt die Stadtstraßen, die sich allmählich mit dem morgendlichen Berufsverkehr füllten. Im kühlen Innenraum, der nach Sandelholz und teurem Herrenparfüm duftete, herrschte eine warme Atmosphäre. Isolde saß auf dem Beifahrersitz, wechselte gelegentlich die Lieder auf dem Musikplayer des Autos und wiegte dabei sanft den Kopf. Ihre rundlichen Wangen waren noch immer auf niedliche Weise gerötet und strahlten ein Glück aus, das sie nicht verbergen konnte.Es dauerte nicht lange, bis die glänzende Limousine langsam durch das Haupttor der Universität fuhr. Lucien brachte den Wagen am Rande einer ruhigen Haltebucht zum Stehen, einige Dutzend Meter vom Gebäude von Isoldes Fakultät entfernt, um nicht zu viel Aufmerksamkeit der anderen Studenten auf sich zu ziehen.Isolde schnallte sich ab, ehe sie ihren kurvigen Körper zu Lucien herumdrehte.„Danke, dass du mich hergefahren hast, Luci. Ich mache mich dann mal auf den Weg, ja?“Das k
Kapitel 87Evanders plötzlicher Aufbruch hinterließ für einige Augenblicke eine stramme Stille am Esstisch. Azriel, in dessen Brust noch immer ein Rest Ärger verblieben war, stieß einen kurzen Seufzer aus. Der jüngste Blackthorne-Sohn schob seinen Teller weg, der nur halb angerührt war, und wischte sich dann langsam mit einer Stoffserviette die Mundwinkel ab.Er stand von seinem Platz auf, richtete sein legeres Hemd und starrte Isolde mit einem Blick an, der schwer zu deuten war.„Ich muss jetzt auch los“, sagte Azriel monoton, warf Lucien einen kurzen Blick zu und sah dann wieder das füllige Mädchen vor sich an. „Es gibt eine Ausstellung und einige neue Skizzen, die ich im Atelier fertigstellen muss.“Isolde hielt einen Moment lang im Kauen inne und nickte höflich mit ihrem rundlichen Kopf. „Fahr vorsichtig, Azriel.“Azriel nickte nur schwach, drehte seinen breiten Körper um und ging mit langen Schritten den Flur entlang aus dem Speisesaal. Seine gleichmäßigen Schritte verhallten all
Kapitel 86Der Morgen war nun vollends angebrochen. Warmes, goldenes Licht drang durch die großen Glasfenster des Hauptspeisesaals des Blackthorne-Anwesens und spiegelte sich auf dem langen, gepflegten Teakholztisch wider. Das Aroma von frisch gebrühtem Arabica-Kaffee vermischte sich mit dem Duft von geröstetem Brot und warmem Speck, was eine scheinbar friedliche Atmosphäre schuf.Doch am Esstisch hatte sich die Dynamik unter den Anwesenden im Vergleich zum vorherigen Abend völlig verändert.Isolde saß elegant auf ihrem Stuhl. Heute Morgen strahlte ihr rundliches Gesicht ein helles Leuchten des Glücks aus. Ihre grauen Augen funkelten voller Frische, während eine natürliche Röte süß auf ihren beiden mopsigen Wangen lag. Der Hunger, der sich in ihrem Magen regte – nach all der Erschöpfung und den Ausbrüchen von Leidenschaft, die sie in der vergangenen Nacht mit Lucien erlebt hatte –, hatte ihren Appetit drastisch gesteigert.Das kurvige Mädchen genoss ihr Frühstück mit großer Begeisteru







